Die Bewerbung für einen Arbeitsplatz - sie muss wie der Deckel für den Topf zum Job und Arbeitgeber passen. Massenschreiben haben praktisch nie eine Chance - geübte Personalentscheider erkennen sie sofort. Der Schlüssel zum Traumarbeitsplatz für Bewerber heißt daher: Unverwechselbarkeit. Das geht schon bei dem korrekten Firmennamen und der Adresse los. Nichts hassen Personaler mehr, als Tippfehler an dieser Stelle - Motto: Will hier arbeiten, aber weiß noch nicht mal, wie wir richtig geschrieben werden... Tödlich! Worauf Sie sonst noch achten sollten und welche kleinen Formulierungs-Tricks Ihre Chancen bei der Bewerbung für einen Arbeitsplatz verbessern...

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Bewerbung für einen Arbeitsplatz: Darauf sollten Sie achten

Es ist leider ein Kardinalfehler, den - Umfragen zeigen das immer wieder - noch zu viele Bewerber machen: Sie formulieren einmal ein Anschreiben und einen Lebenslauf, passen allenfalls Namen und Adresse an und verschicken das Paket an diverse Arbeitgeber.

Nicht nur, dass dabei eben gerne Flüchtigkeitsfehler passieren und das falsche Anschreiben an den Arbeitgeber in spe geht (peinlich!). Die Formulierungen können bei dieser Strategie auch nur allgemein und unpersönlich bleiben, um eben auf alle denkbaren Unternehmen zu passen. Doch genau das erkennen Personaler sofort - und sortieren diese Bewerbungsunterlagen in der Regel sofort aus. Deutlicher kann ein Kandidat schließlich nicht signalisieren, dass er sich gar nicht für das Unternehmen interessiert, sondern nur nach einem Einkommen sucht.

Zudem ist Bewerbung ist nicht gleich Bewerbung. Da gibt es zum Beispiel die Bewerbung um ein(en)...

Dann gibt es die Initiativbewerbung, bei der Sie versuchen, einen Glückstreffer zu landen. Und es gibt die Bewerbung um einen (ganz konkreten) Arbeitsplatz. Einen, den Sie beispielsweise auf unserer Jobbörse Karrieresprung.de gefunden haben.

Zwar sind die Erfolgsstrategien bei jeder Bewerbung im Kern ähnlich. Stärken herausarbeiten, Erfolge vorweisen, Motivation beweisen... Wenn Sie sich aber auf eine genau definierte Stelle (auch Lehrstelle) bewerben, müssen Sie spezifischer werden. Und das geht so...

Bewerbung Arbeitsplatz: So punkten Sie

Es sind oft die Kleinigkeiten und Details, die den Unterschied machen. So ist es auch bei der Bewerbung für einen konkreten Arbeitsplatz: Auch wenn es mehr Mühe macht und mehr Zeit kostet - stellen Sie bei jedem Anschreiben (und in Teilen auch beim Lebenslauf) einen spezifischen Bezug zum potenziellen Arbeitgeber und der anvisierten Stelle her.

Das geht oft schon subtil - hat aber meist große Wirkung. Wir empfehlen dazu zum Beispiel folgende Elemente der Bewerbung:

  • Betreff

    Die Betreffzeile wird gerne stiefmütterlich behandelt. Fehler! Denn sie springt meist als erste ins Auge. Erwähnen Sie hier unbedingt die ausgeschriebene Stelle (oder den Arbeitgeber).

    Beispiel:

    Bewerbung für einen Ausbildungsplatz als Systeminformatiker bei der ABC GmbH

  • Telefonat

    Auch das ist keine schlechte Taktik: Rufen Sie vorab beim Unternehmen an und erkundigen sich höflich, ob die ausgeschriebene Stelle noch frei ist. Bekunden Sie dabei ruhig auch schon Ihr Interesse. Natürlich nur, wenn die Stellenanzeige schon eine Weile online ist - und nicht erst gestern eingestellt wurde.

    Der Trick dabei: Nun können Sie sich in der Bewerbung auf eben dieses Telefonat beziehen - und so schon eine existierende Beziehung suggerieren. Das fällt in die Kategorie vertrauensbildende Maßnahme. Voilà - schon wirken Sie nicht mehr wieder jeder x-beliebige und anonyme andere Bewerber. Beispiel:

    Wie bereits mit Ihnen telefonisch besprochen, bewerbe ich mich hiermit auf die Stelle als Fachmann zum Systemgastronom in Ihrem Unternehmen. Gleichzeitig bedanke ich mich herzlich für das nette Telefonat.

  • Einleitung

    Überhaupt bietet der Einleitungssatz die beste Gelegenheit sofort einen Bezug zum Unternehmen herzustellen. Haben Sie beispielsweise das Unternehmen erst kürzlich auf einer Job- und Karrieremesse kennengelernt, sollten Sie das thematisieren.

    Noch besser, wenn Sie Ihren damaligen Ansprechpartner namentlich erwähnen oder direkt adressieren. Zum Beispiel so:

    Es hat mich riesig gefreut, Sie persönlich auf der XYZ-Messe vergangene Woche kennenzulernen. Der Auftritt Ihres Unternehmens sowie die Gespräche mit Ihrem Mitarbeiter, Herrn Max Muster, haben mich nachhaltig beeindruckt und den Wunsch verstärkt, meine Ausbildung zum _____________ bei Ihnen absolvieren zu wollen. Daher bewerbe ich mich heute...

  • Beschreibung

    Welche Fähigkeiten bringen Sie für die Stelle mit? Über welche Vorbildung, Noten, Zeugnisse und Zusatzkompetenzen verfügen Sie? Hier besteht die Kunst darin, die Schwerpunkte so zu setzen, dass sie genau zur angepeilten Stelle passen.

    Das bedeutet: Wenn Sie in der Schule gute Noten in Englisch und Französisch gesammelt haben und sich als Fremdsprachenkorrespondent bewerben, dann gehört das bitte nach ganz vorne. Wenn Sie hingegen ein artverwandtes Schulpraktikum absolviert haben, dann gehört natürlich das herausgestellt. Wieder ein Beispiel hierzu:

    Aufgrund eines 4-wöchigen Schulpraktikums verfüge ich schon über Vorkenntnisse in der Automobilbranche. Während des Praktikums konnte ich beispielsweise _____________ erlernen/kennenlernen...

  • Motivation

    Umfragen zeigen: Auf diesen Punkt achten Personaler besonders. Warum gerade dieses Unternehmen - warum bewerben Sie sich ausgerechnet hier und für diese Stelle? Das MUSS unbedingt im Bewerbungsanschreiben zum Ausdruck kommen. Und hier reichen natürlich nicht die oben schon erwähnten hohlen Floskeln vom Typ: "...mich reizen vor allem die Herausforderungen des Jobs (welche genau?!) und ihr tolles Betriebsklima (was genau ist denn so reizvoll daran?!)..." Seien Sie also möglichst konkret - auch wenn das bedeutet, dass Sie jedes Anschreiben ein bisschen umschreiben müssen:

    Ich beschäftige mich jetzt schon seit rund drei Jahren mit Fitness (trainiere selbst 6 Stunden pro Woche). Dabei habe ich immer wieder für Ihre Laufschuhe entschieden (aktuell trainiere ich mit dem _____________). Es sind einfach die besten Produkte im Markt. Deshalb reizt es mich auch so, bei Ihnen vielleicht schon in naher Zukunft die nächste Schuhgeneration mitzuentwickeln und so Leidenschaft mit Beruf zu verbinden.

Zusammengefasst: Eine Bewerbung für einen (bestimmten) Arbeitsplatz zeichnet sich vor allem durch Bezugnahmen und Referenzen aus. Diese müssen sich wie ein roter Faden durch das Motivationsschreiben ziehen.

Der Trick gelingt aber auch im Lebenslauf. Klar, können Sie nicht einfach jedes Mal Ihre Vita umschreiben - die ist nun mal so wie sie ist. Aber es ist Ihre Entscheidung und strategische Auswahl, welche Erfolge und bisherigen Erfahrungen Sie im tabellarischen Lebenslauf Sie bei den einzelnen Stationen herausarbeiten und betonen.

Ebenso sind Sie bei der Auswahl Ihrer Interessen und Hobbys relativ frei. Natürlich sollen Sie hierbei nicht lügen. Aber hier gilt nicht das Gebot der Vollständigkeit. Heißt: Was nicht zur Stelle passt oder Ihre Eignung unterstützt, erwähnen Sie auch nicht. So bekommen die passenden Punkte automatisch mehr Gewicht.

Überdies hätten wir noch folgende Tipps für Sie...

Bewerbung für Arbeitsplatz: 4 Bonus-Tipps

  1. Chuzpe

    In der typischen Stellenanzeige wird so manches erwartet: Teamfähigkeit, Einsatz, Zuverlässigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit, etc. Ehrlich? Das ist reines Blabla. Nehmen Sie das nicht so ernst.

    Die Problematik ist folgende: 60 Prozent der Ausbildungsleiter in Betrieben schreiben eine lange Liste mit gewünschten Kompetenzen ins Anforderungsprofil. Das besagt die Studie Azubi-Recruting-Trends von U-Form, einem Anbieter von Eignungstests. Niemand von ihnen aber erwarte, dass ein Bewerber alle Anforderungen auch tatsächlich erfüllt.

    Doch genau das glauben viele. 19 Prozent der Jugendlichen bewerben sich nur dann, wenn sie hinter sämtliche Anforderungen einen Haken setzen können. Knapp 30 Prozent bewerben sich, wenn sie vier von fünf Anforderungen erfüllen.

    Das bedeutet: Die Unternehmen sortieren durch ihre ellenlange Anforderungsprofile nicht die "falschen" Kandidaten aus, sondern die selbstkritischen.

    Für Sie als Bewerber heißt das: Eine Bewerbung hat auch dann Sinn, wenn Sie nicht ALLE Anforderungen, die in der Stellenanzeige aufgelistet sind, erfüllen. Hauptsache, Sie erfüllen die Anforderungen, die für die Stelle wirklich wichtig und unabdingbar sind, sogenannte Hard Skills. Die meisten aber fallen nicht in diese Kategorie, sondern sind eben Soft Skills.

    Also: Nur Mut - und im Zweifel bewerben Sie sich trotzdem!


  2. Fakten

    Jeder mag Komplimente. Machen Sie in Ihrer Bewerbung auch ruhig welche. Zum Beispiel so:

    Bei einem der größten Unternehmen der Stadt zu arbeiten, wäre für mich Herausforderung und Verpflichtung zugleich.

    Oder:

    Ich bin mit der Schokolade aufgewachsen, die Ihr Unternehmen schon seit 100 Jahren in Klosterhausen herstellt. Nun möchte ich selbst mithelfen, sie noch mehr Menschen schmackhaft zu machen.

    Zu viel Süßholzraspelei? Vielleicht. Aber Sie sehen, in welche Richtung das gehen könnte. Denn so können Sie hier und da Fakten über das Unternehmen einbringen - und zeigen: Sie haben sich bereits intensiv mit dem Unternehmen auseinandergesetzt. Klasse, Punkt für Sie!


  3. Unternehmenskultur

    Eine Stellenanzeige ist der Spiegel zur Seele des Unternehmens. Okay, das ist vielleicht ein wenig dick aufgetragen. Aber Rückschlüsse auf den Firmencharakter lässt sie - ansatzweise - schon zu.

    Wie beschreibt das Unternehmen sich selbst in der Anzeige? Ist die Anzeige humorvoll oder staubtrocken? Gibt sich das Unternehmen Mühe bei der Mitarbeitersuche - oder ist das alles nur lästige Pflicht? Welche Details gibt das Unternehmen preis? Wer zwischen den Zeilen liest, kann umso besser darauf eingehen und so natürlich auch subtil einfließen lassen, zur Kultur zu passen.


  4. Flankieren

    Ebenfalls clever: Die Bewerbung durch unterstützende Maßnahmen zu flankieren. Wenn Sie beispielsweise eine Stelle als Chauffeur unbedingt haben wollen, dann garnieren Sie Ihr Xing-Profil doch einfach mit ein paar neuen Angaben: Sie haben einen Führerschein, Ihr Hobby sind Oldtimer (sofern das der Wahrheit entspricht). Treten Sie einer Xing-Gruppe zum Thema Automobile bei. So etwas.

    Wer sich als Azubi in einer Werbeagentur bewirbt, darf gerne schnell noch einen Instagram- oder Snapchat-Kanal auflegen. Auch wenn das aus purer Berechnung geschieht. Sie wollen den Job schließlich. Personaler werden sich die Chance nicht entgehen lassen, Sie zu googeln.

    Als Koch-Lehrling in spé kochen Sie bestimmt gerne in Ihrer Freizeit. Also gerne den Facebook- und Instagram-Auftritt mit "erotischem" Food Porn befüllen. Schöne Kochfotos werden Ihre Chancen auf die Stelle jedenfalls nicht schmälern...

Wir wünschen viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung. Und falls Sie noch mehr Tipps suchen, nutzen Sie gerne die folgenden Dossiers - insbesondere unsere kostenlosen Bewerbungsmuster und Lebenslaufvorlagen...

[Bildnachweis: sirtravelalot by Shutterstock.com]

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