Die Entscheidung, zusätzlich zu einem Voll- oder Teilzeitjob ein Studium zu beginnen, wird oft erst nach reiflicher Überlegung getroffen, immerhin handelt es sich um einen nicht zu unterschätzende Mehrbelastung. Dennoch lohnt sich der Einsatz, schließlich handelt es sich dabei um eine Investition in die – berufliche und persönliche – Zukunft. Eine Frage stellt sich jedoch jedem angehenden Studenten: Wie finanziere ich mein berufsbegleitendes Studium?

Diese Frage mag dem einen oder anderen auf den ersten Blick seltsam erscheinen, immerhin arbeiten Sie ja in Voll- oder Teilzeit, warum sollte da die Finanzierung ein Problem sein? Für einen gut verdienenden Single mag sich die Frage tatsächlich nicht stellen. So bald Sie jedoch eine Familie zu versorgen haben oder das Einkommen nicht all zu hoch ist, kann auch das berufsbegleitende Studium zu einer finanziellen Belastung werden. Grundsätzlich haben Sie fünf verschiedene Finanzierungsoptionen.

  1. Die Unterstützung durch Ihren Arbeitgeber
  2. Das Deutschland-Stipendium
  3. Das Aufstiegsstipendium
  4. Die Unterstützung durch Familie oder Freunde
  5. Einen Studienkredit

1. Unterstützung durch den Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber sind bereit, weiterbildungswillige Mitarbeiter zu unterstützen. Diese Unterstützung kann dabei in Form von flexibler Arbeitszeit, Freistellung für das Studium, einer Pauschale für Weiterbildungen oder der Finanzierung des berufsbegleitenden Studiums bestehen. Bedenken Sie dabei jedoch, dass Sie diese Unterstützung meist nicht zum Nulltarif erhalten. Ihr Arbeitgeber erwartet von Ihnen im Gegenzug oft, dass Sie sich für mehrere Jahre an das Unternehmen binden. Kündigen Sie vor Ablauf der festgelegten Frist, müssen Sie einen Teil oder die gesamten Kosten des Studiums zurückzahlen. Ob Sie sich so lange an einen Arbeitgeber binden wollen, müssen Sie selbst entscheiden.

2. Deutschland-Stipendium

Wie die Bezeichnung “Stipendium” schon erahnen lässt, richtet sich diese Förderung an Studenten, die herausragende Leistungen erbracht haben oder bei denen diese zu erwarten sind. Primär ist das Stipendium zwar auf Vollzeitstudenten ausgerichtet, ein berufsbegleitendes Studium kann jedoch – die entsprechenden Leistungen vorausgesetzt – ebenfalls gefördert werden. Der Stipendiat erhält dann 300 Euro im Monat, welche von privaten Förderern und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung jeweils zur Hälfte finanziert werden. Die folgende Infografik veranschaulicht das Prinzip.

3. Aufstiegsstipendium

Diese Förderung richtet sich explizit an berufserfahrene Studenten, die sich neben ihrem Beruf weiterbilden. Das Stipendium ist Teil der Qualifizierungsintitiative “Aufstieg durch Bildung” der Bundesregierung, Details zum Bewerbungsverfahren finden Sie auf der offiziellen Homepage der Qualifizierungsinitiative.

4. Unterstützung durch Familie oder Freunde

Ein Darlehen im familiären Umfeld oder im Freundeskreis hat natürlich den Vorteil, dass es unkompliziert und ohne viel Bürokratie abzuwickeln ist. Dennoch sollten Sie – auch bei Ihren besten Freunden oder nahen Verwandten – dieses Darlehen schriftlich fixieren und die Rückzahlungsformalitäten genau festlegen. So haben beide Seiten die Sicherheit, dass es später nicht zum Streit kommt, weil sich niemand mehr an die genaue Vereinbarung erinnert. Dass Sie sich im Vorfeld überlegen, ob Sie das Thema Geld überhaupt in Ihren Freundes- oder Familienkreis einbringen wollen, versteht sich von selbst.

5. Ein Studienkredit

Spezielle Studienkredite werden inzwischen von vielen großen Banken angeboten, natürlich sollten Sie hier die verschiedenen Angebote vergleichen. Außerdem sind auch diese Kredite an Vorgaben gebunden, gerade bei berufsbegleitenden Studiengängen erwarten Banken durchaus Sicherheiten oder zumindest gute Verdienstaussichten. Bei Studiengängen im sozialen Bereich ist es – auf Grund der Verdienstaussichten – beispielsweise schwerer einen Studienkredit zu bekommen als bei Studiengängen im Wirtschafts- oder Technikbereich. Einen Überblick über die verschiedenen Kreditangebote bietet die Seite www.studienkredit.de. Praktisch: Dort finden Sie auch Hinweise und Rechner, mit denen Sie Ihre Studienkosten realistisch einschätzen können.

Grundsätzlich sollten Sie daran denken, Ihr berufsbegleitendes Studium von der Steuer entweder als Werbungs- oder als Sonderkosten abzusetzen. Wie das funktioniert und was Sie dabei beachten müssen, wird in diesem Artikel beschrieben.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den genannten Finanzierungsoptionen bei Ihrem berufsbegleitenden Studium gemacht?