Mit diesem Trick steigern Sie Ihre Jobchancen enorm

Wenn Sie an das nächste Vorstellungsgespräch denken, denken Sie vermutlich an 100 typische Fragen, die kommen können, an Ihre Selbstpräsentation, den ersten Eindruck, an die Lücken im Lebenslauf und die Chancen, die Sie auf den Job haben. Alles nicht falsch – und eine gute Vorbereitung. Und doch gibt es einen Fehler, den Bewerber dann im Jobinterview immer wieder machen – und deshalb scheitern. Oder – wenn man es positiv dreht und formuliert: Es gibt einen kleinen Trick, wie Sie Ihre Chancen auf den Job enorm steigern können…

Mit diesem Trick steigern Sie Ihre Jobchancen enorm

Der größte Fehler ist, auf sich selbst zu fokussieren

Wer mit seinem Lebenslauf und dem Bewerbungsanschreiben punktet, kommt in die zweite Runde – das Jobinterview. Der größte Fehler, den Kandidaten im Bewerbungsgespräch allerdings dann machen können, ist: Sie fokussieren sich auf sich selbst.

  • Sehe ich gut aus?
  • Wirke ich sympathisch, kompetent?
  • Komme ich gut an?
  • Sind meine Antworten richtig?

Es ist zwar völlig normal, dass Sie sich im Vorstellungsgespräch solche Fragen stellen und immer wieder reflektieren. Schließlich wollen Sie den Job und sich deshalb vor allem mit Ihrer Schokoladenseite präsentieren. Sie wollen Ihr Gegenüber überzeugen, vielleicht sogar überreden.

Aber das ist keine kluge Strategie. Warum?

Dazu vielleicht zwei wichtige Anmerkungen:

  1. Die meisten Menschen wollen gar nicht zuhörensie wollen sich selbst zuhören. Sie kennen vielleicht die zahllosen Studien, die immer wieder zeigen: Menschen empfinden ein Gespräch dann als besonders schön, ergiebig und interessant (und Ihr Gegenüber als besonders sympathisch), wenn sie die meiste Zeit selbst geredet haben. Das ist vielleicht selbst nicht so sympathisch und verrät den Narziss und Egoisten in uns allen. Aber es bedeutet eben auch: Wenn Sie versuchen, den Personaler totzuquatschen, ist das nicht unbedingt zielführend.
  2. Personaler machen auch nur einen Job. Das heißt: Sie haben ein Problem – eine unbesetzte Stelle und jede Menge Kandidaten. Vielleicht haben sie auch gerade Ärger an anderer Stelle im Job – mit dem Chef, einem Kollegen, einem Mitarbeiter… So oder so: Auch wenn Sie glauben, Sie seien gerade das Zentrum seiner Aufmerksamkeit nur weil Sie im Jobinterview sitzen – Sie sind es nicht. Womöglich schweift er oder sie mit den Gedanken längst ab, während Sie noch überschwänglich von Ihrem Lebenslauf erzählen.

Das einfach mal – ernüchternd – vorausgesetzt, ergibt sich eine andere Strategie (oder eben ein kleiner Trick), die Ihre Chancen auf den Job viel eher steigert, als von Ihren Stärken und Erfolgen zu fabulieren oder möglichst richtige Antworten zu geben…

Mit diesem Trick steigern Sie Ihre Chancen auf den Job

Richtige Antworten gibt es sowieso nicht. Das ist auch gar nicht der Sinn von sogenannten offenen Fragen. Sie sollen vielmehr ins Plaudern kommen und Ihre Persönlichkeit und Arbeitsweise offenbaren. Wenn Sie dabei aber am Ende nur reagieren und antworten wie erwartet, schaltet der Personaler irgendwann ab. Wirklich überzeugen wird ihn oder sie das jedenfalls nicht. Und in Erinnerung bleiben oder aus der Masse herausstechen wird ein solcher Bewerber eher auch nicht.

Was also sollten Sie stattdessen tun?

Fokussieren Sie nicht auf sich oder Ihre Wirkung, belassen Sie es auch nicht dabei, Fragen zu beantworten. Bringen Sie den Personaler lieber selbst dazu zu reden. Kurz: Stellen Sie selber Fragen – und machen Sie aus einem „Interview“ eine spannende Konversation.

Klingt noch zu kryptisch?

Machen Sie sich klar, so ein Personaler hat in der Regel ein Skript im Kopf, ein Schema, nach dem er das Vorstellungsgespräch führt und alle Punkte abarbeitet, die er oder sie sich vorher überlegt hat.

Solange Sie in diesem Korsett bleiben, bleiben Sie brav, grau, erwartbar, normal, langweilig.

Je eher Sie aber dieses vorhersehbare Gespräch verlassen und selbst die Gesprächsführung übernehmen, desto eher gewinnen Sie die volle Aufmerksamkeit des Personalers. Jeder Satz von Ihnen wird auf einmal interessant. Und bringen Sie ihn auch noch dazu, selbst (und viel) zu plaudern, werden Sie am Ende noch mit Sympathie (und einem Job) belohnt.

Wenn Sie also beispielsweise eine Personalentscheider typischerweise auffordert:

Erzählen Sie etwas über sich!

…können Sie episch Ihren Lebenslauf und Ihre bisherigen Leistungen runterbeten. Oder darauf nur kurz und kompakt eingehen und dann sagen:

Bevor ich Sie jetzt aber mit meinem Lebenslauf langweile – das steht ja auch alles schon in meinen Bewerbungsunterlagen: Ich habe in Ihrer Stellenanzeige gelesen, Sie suchen derzeit vor allem einen _____________ im Bereich _____________. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie derzeit vor allem vor Herausforderungen stehen, wie _____________. Welche Hoffnungen verbinden Sie dann mit dieser Position?

Spätestens jetzt ist das Interviewskript vergessen. Sie haben subtil die Gesprächsführung übernommen, kommen ins Plaudern und erfahren so viel mehr über den Job und den Arbeitgeber, als wenn Sie stumpf und brav Antworten geben.

Natürlich können Sie im Verlauf des Gesprächs auch viel über sich erzählen, Ihre Stärken, Erfolge, Talente, Ideen. Aber passiert jetzt eher nebenbei – nicht weil Sie danach gefragt werden.

Oder in Form einer kurzen (und womöglich einprägsameren) Formel:

  • Zuerst durchbrechen Sie das Interviewschema und gewinnen so die volle Aufmerksamkeit des Personalers.
  • Dann zeigen Sie durch Ihre Rückfragen, dass Sie den Personaler und sein Besetzungsdilemma verstehen. Kurz: Sie zeigen ihm, dass Sie nicht Ihr Problem lösen wollen („brauche Job und Geld“), sondern seins („brauche Mitarbeiter, der Planstelle bestmöglich ausfüllt“).
  • Und schließlich bringen Sie Ihr Gegenüber zum Reden – am besten mehr als Sie selbst erzählen. Das bringt Ihnen nicht nur Sympathie, sondern erhöht (mit den Punkten davor) enorm Ihre Chancen auf den Job.
[Bildnachweis: aslysun by Shutterstock.com]

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28. Mai 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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