Einfach erklärt: Was sind Schülerjobs?
Schülerjobs sind einfache Tätigkeiten oder Aushilfsjobs neben der Schule. Größtenteils handelt es sich dabei um einen Minijob mit einem Verdienst von bis zu 603 € (Stand: 2026). In dem Fall fallen keine Steuern oder Sozialabgaben an. Zu den typischen Schülerjobs gehören:
- Zeitungen austragen
- Regale im Supermarkt auffüllen
- Babysitten
- Rasenmähen
- Hunde Gassi führen
- Nachhilfe geben
Lesen Sie auch dazu: Anleitung für Eltern: Schülerjob auswählen (PDF)
Ab wann dürfen Schüler arbeiten?
Kinderarbeit ist in Deutschland verboten und wird durch das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) geregelt. Was jeweils erlaubt ist, hängt vom Alter der Jungen und Mädchen ab und ist wie folgt gestaffelt:
Schülerjobs bis 13 Jahre
Für Kinder unter 13 Jahren sind die Auflagen besonders streng: Grundsätzlich ist Arbeit hier verboten. Ausnahmen gibt es nur für kulturelle Aktivitäten wie Theateraufführungen, Musikvorstellungen, Hörfunk, Film- oder Werbeveranstaltungen. Hierfür ist jedoch eine behördliche Ausnahmebewilligung (meist durch das Gewerbeaufsichtsamt) sowie die Zustimmung der Eltern erforderlich. Mögliche Jobs sind überdies: Kindermodel oder die Mitarbeit im Familienbetrieb – etwa bei der Ernte, dem Füttern von Tieren oder als Bürohilfe.
Schülerjobs ab 13 Jahre
Mit 13 oder 14 Jahren gelten Schüler vor dem Gesetz noch als Kinder. Für Schülerjobs in diesem Alter brauchen sie deshalb die Einwilligung der Eltern und es ist nur „leichte Arbeit“ erlaubt (§ 5 JArbSchG). Der Job darf weder gesundheitlich riskant sein noch den Schulerfolg gefährden. Erlaubt sind maximal 2 Stunden täglich, in der Landwirtschaft bis zu 3 Stunden. Verboten sind Schülerjobs in der Zeit von 18 bis 8 Uhr oder während des Schulunterrichts. Erlaubte Schülerjobs ab 13 sind:
- Zeitungen austragen
- Babysitting
- Hundesitting
- Hausarbeit
- Küchenhilfe
- Einkaufshilfe
- Nachhilfeunterricht
- Nachbarschaftshilfe
- (Leichte) Gartenarbeit
- Botengänge
Schülerjobs ab 15 bis 17 Jahre
In dieser Altersspanne darf bis zu 8 Stunden täglich gearbeitet werden. Viele beginnen in diesem Alter schon eine berufliche Ausbildung. Eine Einschränkung: Die Arbeitszeit darf nur an Wochentagen zwischen 6 und 20 Uhr abends liegen. Ausnahmen gibt es ab 16 Jahren in Gaststätten (bis 22 Uhr) oder Bäckereien (für 16-Jährige ab 5 Uhr). Weitere Ausnahmen gibt es im Gesundheitswesen (z.B. Krankenhäuser, Altenheime), in der Landwirtschaft und im Verkauf. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit beträgt 40 Stunden (§ 8 JArbSchG). Zudem muss zwischen zwei Arbeitstagen eine Ruhezeit von 12 Stunden liegen (§ 13 JArbSchG).
Jugendschutz muss gewährleistet sein
Für Jugendliche unter 18 Jahren sind grundsätzlich alle Arbeiten verboten, die gefährlich sind – etwa durch übermäßige Hitze, Kälte, potenzielle Unfälle oder den Umgang mit gefährlichen Stoffen. Bei einem Verstoß drohen Arbeitgebern empfindliche Strafen von bis zu 15.000 €. Bei Vorsatz kann sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr verhängt werden.
Wo kann ich Schülerjobs finden?
Schülerjobs sind begehrt und nicht immer einfach zu finden. Die besten Chancen haben Sie hier:
-
Online-Portale für Schülerjobs
Spezialisierte Portale wie schuelerjobs.de, aushilfsjobs.de oder aushilfsjobs.info bieten eine gute erste Auswahl.
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Lokale Stellenanzeigen
Durchsuchen Sie die Jobanzeigen in der lokalen Tageszeitung oder in kostenlosen Stadtmagazinen und Wochenblättchen. Hier finden Sie vor allem Schülerjobs in der Nähe.
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Kleinanzeigen
Kleinanzeigenportale wie eBay-Kleinanzeigen bieten nicht nur Second-Hand-Waren, sondern teilweise auch Jobangebote für Minijobs. Einfach mal reinschauen, kann sich lohnen.
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Kontakte
Die beste Quelle sind jedoch meist direkte Kontakte – Eltern von Freunden, deren Arbeitskollegen und Bekannte. Fragen Sie durch, und gehen Sie mit offenen Augen durch die Stadt: Viele Geschäfte suchen Aushilfen per Aushang im Schaufenster („Aushilfe gesucht“).
-
Bundesagentur für Arbeit
Auch die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit vermittelt Schülerjobs. Suchen Sie dort unter den Suchbegriffen „geringfügige Beschäftigung“ oder „Minijob“.
Schülerjobs in der Nähe finden
Zusätzlich können Sie gleich nach passenden Jobs in der Nähe in unserer kostenlosen Jobbörse suchen. Tipp: Geben Sie Ihre Postleitzahl ein, um die Jobsuche lokal zu begrenzen.
Wie kann ich mich für einen Schülerjob bewerben?
Haben Sie einen passenden Schülerjob gefunden, müssen Sie sich oft noch offiziell bewerben. Die Schülerjob Bewerbung ist aber unkompliziert: Es reicht eine typische Kurzbewerbung. Sie besteht nur aus zwei Bewerbungsunterlagen:
- Anschreiben (1 Seite)
- Lebenslauf (1-2 Seiten)
Weitere Inhalte der Bewerbungsmappe wie Zeugnisse oder Motivationsschreiben brauchen Sie nicht. Ausnahme: Diese werden in der Stellenausschreibung explizit verlangt.
Was kann ich im Schülerjob verdienen?
Für das Schülerjob Gehalt gibt es keine gesetzliche Regelung. Unter 18 Jahren haben Sie noch keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Es kommt daher immer auf den Job und das Verhandlungsgeschick an. Üblich sind 5-10 € pro Stunde.
Übersicht: Mögliche Stundenlöhne in Schülerjobs
Schülerjob |
Stundenlohn |
| Zeitungen austragen | 7-10 € |
| Babysitting | 8-15 € |
| Hundesitting | 8-12 € |
| Hausarbeit | 9-12 € |
| Küchenhilfe | 10-13 € |
| Einkaufshilfe | 8-11 € |
| Nachhilfe | 12-20 € |
| Nachbarschaftshilfe | 7-10 € |
| Gartenarbeit | 9-13 € |
| Botengänge | 7-10 € |
Lesen Sie dazu: Worauf bei Schülerjobs achten? (PDF)
Sind Schülerjobs steuerpflichtig?
Auch Schülerjobs sind theoretisch steuerpflichtig. In der Praxis bleiben aber die meisten Schüler steuerfrei, weil ihr monatlicher Verdienst unter 603 € (Minijob) oder dem Grundfreibetrag von 12.348 € im Jahr bleibt. Viel wichtiger ist, dass die Bestimmungen zur Arbeitszeit aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz eingehalten werden.
Was sind die Vor- und Nachteile von Schülerjobs?
Die Hauptmotivation, als Schüler nach der Schule oder in den Ferien zu arbeiten, ist natürlich das Geld. Mithilfe von Gelegenheitsjobs lässt sich das Taschengeld aufbessern. Viele leisten sich davon ein neues Smartphone, Klamotten oder Sneakers. Weitere Vorteile sind:
Vorteile
- Eigenes Budget: Der offensichtlichste Vorteil. Per Job können Schüler auf das erste eigene Auto, Motorrad oder den Führerschein sparen sowie Hobbys finanzieren – unabhängig von den Eltern.
- Umgang mit Geld: Wer für 10 oder 15 € pro Stunde arbeitet, bekommt ein besseres Gefühl dafür, wie viel Arbeit in einem neuen Smartphone oder einem Paar Markenschuhen steckt.
- Verantwortung übernehmen: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sorgfalt sind im Job keine leeren Phrasen. Wenn die Zeitung nicht im Briefkasten landet, hat das direkte Konsequenzen.
- Selbstbewusstsein: Das Gefühl, eine Aufgabe erfolgreich gemeistert zu haben und als Arbeitskraft geschätzt zu werden, stärkt das Selbstwertgefühl ungemein.
- Zeitmanagement: Die Herausforderung, Schule, Hausaufgaben, Hobbys und Job unter einen Hut zu bringen, schult die Organisationsfähigkeit für das spätere Leben.
- Einblicke in die Arbeitswelt: Schüler lernen im Job wie im Praktikum Hierarchien, Teamarbeit und den Umgang mit Kunden oder Vorgesetzten kennen.
- Stärken entdecken: Vielleicht merkt eine Schülerin beim Nachhilfegeben, dass ihr das Erklären liegt, oder ein Schüler im Gartenjob, dass er lieber an der frischen Luft arbeitet als im Büro.
- Pluspunkt im Lebenslauf: Arbeitgeber schätzen Eigeninitiative. Ein früher Schülerjob signalisiert Fleiß und Engagement – das kann bei der späteren Bewerbung um einen Ausbildungs- oder Studienplatz einen entscheidenden Vorteil bringen.
- Kommunikationsfähigkeit: Ob man mit älteren Nachbarn beim Einkaufen spricht oder sich im Team in der Küche abstimmt – die soziale Interaktion wird gefördert.
- Geduld und Empathie: Besonders bei Jobs wie Babysitting oder Nachhilfe lernt man, sich auf andere Menschen einzustellen und Ruhe zu bewahren.
Finanzielle Unabhängigkeit
Persönlichkeitsentwicklung
Berufliche Orientierung
Soziale Kompetenzen (Soft Skills)
Nachteile
Ein Job neben der Schule kostet Freizeit. Aus Schülersicht ein klarer Nachteil. Es gibt aber noch weitere, die Sie im Auge behalten sollten:
- Schulische Leistungen: Das ist das größte Risiko von Schülerjobs. Wenn diese zu viel Energie rauben, fehlen Konzentration und Zeit für Hausaufgaben oder das Lernen auf Klassenarbeiten.
- Fehlende Erholung: Das Wochenende oder Freizeit sind für Jugendliche besonders wichtig. Wer ständig arbeitet, riskiert Stresssymptome oder dauerhafte Erschöpfung.
- Einschränkung: Hobbys, Sport im Verein oder Treffen mit Freunden kommen zu kurz, wenn die Arbeitszeiten zu stark mit der Freizeit kollidieren.
- Verdienstgrenzen: Wer zu viel verdient, muss aufpassen. Bei Minijobs gibt es Grenzen, oberhalb derer Sozialabgaben fällig werden können.
- Kindergeld & Familienversicherung: Bei sehr hohen Einkünften oder zu vielen Arbeitsstunden kann es im Extremfall Probleme mit der beitragsfreien Mitversicherung in der Krankenkasse der Eltern geben.
- Kein Mindestlohn: Da der gesetzliche Mindestlohn für Minderjährige ohne abgeschlossene Ausbildung nicht gilt, besteht die Gefahr, dass Schüler für sehr wenig Geld ausgebeutet werden.
- Anstrengung: Jobs wie Zeitungen austragen bei Wind und Wetter oder langes Stehen in der Küche können körperlich sehr belastend sein. Nicht wenige unterschätzen das.
- Konfliktpotenzial: Der Umgang mit schwierigen Kunden oder strengen Chefs ist für junge Menschen oft neu und kann psychisch stressen, wenn man noch nicht gelernt hat, professionell mit Kritik umzugehen.
- Langeweile: Schüler werden oft für monotone Hilfsarbeiten eingesetzt, die intellektuell kaum fordern und schnell langweilig werden können.
- Flexibilität: Manche Arbeitgeber erwarten von Schülern hohe Flexibilität (z.B. Einspringen bei Krankheit), was die eigene Wochenplanung massiv erschweren kann.
Belastung und Zeitmangel
Rechtliche Fallstricke
Körperliche Anforderungen
Unser Tipp: Um das Ganze fair abzuwägen, sollten Sie Maß halten. Solange der Job die 2-Stunden-Regel (bei unter 15-Jährigen) nicht sprengt und die Noten stabil bleiben, überwiegen meist die Vorteile. Wenn aber die Schule zur Nebensache wird, sollten Sie die Reißleine ziehen.
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