Der erste Eindruck einer Bewerbung - er entscheidet sich oft schon durch deren Layout und Design:

  • Sind die Bewerbungsunterlagen ansprechend?
  • Wirken sie professionell und strukturiert?
  • Passen Sie zur ausgeschriebenen Stelle und zum Unternehmen?

Ob Anschreiben oder Lebenslauf: Die Bewerbung gilt dem Gros der Personalentscheider bereits als erste Arbeitsprobe. Und ob das jetzt gerecht ist oder vorschnell - nicht wenige schließen vom Layout der Bewerbung auf die spätere Arbeitsweise und Sorgfalt des Bewerbers. Daher haben wir im Folgenden ein paar Tipps und Tricks, wie Ihre Unterlagen sofort besser wirken...

Layout Bewerbung perfektes Design

Form follows function: Das Design der Bewerbung

Wir gehen in diesem Artikel bewusst nicht auf den Bewerbungsinhalt ein. Der ist natürlich immer noch wichtiger als das Layout. Tipps hierzu, insbesondere zum Anschreiben, zum tabellarischen Lebenslauf, zur Initiativbewerbung, Kurzbewerbung oder der Bewerbung nach DIN 5008 finden Sie aber am Ende des Artikels. Hier wollen wir uns ganz auf die Optik konzentrieren - darauf, wie Ihre Bewerbung aufgeräumter, übersichtlicher und ansprechender wirkt.

Bei all dem gelten die beiden wichtigsten Design-Grundsätze:

  1. Form follows function

    Das Layout darf den Inhalt nur unterstützen; es spielt nur eine Nebenrolle, nie die Hauptrolle.

  2. Weniger ist mehr

    Setzen Sie Stilmittel stets sparsam ein. Schriftgrößen, Typen, kursive oder fette Schriften sollten sparsam eingesetzt werden - und nie doppelt. Heißt: Was schon in Anführungen steht, muss nicht noch kursiv werden; deutlich vergrößerte Überschriften müssen nicht noch gefettet werden...

Das - zugegebenermaßen ausgefallene - Ergebnis könnte dann zum Beispiel so aussehen:

Tabellarischer-Lebenslauf-Muster-Vorlage-Beispiel-Design-01

PS: Dieses und weitere Bewerbungsdesigns können Sie sich bei uns kostenlos als Word-Vorlage in unseren Dossiers zu Lebenslauf-Vorlagen und Bewerbungsmustern herunterladen und für die Bewerbung nutzen!

Tipps für das Schrift-Layout der Bewerbung

Verwenden Sie in Ihren gesamten Bewerbungsunterlagen nur eine, maximal zwei Schriftarten (und die zweite auch nur zur optischen Betonung - etwa von Überschriften). Dasselbe gilt für einheitliche Einzüge, Linien und Abstände (einzeilig hat sich bewährt).

Ziel ist, dass die Bewerbung den Eindruck eines einheitlichen und durchdachten Konzepts hinterlässt. Lebenslauf und Anschreiben, eventuell noch eine dritte Seite oder ein Deckblatt bilden ein Gesamtwerk - und nicht eine Sammlung von Einzeldokumenten.

Schriftarten und Typen

Die meisten verwenden für Ihre Bewerbung Schriftarten wie Arial, Verdana, Times New Roman oder Georgia. Die sind nicht schlecht, gut lesbar, aber eben auch gewöhnlich und damit wenig individuell. Die meisten Textverarbeitungsprogramme bieten hierbei durchaus attraktive Alternativen.

Verzichten sollten Sie allerdings auf sämtliche Zierschriften, sie wirken zu verspielt und nehmen Ihrer Bewerbung die Seriosität.

Allgemein wird bei den Schriftarten unterschieden zwischen:

  • Serifen-Schriften (Times, Georgia) eignen sich vor allem für lange Texte.
  • Groteske Schrifttypen (Arial, Helvetica) eignen sich vor allem für Überschriften.

Welchen Schrifttyp Sie verwenden, hängt also stark davon ab, wie sehr Sie Ihren Text gliedern. Je kleinteiliger Sie das Design wählen (kurze Absätze, viele Überschriften oder Stichmarken), desto eher eignen sich hierfür groteske Schriftarten. Sie wirken hierbei meist auch eleganter. Je länger der Text wird, desto weniger gut lesbar wird er mit dieser Type aber auch.

Farben anpassen - ein kleiner Psychotrick

Farben anpassen - ein kleiner PsychotrickRecherchieren Sie auf der Website des Wunscharbeitgebers, welche Schrift das Unternehmen verwendet oder welche Ihrer Typen in Ihrer Textverarbeitung dieser am nächsten kommen. Die verwenden Sie dann bitte auch in den Bewerbungsunterlagen. Das sorgt dafür, dass Ihr Layout dem Personaler "irgendwie vertraut" vorkommt. Das sorgt für erste Sympathiepunkte noch bevor Ihr Adressat ein Wort gelesen hat.

Schriftgrößen: Die 11-13-15-Regel

Welche Schriftgröße sollten sie in der Bewerbung verwenden? Gute Frage. Eine feste Regel gibt es hierbei nicht. Die meisten verwenden hierbei den Standard von 12 Punkt für den normalen Text. Die meisten Schriftarten sind dabei perfekt lesbar.

Auch hier können Sie aber bewusst etwas origineller und individueller werden - zum Beispiel mit der sogenannten 11-13-15-Regel:

  1. 11-Punkt In dieser Schriftgröße sollte der gesamt Fließtext stehen. Also alle längeren Textpassagen im Lebenslauf oder Anschreiben. Verwenden Sie dafür möglichst eine Schrift mit Serifen.
  2. 13-Punkt Diese Größe sollte allein Datum, Absender, Adressen, Zwischenüberschriften (etwa im Lebenslauf) vorbehalten bleiben. Hierfür eignen sich sogenannte groteske Schriften (ohne Serifen - wie unsere Zwischenüberschriften).
  3. 15-Punkt Diese Schriftgröße verwenden Sie bitte nur für Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Er soll am meisten herausstechen (serifenlose Schrift).

Warum diese krummen Größen? Ganz einfach: Weil die Mehrheit dem Schema 12-14-16 folgt.

Tipps für Papier und Schriftfarbe

Tipps für Papier und SchriftfarbeNatürlich verwenden Sie jede Bewerbung auf Papier nur einmal. Das Papier (Standard: DIN A4) sollte aber nicht nur einfaches Kopierpapier, sondern etwas Besseres sein. Ja, das ist teurer, wertet Sie aber auch gleich auf. Am besten lesbar ist nach wie vor Schwarz auf Weiß.

Bunte Schrift fällt zwar mehr auf, wirkt aber oft auch nicht so seriös. Klassischer und stets stilvoller wirkt, mit Grautönen zu arbeiten - allerdings auch wieder nur bei Headlines. Langer Text in Grau wirkt schnell blass und nach halbleerer Druckerpatrone.

Textausrichtung und Absätze

Ob Sie alles linksbündig ("Flattersatz") drucken oder im sogenannten Blocksatz schreiben, ist letztlich Geschmackssache. Lebendiger fürs Auge wirkt aber meist der Flattersatz. Er erleichtert dem Leser auch, von Zeile zu Zeile zu springen.

Wichtig ist hier nur wieder: Haben Sie sich einmal für eine Satzstruktur entschieden, sollten Sie diese in der gesamten Bewerbung durchhalten - also Anschreiben und Lebenslauf (auch falls Sie hierfür einen kostenlosen Lebenslauf-Editor nutzen).

Noch wichtiger aber ist, dass Sie möglichst kurze Absätze schreiben und dazwischen Leerzeilen einfügen - so wie in diesem Artikel. Der Text wird so insgesamt lesbarer, strukturierter, optisch interessanter.

Als Faustregel können Sie sich merken: Ein Absatz sollte im Schnitt sieben Zeilen nicht überschreiten; das Anschreiben dagegen mindestens vier Absätze haben:

  • Einleitungsatz (oder Bezug zur Stellenanzeige)
  • Motivation und Expertise
  • Bezug zum Unternehmen und Mehrwert
  • Schlussatz und Grüße

So wie in diesem beispielhaften Schema:

Aufbau-Bewerbungsanschreiben-Beispiel-Schema

Seitenränder und Zeilenabstände

In Deutschland wird gerne genormt. Ganz dumm ist das nicht: Es gibt dem Empfänger zumindest etwas Orientierung. Bei klassischen Layoutfragen - etwa zu Seitenrändern oder Betreffzeilen - orientieren Sie sich daher am besten an der DIN 5008 für Standardbriefe.

DIN5008-Normschreiben-Beispielgrafik

Was die Zeilen anbelangt, hat sich ein einzeiliger Abstand bewährt. Zu große Zeilenabstände wirken häufig distanziert - und so, als wolle der Bewerber über wenig Inhalt hinwegtäuschen.

Noch mehr Tipps zum Bewerbungsdesign:

So wichtig ist die Optik Ihrer Bewerbungsunterlagen

Optik Ihrer BewerbungsunterlagenHand aufs Herz: Wie ansprechend und hochwertig sehen Ihre Bewerbungsunterlagen aus? Sollten Sie aber. Bei einer Erhebung des Zentrums für ökonomische Bildung der Ruhr-Universität Bochum kam heraus: Für rund zwei Drittel der Personaler (66,4 Prozent) bildet die Optik von Anschreiben und Lebenslauf ein wichtiges Entscheidungskriterium. Zugleich empfinden nur 16,2 Prozent der Personalverantwortlichen die eingereichten Bewerbungsmappen als ansprechend. Oder positiv formuliert: Das gibt Ihnen enorme Chancen...

Zum Beispiel bei der Auswahl der Schriftart, wie eine weitere Studie zeigt.

Beim Anschreiben indes legen laut der Bochumer Untersuchung nur 65,3 Prozent der Personaler Wert auf eine Formatierung nach DIN 5008. Umso wichtiger ist ihnen, dass das Anschreiben eine DIN A4 Seite nicht übersteigt (84,1 Prozent). Rechtschreib- und Grammatikfehler mögen wiederum rund zwei Drittel nicht (65,4 Prozent).

Der Lebenslauf sollte dagegen vor allem eines sein: übersichtlich. Dazu bevorzugen 65,4 der Personalentscheider den tabellarischen Lebenslauf in amerikanischer Variante (76,5 Prozent) - also mit der aktuellen Position zuerst. Überdies wünschen sich die Befragten kurze Stichpunkte zu den wichtigsten Aufgaben und beruflichen Erfolgen (72 Prozent).

Das Deckblatt ist in der Bewerbung zwar kein MUSS. Immerhin jeder dritte Personaler (31,8 Prozent) sieht darin allerdings einen Mehrwert - wenn es den optisch ansprechend gestaltet ist.

[Bildnachweis: Production Perig by Shutterstock.com]

Lesen Sie hier noch mehr Bewerbungstipps & Dossiers:

Tipps zum Bewerbungsschreiben

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