Erfolgssyndrom: Wer gut ist, bekommt noch mehr Arbeit

Erfolg hat nicht nur Vorteile. Das Erfolgssyndrom beschreibt die gefährliche Kehrseite, die nicht nur Unternehmen belastet, sondern vor allem die fleißigen und besonders leistungsstarken Mitarbeiter. Was hinter dem Syndrom steckt und was Sie dagegen tun können…

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Definition: Was ist das Erfolgssyndrom?

Das Erfolgssyndrom ist ein Phänomen, das in Unternehmen und Organisationen auftritt und zwei unterschiedliche Ausprägungen haben kann:

  1. Unternehmen

    Für Unternehmen beschreibt das Erfolgssyndrom, wie diese aufgrund eines langanhaltenden Erfolgs selbstgefällig und arrogant werden. Sie entwickeln dadurch einen starken Blick nach innen und werden blind für notwendige Innovationen und Veränderungen (siehe: Ikarus-Effekt).

  2. Mitarbeiter

    Auf Arbeitnehmerebene beschreibt das Erfolgssyndrom das Phänomen, dass besonders leistungsstarke und kompetente Mitarbeiter aufgrund ihrer guten Arbeit mit noch mehr Aufgaben belastet werden. Weil die Top-Performer als zuverlässig gelten, bekommen sie stetig mehr Arbeit, ohne dass ihre bisherigen Aufgaben reduziert werden.

Hinter dem Erfolgssyndrom steckt damit die dunkle Seite des Erfolgs – und die Erkenntnis, dass sich gute Leistung nicht nur auszahlt, sondern teils eher noch bestraft wird.

Collaborative Overload

Erstmals beschrieben wurde das Erfolgssyndrom von Rob Cross, einem Professor an der Universität von Virginia in einem Gastartikel in der „Harvard Business Review“. Cross nannte das Phänomen auch „Collaborative Overload„.

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Wie wirkt sich das Erfolgssyndrom aus?

Das Erfolgssyndrom sorgt nicht nur für eine ungleiche Verteilung der Arbeitslast sowie zunehmend unrealistische Erwartungen an Leistungsträger. Es hat auch zahlreiche Nachteile und negative Folgen für Mitarbeiter und Unternehmen:

    Nachteile für Unternehmen:

  • Hohe Fluktuation
  • Verlust wertvoller Talente
  • Geringere Teamleistung
  • Mehrkosten für Neueinstellungen & Einarbeitung

Was das Erfolgsyndrom so gefährlich macht, ist die zunehmende Ungleichbehandlung und Bestrafung von Spitzenleistungen. Gute Mitarbeiter machen das nicht lange mit und wandern irgendwann ab. Übrig bleibt im Unternehmen Mittelmaß – und diese Mitarbeiter schieben nur noch Dienst nach Vorschrift, weil sie gelernt haben: Mehrarbeit lohnt sich nicht.

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Was lässt sich gegen das Erfolgssyndrom tun?

Ist Mitarbeitern wie Führungskräften das Erfolgssyndrom bewusst, ist bereits ein großer Schritt zur Lösung getan. Weitere wichtige Schritte sind:

Um das Erfolgssyndrom zu verhindern, müssen vor allem die Führungskräfte aktiv eingreifen, die Arbeit gerechter verteilen und eine Kultur der Wertschätzung und des ausgewogenen Arbeitseinsatzes fördern.


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