5 gute Gründe, einen Jobhopper einzustellen

Eine Reihe von Arbeitgeberwechseln gehören heute zu jeder Biographie dazu. Wer jedoch ein wenig zu häufig von einem Unternehmen ins andere wechselt, erhält schnell den Ruf eines Jobhoppers. Gemeint sind Arbeitskräfte, die es nie lange in einer Firma hält, bevor sie wieder zum nächsten springen. Viele Personaler stehen solchen Kandidaten deshalb kritisch gegenüber, schließlich suchen die meisten Unternehmen langfristige Mitarbeiter, die sich im Team noch entwickeln können und möglicherweise später einmal eine Führungsrolle übernehmen. Allerdings wäre es ein Fehler, Jobhoppern weniger Chancen im Bewerbungsprozess einzuräumen, denn tatsächlich gibt es einige gute Gründe, genau dieses Kandidaten einzustellen…

5 gute Gründe, einen Jobhopper einzustellen

Der schlechte Ruf von Jobhoppern

Trotz der Normalität von verschiedenen Arbeitgebern im Lebenslauf wird Jobhopping von den meisten Personalverantwortlichen immer noch negativ betrachtet. Wie schwierig eine solche Beurteilung ist, zeigt sich aber bereits an der Unterscheidung. Wo hört das normale Maß an Arbeitgeberwechseln auf und wo fängt Jobhopping an? Eindeutige Regelungen gibt es nicht, entscheidend ist stattdessen das Empfinden des Personalers – und das kann sehr individuell sein.

Leider halten viele trotzdem an ihrem Urteil fest und der schlechte Ruf von Jobhoppern bleibt bestehen, wobei auf die unterschiedlichsten Erklärungen zurückgegriffen wird.

  • Jobhopper sind nicht loyal. Bei der erstbesten Gelegenheit und der Aussicht auf ein bisschen mehr Gehalt sind Jobhopper sofort weg. Soweit zumindest das Klischee, das dazu beiträgt, dass Vielwechsler in Personalabteilungen mit besonders kritischem Blick begutachtet werden.
  • Jobhopper können sich nicht einfügen. Viel wird über die Gründe des Jobhopping spekuliert. Eine der Vermutungen liegt darin, dass Jobhopper sich nicht in Teams einfügen können, für Unruhe sorgen und deshalb nach relativ kurzer Zeit wieder weiterziehen.
  • Jobhopper haben nicht die nötigen Fähigkeiten. Oftmals wird auch davon ausgegangen, dass Jobhopping die Folge von schlechter Arbeitsleistung ist, die zu Kündigungen führt – ein vernichtendes Urteil, das es fast unmöglich macht, einen neuen Job zu finden.

Es spricht einiges dafür, Jobhopper einzustellen

Der schlechte Ruf von Jobhoppern ist natürlich eine Verallgemeinerung und in vielen Fällen sogar schlichtweg falsch und unbegründet. Doch wie so oft lässt sich ein solches Vorurteil nur schwer überwinden. Zu tief ist es in den Köpfen verankert und wenn ein Personaler eine Bewerbung mit besonderes vielen Arbeitgeberwechseln in die Hand nimmt, schrillen direkt alle Alarmglocken. Ein Fehler, bei dem großes Potenzial ungenutzt bleiben kann. Um das Umdenken zu fördern, zeigen wir Ihnen fünf gute Gründe, die dafür sprechen, gerade Jobhopper einzustellen:

  1. Sie haben ein breit gefächertes Wissen

    Lange Betriebszugehörigkeit hat einige Vorteile, besonders weil man das eigene Unternehmen auswendig kennt und genau weiß, wie der Hase läuft. Jobhopper hingegen bringen das Wissen aus zahlreichen anderen Anstellungen mit, haben bei den unterschiedlichsten Arbeitgebern etwas gelernt und viele verschiedene Dinge erfahren dürfen.

    Durch dieses breit gefächerte Wissen können sie eine Menge neues Know How ins Team bringen. Ein weiterer positiver Effekt ist das große Netzwerk von Jobhoppern. Sie kennen Personen und erhalten Informationen aus vielen Unternehmen und Bereichen und können diese für den neuen Arbeitgeber einsetzen.

  2. Sie sind besonders anpassungsfähig

    Entgegen dem Vorurteil, dass Jobhopper sich nicht in Unternehmen einfügen könnten, trifft in vielen Fällen das genaue Gegenteil zu. Jobhopper sind geübt darin, sich in verschiedene Teams einzufügen und in unterschiedliche Arbeitsatmosphären anzupassen. Diese Fähigkeit macht sie zu einer guten Ergänzung für Abteilungen und wirkt sich positiv auf das Betriebsklima aus.

    Die Anpassungsfähigkeit macht Jobhopper auch zu besonders schnellen Lernern. Sie nehmen sehr schnell auf, worauf es im neuen Job ankommt, welche Abläufe erforderlich sind und wie sie ihre Arbeit produktiv erledigen können.

  3. Sie wissen genau, was sie wollen

    Jobhoppern wird oft unterstellt, sie würden von einem Job zum anderen wechseln, weil sie nicht genau wissen, was sie sich von einem Arbeitsplatz erwarten. Vielmehr ist die Ursache des Wechselwunsches oft genau dieses Wissen, doch der aktuelle Job passt einfach nicht zu den eigenen Vorstellungen.

    Jobhopping hat nichts mit Inkonsequenz oder fehlendem Antrieb zu tun. Es handelt sich lediglich um eine andere Form der beruflichen Weiterenticklung, die Arbeitgeber als solche erkennen sollten.

  4. Sie setzen ihre Pläne in die Tat um

    Jobhopper verfügen über eine starke Macher-Mentalität. Sie reden nicht nur davon, ein Ziel zu verfolgen und die Situation zu verbessern, sondern werden tatsächlich aktiv und setzen ihre Pläne um. Mit der gleichen Einstellung gehen sie auch ihre Arbeit an. Wenn Sie sich ein Ziel gesetzt haben, werden sie alles geben, um es zu erreichen.

    Für Arbeitgeber können solche Mitarbeiter einen großen Wert haben. Wo andere noch nach Ausreden suchen, warum etwas nicht klappen wird und besser noch einmal durchdacht wird, hat der Jobhopper sich bereits an die Arbeit gemacht und mit der Umsetzung begonnen.

  5. Sie können viele Neuerungen anregen

    Viele Jobhopper haben eine Gemeinsamkeit: Sie fühlen sich in einem stagnierenden Umfeld unwohl, was auch ein Grund für die Wechselnden Anstellungen sein kann. Sie sind auf der Suche nach Innovationen und Fortschritt – und bringen diesen auch selbst am Arbeitsplatz ein. Wo andere Veränderungen eher vorsichtig gegenüber stehen und sich zu lange an altbewährte Abläufe klammern, sehen Jobhopper in Veränderungen immer auch Chancen der Verbesserung.

    Durch ihre Erfahrungen bei verschiedenen Arbeitgebern konnten Sie außerdem bereits die verschiedensten Prozesse kennenlernen und vergleichen. Es fällt ihnen deshalb leichter, Fehler zu erkennen, diese anzusprechen und so nicht genutztes Potenzial auszuschöpfen.

[Bildnachweis: freestyle images by Shutterstock.com]
27. Mai 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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