Karrierekiller: 11 häufige Stolperfallen vermeiden

Auf dem Weg nach oben lauern zahlreiche Karrierekiller und Stolpersteine, die den Erfolg verhindern. Fehler lassen sich zwar nie ganz vermeiden, doch schon das Wissen um häufige Karrierekiller minimiert das Risiko zu scheitern. Wir zeigen 11 Gefahren im Job – und was Sie dagegen tun können…

Karrierekiller Bedeutung Beispiele Liste Tipps

Definition: Was sind Karrierekiller?

Karrierekiller sind Denk- und Verhaltensweisen, die die berufliche Laufbahn behindern oder sogar abrupt beenden können. Karrierekiller können unterschiedliche Formen haben. Viele der Stolperfallen und Handlungen wirken unbewusst. Umso wichtiger ist, dass Sie Ihr Verhalten regelmäßig reflektieren und hinterfragen, um potenzielle Karrierekiller zu vermeiden.

Bei den meisten Ursachen lassen sich vor allem externe und persönliche Faktoren unterscheiden:

  • Externe Faktoren

    Sie beeinflussen Ihre Karriere, ohne dass Sie direkten Einfluss darauf haben. Dazu zählen etwa wirtschaftliche Unsicherheiten, ein schwacher Arbeitsmarkt oder mangelnde Karrierechancen in der eigenen Branche. Auch schlechte Arbeitsbedingungen, Umstrukturierungen im Unternehmen oder technologische Veränderungen können dazu führen, dass der nächste Karriereschritt ausbleibt. Diese Karrierekiller sind besonders frustrierend – aber keineswegs ungewöhnlich.

  • Persönliche Faktoren

    Hierbei stehen sich Betroffene meist selbst im Weg. Beispiele sind mangelnde Motivation, fehlende Leistungsbereitschaft oder eine schlechte Arbeitsmoral. Auch Probleme mit Teamarbeit, fehlende Qualifikationen oder unzureichende Weiterbildungen zählen zu den häufigsten persönlichen Karrierekillern. Wer hier nicht gegensteuert, riskiert langfristig Karrierestillstand oder sogar einen Jobverlust.

Haben Sie eine oder mehrere dieser Herausforderungen bereits erlebt? Kein Grund zur Panik! Erkenntnis ist der erste Schritt zur Veränderung. Karrierekiller begegnen jedem im Laufe des Berufslebens. Entscheidend ist nicht der Rückschlag selbst, sondern wie Sie damit umgehen. Berufliche Rückschritte bedeuten noch lange kein Karriereende. Wenn Sie diese richtig nutzen, können sie der Startpunkt für eine neue, bessere Entwicklung sein.

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Die 11 häufigsten Karrierekiller

Diese 11 häufigen Karrierekiller sollten Sie unbedingt beachten – plus Tipps, wie Sie diese vermeiden:

1. Keine Karriereziele

Karriere ist kein Zufall – sie wird gemacht. Dafür brauchen Sie klare Karriereziele und einen Karriereplan, dem Sie folgen. Das muss nicht in Stein gemeißelt sein. Aber Ziele geben Ihnen in schwierigen Situationen Orientierung und machen Erfolg überhaupt erst messbar. Ohne so eine Vision wird es schwierig, eine langfristige Karriere aufzubauen.

Tipp – das können Sie tun:

Formulieren Sie und definieren Sie für die nächsten 3-5 Jahre konkrete und messbare berufliche Ziele sowie die dafür erforderlichen Karriereschritte (z.B. mittels SMART-Methode). Überprüfen Sie regelmäßig den Fortschritt und korrigieren Sie notfalls den Karriereweg.

Hier weiterlesen: Ziele finden

2. Schlechte Selbstorganisation

Ohne effektives Selbstmanagement werden Sie Aufgaben nicht effizient oder rechtzeitig erledigen und sich verzetteln. Effekt: Sie stehen ständig unter Zeitdruck und wirken auf andere latent unstrukturiert und unprofessionell. Ein Mangel an Selbstorganisation kann Ihre Leistungsfähigkeit enorm beeinträchtigen.

Tipp – das können Sie tun:

Verschaffen Sie sich eine Übersicht über anfallende Aufgaben und priorisieren Sie diese nach Wichtigkeit und Bedeutung. Arbeiten Sie diese ToDos anschließend fokussiert ab – aber vergessen Sie zwischendurch die Pausen nicht!

Hier weiterlesen: Besseres Zeitmanagement lernen

3. Fehlende Fortbildung

Nichts ist stetiger als der Wandel in der Arbeitswelt: Erst Globalisierung, dann Digitalisierung, jetzt künstliche Intelligenz… Nicht in sein Wissen und die Weiterbildung zu investieren, ist ein echter Karrierekiller! Wer keine neuen Fähigkeiten erwirbt, verliert schnell den Anschluss und reduziert seinen Marktwert für die Zukunft.

Tipp – das können Sie tun:

Kümmern Sie sich regelmäßig um Fortbildungen und erweitern Sie Ihren Horizont sowie Ihre Spezialisierung durch Kurse, Zertifikate oder den Besuch von Fach-Events. Halten Sie vor allem Ihr technisches Know-how auf dem neusten Stand.

Hier weiterlesen: Darum brauchen Sie ein T-Shaped-Profil

Kompetenzentwicklung T Shaped Skills Profil Modell

4. Unzureichendes Networking

Viele Arbeitnehmer unterschätzen die Bedeutung von Networking und dem sprichwörtlichen Vitamin B. Dabei schaden Beziehungen vor allem dem, der keine hat! Informelle Netzwerke verschaffen nicht nur einen Informationsvorsprung, sondern oft auch den Zugang zum sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt – und damit zu Top-Jobs. Fehlende Kontakte oder Fürsprecher sind ein vor allem ein langfristiger Karrierekiller.

Tipp – das können Sie tun:

Bauen Sie aktiv ein berufliches Netzwerk auf, sowohl innerhalb Ihres Unternehmens als auch außerhalb! Knüpfen Sie aber nicht nur Kontakte auf Social Media-Plattformen wie Linkedin, sondern besuchen Sie auch wichtige Kongresse oder Fachtagungen.

Hier weiterlesen: Die richtigen Mentoren finden

5. Mangelnde Anpassungsfähigkeit

„Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ – Das ist nicht nur ein Spruch! Im Berufsleben müssen Sie sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen, mit unterschiedlichen Menschen klarkommen und sich neuen Anforderungen anpassen. Wer das nicht kann, sabotiert seine eigene Entwicklung.

Tipp – das können Sie tun:

Betrachten Sie Veränderungen als Chance, um sich weiterzuentwickeln. Trainieren Sie Ihre Flexibilität und bleiben Sie offen für neue Arbeitsweisen und Technologien!

Hier weiterlesen: Anpassungsfähigkeit trainieren

6. Geringe Selbstreflexion

Wer sich nie selbst hinterfragt oder sich nicht bewusst ist, wie das eigene Verhalten von anderen wahrgenommen wird, läuft Gefahr, sich selbst im Weg zu stehen. Zum Karrierekiller wird diese Eigenart, wenn Sie in Selbstüberschätzung ausartet.

Tipp – das können Sie tun:

Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit zur Selbstreflexion. Hinterfragen Sie Ihre Stärken genauso wie Ihre Schwächen und arbeiten Sie an beiden. Suchen Sie aktiv nach Feedback von Kollegen und Vorgesetzten und nutzen Sie dieses, um sich zu verbessern.

Hier weiterlesen: 10 Karrierefragen, die sich jeder stellen muss

7. Regelmäßige Unzuverlässigkeit

Es ist das Schlimmste, was Sie im Job tun können: Zusagen nicht einhalten. Dazu gehören ebenso Unpünktlichkeit, Deadlines überziehen und Aufgaben aufschieben oder nicht erledigen. Wer sein Wort nicht hält, gilt schnell als Blender und untergräbt seine Glaubwürdigkeit und alles Vertrauen. So wird Unzuverlässigkeit zum schleichenden Karrierekiller.

Tipp – das können Sie tun:

Machen Sie keine leeren Versprechungen – und halten Sie unbedingt Ihr Wort. Und falls Sie mal feststellen, dass Sie Fristen nicht einhalten können, kommunizieren Sie das frühzeitig mit allen Betroffenen.

Hier weiterlesen: Versprechen halten – ein Muss

8. Generelle Überheblichkeit

Selbstvertrauen ist ein wichtiger Karrierefaktor. Doch auch hierbei macht die Dosis das Gift: Zu viel davon – und es kippt gefährlich in Überheblichkeit und Arroganz. Beide definitive Karrierekiller – siehe: Ikarus-Effekt!

Tipp – das können Sie tun:

Bei allem Erfolg und Stolz auf eigene Leistungen – verlieren Sie niemals die Bodenhaftung. Wirksame Haftmittel sind übrigens Dankbarkeit und Bescheidenheit (aber nicht die falsche!).

Hier weiterlesen: Erfolgsfaktor Understatement

9. Negatives Denken

Auch das ein oft unterschätzter Karrierekiller: eine pessimistische Einstellung sowie Dauerfrust und ewiges Jammern (siehe: Calimero-Syndrom). Ständige Unzufriedenheit oder die Überzeugung „Das klappt sowieso nicht“ werden zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung und führen dazu, dass es genauso kommen wird.

Tipp – das können Sie tun:

Versuchen Sie negative Glaubenssätze in Ihrem Leben zu identifizieren und gegen eine positive Einstellung auszutauschen. Wo Pessimismus schadet, kann realistischer Optimismus umso mehr bewirken. Der psychologische Beweis ist der sog. Rosenthal-Effekt.

Hier weiterlesen: Die Kraft der Zuversicht

10. Ausgeprägte Beratungsresistenz

Nicht jeder Rat ist gut, ja. Und nicht jeder Kollege meint es gut, stimmt auch. In den meisten Fällen gilt aber: Wer für Kritik taub ist und Ratschläge aus Eitelkeit ignoriert, vergibt Chancen und macht mehr Fehler als nötig. Dahinter steckt ungesunder Stolz – oder eine Profilneurose.

Tipp – das können Sie tun:

Seien Sie offen für Feedback und konstruktive Kritik. Das bedeutet nicht, dass Sie auf jeden Rat hören müssen, aber zumindest anhören schadet nicht.

Hier weiterlesen: Hilfe annehmen

11. Miese Work-Life-Balance

Immer nur funktionieren, funktioniert nicht. Wer sich ständig überlastet und körperliche wie mentale Bedürfnisse nicht ernst nimmt, gefährdet seine Gesundheit UND die Karriere. Auf Dauer führt eine schlechte Work-Life-Balance zu sinkender Leistungsfähigkeit, Unzufriedenheit und Erschöpfung.

Tipp – das können Sie tun:

Setzen Sie klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit (siehe: Work-Life-Separation). Achten Sie darauf, regelmäßig Pausen zu machen und sorgen Sie für ausreichend Schlaf (Erwachsene: 7-9 Stunden täglich) und planen Sie genug Zeit für Familie, Freunde und Hobbys ein.

Hier weiterlesen: Zwei Bier gehen immer!

Eine gesunde Lebensbalance sowie klare Ziele und Prioritäten im Leben sind der beste Schutz gegen die genannten und nicht genannten Karrierekiller. Tatsächlich sind es weniger die äußeren Umstände die uns im Weg stehen, sondern meistens wir selbst.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Karrierekillern

Kann Homeoffice ein Karrierekiller sein?

Die Arbeit im Homeoffice kann die Produktivität erhöhen – aber ebenso die Karriere blockieren. Zuhause besteht vor allem die Gefahr, Berufliches und Privates zu stark zu vermischen sowie vom Radar der Führungskraft und Kollegen zu verschwinden – also „unsichtbar“ zu werden. Eine dauerhaft gestörte Work-Life-Balance wirkt sich meist langfristig negativ auf Ihre Leistungsfähigkeit aus, Unsichtbarkeit wiederum führt dazu, dass Sie bei wichtigen Projekten oder Beförderungen vergessen werden.

Ist Zeitarbeit ein Karrierekiller?

Ganz im Gegenteil: Zeitarbeit ist kein Karrierekiller, sondern kann ein echter Karrierebooster sein. Sie sammeln wertvolle Berufserfahrung, trainieren Ihre Anpassungsfähigkeit und lernen, sich schnell in neue Teams zu integrieren. Diese Kompetenzen werden von Personalverantwortlichen häufig positiv bewertet. Zudem dient Zeitarbeit nicht selten als Sprungbrett in eine Festanstellung (siehe: Klebeeffekt).

Ist Teilzeitarbeit ein Karrierekiller?

Teilzeitarbeit ist nicht zwangsläufig ein Karrierekiller, kann es aber sein. Entscheidend ist, wie sie Ihre Branche und der Arbeitgeber die Situation bewertet. Der Karriereerfolg hängt nicht allein von der Arbeitszeit ab, sondern maßgeblich von den Leistungen, Erfahrungen, Erfolgen und Ihrem Netzwerk. Wer sichtbar gute Ergebnisse liefert, kann auch in Teilzeit beruflich vorankommen.

Schadet eine Mitgliedschaft im Betriebsrat der Karriere?

Engagement im Betriebsrat kann Ihre Karriere fördern. Viele Mitarbeiter, die sich hier engagieren, entwickeln starke Kommunikations-, Verhandlungs- und Konfliktlösungskompetenzen, die auch in Führungspositionen gefragt sind. Allerdings empfinden manche Arbeitgeber das Engagement dort als latent querulant, auch wenn Ihnen durch ein Betriebsratsamt arbeitsrechtlich keine berufliche Nachteile entstehen dürfen. Entscheidend ist, dass Sie trotz allem als Partner der Betriebsleitung auftreten.


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