“Der Lebenslauf ist schnell gemacht, doch das Anschreiben kostet mich wirklich Zeit.” – Solche oder ähnliche Sätze haben die meisten Bewerbungscoaches und -trainer sicher schon mal gehört. Und es stimmt, ein gutes Anschreiben braucht Zeit und Energie. Doch den Lebenslauf sollten Sie dabei keinesfalls vernachlässigen. So einfach er auf den ersten Blick aufgebaut sein mag, auch hier können Details den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer hervorragenden Bewerbung ausmachen. Das wird den meisten Bewerbern spätestens dann bewusst, wenn es darum geht, eine Kündigung im Lebenslauf möglichst unauffällig zu verschwinden zu lassen. Mit unseren Tipps heben Sie sich garantiert positiv von Masse ab.

PS: Lesen Sie auch unseren Artikel zu dem Thema mit 16 Gratis-Musterbewerbungen zum Download sowie vielen Checklisten und Tipps rund um Anschreiben, Lebenslauf und Deckblatt!

Klar ist: Ein guter Lebenslauf erfordert etwas Arbeit Ihrerseits und sollte auf die jeweilige Stelle angepasst werden. Keine Sorge, Sie sollen ihn nicht jedes mal komplett neu schreiben, doch die eine oder andere kleinere Änderung kann von Stelle zu Stelle doch sinnvoll sein. Ihre Konfession hat beispielsweise im Normalfall im Lebenslauf nichts zu suchen. Doch bei kirchlichen Trägern oder Einrichtungen im Sozialen Bereich kann diese wichtig werden und muss daher im Lebenslauf auftauchen. Das Bewerbungsfsoto kann auf dem Lebenslauf oder auf einem gesonderten Deckblatt angebracht sein. Bei E-Mail-Bewerbungen ist die Positionierung auf dem Lebenslauf jedoch sinnvoll, da oft auf das Deckblatt verzichtet wird. Wenn Sie ein Bewerbungsfoto in den Lebenslauf aufnehmen, positionieren Sie dieses bitte rechts oben.

Unsere Gratis-Vorlagen

Von Anschreiben über Praktikum bis Lebenslauf: Wir haben für Sie eine Übersicht zahlreicher kostenloser Karrierebibel-Downloads. Dazu wichtige Checklisten und PDF-Dokumente. Hier geht’s zu den Gratis-Vorlagen:

Die folgenden Punkte gehören in jeden Lebenslauf:

  • Kontaktdaten
  • Biografische Daten
  • Berufs- und Schulbildung
  • Wehr- und Ersatzdienst
  • Fort- und Weiterbildungen
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Sprach- und EDV-Kenntnisse
  • Scheine und Zertifikate

Der Aufbau

  1. Tabellarischer Aufbau – In den letzten Jahren hat sich der tabellarische Lebenslauf als Standard durchgesetzt. Kein Wunder, denn die Aufteilung ist optimal, um die Inhalte übersichtlich darzustellen. Auf der linken Seite stehen dann die Daten – also Monat und Jahr – während sich in der rechten Spalte Tätigkeit und Arbeitgeber befinden.
  2. Chronologische Reihenfolge – Hier beginnen Sie – nach den biografischen Daten – mit Schul- und Berufbsildung und stellen Ihre berufliche Entwicklung streng chronologisch dar.
  3. Umgekehrt chronologisch oder amerikanisch – Aus den USA stammt die umgekehrt chronologische Gliederung, bei der Sie mit Ihrer aktuellsten Arbeitsstelle beginnen. Diese kann sinvvoll sein, wenn Sie Ihre größten Erfolge in den letzten Jahren hatten. Beachten Sie bei dieser Struktur bitte, dass Schul- und Berufsbildung erst nach Ihrer beruflichen Laufbahn aufgeführt werden.
  4. Streng chronologische Struktur – Bei dieser Variante fällt die thematische Unterteilung in “Schul- und Berufsbildung” und “Beruflicher Werdegang” weg. Alle Punkte werden strikt nach der zeitlichen Reihenfolge geordnet. Diese Gliederung ist nicht sehr verbreitet, da sie den Lebenslauf für schwer lesbar macht.
  5. Die Ausgestaltung

  6. Nur Fakten – In Ihrem Lebenslauf stellen Sie rein die Fakten Ihrer Karriere dar. Kommentare und Erklärungen haben hier keinen Platz und wirken oft eher negativ.
  7. Leicht verständlich – Da Sie sich auf Fakten beschränken, müssen Sie Ihre Aufgaben bei dem jeweiligen Arbeitgeber klar bennen. Für Erklärungen ist kein Platz.
  8. Kompetenzen betonen – Bei aller Kürze sollten Sie dennoch immer Ihre Kompetenzen in den Mittelpunkt stellen. Erfolgreiche Projekte sollten Sie daher auf jeden Fall in Ihrem Lebenslauf erwähnen.
  9. Möglichst kurz – Ihr Lebenslauf darf zwei Seiten normalerweise nicht übersteigen. Ist er länger, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie wirklich alle Punkte benötigen. Grundsätzlich sollten Sie sich auf die für die Stelle relevanten Informationen beschränken.
  10. Keine Interessen – Auch wenn sie in vielen Lebensläufen auftauchen: Ihre Interessen sollten Sie nur in Ausnahmefällen aufführen. Relevante Interessen münden oft in ehrenamtlichem Engagement – und das nennen Sie in einem gesonderten Abschnitt.
  11. Keine Lücken – Das Sie die Zeiträume mit Monaten und Jahren – etwa nach dem Muster 01/2012 für Januar 2012 – angeben, wissen Sie bereits. Der so entstehende Zeitstrahl muss lückenlos ein, denn Lücken geben immer Anlass zur Spekulation und Sie wollen Ihre Bewerbung sicherlich nicht von der Vorstellungskraft und den Spekulationen eines Personalers abhängig machen.
  12. Niemals arbeitslos – Sollten Sie arbeitslos sein oder solche Zeiträume in Ihrem Lebenslauf haben, so nennen Sie diese bitte immer “arbeitsuchend” oder “aktive Jobsuche”.”Arbeitslos” klingt passiv, “arbeitsuchend” vermittelt dagegen Aktivität.
  13. Das Design

  14. Personal Design – Wie ein Unternehmen sein Coporate Design entwickelt, sollten Sie Ihr Personal Design finden. Das beginnt beispielsweise damit, die Kontaktdaten in einer Kopfzeile unterzubringen. Solche Element müssen dann – genau wie die verwendete Schriftart – natürlich sowohl im Anschreiben als auch im Lebenslauf auftauchen. Dann ist auf den ersten Blick klar, dass diese Unterlagen zusammen gehören.
  15. Grafische Elemente – Grundsätzlich können Sie grafische Elemente in Ihre Bewerbung einbauen. Wählen Sie diese Muster oder Objekte jedoch sorgfältig aus und stellen Sie sicher, dass diese zu Ihnen passen. Sie sollten sparsam damit umgehen und das Element dann in Anschreiben und Lebenslauf gleichermaßen einsetzen. Wenn Sie sich unsicher sind, verzichten Sie am besten ganz darauf.
  16. Farbliche Gestaltung – Sie können einzelne Bereiche oder Abschnitt farblich hervorheben. Die Farben sollten dabei jedoch zurückhaltend sein und einem Zweck dienen. In künstlerischen oder kreativen Branchen kann eine solche Gestaltung sicher ein Vorteil sein, in konservativen Branchen eher ein K.O.-Kriterium. Das gilt übrigens auch für farbiges Papier.
  17. Kreative Designs – Bei Startups und jungen Unternehmen können kreative Lebenslauf-Designs gut ankommen. Sie heben sich damit auf jeden Fall von der Masse ab und fallen auf. Unten sehen Sie einige Beispiele für Lebensläufe unter anderem im Facebook-, Twitter-, Google- oder Pinterest-Design. Anders sind diese Lebensläufe auf jeden Fall, ob Sie bei deutschen Unternehmen in allen Branchen gut ankommen, bezweifeln wir jedoch.

Drei Gratis-Lebenslaufvorlagen zum Herunterladen

Zum Schluss bekommen Sie hier noch drei PDF-Dateien mit Mustern für Beilagen zum Anschreiben. Die können Sie kostenlos herunterladen und für Ihre eigenen Bewerbungsunterlagen anpassen:

Tabellarischer Lebenslauf, thematisch und chronologisch gegliedert

Tabellarischer Lebenslauf, rein chronologisch gegliedert

Ein rein thematischer Lebenslauf

Weitere nützliche Bewerbungstipps, die Sie lesen sollten: