FrauManagementManagerinEine Frauenquote auf der Chefetage – brauchen wir sie oder nicht? Darüber wird schon länger heftig diskutiert. Meist aus moralischen Perspektiven, weil es richtig ist, fair, gerecht, dass es genauso viele Chefs wie Chefinnen gibt. Aber ist es auch eine smarte Idee? Jetzt ganz sachlich gefragt – insbesondere mit Blick auf die Unternehmen. Chris Bart, Professor für strategisches Management an der DeGroote School of Business an der McMaster Universität und ein paar seiner Kollegen haben sich das gefragt – und genauer untersucht. Ergebnis: ein entschiedenes JA. Denn Frauen treffen am Ende die besseren Entscheidungen.

Rund 600 Top-Manager wurden für die Studie beobachtet und befragt, darunter 75 Prozent Männer. Diese – ganz typisch – waren routinierte Führungskräfte mit reichlich Managementerfahrung. Sie trafen ihre Entscheidungen nach festen Regeln und traditionellen Abläufen – per Meeting, Paper, Diskussionen und am Ende auch oft ganz alleine.

Ganz anders die Managerinnen. Sie pflegten eine eher kollaborative und kooperative Arbeitsweise, versuchten bei ihren Entscheidungen die diversen Interessen der Stakeholder zu berücksichtigen und am Ende einen fairen und ethischen Konsens zu finden.

Weniger Machtspiele – höhere Gewinne

Was man jetzt noch als anderen Führungsstil abtun kannte, offenbarte sich aber auch bei langfristiger Beobachtung als die bessere Wahl. Die Managerinnen arbeiteten so nicht nur effektiver. Indem sie die verschiedenen Perspektiven der Stakeholder einbezogen, fanden sie auch die langfristig bessere Lösung für das Unternehmen (und weniger für sich selbst). Oder wie Professor Bart es formuliert:

We’ve known for some time that companies that have more women on their boards have better results. Our findings show that having women on the board is no longer just the right thing but also the smart thing to do. Companies with few female directors may actually be shortchanging their investors.

Bestätigt wird das durch weitere Studien:

  • Management-Boards mit einem hohen Frauenanteil erwirtschaften einen um 66 Prozent höheren ROI (Return on Investment) und eine 42 Prozent höhere Umsatzrendite (Joy, 2007, PDF, PDF).
  • Nur eine Frau im Top-Management senkt das Risiko einer Insolvenz um 20 Prozent (Wilson, 2009).
  • Mangerinnen stellen mehr Fragen, statt einsame Entscheidungen zu treffen (Konrad, 2008).
  • Und sie reduzieren die sonst typischen Machtspiele auf der Beletage (Singh, 2008).
[Bildnachweis: Geschäftsfrau by Shutterstock]