Krank am Brückentag? Was jetzt zu tun ist

Eine Krankheit kündigt sich nicht vorher an und kommt nie zu einem passenden Zeitpunkt. Grundsätzlich ist das kein Problem: Ein Anruf beim Arbeitgeber, um Bescheid zu sagen und falls nötig zum Arzt. Doch krank am Brückentag? Das bekommt sofort einen negativen Beigeschmack. Einige Mitarbeiter spielen sogar mit dem Gedanken, eine Krankheit am Brückentag zu ignorieren und trotzdem zur Arbeit zu gehen. Keine einfache Situation für Arbeitnehmer, die am Brückentag tatsächlich krank sind. Was sollten Sie tun, um keinen schlechten Eindruck zu erwecken und gleichzeitig an Ihre Gesundheit zu denken? Wir erklären, worauf Sie achten müssen und wo meist das eigentliche Problem liegt, wenn ein Mitarbeiter ausgerechnet am Brückentag krank wird…

Krank am Brückentag? Was jetzt zu tun ist

Krank am Brückentag: Glaubwürdig oder nicht?

Krank am Brückentag – da klingeln bei so manchem Arbeitgeber und Vorgesetzten die Alarmglocken. Statt an einen kranken Mitarbeiter, der sich auskuriert, denken viele zunächst an ein langes Wochenende. Spielt das Wetter mit, wird das möglicherweise noch am Badesee verbracht oder für einen Kurzurlaub am Meer genutzt.

Glaubwürdigkeit ist ein heikles Thema, wenn Sie sich an einem Brückentag krankmelden wollen. Ist der Kollege wirklich so krank, dass er zuhause bleiben muss oder wird der Vorwand, krank am Brückentag zu sein, vielleicht nur genutzt, um die freie Zeit zu verlängern? Das sind zunächst einmal reine Vermutungen und Unterstellungen – doch die Skepsis von Unternehmen ist nicht grundlos entstanden.

Hand aufs Herz: Es hat wohl jeder schon einmal mit dem Gedanken gespielt, den Brückentag anders zu nutzen, auch wenn es mit dem Urlaub nicht geklappt hat. Das wissen natürlich auch Vorgesetzte und Personalabteilungen. Brückentage sind bei fast allen Arbeitnehmern ein beliebter Zeitpunkt, um aus einem einzelnen Urlaubstag das Maximum an freier Zeit und Erholung herauszuholen. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass einige Kollege leer ausgehen und keinen Urlaub genehmigt bekommen, damit die Arbeitsabläufe gesichert sind.

Frust ist dann keine Seltenheit. Manchmal wird im Spaß gesagt Dann bin ich den Brückentag eben krank…, es bleibt jedoch beim bloßen Gedanken. Es wird jedoch auch immer wieder ernst gemacht und so ist es für Arbeitgeber nicht leicht, eine Krankmeldung am Brückentag einzuschätzen.

Krank am Brückentag und trotzdem arbeiten gehen?

Krank am Brückentag gesetzliche Regelung Krankheit langes Wochenende krankmeldenWie der Ruf einer Krankmeldung am Brückentag ist, wissen nicht nur Arbeitgeber. Auch Mitarbeiter sind sich der Wirkung einer solchen durchaus bewusst und befinden sich dann in einer Zwickmühle. Dem Chef Bescheid geben und zuhause bleiben oder sich trotz Krankheit ins Büro schleppen, um keinen negativen Eindruck zu hinterlassen? Schließlich möchte niemand in Verdacht geraten, sich ein verlängertes Wochenende zu verschaffen.

Allerdings sollten Sie nicht zur Arbeit gehen, wenn Sie tatsächlich krank sind. Ihre Gesundheit geht vor, an erster Stelle steht deshalb Ihre möglichst schnelle Genesung. Sollten Sie glauben, dass Ihr Chef diesen Einsatz von Ihnen erwartet, liegen Sie ebenfalls falsch.

Einem guten Chef ist ebenfalls an Ihrer Gesundheit gelegen und er wird nie von Ihnen verlangen oder erwarten, diese zu riskieren. Außerdem hat Ihr falsches Pflichtbewusstsein keinerlei Vorteile. Sie sind angeschlagen, fallen im Anschluss vielleicht noch länger aus, weil Sie sich überlastet haben. Zusätzlich könnten Sie andere Kollegen anstecken.

Daher gilt: Auch wenn Sie ein schlechtes Gewissen plagt, wenn Sie ausgerechnet am Brückentag krank werden, bleiben Sie zuhause und werden Sie wieder gesund.

Krank am Brückentag: Eine Frage des Vertrauens

Oft wird es als problematisch beschrieben, wenn ein Mitarbeiter am Brückentag krank wird. Das tatsächliche Problem liegt dabei jedoch in der Regel viel tiefer und hat nichts mit der aktuellen Situation zu tun. Die entscheidende Frage lautet: Wieso vertraut der Chef seinen Mitarbeitern nicht, sondern unterstellt und vermutet, dass diese sich grundlos krankmelden, um einen zusätzlichen freien Tag genießen zu können?

Zwar ist der Reiz, an einem Brückentag frei zu haben, hinlänglich bekannt, doch nur wenn es am nötigen Vertrauen fehlt, kommt es zu möglichen Vermutungen oder Anschuldigungen.

Wenn Ihr Chef übertrieben reagiert, weil Sie – oder ein Kollege – am Brückentag krank ist, sollten Sie hinterfragen, wie es dazu kommt. Haben Sie ihm einen Anlass gegeben, an Ihrer Glaubwürdigkeit zu zweifeln? So wäre es beispielsweise verständlich, dass Ihr Vorgesetzter Ihnen die Krankmeldung nicht abkauft, wenn Sie im Vorfeld unbedingt Urlaub für diesen Tag haben wollten, dieser aber aus betrieblichen Gründen nicht genehmigt werden konnte.

Oder waren Sie vielleicht schon öfter ausgerechnet am Brückentag krank? Das ist nicht sofort ein Vorwurf, doch wird Ihr Arbeitgeber sicherlich aufmerksam darauf reagieren.

Krank am Brückentag: Das sollten Sie tun

Sie können sich nicht aussuchen, wann Sie krank werden und so erwischt es Sie ausgerechnet am Brückentag. Was jetzt? Grundsätzlich gelten dabei zunächst die gleichen Regeln wie an jedem anderen Tag auch.

Beginnen Sie damit, Ihren Chef so früh wie möglich zu informieren. Rufen Sie an, sobald dieser erreichbar ist, erklären Sie Ihre Situation und geben Sie Bescheid, dass Sie leider nicht arbeiten können.

Die meisten Arbeitgeber verlangen eine Bescheinigung vom Arzt erst ab dem dritten Krankheitstag, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Chef Ihnen nicht glaubt oder Sie von sich aus eine größere Glaubwürdigkeit erzeugen wollen, können Sie mit Ihrem Vorgesetzten auch gleich darüber reden, noch am selben Tag zu gehen und sich ein ärztliches Attest geben zu lassen.

Langfristig hilft vor allem ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef, das auf Vertrauen basiert. Bauen Sie ein solches auf, müssen Sie sich in Zukunft gar keine Gedanken mehr darüber machen, an welchem Tag Sie erkranken.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]
1. Juni 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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