Weniger Restmonat am Ende des Geldes – wer würde sich nicht darüber freuen? Traditionell ist der Jahresanfang eine gute Zeit, den Boss um eine Gehaltserhöhung zu bitten. Das Jahresbudget ist noch frisch, die Kasse gut gefüllt und die Leistungen des vergangenen Jahres können sich – hoffentlich – ebenfalls sehen und bilanzieren lassen. Ein guter Anfang! Dennoch drohen bei jedem Gehaltspoker auch ein paar Fallen, in die man tunlichst nicht tappen sollte. Es sind die…

Fünf Todsünden in der Gehaltsverhandlung

1. Du sollst nicht beanspruchen!

Es gibt eine subtilen Unterschied zwischen einer berechtigten Bitte und einer Anspruchshaltung – und jeder Chef hat dafür ein feines Sensorium. Den Eindruck, dass sie etwas beanspruchen, sollten Sie daher niemals vermitteln. Letztlich obliegt die Entscheidung Ihrem Boss, ob Ihre Leistung ein Einkommensplus rechtfertigt. Das heißt zwar nicht, dass Sie betteln sollen – selbstbewusst auftreten müssen Sie schon. Vor allem Frauen neigen dazu, zu bescheiden ins Gehaltsgespräch zu gehen – was regelmäßig den Eindruck schafft, Ihre Arbeit sei auch weniger wert. Dennoch braucht Ihr Boss hinterher das Gefühl, selbst entschieden zu haben.

2. Du sollst nicht jammern!

Niemals, wirklich niemals sollten Sie Ihre Bitte um mehr Gehalt auf eine rührselige Geschichte stützen à la Klein-Erna braucht eine Spange oder Oma Kasuppke muss ins Pflegeheim. Ihr Arbeitgeber ist nicht die Wohlfahrt! Beim Gehalt geht es allein um Leistung gegen Geld, keine Almosen. Wer eine Gehaltserhöhung verhandelt, sollte unbedingt nachweisen, dass er in der Vergangenheit, vor allem aber in der Zukunft auch mehr leisten wird. Gestiegene private Kosten sind kein Argument. Sie verhandeln über den Gegenwert Ihrer Arbeitskraft.Außerdem hassen Chefs Mitarbeiter, die Ihnen ein schlechtes Gewissen einbimsen wollen.

3. Du sollst nicht theatralisch werden!

Okay, Sie haben sich in den vergangenen Monaten für die Company den Hintern aufgerissen, Wochenenden durchgeackert und Spitzendeals eingefädelt und trotzdem nichts dafür bekommen – nicht mal ein lausiges T-Shirt. Dumm gelaufen. Aber noch lange kein Grund, dem Boss dafür die Nadelstreifen langzuziehen. Gefühlsausbrüche in Verhandlungen lassen Sie nur unprofessionell und emotional instabil aussehen. Bleiben Sie lieber cool und sachlich: Diesen Mehrwert haben Sie geschaffen, der rechtfertigt auch dieses Plus.

4. Du sollst nicht vergleichen!

“Meier bekommt aber mehr!” ist kein Argument. Vielleicht arbeitet er auch mehr, effizienter, besser, erfolgreicher, egal. Ungleiche Bezahlung ist zwar ein echter Motivationskiller, es ist aber kein Trumpf beim Gehaltspoker. Ihr Hauptargument sollte immer die Leistung sein, den SIE erbringen. Als Faustregel gilt übrigens: Mehr als 20 Prozent Plus sollten Sie nicht verlange – unverschämt. Normal sind sechs bis zehn Prozent, alles darüber reine Verhandlungssache.

5. Du sollst nicht drohen!

Falls Sie nicht bekommen, was Sie wollen: Versuchen Sie bloß nicht zu drohen, erst recht nicht mit Kündigung! Erstens ist das Nötigung, wenn nicht gar Erpressung, und kein Chef der Welt wird darauf eingehen, weil das ein falsches Signal für sämtliche Verhandlungen danach wäre. Zweitens zeigt das, dass es Ihnen nur um Ihr eigenes Wohl geht – nicht aber um das des Unternehmens. Wer so argumentiert, dass die Gehaltserhöhung letztlich auch gut für das Unternehmen ist, hat deutlich bessere Karten.

Und falls Sie sich jetzt fragen, wie es richtig geht: SO!