Fortschritt braucht Konstanz

Ich erinnere mich noch gut an den Science-Fiction-Film Stargate von Regisseur Roland Emmerich. Darin finden Wissenschaftler an einem alten, ägyptischen Ringtor sieben Symbole, wissen aber nicht so recht, was sie damit anfangen sollen. Bis zu der Schlüsselszene in der einer der Hauptdarsteller (James Spader) ihnen erklärt, es handele sich hierbei um Reisekoordinaten: In jedem dreidimensionalen Raum braucht man sechs Punkte, um das genaue Ziel zu lokalisieren – und einen siebten, konstanten für den Kurs. Oder anders gesagt: Wenn man nicht weiß, woher man kommt, kann man auch kein Ziel ansteuern…

Fortschritt braucht Konstanz

Kein erfolgreicher Fortschritt ohne Erfahrung

Wie wahr! Neuland zu entdecken, ist ein großartiges Abenteuer. Dabei meinen manche, Fortschritt und Konstanz schließen sich aus. Fehler!

Denken Sie nur an Unternehmen:

  • Ihre Konstanten sind ihre Marke, ihre Symbole, ihre Kultur, ihre Werte. Intern sorgen sie für Orientierung. Die Mitarbeiter können sich damit identifizieren, neue Mitarbeiter werden mit ihrer Hilfe besser integriert.
  • Nach außen wiederum wirken sie vertrauensbildend, helfen, sich vom Wettbewerb abzusetzen und bieten den Kunden ebenfalls die Chance zur Identifikation.

Beispiel Coca-Cola – eine der stärksten und bekanntesten Marken der Welt. Es wäre töricht, den unikaten Schriftzug, die typische Flaschenform grundlos auszutauschen, nur um Fortschritt zu symbolisieren. Coke hat das einmal versucht: Es war ein Mega-Flop, die Kunden protestierten. Seitdem bringt das Unternehmen zwar immer wieder neue Brausen auf den Markt, die Marke aber bleibt konstant.

Wolfgang Momberger, Chef der Markenberatung Brandnet, gab zu dem Thema einmal ein Interview in der WirtschaftsWoche und berichtete, dass die Erfolgsquote neu eingeführter Produkte bei Procter & Gamble bei über 75 Prozent liegt. Andere Unternehmen würden hierzuande im Schnitt nur 30 Prozent erreichen.

Der Unterschied sei, dass Procter & Gamble alle Erfahrungen aus bisherigen Einführungen penibel dokumentiere und allen relevanten Mitarbeitern zugänglich mache. So begehen sie denselben Fehler nicht zweimal.

Oder kurz: Kein erfolgreicher Fortschritt ohne Erfahrung. Was nutzen Ihnen sechs schöne Strategien mit wichtigen Zielen, wenn Sie keine Konstante haben, die Ihnen die richtige Richtung weist?

Wessen Wurzeln tief reichen, der braucht den Wind nicht fürchten - Sprichwort - Lebensweisheit

Orientierungssinn: Wissen, woher man kommt

Die Erkenntnis lässt sich sogar auf die persönliche Karriere übertragen:

  • Sie können ohne weiteres ab und an die Richtung auf dem Lebensweg, Ihren Beruf, Ihre Position wechseln – egal, ob rauf, runter oder seitwärts. Ohne Konstanten aber geraten Sie ins Schleudern.
  • Bei aller Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sollten Sie sich stets ein paar Werte überlegen, für die Sie stehen wollen und womit andere Menschen Sie identifizieren.

Nur so werden Sie zu einer Integrationsfigur, einem Freund und Kollegen, den man achtet und dem man vertraut, weil er über eine Eigenschaft verfügt, die heute hoch geschätzt wird: Authentizität.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
10. Dezember 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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