Ein Gastbeitrag von Isabel Grämer

Junge Menschen haben heute viele Möglichkeiten, sich zu orientieren, bevor sie sich beruflich oder mit dem Studium festlegen und den Grundstein für ihren künftigen Werdegang legen. So mancher verlässt vorher noch die Heimat, um im Ausland einen Sprachkurs zu machen, zu Jobben oder den Lebenslauf mit einem sozialen Jahr, einem Auslandspraktikum oder einer anderen Tätigkeit zu bereichern.

Auch viele junge Angestellte und Studenten nehmen sich heute gerne eine Auszeit von sechs Monaten oder einem Jahr, um im Ausland Erfahrungen zu sammeln und eine andere Kultur kennen zu lernen. Ein solcher Aufenthalt ist zudem bestens geeignet, um eine bereits bekannte Fremdsprache zu vertiefen oder eine neue Sprache zu lernen. Außerdem wird man selbstständiger, sammelt Selbstvertrauen und wird toleranter gegenüber anderen Kulturen.

Welche Alternativen Sie dabei haben und worauf Sie dabei jeweils achten sollten, erfahren Sie im Folgenden:

Au Pair

Vor allem junge Frauen zieht es immer wieder als Au Pair ins Ausland, wo sie bei einer Gastfamilie wohnen und deren Kinder betreuen. Voraussetzung für einen Au Pair-Aufenthalt ist, dass die jungen Frauen (oder Männer) über Erfahrung im Babysitten verfügen und/oder ein Praktikum im Kindergarten absolviert haben. Von den meisten Organisationen werden mindestens 200 Stunden Erfahrung im Umgang mit Kindern gefordert. Zudem müssen die Au Pairs bei Abflug zwischen 18 und 26 Jahre alt sein. Nicht nur die Erfahrungen im Umgang mit Menschen, der Aufenthalt in einem fremden Land und die Verbesserung der jeweiligen Fremdsprache sind für viele ausschlaggebend bei der Entscheidung, sondern auch die Herausforderung alleine im Ausland zurechtzukommen. Außerdem kann sich die Arbeit als Au Pair positiv auf eine spätere Ausbildung im erzieherischen Bereich auswirken.

Sprachkurs

Wer bei einem Auslandsaufenthalt gleichzeitig noch eine Fremdsprache vertiefen möchte, kann eine Sprachreise buchen und so das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Bei einer Sprachreise ist vor allem auf die Qualität des Sprachkurses zu achten, der möglichst eine kleine Teilnehmerzahl aufweisen und mit einem Abschlusszertifikat enden sollte. Zudem sollte die Sprachschule ein umfangreiches Freizeitangebot zum Beispiel mit Ausflügen in die Umgebung anbieten, damit die Sprachschüler auch ihr Gastland kennen lernen und sich kulturell weiterbilden können. Informationen zu Sprachreisen bekommen Interessierte auch beim Fachverband Deutscher Sprachreise-Veranstalter. Der Auslandsaufenthalt wird von den meisten Firmen gerne gesehen, zeigt er doch die Eigenständigkeit und kulturelle Offenheit des Bewerbers.

Auslandspraktikum

Einen hohen Stellenwert bei Unternehmen genießen auch Praktika im Ausland. Die versprechen neben der Praxiserfahrung eben auch kulturelle Kenntnisse. Bei einem Auslandspraktikum sammelt man nicht nur Arbeitserfahrung, sondern verbessert gleichzeitig seine Sprachkenntnisse, fördert die Eigenständigkeit und sammelt zudem länderspezifische Kenntnisse, die sich als wichtig für den angestrebten Beruf oder das Studium erweisen können. Wer beispielsweise einen Aufenthalt in China nachweisen kann und sich dort nicht nur sprachlich, sondern auch beruflich und kulturell weitergebildet hat, dürfte bei einer Bewerbung etwa in der Textil- oder Eletronikbranche derzeit gute Chancen haben. Der Deutsche Akademische Austauschdienst liefert hierfür übrigens gute Informationen – auch zu finanziellen Hilfen und Stipendien.

Work & Travel

Wer im Ausland vor allem seinen persönlichen Horizont erweitern und möglichst kostengünstig durch die USA, Australien, Neuseeland, Südafrika oder Kanada reisen möchte, für den ist Work & Travel genau das Richtige. Bei Work & Travel arbeitet man praktisch immer dann, wenn es die Reisekasse wieder nötig hat. So kommt man nicht nur an Geld für die Weiterreise, sondern sammelt während der Jobs auf Farmen, als Animateur oder im Callcenter viele praktische Erfahrungen. Die Voraussetzungen für das benötigte Working Holiday Visum müssen Bewerber zwischen 18 und 30 Jahre alt sein, Kenntnisse der Landessprache und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Freiwilligenarbeit

Seit einigen Jahren zunehmend beliebter sind Volunteer-Programme im Ausland. Die Unterstützung von Umweltschutzprojekten, Entwicklungshilfe oder anderen freiwilligen Tätigkeiten werden vor allem für soziale und ökologische Berufe oder Studiengänge gerne gesehen. Volunteer-Projekte gibt es in den ärmeren Regionen dieser Welt wie Süd- und Lateinamerika sowie Asien und Afrika, aber auch in vielen westlichen Ländern. Interessant an Freiwilligenarbeit ist, dass die Teilnehmer im Gegensatz zu den meisten anderen Wegen ins Ausland auch mit über 30 Jahren problemlos daran teilnehmen können. Weitere Informationen zum Thema bietet das Portal Freiwilligenarbeit.de.

Über die Autorin

Isabel Grämer arbeitet bei EF Sprachreisen, einem der weltweit größten privaten Anbieter für Sprachreisen und Kulturaustauschprogramme.