Definition: Was ist das Erfolgssyndrom?
Das Erfolgssyndrom ist ein Phänomen, das in Unternehmen und Organisationen auftritt und zwei unterschiedliche Ausprägungen haben kann:
-
Unternehmen
Für Unternehmen beschreibt das Erfolgssyndrom, wie diese aufgrund eines langanhaltenden Erfolgs selbstgefällig und arrogant werden. Sie entwickeln dadurch einen starken Blick nach innen und werden blind für notwendige Innovationen und Veränderungen (siehe: Ikarus-Effekt).
-
Mitarbeiter
Auf Arbeitnehmerebene beschreibt das Erfolgssyndrom das Phänomen, dass besonders leistungsstarke und kompetente Mitarbeiter aufgrund ihrer guten Arbeit mit noch mehr Aufgaben belastet werden. Weil die Top-Performer als zuverlässig gelten, bekommen sie stetig mehr Arbeit, ohne dass ihre bisherigen Aufgaben reduziert werden.
Hinter dem Erfolgssyndrom steckt damit die dunkle Seite des Erfolgs – und die Erkenntnis, dass sich gute Leistung nicht nur auszahlt, sondern teils eher noch bestraft wird.
Collaborative Overload
Erstmals beschrieben wurde das Erfolgssyndrom von Rob Cross, einem Professor an der Universität von Virginia in einem Gastartikel in der „Harvard Business Review“. Cross nannte das Phänomen auch „Collaborative Overload„.
Wie wirkt sich das Erfolgssyndrom aus?
Das Erfolgssyndrom sorgt nicht nur für eine ungleiche Verteilung der Arbeitslast sowie zunehmend unrealistische Erwartungen an Leistungsträger. Es hat auch zahlreiche Nachteile und negative Folgen für Mitarbeiter und Unternehmen:
- Verminderte Produktivität
- Chronische Überbelastung
- Erhöhtes Burnout-Risiko
- Frustration & Kündigung
Nachteile für Mitarbeiter:
- Hohe Fluktuation
- Verlust wertvoller Talente
- Geringere Teamleistung
- Mehrkosten für Neueinstellungen & Einarbeitung
Nachteile für Unternehmen:
Was das Erfolgsyndrom so gefährlich macht, ist die zunehmende Ungleichbehandlung und Bestrafung von Spitzenleistungen. Gute Mitarbeiter machen das nicht lange mit und wandern irgendwann ab. Übrig bleibt im Unternehmen Mittelmaß – und diese Mitarbeiter schieben nur noch Dienst nach Vorschrift, weil sie gelernt haben: Mehrarbeit lohnt sich nicht.
Was lässt sich gegen das Erfolgssyndrom tun?
Ist Mitarbeitern wie Führungskräften das Erfolgssyndrom bewusst, ist bereits ein großer Schritt zur Lösung getan. Weitere wichtige Schritte sind:
- Gerechtere Verteilung der Arbeit
- Realistische Zielsetzung und Zielvereinbarungen
- Faire Anerkennung und Wertschätzung für Leistungen
- Ermöglichen der Aufgabendelegation bei Überlastung
- Förderung von Teamarbeit und Wissensaustausch
- Regelmäßige Kontrolle der Arbeitsverteilung
Um das Erfolgssyndrom zu verhindern, müssen vor allem die Führungskräfte aktiv eingreifen, die Arbeit gerechter verteilen und eine Kultur der Wertschätzung und des ausgewogenen Arbeitseinsatzes fördern.
Was andere dazu gelesen haben