Das Wichtigste auf einen Blick
- Ab 26 °C: Laut Arbeitsstättenregel muss der Arbeitgeber ab 26 °C im Büro für Abkühlung sorgen (z.B. Jalousien schließen, Ventilatoren aufstellen).
- Ab 30 °C: Steigt die Raumtemperatur über 30 °C, muss der Arbeitgeber aktiv Maßnahmen ergreifen – kostenlose Getränke anbieten, Kleiderordnung und Arbeitszeiten lockern.
- Ab 35 °C: Bei Extremhitze ab 35 °C gilt das Büro nicht mehr als geeigneter Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber muss jetzt kühlen oder Alternativen wie Homeoffice anbieten.
- Arbeitspflicht: Beschäftigte dürfen wegen Sommerhitze trotzdem nicht einfach nach Hause gehen, solange der Arbeitsplatz noch als zulässig gilt.
- Arbeitsschutz: Der Arbeitgeber hat jedoch eine Fürsorgepflicht und muss die Gesundheit der Beschäftigten auch bei hohen Temperaturen schützen.
- Strafe: Ein Verstoß kann als Arbeitsschutz-Verletzung gewertet und gemäß § 25 ArbSchG als Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro zur Folge haben.
Rund zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland klagen an heißen Tagen über typische Symptome wie Kopfschmerzen, Trägheit oder Konzentrationsstörungen. An Hitzetagen gibt es deshalb 7-mal häufiger Krankschreibungen.
Hitze im Büro: Was sagt das Arbeitsrecht?
Im Arbeitsrecht gibt es für Arbeitnehmer leider kein Hitzefrei. Dafür schreiben § 4 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Arbeitsstättenregel (ASR) „A3.5 Raumtemperatur“ vor, dass der Arbeitgeber im Rahmen seiner Fürsorgepflicht Maßnahmen ergreifen muss, sobald die Raumtemperatur, die physische und die psychische Gesundheit der Mitarbeiter gefährdet.
Arbeitsstättenverordnung: Welche Temperatur im Büro ist zumutbar?
Nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) gilt in Deutschland eine Bürotemperatur bis zu 26 °C grundsätzlich noch als zumutbar. Steigt die Temperatur über 26 Grad, sollte der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, um die Hitze zu reduzieren – etwa durch Lüften, Sonnenschutz oder Ventilatoren. Ab 30 °C ist der Arbeitgeber verpflichtet, wirksame Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu ergreifen. Erreicht die Raumtemperatur mehr als 35 °C, gilt das Büro ohne besondere Schutzmaßnahmen als „unzumutbar“ und nicht mehr als geeigneter Arbeitsplatz.
Was gilt im Homeoffice?
Handelt es sich um Telearbeit und hat der Arbeitgeber den Arbeitsplatz eingerichtet, ist er auch im Homeoffice für den Arbeitsschutz verantwortlich. Gestaltet der Arbeitnehmer den Arbeitsraum zuhause selbst und entscheidet, an welchem Ort er seine Tätigkeit verrichtet, liegt ein Teil der Verantwortung bei ihm, geeignete Maßnahmen gegen Hitze zu ergreifen, z.B. durch Sonnenschutz, Lüften oder Kühlung.
Was sind gesundheitliche Auswirkungen von Hitze am Arbeitsplatz?
Zu hohe Temperaturen verträgt der Körper nicht. Zu den typischen Reaktionen bei übermäßiger Hitze am Arbeitsplatz gehören:
- Kreislaufprobleme: Hohe Temperaturen können Schwindel, niedrigen Blutdruck und Kreislaufbeschwerden verursachen.
- Dehydration: Durch starkes Schwitzen verliert der Körper viel Flüssigkeit, was zu Kopfschmerzen und Müdigkeit führen kann.
- Konzentrationsprobleme: Hitze kann die Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit deutlich verringern.
- Erschöpfung: Dauerhafte Hitze kann zu starker körperlicher und mentaler Erschöpfung führen.
- Hitzekrämpfe: Durch Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust können Muskelkrämpfe sogar auftreten.
- Hitzschlag: Bei extremer Hitze kann es zu einem gefährlichen Hitzschlag mit Übelkeit, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit kommen.
- Erhöhtes Unfallrisiko: Müdigkeit und Konzentrationsmangel können das Risiko für Arbeitsunfälle erhöhen.
Bei welcher Temperatur darf man den Arbeitsplatz verlassen?
Auch ab 35 Grad am Arbeitsplatz dürfen Arbeitnehmer die Arbeit nur verweigern, wenn der Arbeitgeber keine Gegenmaßnahmen ergreift. Ausnahme: Wird Ihnen wegen der Hitze im Job unwohl oder schlecht, dürfen Sie zum Arzt gehen und sich krankschreiben lassen. Schwangere oder stillende Mütter genießen jedoch einen besonderen Schutz und können vom Chef verlangen, dass dieser ihr Büro auf Normaltemperatur (maximal 26 Grad) kühlt. Geht das nicht, haben sie ein Recht auf Freistellung oder Homeoffice an besonders heißen Tagen.
Was tun bei über 30 Grad Hitze am Arbeitsplatz?
Bei Temperaturen ab 30 Grad am Arbeitsplatz muss der Arbeitgeber aktiv für Abkühlung sorgen und zum Beispiel Sonnenschutz (z.B. Jalousien) sowie ausreichende Lüftung (z.B. Klimaanlage) einsetzen. Ebenso muss er die Kleiderordnung lockern (siehe: Dresscode Casual) und kostenlose Getränke (z.B. Wasser) bereitstellen. Überdies kann der Chef mehr Hitzepausen geben oder die Arbeitszeit in kühlere Tagesphasen verlagern sowie den Arbeitstag verkürzen.
Was tun bei Hitze und Arbeit im Freien?
Gerade bei der Arbeit im Freien sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören, regelmäßig und ausreichend Wasser zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen sowie schwere Arbeiten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen und regelmäßige Pausen im Schatten zu machen. Zusätzlich ist es wichtig, Sonnenschutz wie Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung zu nutzen sowie leichte, helle und luftige Kleidung zu tragen, um die Hitzebelastung zu verringern. Schließlich sollten Beschäftigte auf Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder starke Müdigkeit achten und bei Bedarf sofort die Arbeit unterbrechen.
Ist es erlaubt, bei 30 Grad zu arbeiten?
Auch bei 30 Grad im Büro darf grundsätzlich noch gearbeitet werden. Nach der ASR A3.5 „Raumtemperatur“ ist Arbeiten bei dieser Temperatur erlaubt, wenn der Arbeitgeber gleichzeitig Schutzmaßnahmen ergreift, um die Belastung durch die Hitze zu verringern. Erst bei über 35 Grad gilt ein Büro ohne besondere Maßnahmen als für die Arbeit ungeeignet. Die Regeln zur Hitze am Arbeitsplatz gelten ebenso für den öffentlichen Dienst.
Hitze im Büro: Was tun gegen die Sommerhitze?
Wird es im Büro zu heiß, fangen die meisten Menschen an zu schwitzen. Das ist vielen unangenehm und erschwert die Arbeit. Was tun?
10 coole Tipps gegen Hitze im Büro
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Früher arbeiten
Bietet der Arbeitgeber Gleitzeit an, sollten Sie an heißen Tagen früher anfangen und früher Feierabend machen. Machen Sie zusätzlich mehr Pausen – alle 45 Minuten rund 10 Minuten.
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Luftig kleiden
Passen Sie die Stoffe der Kleidung den Temperaturen an: Tragen Sie helle und atmungsaktive Outfits aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen und wechseln Sie – wenn möglich – verschwitzte Kleidung gegen trockene aus.
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Richtig lüften
Um die Temperatur zu senken, sollten Sie morgens stoßlüften und ab Mittag die Fenster geschlossen halten sowie mit Vorhängen oder Jalousien abdunkeln. Vorsicht mit Klimaanlagen! Sie erhöhen die Erkältungsgefahr, ebenso Tisch- oder Standventilatoren. Die kühle Brise und Zugluft kann zu Sommerschnupfen, Kopfschmerzen oder Verspannungen führen.
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Leicht essen
Belasten Sie den Kreislauf nicht zusätzlich mit schweren Speisen. Essen Sie tagsüber lieber frische Salate, Obst und Gemüse sowie leichtes, mageres Hühnchenfleisch oder Fisch. Auf Fettiges wie Pommes oder die Grillwurst sollten Sie dagegen verzichten.
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Viel trinken
Ein Anstieg der Temperatur um 5 Grad sorgt bereits dafür, dass ein mittelschwer arbeitender Mensch 1,5 Liter mehr Wasser am Tag braucht als gewöhnlich. An heißen Tagen sollten Sie rund 2-3 Liter Wasser trinken. Empfehlenswert: Natürliches Mineralwasser, Saftschorlen oder Früchtetees – sie geben dem Körper Mineralien zurück, die beim Schwitzen verloren gehen.
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Unterarme abspülen
Weil die wenigsten Büroarbeiter zwischendurch duschen können, gibt es einen kleinen Trick, der ähnlich erfrischend wirkt: Spülen Sie die Unterarme auf dem WC rund 5 Minuten mit kaltem Wasser ab und reiben Sie sich etwas kaltes Wasser ins Gesicht. Das erfrischt und kühlt zugleich.
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Wadenwickel nutzen
Ein weiteres Hausmittel gegen Sommerhitze sind kalte Waden- oder Handgelenkwickel. Diese lassen sich mit dünnen Tüchern problemlos und unauffällig am Arbeitsplatz oder im Homeoffice anlegen und helfen bei der Regulierung der Körpertemperatur.
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Nacken kühlen
Ebenfalls kühlend wirkt ein kleines Gästehandtuch, das sie mit kaltem Wasser durchspülen, auswringen und sich als Rolle in den Nacken legen. Das Handtuch – wie manche empfehlen – ins Eisfach legen, ist weniger sinnvoll. Das Handtuch wird dadurch zu kalt, und es droht ein steifer Nacken.
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Franzbranntwein einreiben
Ein altes, aber bewährtes Hausmittel ist Franzbranntwein. Damit Hände oder Füße einreiben. Eine Flasche kostet rund 5-6 Euro und wirkt Wunder. Der Franzbranntwein kühlt sofort, das Schwitzen wird weniger und die ätherischen Öle öffnen die Atemwege.
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Babypuder autragen
Um die Feuchtigkeit unter den Achseln in den Griff zu bekommen, greifen einige zu Babypuder. Was bei Kindern hilft, wirkt auch bei Erwachsenen und kann dafür sorgen, dass es unter den Armen trocken bleibt.
Was immer geht, ist die leckerste Form der Abkühlung bei Hitze im Büro: Eis essen. Gerne auch zweimal am Tag.
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