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Die Digitalisierung erfasst jetzt auch Bewerbung und Berufsberatung. Immer besser werden die dortigen Angebote. Auch bei der Bewerbung wird sich einiges im Jahr 2015 tun, bin ich überzeugt. Welche Trends sich im vergangenen Jahr abzeichneten und sich 2015 verstärken werden - hier meine Prognosen...

Die 5 wichtigsten Karriere- und Bewerbungstrends 2015 im Überblick

Jedes neue Jahr bringt zugleich einige Veränderungen mit sich. Das ist auch gut so. Im Karrieresegment sind es vor allem die Digitalisierung und Anonymisierung, die Bewegung in den Markt bringen. Es sind aber nicht die einzigen Faktoren:

  1. Berufsorientierung elektronisch

    2000 Euro für den Gang zum Berufs- und Studienberater? Die Branche muss sich warm anziehen, denn die Digitalisierung ist 2015 weit fortgeschritten. Berufsorientierungstests wie der anerkannte RAISEC nach John Hollande und der SIT sind kostenlos erhältlich, etwa im Angebot der ZEIT. Der Explorix, ähnlich wie der SIT für eine grobe Orientierung zweckdienlich, kostet 13 Euro. IQ-tests sind in Angebote wie Borakel eingebaut, auch andere Unis bieten sinnvolle Tests. Was soll ich machen? Auch diese Frage beantworten einige Angebote. Einen visuell-emotionalen Einblick in Jobs liefern beispielsweise Portale wie Whatchadoo.

    Mein Tipp: Berufsberatung wird sich weiter digitalisieren. Berufsberater werden zum Wegbegleiter durch den Dschungel.

  2. Auszeiten nach stressigen Jobs

    Für mich der Trend des Jahres: Immer mehr Menschen machen nach drei, vier Jahren im Job längere Pausen - auch Sabbatical genannt. Sie engagieren sich ein Jahr ehrenamtlich, sammeln Plastikmüll im Meer und leben vom Ersparten. Und das Beste: Firmen akzeptieren das, in Vorstellungsgesprächen wird nur noch selten gebohrt. Zwei Jahre nicht gearbeitet? Kein Problem – so heißt es meist.

    Mein Tipp: Geld sparen. Vielleicht erfindet 2015 ja mal jemand eine Versicherung für diesen Zweck.

  3. Lebensläufe aus dem Netzwerk

    Lebensläufe gestalten – für viele eine schwierige Aufgabe. Mit Lebenslauf.com hat sich Xing ein Portal gekauft, über das die Mitglieder einfach einen gut layouteten Lebenslauf erstellen können. Visualize.me wiederum gibt es bereits seit einigen Jahren. Damit lässt sich der Lebenslauf als Infografik verpacken. Auch einige Tests für Bewerbungsschreiben gibt es schon, zum Beispiel hier.

    Mein Tipp: Was noch fehlt und 2015 vielleicht kommt: Ein Angebot, das beides verknüpft und eigene Umgestaltungen und Variationen ermöglicht.

  4. Motivationsschreiben auf drei Seiten

    Bewerbungsanschreiben auf einer Seite? Das war einmal. Immer öfter fordern Unternehmen eine genaue Begründung, warum einen diese Stelle interessiert. Auch der Lebenslauf soll erklärt werden. Das erinnert teils sehr an amerikanischen Stil und Motivationsschreiben wie sie auch heute schon für MBA-Bewerbungen gängig sind.

    Mein Tipp: fragen Sie sich, was Sie geprägt hat und warum – und schreiben Sie es auf. Daraus entstehen oft wunderbare Texte.

  5. Anonyme Bewerbung

    Was ist eine anonyme Bewerbung? Schüler, die sich jetzt um einen Ausbildungsplatz bewerben, werden immer öfter mit der Anforderung konfrontiert, ihre Unterlagen anonym einzureichen. Vor allem Verwaltungsinstitutionen verlangen zunehmend solche anonymen Bewerbungen. Was das bedeutet? Auf Geburtsdaten verzichten, kein Foto, kein Familienstand, unter Umständen ohne Namen.

    Mein Tipp: Die anonyme Bewerbung wird sich 2015 noch nicht generell durchsetzen, aber dass irgendwann Bewerbungsneutralität staatlich verordnet wird, ist für mich sicher. Bis dahin: Verzichten Sie doch mal auf Angaben zum Familienstand, damit wäre viel gewonnen.

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