Expertise entsteht, wenn Wissen mit Erfahrung kombiniert wird. Gerade daran mangelt es Absolventen aber in der Regel, denn Hochschulen bilden immer noch (zu) theoretisch aus. So stehen Absolventen am Ende des Studiums mit viel theoretischen Wissen da und dem Gefühl, nicht das zu besitzen, was Sie im Berufsleben benötigen. Schade! Als leistungsstarke Fachkraft, die Expertenwissen, Analyse- und Innovationspotenzial besitzen und über den Tellerrand hinaus denken soll, sind Experten gerade auch für Einstiegspositionen gefragt.

Allerdings ist es gar nicht so schwer, sich rechtzeitig als Experte für ein Thema zu profilieren. Mit Hilfe des Internets können Sie sich bereits vor dem Examen einen Namen machen, der mit Ihrem Thema untrennbar verbunden ist. So hat es etwa Sascha Lobo gemacht, als er durch intelligente und provokante Beiträge und hervorragendes Marketing zum Social-Media-Papst wurde. Ganz so weit müssen Sie freilich nicht gehen. Es reicht schon, wenn Sie zeigen, dass Ihnen in Ihrem Fachgebiet so leicht keiner was vormacht. Auch damit lässt sich beim künftigen Arbeitgeber punkten.

Wie das konkret geht? So:

Schritt 1: Bedarf klären

Bevor Sie sich auf den Weg zum Expertentum machen, müssen Sie ein paar Fragen klären:

  • Wo wollen Sie hin? Welche Branche reizt Sie und welche Tätigkeit wollen Sie dort ausüben? Falls Sie zum Beispiel Maschinenbauer sind: Zieht es Sie in mehr in die Entwicklung, die Dokumentation oder den Vertrieb? Die Antwort darauf entscheidet mit darüber, welches Thema Sie wählen und wie dessen Präsentation aussehen muss.
  • Experten-Werkzeuge

    Das Blog:

    Wenn Sie eine ansprechende “Schreibe” beherrschen, die den Erwartungen der Zielgruppe entspricht, ist das Weblog die ideale Plattform für Neuigkeiten aus Ihrem Interessengebiet. Die Themen finden Sie Ihrem Berufswunsch entsprechend: Wenn Sie ins Personalwesen einsteigen wollen, können Sie beispielsweise über die Bedeutung der demografischen Entwicklung für den Arbeitsmarkt bloggen, aktuelle Forschungsergebnisse zitieren und eigene Überlegungen anstellen, wie sich künftige Probleme lösen lassen.

    Die Foren:

    Internet-Foren gibt es mittlerweile für (fast) jedes Interessengebiet – auch zu fachlich anspruchsvollen Themen. Da diese Foren Beiträge nahezu endlos speichern, sind Ihre Diskussionsbeiträge auch nach Jahren noch auffindbar. So versammelt sich Ihre Expertise unter Ihrem Nutzerprofil – und ist gleichzeitig frei zugänglich. Gerade für Schreib-Anfänger haben Foren den Vorteil, dass die Themen und Boards schon vorgegeben sind, Sie also erstmal nur antworten brauchen und trotzdem Ihr Wissen zeigen können.

    Soziale Netzwerke:

    Profile in sozialen Netzwerken geben Auskunft über Ihre Vita, Ihr Leistungsangebot und Ihre beruflichen Wünsche. Dank ausgeklügelter Suchfunktion werden Sie dort nicht nur von Personalern und Headhuntern gefunden, sondern können sich auch gezielt mit Experten für das gleiche Thema, aber auch nach Mitarbeitern Ihres Wunsch-Unternehmens vernetzen. Eigene Blogs können Sie dort ebenfalls führen wie in Expertengruppen zu verschiedenen Themen mitarbeiten. Wenn Sie mutig sind, machen Sie dort einfach eine eigene Gruppe zum Ihrem Thema auf – und laden alle Mitglieder zum Beitritt ein, die Sie beruflich interessieren.

  • Was ist dort gefragt? Welchen Herausforderungen müssen sich die Unternehmen Ihrer Zielbranche in den nächsten Jahren stellen? Welche interessanten Ansätze und Entwicklungen gibt es dazu? Wer forscht zu diesen Themen – und wo werden die Ergebnisse publiziert? Wenn Sie dieses Wissen sammeln, zitieren und publizieren – etwa in einem Blog – werden Sie zwangsläufig den anderen Experten auffallen. Dafür reicht aber nicht, nur die wichtigsten, schon allgemein bekannten Quellen zu benennen, Sie müssen Sie schon mehr in die Tiefe gehen und zum Beispiel noch unbekannte Studien ausgraben oder Neuigkeiten als erster bloggen.
  • Welches Thema interessiert Sie besonders? Ein Thema mag noch so viel hergeben: Wenn es für Sie nicht reizvoll ist, bringt es Sie nicht weiter. Richtig gut werden Sie nur bei den Aspekten Ihres Fachs, die für Sie so spannend sind, dass Sie freiwillig alles lesen, was es dazu zu finden gibt, dass Sie recherchieren, sich mit Leuten unterhalten und sich Gedanken dazu machen.
  • Wie lässt sich das Wissen veredeln? Anerkannter Experte wird, wer sein Wissen präsentiert. Indem Sie vielleicht schon gezielt Praktika auf dem Gebiet absolvieren, sammeln Sie außerdem die notwendigen Erfahrungen. Eine Alternative ist, bei einer studentischen Beratung mitzuwirken und dort als Experte zu fungieren.

Schritt 2: Auftritt planen

Das Web hat den Prozess, wie man zum Experten wird, völlig umgekrempelt: War früher das Verfassen eines Sachbuchs Höhepunkt einer Expertenlaufbahn und die öffentliche Anerkennung dafür die Krönung der fachlichen Leistung, beginnt die Experten-Karriere heute schon teils mit dem Posten von Videos, dem Zitieren von Studien, dem Verlinken von Infografiken und Präsentationen – und dem Schreiben eines eigenen Blogs.

Wenn Sie sich das (noch) nicht zutrauen, sollten Sie in Foren mitarbeiten, indem Sie zu Beiträgen anderer Nutzer fundiert Stellung beziehen und so Ihr Fachwissen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Unerlässlich ist mittlerweile die Präsenz in Sozialen Netzwerken wie Google+, LinkedIn oder XING. Denn dort können Sie Kontakte knüpfen, erfolgreich netzwerken – und in Expertengruppen mitarbeiten.

Wofür Sie sich letztlich entscheiden, ist eine Frage des Geschmacks, Ihres Themas und der Zeit, die Sie für Ihre Online-Aktivitäten aufbringen können. Machen Sie (zumindest anfangs) lieber weniger, das dann aber regelmäßig. Blogs, die monatelang nicht gepflegt werden, sind ebenso ein schlechtes Aushängeschild für angehende Experten wie Forenthemen, zu denen Sie nur gelegentlich beitragen.

Später dann, wenn Sie mit dem Thema (und dem Schreiben fürs Web) firmer geworden sind, sollten Sie Ihren Auftritt dann gezielt ausbauen. Das befördert die eigene Reputation noch stärker und trägt außerdem dazu bei, bei “Ihrem” Thema als Experte ganz vorn wahrgenommen zu werden.

Schritt 3: Wahrgenommen werden

Um im Netz auffindbar zu sein, müssen Sie zuerst von den Suchmaschinen wahrgenommen werden. Da das nicht von allein passiert, müssen Sie diese füttern, indem Sie alle Ihre Web-Präsenzen untereinander vernetzen und verlinken. Zuerst legen Sie dafür eine Hauptseite fest, auf die Sie von Ihren anderen Auftritten verweisen. Durch diese “eingehenden” Links halten Google & Co. Ihre Seite für relevant und zeigt sie weit oben an, wenn jemand zum dem Thema recherchiert, für das Sie Experte sind.

Ein zweiter Trick ist, in seinen Artikeln und Überschriften dazu, möglichst häufig Schlüsselbegriffe – sogenannte Keywords – unterzubringen, nach denen Personaler Ihres Wunschunternehmens oder Ihr künftiger Chef suchen würde. Denn sucht er dann tatsächlich danach, wird er früher oder später auf Ihr Profil stoßen – und genau das war ja der Plan.

Schlussendlich werden Sie nicht nur von Ihrem Chef in spe, sondern auch von immer mehr anderen Menschen wahrgenommen, weil sie Ihren Namen bei der Suche finden. Kurz darauf werden sie – entsprechende Qualität vorausgesetzt – Ihre Blogbeiträge kommentieren und verlinken. Damit mutiert die Suchmaschinenoptimierung zum Selbstläufer, potenziert sich – und Sie stehen schließlich als Experte ganz oben.