Im Internet existiert eine Vielzahl von Bewerbungsmustern, kostenlosen Anschreiben und Gratis-Vorlagen zum Herunterladen. Doch gelingt damit auch im Handumdrehen die perfekte Bewerbung? Natürlich nicht!

Denn so ein Muster sagt noch nichts darüber aus,

  • was genau Sie an Erfahrung mitbringen,
  • was Ihre Motivation für die Bewerbung ist und
  • weshalb sich ein Personaler genau für Sie entscheiden sollte.

Und natürlich fehlen in diesen allgemeinen Vordrucken und Mustern sämtliche Bezüge zur Firma, bei der Sie sich bewerben, oder gar Anforderungen einer konkreten Stellenanzeige. So hat Ihre Bewerbung natürlich keine Chance. Aber mühelosen Erfolg hatten Sie sowieso nicht erwartet, oder?

Immerhin: Wir zeigen Ihnen heute, wie Sie aus solchen Bewerbungsmustern perfekte und individuelle Bewerbungsunterlagen zaubern…

Gute und schlechte Vorlagen

Für ein überzeugendes Bewerbungsschreiben muss freilich schon die Grundlage stimmen. Nur aus einer guten Vorlage wird später eine stimmige Bewerbung. Gerade qualitativ gibt es allerdings riesige Unterschiede bei den Bewerbungsmustern, die im Internet zu Tausenden kursieren. Und das ist keinesfalls eine Kostenfrage: Nicht alle kostenlosen Vorlagen sind Schrott – so, wie auch die Tatsache, dafür zu zahlen, kein Garant für eine hochwertige Bewerbungshilfe ist.

Deswegen sollten Sie bei der Auswahl der passenden Muster darauf achten, dass diese…

  • Standardfloskeln wie „Sehr geehrte Damen und Herren“, „Hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen“ oder „Meine Qualifikationen entnehmen Sie bitte dem Lebenslauf“ vermeiden.
  • eine frische, aktive, direkte Sprache verwenden, auf den Punkt kommen und nicht um den heißen Brei kreisen.
  • alle Argumente exemplarisch aufführen, die für Entscheider von Bedeutung sind, und Ihnen so Hinweise zur Umsetzung geben.
  • sprachlich der entsprechenden Stelle angemessen sind.
  • zu Ihrem Auftreten insgesamt passen.
  • nicht mehr als eine DIN A4-Seite umfassen.
  • keine „originellen“ und auffälligen Designs enthalten, die sofort wiedererkennbar sind und
  • im Großen und Ganzen der Norm für Geschäftsbriefe, DIN 5008, entsprechen.

Lassen Sie sich bei der Auswahl ruhig Zeit und vergleichen Sie mehrere Muster, bevor Sie sich entscheiden. Am besten verwenden Sie sowieso mehrere Vorlagen als Grundlage für Ihr eigenes Anschreiben. Das erhöht zwar den Aufwand, sorgt aber dafür, dass Sie sich wirklich mit dem Erstellen Ihrer Bewerbung auseinandersetzen.

Vom Muster zur Bewerbung

Suchen Sie sich dann aus den verschiedenen Vorlagen die Sätze aus, die Ihnen am besten gefallen, weil Sie…

  • Ihre Person, Motivation und Qualifikation passend beschreiben.
  • die Anforderungen der Stellenanzeige richtig abbilden.
  • auf die Firma und Ihr Portfolio eingehen (gerade dafür werden Sie ganz selten Passagen finden, die eins zu eins passen).
  • sprachlich Ihrem Stil am Nächsten kommen.

Nach der Stoffsammlung sortieren Sie das gewonnene Material und trennen dabei wichtige Argumente von unwichtigen. Schieben Sie die verbleibenden Sätze dann so lange hin und her, bis Ihre Argumente in einer logischen Folge stehen und einem Spannungsbogen folgen. Verbinden das so entstandene Gerüst mit eigenen Passagen zu einem durchgehenden Text. Dabei müssen Sie natürlich auch die Mustersätze Ihrem eigenen Schreibstil anpassen, denn geübte Leser nehmen Brüche zwischen Textbausteinen und selbst Formuliertem sofort wahr.

Anschließend schreiben Sie das Ganze ins Reine. Bewahren Sie dabei aber bitte das – hoffentlich hohe – Niveau der Vorlagen, die Sie ausgewählt haben. Und fallen nicht selbst in Floskeln. Schließlich wollen Sie ja keinen Phrasendresch-Wettbewerb gewinnen, sondern eine überzeugende Bewerbung formulieren, die Ihre Motivation für die angestrebte Stelle ausdrückt. Und das geht am besten mit frischen, ansprechenden Formulierungen, die zu Ihnen passen.

Zum Schluss lesen Sie den Text bitte noch einmal aufmerksam durch und merzen fehlende oder doppelte Wörter, falsche Satzstellungen, schiefe Grammatik und orthografische Unpässlichkeiten raus. Idealerweise lassen Sie sich dabei von jemandem helfen, denn eigene Flüchtigkeitsfehler überliest man nur zu gerne.

Wenn Sie alles richtig gemacht haben, gibt Ihre Bewerbung Auskünfte auf diese Fragen:

  • Warum haben Sie sich auf die Stelle beworben?
  • Wo und wie haben Sie die Fähigkeiten erworben, die Sie für diesen Job benötigen?
  • Was reizt Sie an dieser Stelle?
  • Was hat Ihr Arbeitgeber in spe davon, wenn er sich für Sie entscheidet?
  • Warum muss er sich für Sie – und niemand anderen – entscheiden?

Der Mix macht’s

Vorlagen können eine gute Hilfe für Menschen sein, die sich mit dem Schreiben von Bewerbungen schwer tun. Wer allerdings glaubt, sich mit ihnen viel Arbeit sparen zu können, irrt gewaltig. Standardware zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie allgemein gehalten ist und damit nicht auf konkrete Positionen passen kann.

Wer mit Vorlagen arbeitet, muss also ebenso viel Aufwand betreiben wie jemand, der seine Unterlagen selbst erstellt. Denn eine überzeugende Bewerbung entsteht nur aus der Kombination guter Vorlagen und eigener Gedanken sowie aktueller Anforderungen. Wer das konsequent umsetzt, kann mit dem Resultat durchaus punkten. Insbesondere dann, wenn er den hohen Standard halten oder gar toppen kann, die ein gelungenes Muster besitzt. Dann hat die Vorlage das bestmögliche geleistet: den Bewerber zur eigenen Leistung angespornt.

Das heißt aber eben auch, dass Sie dieses Verfahren für jede neue Bewerbung, jedes neue Unternehmen wiederholen müssen. Denn Massenware führt nun mal zum sofortigen Aus.

12 kostenlose Karrierebibel-Musteranschreiben für Sie

Dieser Artikel bildet zugleich den Abschluss einer 5-teiligen Serie mit Bewerbungsmustern. Die Artikel waren:

Als Extra-Service haben wir für Sie die zwölf Bewerbungsmuster dieser Artikeln nochmals zu einer Liste zusammengefasst. Sie können diese Muster kostenlos als PDF herunterladen und als Grundlage für Ihr eigenes Anschreiben nutzen. Nur eben bitte nicht wörtlich abschreiben!

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