Falls Sie gerade arbeitslos sind: Haben Sie Freunde mit einem Job? Besser wär’s! Denn Arbeitslose, deren beste Freunde einen Job besitzen, finden schneller eine neue Stelle, so das Ergebnis einer empirischen Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), für die die Forscher die Daten von mehr als 3000 Nichtbeschäftigten auswerteten. Demnach steigt die Chance auf einen neuen Job mit jedem nicht-arbeitslosen Freund um durchschnittlich 3,7 Prozentpunkte.
Im Schnitt fand jeder fünfte innerhalb eines Jahres eine neue Anstellung. Waren die drei besten Freunde ebenfalls arbeitslos, lag die Erfolgsquote jedoch schon bei unter zehn Prozent. Gingen alle drei einer Beschäftigung nach, erhöhte sich die Chance hingegen auf fast 30 Prozent.
Die Erklärung der Wissenschaftler: Der soziale Druck durch die beschäftigten Freunde erhöhe die eigenen Anstrengungen bei der Jobsuche. Auch der Mangel an gemeinsamen Freizeitaktivitäten könne motivieren. Vor allem aber der Informationsvorsprung durch Freunde, die auf offene Stellen hinweisen, sei ein maßgeblicher Erfolgsfaktor bei der Jobsuche: Tatsächlich waren die erzielten Löhne höher und die Arbeitsverhältnisse stabiler, je mehr Freunde einer Beschäftigung nachgingen.
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Lars Hahn
Logisch, außerdem: Ein Netzwerk unter Menschen ohne Arbeit führt tendenziell zu Menschen ohne Arbeit. Ein Netzwerk unter Menschen mit Arbeit…
Jochen Mai
So logisch finde ich das gar nicht. Denn es geht ja um Leute, die zunächst einen Job haben und dann arbeitslos werden. Insofern sind Ursache und Wirkung anders, als Sie das dargestellt haben. Erst existiert ein Beschäftigungsverhältnis, darum entwickelt sich ein Netzwerk, das sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein kann und daher kausal noch gar nicht auf die spätere Jobsuche ausgerichtet. Dann folgt die Arbeitslosigkeit – und erst jetzt zeigt sich, welche Wirkung die jeweilige Zusammensetzung des Netzwerkes entfaltet. Das ist ein kleiner, aber wesentlicher Unterschied in der Interpretation der Kausalität.
Lars Hahn
Sie haben natürlich recht: Erst in der Krise zeigt sich die Tragfähigkeit eines vorhandenen Netzwerkes.
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