In den letzten Jahren sind hunderte, wenn nicht tausende Ratgeber, Handbücher, Kurse und Seminare rund um die Bewerbung erschienen. Die schiere Masse an Literatur und Material macht es den Bewerbern jedoch nicht leichter. Wer nach Jahren der Berufstätigkeit oder direkt nach dem Studium die erste Bewerbung schreiben muss, steht meist etwas ratlos vor dem Berg an Büchern und Informationen. Wir fassen für Sie zusammen, was es bei einer Bewerbung zu beachten gilt.

Was gehört also zu einer Bewerbung? Zunächst gibt es drei verschiedene Wege, auf denen Sie eine Bewerbung bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber einreichen können. Das ist erstens die schriftliche Bewerbung in Papierform, zweitens eine Bewerbung per E-Mail und drittens die Bewerbung über ein Online-System des Unternehmens. Die Inhalte sind bei allen drei Bewerbungsformen zwar identisch, doch die Aufbereitung und Zusammenstellung unterscheidet sich. In den meisten Branchen werden aktuell Bewerbungen per E-Mail oder über ein Online-Formular den Papierbewerbungen vorgezogen.

Bei der schriftlichen Bewerbung ist die klassische Bewerbungsmappe Pflicht, bei einer E-Mail-Bewerbung fassen hingegen alle Unterlagen in einer PDF-Datei zusammen, die Sie als Anhang mitschicken. Und bei Online-Bewerbungen laden Sie die einzelnen Dokumente bitte jeweils als PDF-Dateien in das System hoch.

Die Bestandteile

Eine Bewerbung besteht immer aus den drei wichtigsten Teilen:

Bei einer schriftlichen Bewerbung in Papierform wird diese Liste noch um eine Bewerbungsmappe und – optional um ein Deckblatt ergänzt. Schon bei der Bewerbungsmappe zeigt sich: Bewerbungen haben viel mit persönlichem Geschmack zu tun. Die einen schwören auf dreiteilige Bewerbungsmappen aus verstärktem Papier oder leichtem Karton, während die anderen auf Kunststoffhüllen mit transparentem Deckblatt setzen. Es gibt hier keinr richtige oder falsche Lösung, nur die passende Mappe für die jeweilige Stelle. Bei hoch qualifizierten Jobs oder Führungspositionen kann die dreiteilige Bewerbungsmappe angemessen sein und einen edlen Eindruck vermitteln. Bewerben Sie sich jedoch auf eine Stelle, die zwar ebenfalls eine hohe Qualifikation erfordert, bei der allerdings mit einer größeren Zahl von Bewerbern zu rechnen ist, hat eine Kunststoffhülle mit durchsichtigem Deckblatt gewisse Vorteile. Denn diese ermöglicht es Personalern, eine bestimmte Bewerbung schnell wieder zu finden, da das Bewerbungsfoto durch das Deckblatt hindurch sichtbar ist. Bei allen Mappen gilt: Die Unterlagen werden eingeklemmt, jedoch niemals gelocht!

Ein Deckblatt ist bei einer schriftlichen Bewerbung in Papierform optional. Ob es als stilvolles Element oder überflüssiges Beiwerk angesehen wird, hängt sowohl von Ihrem als auch vom Geschmack des Personalers ab. Eine Garantie gibt es hier nicht. Bei E-Mail- oder Online-Bewerbungen ist ein Deckblatt jedoch definitiv nicht notwendig oder sinnvoll.

Das Anschreiben

Dieser Teil ist bei den meisten Bewerben nicht gerade beliebt, denn ein gut formuliertes und individuell angepasstes Anschreiben lässt sich nicht mal eben kurz schreiben. Dafür sind Zeit und Energie notwendig. Dabei ist ein gutes Anschreiben nicht kompliziert. Die folgenden Inhalte gehören auf jeden Fall hinein:

  • Ihre vollständigen Kontaktdaten,
  • die Kontaktdaten des Unternehmens,
  • Ort und Datum,
  • Betreffzeile, in der die jeweilige Stelle klar benannt wird,
  • personalisierte Anrede, keine allgemeinen Formulierungen,
  • spannender und interessanter erster Satz, der zum weiterlesen motiviert,
  • Ihre Qualifikation und Erfahrung,
  • Ihre Gründe für das neue Unternehmen und die konkrete Stelle,
  • Ihre Stärken, am besten durch Beispiele dargestellt,
  • die Bitte um ein Vorstellungsgespräch,
  • höfliche Abschiedsformal und Unterschrift,
  • optional: P.S.,
  • Hinweis auf die Anhänge.

Doch auch wenn Sie all diese Punkte in Ihrem Text unterbringen, ist das noch keine Garantie für ein überzeugendes Anschreiben. Denn dazu müssen Sie die verschiedenen Inhalte miteinander verknüpfen und aufeinander abstimmen. Ihre Stärken müssen Sie auf jeden Fall unterbringen, doch diese lassen sich am besten an Hand von Beispielen verdeutlichen, mit denen Sie auch Ihre Berufserfahrung darstellen können.

Das PS. zum Schluss einer Bewerbung ist zwar kein Muss, wird jedoch auf jeden Fall gelesen und kann Ihnen daher den entscheidenden Vorteil verschaffen. Nähere Informationen dazu finden Sie in unseren Artikeln zum Thema.

Der Lebenslauf

Im Vergleich zum Anschreiben wirkt der Lebenslauf wie eine einfache Pflichtübung. Doch dieser Eindruck täuscht, denn hier gilt die Regel: Die Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn müssen lückenlos – mit Monat und Jahr – aufgeführt sein, doch wo Sie die Schwerpunkte setzen, hängt von der jeweiligen Stelle ab. Ob Sie Ihren tabellarischen Lebenslauf chronologisch oder umgekehrt chronologisch – also mit der neuesten Tätigkeit zuerst – beginnen, ist bis zu einem gewissen Grad Geschmacksache. Eine thematische Gliederung des Lebenslaufes ist bei amerikanischen Firmen zwar gebräuchlich, deutsche Unternehmen haben damit jedoch ihre Probleme.

Auch am Bewerbungsfoto scheiden sich die Geister. Fakt ist: Ein Foto ist nicht zwingend notwendig, gibt Ihrem Lebenslauf – und damit auch Ihrer Bewerbung – jedoch eine persönliche Note. Auf was Sie beim Bewerbungsfoto achten sollten, haben wir hier beschrieben. Jochen Mai bringt es im unten stehenden Video noch mal auf den Punkt.

Zeugnisse und Nachweise

Die alte Formel: “Viel hilft viel” hat in diesem Bereich keine Berechtigung. Legen Sie zu viele Arbeitszeugnisse, Zwischenzeugnisse und Nachweise bei, ist das für Personaler nur zusätzlicher Papierkram der es obendrein schwer macht, die wirklich relevanten Bescheinigungen heraus zu filtern. Beschränken Sie sich daher bitte auf die letzten zwei bis drei Arbeitszeugnisse und die fachlich notwendigen Nachweise und Zertifikate. Alles andere ist zu viel und reduziert Ihre Chancen auf den Job.

Noch mehr Tipps für die perfekte Bewerbung

Zum Schluss haben wir noch einige Artikel für Sie zusammengestellt, die Ihnen bei Ihrer Bewerbung wertvolle Dienste leisten können. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg auf dem Weg zum neuen Job! Die passende Stelle dazu finden Sie übrigens ins unserer Jobbörse.