Gehaltszettel: Lohnabrechnung richtig erstellen & prüfen

Der Gehaltszettel (Synonym: Entgeltabrechnung) ist Ihr monatlicher Nachweis zum Bruttogehalt, aller gesetzlicher Abzüge (Steuern, Sozialversicherung) und dem Netto-Auszahlungsbetrag. Arbeitgeber sind zur Ausstellung des Dokuments verpflichtet. Arbeitnehmer wiederum sollten den Gehaltszettel unbedingt prüfen – insbesondere, wenn sich Freibeträge oder Steuerklassen ändern. Wir zeigen, welche Pflichtangaben die Abrechnung enthalten muss und worauf Sie achten sollten…

Gehaltszettel Lohn Gehaltsabrechnung Bedeutung Abkuerzungen Verstehen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Definition: Ein Gehaltszettel ist ein Dokument, das den monatlichen Bruttolohn sowie Abzüge (Steuern, Sozialversicherung) und das Nettogehalt ausweist. Arbeitgeber sind in Deutschland gesetzlich verpflichtet, Arbeitnehmern jeden Monat eine Lohnabrechnung auszustellen (§ 108 GewO).
  • Pflichtangaben: Neben dem Brutto- und Nettogehalt muss die Entgeltabrechnung die Personalnummer, Steuerklasse und Sozialversicherungsnummer enthalten.
  • Auszahlungsbetrag: Der Auszahlungsbetrag entspricht dem Nettogehalt, das auf das Arbeitnehmer-Konto überwiesen wird.
  • Fristen: Die Lohnabrechnung muss in der Regel bis 2 Wochen nach Monatsende beim Arbeitnehmer vorliegen.
  • Aufbewahrung: Experten empfehlen, jede Abrechnung genau zu prüfen und bei Fehlern korrigieren zu lassen. Gehaltsabrechnungen sollten Sie mindestens 6 Jahre aufbewahren.

Die eigene Entgeltabrechnung zu prüfen, lohnt sich: Laut Studien ist jede fünfte Gehaltsabrechnung fehlerhaft! Rund 36 % der Beschäftigten geben in Umfragen an, dass ihr Gehalt innerhalb der vergangenen 12 Monate mindestens einmal falsch berechnet wurde.

Was ist der Unterschied zwischen Lohn- und Gehaltsabrechnung?

Die Begriffe Lohn- bzw. Gehaltsabrechnung werden meist synonym verwendet. Der Unterschied liegt eher zwischen Lohn und Gehalt: „Lohn“ wird nach tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden berechnet und kann monatlich schwanken. „Gehalt“ wiederum ist ein fest vereinbarter Betrag, der unabhängig von der tatsächlichen Arbeitszeit jeden Monat gleich bleibt.

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Was sind Pflichtangaben auf dem Gehaltszettel?

Der Gehaltszettel ist ein zentrales Dokument im Arbeitsverhältnis und dient Ihnen als monatlicher Nachweis über Ihr tatsächliches Netto-Einkommen. Gleichzeitig zeigt es Arbeitnehmern an, wie sich ihr Gehalt zusammensetzt. Damit die Gehaltsabrechnung rechtlich korrekt ist, muss sie folgende Angaben enthalten:

    Basisdaten

  • Persönliche Daten
    Dazu gehören Name, Anschrift und Geburtsdatum des Arbeitnehmers.
  • Angaben zum Arbeitgeber
    Name und Adresse des Unternehmens müssen klar ersichtlich sein.
  • Steuerdaten
    Infos zur Steuerklasse, Steuer-ID, Kirchensteuer und Kinderfreibeträge bestimmen Ihre Abzüge.
  • Sozialversicherung
    Ebenfalls auf der Abrechnung stehen immer Ihre Sozialversicherungsnummer, die zuständige Krankenkasse bzw. Einzugsstelle.
  • Beschäftigungsdetails
    Der Abrechnungszeitraum sowie Eintritts- und ggf. Austrittsdatum werden aufgeführt.
  • Lohn- und Gehaltsbestandteile

  • Bruttogehalt
    Basierend auf dem Grundgehalt plus Zuschläge (z.B. für Nacht- oder Feiertagsarbeit) sowie Sonderzahlungen (Urlaubs- oder Weihnachtsgeld).
  • Zusatzleistungen
    Dazu zählen etwa vermögenswirksame Leistungen (VWL), Aufwandsentschädigungen oder Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge.
  • Abzüge
    Steuern und Sozialversicherungsbeiträge werden transparent vom Bruttogehalt abgezogen.
  • Auszahlungsbetrag
    Am Ende steht das monatliche Nettogehalt – also der Betrag, der tatsächlich auf das Konto ausgezahlt wird.

Von wem bekomme ich meinen Gehaltszettel?

Sie erhalten Ihren Gehaltszettel vom Arbeitgeber. Dieser ist laut § 108 Gewerbeordnung verpflichtet, Ihnen eine Abrechnung in Textform auszustellen. Bei kleinen Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern wird der Gehaltszettel oft noch in Papierform ausgegeben, die meisten Unternehmen stellen ihn heute digital aus. Beide Varianten sind im Arbeitsrecht zulässig.

Wie ist der Gehaltszettel aufgebaut?

Der Aufbau des Gehaltszettels ist standardisiert. Je nach Abrechnungssoftware kann es aber leichte Unterschiede geben. Hier ein typischer Aufbau von oben nach unten:

    1. Arbeitgeberdaten

  • Name und Anschrift des Arbeitgebers
  • Betriebsnummer (für Sozialversicherung)
  • 2. Arbeitnehmerdaten

  • Name und Anschrift des Arbeitnehmers
  • Geburtsdatum
  • Steuer-Identifikationsnummer
  • Steuerklasse und Kirchensteuermerkmal
  • 3. Abrechnungszeitraum

  • Konkreter Zeitpunkt der Abrechnung
  • Monat und Jahr
  • 4. Verdienstangaben

  • Bruttogehalt (Grundgehalt)
  • Zuschläge (z.B. für Nachtarbeit, Sonn- und Feiertage)
  • Sonderzahlungen (z.B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld)
  • Vermögenswirksame Leistungen, geldwerte Vorteile, Sachbezüge
  • 5. Abzüge

  • Lohnsteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Kirchensteuer
  • Sozialabgaben (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung)
  • 6. Nettoauszahlung

  • Tatsächlicher Auszahlungsbetrag
  • 7. Zusatzinformationen

  • Urlaubstage
  • Resturlaub
  • Kranktage

Was ist der Unterschied zum Gehaltsnachweis?

Beide Begriffe – Gehaltszettel und Gehaltsnachweis – klingen ähnlich. Der Gehaltsnachweis ist jedoch eher ein Sammelbegriff für Dokumente, mit denen Sie Ihr Einkommen gegenüber Dritten belegen – z.B. gegenüber der Bank (bei Krediten) oder dem Vermieter (bei der Bewerbung für eine Wohnung). Als Gehaltsnachweis können einzelne oder mehrere Lohnabrechnungen dienen sowie andere Unterlagen wie ein Arbeitsvertrag oder eine Einkommensbescheinigung. Während der Gehaltszettel ein konkretes, regelmäßig ausgestelltes Dokument mit detaillierten Angaben ist, dient der Gehaltsnachweis eher als Beleg für ein regelmäßiges Einkommen.

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Gehaltszettel Beispiel

Das folgende vereinfachte Beispiel zeigt einen typischen Gehaltszettel:

Gehaltszettel (Muster)

Arbeitnehmer: Max Muster
Personalnummer: 12345
SV-Nummer.: 68 170907 J 007
Steuerklasse: 3
Abrechnungsmonat: Januar 2026

Bezeichnung

Betrag (€)

Bruttogehalt 3.500,00
Zuschuss VWL +50,00
Zuschläge +200,00
Betriebliche Altersvorsorge +150,00
Gesamtbrutto 3900,00

Abzüge

Lohnsteuer -500,00
Krankenversicherung -280,00
Rentenversicherung -325,00
Arbeitslosenversicherung -42,00
Pflegeversicherung -60,00
Netto 2.693,00

Auszahlungsbetrag: 2.293,00 €
Bank: Musterbank
IBAN: DE00 0000 0000 0000 0000 00

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Gehaltszettel verstehen: Was bedeuten die Abkürzungen?

Schauen Sie sich Ihren Gehaltszettel stets genauer an und kontrollieren Sie, ob Freibeträge oder Abzüge richtig berechnet wurden. Nicht immer ist die Lohnabrechnung auf Anhieb zu verstehen – insbesondere die vielen Abkürzungen auf dem Gehaltszettel machen vielen Probleme. Unsere Übersicht zeigt, was die einzelnen Abkürzungen und Posten bedeuten:

Abkürzung

Bedeutung

Erklärung

A Abfindung Einmalige Zahlung bei Kündigung
AV Arbeitslosenversicherung Gezahlter Beitrag zur Arbeitslosenversicherung
BGRS Beitragsgruppenschlüssel Nummer zur Meldung bei Sozialversicherungen
E Einmalbezug Unregelmäßige Bezüge wie Weihnachtsgeld
GB Gesamtbrutto Summe aller Entgeltbestandteile
H Hinzurechnungsbetrag Bei Mehrfachbeschäftigung
J Bestandteil des Gesamtbruttos Alle Beträge, die zum Gesamtbrutto zählen
Ki.Frbtr Kinderfreibetrag Reduziert das zu versteuernde Einkommen und die Steuerlast
KiSt Kirchensteuer Gezahlter Beitrag zur Kirchensteuer
KK Krankenkasse Krankenkasse des Arbeitnehmers
KK % Beitragssatz zur Krankenversicherung Maßgeblicher Beitragssatz inklusive Zusatzbeitrag
KV Krankenversicherung Gezahlter Beitrag zur Krankenversicherung
L Laufender Betrag Regelmäßige Zahlungen wie Gehalt
LSt Lohnsteuer Gezahlter Beitrag zur Lohnsteuer
M Mehrjährige Versteuerung Bei Vergütung mehrjähriger Tätigkeiten
N Nachberechnung Bei Fehler im Vormonat
MFB Mehrfachbeschäftigung Für Mitarbeiter bei mehreren Arbeitgebern
PGRS Personengruppenschlüssel Art der Beschäftigung (z.B. Festanstellung)
PV Pflegeversicherung Gezahlter Beitrag zur Pflegeversicherung
RV Rentenversicherung Gezahlter Beitrag zur Rentenversicherung
S Sonstiger Bezug Wie Einmalbezug (siehe: E)
St Steuer-Brutto Gehalt + Einmalbezüge + geldwerte Vorteile
Steuer-ID Steuer-Identifikationsnummer Indviduelle Nummer beim Finanzamt
StKl Steuerklasse Bestimmt Betrag zur Lohnsteuer
SV Sozialversicherung Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung
Um Umlageverfahren Dient der Finanzierung der Sozialversicherungen
V Vorjahr Bezieht sich auf das Jahr vor der Anstellung
VKZ Verarbeitungskennzeichen Nummer zur Verarbeitung in der Buchhaltung
W Wertguthaben Betrag bei einem Arbeitszeitkonto
Z Einschlägiger Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung für Kinderlose Höhere Pflegeversicherung für kinderlose Arbeitnehmer

Die Liste mit den Erklärungen können Sie sich zusätzlich als kostenloses PDF herunterladen:

Gehaltszettel Abkürzungen (PDF)

Wie werden Brutto- und Nettogehalt berechnet?

Für Arbeitnehmer ist die wichtigste Zahl auf dem Gehaltszettel natürlich der Netto-Auszahlungsbetrag, der auf dem eigenen Konto landet. Wie hoch dieser ausfällt, hängt jedoch von zahlreichen Faktoren und Abzügen ab. Ausgangspunkt ist stets das Bruttogehalt laut Arbeitsvertrag. Aktuell beträgt der Grundfreibetrag 12.348 €, bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren sind es 24.696 €. Erst Einkommen darüber müssen versteuert werden. Davon gehen dann Steuern und Sozialversicherungsbeiträge wieder ab. Im Detail:

    Steuern

  • Lohnsteuer

    Die Lohnsteuer ist eine progressive Abgabe: Je mehr Sie verdienen, desto höher der Steuersatz. Maßgeblich ist die eigene Steuerklasse (1 bis 6), die sich nach deinem Familienstand richtet. Der Eingangssteuersatz liegt in Deutschland bei 14 %, der Spitzensteuersatz bei 42 % und der sogenannte Reichensteuersatz bei 45 % (Stand: 2026).

  • Kirchensteuer

    Wer Mitglied einer Landeskirche ist, zahlt zusätzlich Kirchensteuer. Diese beträgt 8 % oder 9 % der Lohnsteuer, abhängig vom Bundesland.

  • Solidaritätszuschlag

    Der „Soli“ ist für die meisten abgeschafft. Nur Besserverdiener zahlen ihn noch: 5,5 % auf die Lohnsteuer – allerdings erst ab einer bestimmten Einkommenshöhe.

  • Sozialversicherungsbeiträge

  • Arbeitslosenversicherung

    Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung liegt 2026 bei 2,6 % des Bruttogehalts und wird je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

  • Rentenversicherung

    Für die Altersvorsorge zahlen beide Seiten jeweils 9,3 %, insgesamt also 18,6 %. Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze liegt derzeit bei rund 8.550 Euro.

  • Krankenversicherung

    Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 %, ebenfalls hälftig geteilt. Hinzu kommt ein individueller Zusatzbeitrag der Krankenkassen (im Schnitt rund 1,7 %), der ebenfalls zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt wird.

  • Pflegeversicherung

    Der Beitrag liegt aktuell bei rund 3,4 %. Kinderlose zahlen einen Zuschlag von 0,6 %, den sie allein tragen.

Neben Steuern und Sozialabgaben enthält der Gehaltszettel noch weitere Positionen und Zuschläge, etwa vermögenswirksame Leistungen, Aufwandsentschädigungen oder Sonderzahlungen wie Bonuszahlungen.

Gehaltszettel prüfen: Das unbedingt beachten!

Auf den ersten Blick wirkt mancher Gehaltszettel verwirrend. Trotzdem sollten Sie die wichtigsten Informationen regelmäßig prüfen. Vor allem am Jahresanfang, wenn sich manche Steuern und Freibeträge ändern, oder wenn Sie in eine andere Steuerklasse wechseln. Auf folgende Angaben sollten Sie besonders achten:

  • Steuerklasse prüfen

    Ihre Lohnsteuerklasse muss zu Ihrer aktuellen Lebenssituation passen – also ob Sie ledig, verheiratet oder verwitwet sind. Gerade bei Ehepaaren kann ein Wechsel sinnvoll sein. Prüfen Sie, ob die eingetragene Steuerklasse korrekt ist.

  • Freibeträge kontrollieren

    Freibeträge senken Ihre Steuerlast – vorausgesetzt, sie sind richtig eingetragen. Dazu zählen neben dem Grundfreibetrag auch Werbungskosten oder Entlastungsbeträge für Alleinerziehende.

  • Kinderfreibetrag checken

    Der Kinderfreibetrag hängt von der Anzahl, dem Alter und der Situation Ihrer Kinder ab. Bei verheirateten Eltern kann er aufgeteilt werden. Wichtig: Die Angaben müssen exakt stimmen.

  • Kirchensteuer hinterfragen

    Kirchensteuer zahlen nur Mitglieder bestimmter Religionsgemeinschaften. Nach einem Kirchenaustritt sollte die Abrechnung entsprechend angepasst sein – sonst zahlen Sie unnötig weiter.

  • Krankenversicherung vergleichen

    Der Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse kann variieren. Auch kleine Unterschiede wirken sich auf Ihr Nettogehalt aus. Ein regelmäßiger Vergleich kann sich deshalb finanziell lohnen.

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Wie lange sollte ich die Lohnabrechnung aufbewahren?

Gehaltszettel sollten Sie am besten 6 Jahre aufbewahren, mindestens aber für das laufende Jahr, bis Sie die elektronische Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber erhalten haben. Einige Experten raten sogar dazu, Abrechnungen, Arbeitsverträge und Nachweise über die Rentenversicherung bis zur Rente aufzuheben, um entsprechende Nachweise zu haben.

Arbeitgeber wiederum sind nach § 41 EStG verpflichtet, steuerrechtliche Unterlagen wie Entgeltabrechnungen und Lohnsteuerbelege 6 Jahre aufzubewahren. Haben die Dokumente einen Bezug zur betrieblichen Gewinnermittlung, müssen Unternehmen diese sogar 10 Jahre aufbewahren.


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