joingate/ShutterstockOb der Lebenslauf amerikanisch – also mit der aktuellen Position zuerst – oder chronologisch verfasst wird, ist letztlich eine Geschmacksfrage. Wichtiger ist, dass das Profil und die Eignung des Bewerbers schnell erfasst werden können – was wiederum für die amerikanische Variante spricht.

Bedenken Sie beim Verfassen des Lebenslaufs immer: Personaler müssen teilweise hunderte solcher Bewerbungsmappen lesen und passende Bewerber vorsortieren. Die wenigsten investieren dafür laut Studien jeweils mehr als vier Minuten pro Bewerbung. Das Wesentliche muss im Lebenslauf also sofort ins Auge springen. Dabei hilft zuweilen auch schon mal ein Deckblatt oder eine Lebenslauf-Vorlage in tabellarischer Form.


Lebenslauf Vorlage: Wie sieht der optimale Lebenslauf aus?

Die Formalia

Die A.H.A.-Methode

  • Aufgabe. Beschreiben Sie knapp (!), mit welcher Herausforderung Sie im Job konfrotiert wurden, ein Projekt, eine Personalie…
  • Handlung. Fassen Sie im Lebenslauf zusammen, wie Sie vorgegangen sind, um das Problem zu lösen: Was waren Ihre konkreten Maßnahmen?
  • Abschluss. Versuchen Sie das Resultat zu quantifizieren: Um wie viel Prozent stieg der Umsatz, verbesserte sich die Produktivität?
  • Aufbau. Die tabellarische Form ist heute Standard und erfüllt diese Anforderungen perfekt: links Zeitangaben, rechts Fakten. Bitte keinen optischen Firlefanz! Ein Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung, keine Prosa. Sein schöpferische Talent an der Stelle beweisen zu wollen, eignet sich allenfalls für Kreativberufe oder bei einer Initiativbewerbung, der sich Personalverantwortliche ausgiebiger widmen können. Ansonsten reichen Stichworte zu den einzelnen Lebensabschnitten.
  • Inhalt. Persönliche Kommentare zu einzelnenen Punkten sind im Lebenslauf tabu. Genauso eine Anrede eingangs oder Grußformel zum Schluss. Was in die Vita dagegen unbedingt rein muss, sind:
    1. Persönliche Daten (Name, Geburtstag und -ort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit).
    2. Werdegang und Berufserfahrung. Mutige können noch diesen Tipp befolgen: unter die persönlichen Angaben, gleich eine Zeile mit der angestrebten Position einfügen. Das betont den Anspruch auf die ausgeschriebene Stelle. Dann aber sollte sofort das stärkste Argument dafür folgen: Bei Absolventen sind es die Ausbildung und Studienschwerpunkte die darauf hinführen, bei Jobwechslern die aktuelle Position, bei Arbeitsuchenden ihre besonderen Qualifikationen.
    3. Besondere Qualifikationen (Weiterbildung, Kenntnisse, Fähigkeiten, Sprachen).
    4. Ausbildung (dazu gehört auch evtl. geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst).
    5. Interessen (Mitgliedschaften, soziale Dienste, Hobbies).

    Alles zeitlich exakt eingeordnet und vor allem lückenlos aneinander gereiht. Sonst wecken Sie den Verdacht, Sie wollten peinliche Stationen vertuschen. Spätestens im Vorstellungsgespräch kommt das aber dann zur Sprache.

  • Zeitangaben. Monatsangaben reichen in der Regel, also zum Beispiel:
    06/2003 – 06/2006 Ausbildung zum Bankkaufmann in der Kreissparkasse Köln.
  • Tabus. Die folgenden Punkte gehören dagegen keinesfalls in einen Lebenslauf: Informationen, die für den angestrebten Job nicht relevant sind (unnötiger Leseballast!), Familieninformationen (Mutter: Hausfrau, Vater: Studienrat), Gehaltsvorstellungen (gehören – falls sie gefordert waren – ins Anschreiben oder sind Thema im Vorstellungsgespräch) sowie religiöse und politische Ansichten.
  • Schluss. Formal muss der Lebenslauf mit Ort, Datum und einer Unterschrift versehen werden. Das unterstreicht, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Obacht: Falsche Angaben können auch nach der Probezeit zur fristlosen Kündigung führen. Seien Sie dabei also besonders sorgfält – auch für den Fall, dass man später nach einem billigen Kündigungsgrund sucht, falls Sie in Ungnade gefallen sind.

Lebenslauf Beispiel: Das Ergebnis könnte dann etwa so aussehen:

Lebenslauf-Vorlage

Lebenslauf Vorlagen als Muster zum Gratis-Download

Falls Sie unsicher sind, wie Sie Ihren Lebenslauf aufbauen und schreiben sollen, haben wir für Sie einige kostenlose Vorlagen und Muster für einen Lebenslauf. Diese aber bitte nicht 1:1 übernehmen, sondern lediglich als Anregung nutzen und den eigenen Bewerbungsunterlagen anpassen:

Tabellarischer Lebenslauf, thematisch und chronologisch gegliedert

Tabellarischer Lebenslauf, rein chronologisch gegliedert

Ein rein thematischer Lebenslauf

Weitere Lebenslauf Vorlagen:

Lebenslauf formulieren: Tipps für berufliche Stationen

-Albachiaraa-/ShutterstockDie Aussagefähigkeit Ihres Lebenslaufs steht und fällt allerdings mit der Darstellung Ihrer beruflichen Stationen. Dabei kommt es nicht in erster Linie darauf an, ob Ihr Lebenslauf auf zwei Seiten passt oder nicht.

Vielmehr hängt der Erfolg Ihrer Bewerbung davon ab, dass der Leser auf den ersten Blick alles Wichtige erfährt. Die Angabe des – womöglich noch abgekürzten – Firmennamens und ein Stichwort zu Ihrer Aufgabe reichen da nicht aus.

Glücklicherweise ist es gar nicht schwer, Ihre beruflichen Stationen im Lebenslauf übersichtlich, optisch ansprechend und vor allem aussagekräftig darzustellen – auch wenn Sie als Basis (unsere) Lebenslauf Vorlagen verwenden.

Schon durch den Aufbau können Sie Übersicht schaffen und den Lesefluss erleichtern, wenn Sie alle beruflichen Stationen in Ihrem Lebenslauf in einheitlicher Form darstellen.

Zu jeder Station gibt es drei Dinge, die ein potenzieller Arbeitgeber wissen möchte:

  1. Firma: Bei welcher Firma waren Sie tätig? Was war das für ein Unternehmen?
  2. Positionsbezeichnung: Welche Position hatten Sie dort inne?
  3. Aufgaben und Erfolge: Für was waren Sie zuständig und was haben Sie bewirkt?

Und so sähe das im Detail aus…

Als erstes nennen Sie Ihren Arbeitgeber. Wählen Sie die korrekte Firmenbezeichnung, also nicht “Chaser”, sondern “Chaser (Deutschland) GmbH”. Schreiben Sie auch dazu, wo die Firma Ihren Sitz hat oder – wenn abweichend – derjenige Firmenteil, in dem Sie arbeiten, beispielsweise “Chaser (Deutschland) GmbH, Betriebsstätte Bochum”.

Nun folgt eine kurze Firmenbeschreibung: Falls das aus dem Namen nicht hervorgeht die Geschäftstätigkeit, dazu Anzahl der Mitarbeiter oder die Zugehörigkeit zu einem internationalen Konzern. All das kann von Bedeutung sein – zum Einen wegen der gebräuchlichen Geschäftssprache Englisch, zum Anderen weil man durch die Mitarbeit etwa in einem norwegischen Konzern schon an die dortigen Strukturen und Gepflogenheiten gewöhnt ist.

Das Ganze halten Sie wieder möglichst knapp, etwa so: “20.000 Mitarbeiter weltweit, 160 am Standort”.

Als nächstes folgt die Funktion, die Sie in der Firma inne hatten. Damit der Leser diese auf einen Blick erfassen kann, sollte die Positionsbezeichnung leicht verständlich sein.

Bei vielen Firmen werden jedoch englische Positionsbezeichnungen verwendet, die wie Ausdrücke aus einer Geheimsprache anmuten. Was bitte ist ein Deal Handler? Nein, das ist kein Tippfehler, ein Händler ist nicht gemeint… Oder was macht ein Senior Transactor?

Falls Sie in Ihrer Branche bleiben wollen, mag eine solche Insidersprache noch funktionieren, in allen anderen Fällen empfiehlt sich eine Positionsbezeichnung in verständlichem Deutsch. Also nicht “Logistics Supervisor”, sondern “Leiter interne Logistik”.

Wenn der Begriff sich partout nicht übersetzen lässt, dann hilft manchmal eine ergänzende Umschreibung. Neben dem “Deal Handler” steht dann etwa in Klammern “Koordination der Warenströme”.

Als nächstes schildern Sie Ihren Verantwortungsbereich und das, was Sie im jeweiligen Berufsstadium bewegt haben. Listen Sie hierbei bitte nicht einfach Ihre Aufgaben auf. Der Personaler will nicht wissen, was in Ihrer Stellenbeschreibung stand, sondern welchen Nutzen Sie Ihrem Arbeitgeber tatsächlich gebracht haben. Es geht um Ihre Leistungen und um die Ergebnisse Ihrer Arbeit!

Also nicht:

Logistics Supervisor
Personalverantwortung für 16 Mitarbeiter

Sondern:

Leiter interne Logistik
Verantwortlich für Absackanlage, Lager, Kommissionierung, Tankzugentladung, Entsorgung und Produktionsplanung, 16 Mitarbeiter

  • Aufbau der neuen Logistikabteilung “Tankzugentladung”
  • Verlagerung der Absackanlage
  • Aufbau einer rollierenden Absackreihenfolgeplanung mit Leistungsdokumentation
  • Verdoppelung der Absackleistung durch Einführung eines Vollkontischichtsystems
  • Einführung eines TPU-Recycling-Konzepts, dadurch Kostenreduzierung um 50 %

Fassen Sie sich dabei möglichst kurz. Also keine romanhaften Darstellungen, sondern Stichworte im Telegrammstil. Fragen Sie sich dabei stets, was für den angepeilten Job relevant ist und lassen Sie weniger Relevantes lieber weg.

Lücken im Lebenslauf

Das Studium erweist sich als Fehlentscheidung und wird abgebrochen; der Berufseinstieg dauert länger als geplant; der Jobwechsel scheitert und man kassiert die Kündigung noch in der Probezeit… Welcher Lebenslauf ist schon perfekt?!

Aber so entsteht das, was Personaler durch die Bank aufhorchen lässt: Lücken im Lebenslauf. Diese Zeiten der Nichtbeschäftigung sind an sich kein Problem, sie wecken aber Neugierde und geben Raum für Spekulationen. Nur wie gehen Sie damit um: beschönigen, verschweigen, lügen? Es gibt bessere Alternativen…

Mehr dazu erfahren Sie HIER.

Lebenslauf Tipps: Darf ich dabei lügen?

Klare Antwort: Nein! Gefälschte Zeugnisse, gekaufte akademische Titel oder nie absolvierte Arbeitsstationen sind keine Kavaliersdelikte oder Notlügen, sondern Betrug. Der kann bis hin zur Urkundenfälschung reichen und bietet damit immer einen veritablen Grund für eine fristlose Kündigung. Auch nachdem man den Job schon lange angetreten hat.

Schlimmstenfalls kann das zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Von dieser Art der Lebenslauf-Politur sollten Sie also strikt die Finger lassen.

Gegen andere kosmetische Eingriffe ist weniger einzuwenden:

  • Chronische Krankheiten zum Beispiel, die keinen Einfluss auf den Job haben, brauchen Sie nicht zu erwähnen.
  • Gleiches gilt für erfolgreiche Aufenthalte in einer Suchtklinik.

Auch können Sie sich durch geschickte Darstellung in ein etwas besseres Licht rücken – etwa, wenn Sie Ihre bisherigen Erfolge durch Zahlen untermauern wollen: Wirken diese in absoluter Form nicht ganz so überzeugend, dann machen Sie eben Prozentangaben oder verweisen auf Ranglisten. Waren Sie im Job nicht die Nummer 1? Dann konstatieren Sie eben, dass Sie unter den Top 5 des Unternehmens waren.

Wenn Sie nicht für den absoluten Marktführer gearbeitet haben, verwenden Sie ähnliche Vergleiche wie unter den drei führenden Unternehmen der Branche.

Wenn Sie also Lebenslauf Vorlagen verwenden, achten Sie bitte unbedingt darauf, diese durch geschicktes Formulieren und Anordnen immer noch zu individualisieren und Ihrem jeweiligen Zielunternehmen anzupassen.

EXTRA-TIPP: Was man von Spam für den Lebenslauf lernen kann…