Bewerbungsmappe: Tipps zu Aufbau, Reihenfolge, Inhalt

Die perfekte Bewerbungsmappe ist die Eintrittskarte zum Job. Sie gilt vielen Personalern als eine Art erste Arbeitsprobe und übergroße Visitenkarte. Gut 30 Prozent der Arbeitgeber bevorzugen noch immer diese Art der Bewerbung. Wer einen guten ersten Eindruck in der Bewerbung landen will, sollte seine Bewerbungsmappe sorgfältig auswählen, zusammenstellen und optimieren.

Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie mit dem richtigen Aufbau und Inhalt, der korrekten Reihenfolge der Bewerbungsunterlagen und einem hochwertigen Material punkten. Gut strukturierte Unterlagen hinterlassen nicht nur einen professionellen Eindruck. Sie erhöhen ebenso Ihre Chancen auf die Einladung zum Vorstellungsgespräch bei Ihrem Wunscharbeitgeber. Achten Sie also auf diese Details…

Bewerbungsmappe: Tipps zu Aufbau, Reihenfolge, Inhalt

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Was ist eine Bewerbungsmappe?

Die Bewerbungsmappe ist die vollständige Zusammenstellung aller relevanter Bewerbungsunterlagen in einer standardisierten Reihenfolge. Sie umfasst Pflichtteile wie Anschreiben, Lebenslauf (mit Bewerbungsfoto) und Zeugnisse. Hinzu kommen freiwillige Anlagen wie Deckblatt, Motivationsschreiben, Empfehlungsschreiben oder Referenzen und Arbeitsproben. Alle Bestandteile dieser Sammlung werden in die Mappe geheftet. Mit Ausnahme des Anschreibens. Das liegt immer (lose) obenauf.

Die klassische Bewerbungsmappe auf Papier wird individuell für jede Bewerbung zusammengestellt und per Post – ungefaltet (C4 Umschlag) – verschickt. Falls Sie sich auf einer Jobmesse bewerben, können Sie die Mappe Ihrem Ansprechpartner auch persönlich überreichen.

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Bewerbungsmappe Aufbau: Richtige Reihenfolge

Eine vollständige Bewerbungsmappe – mit Ausnahme einer sogenannten Kurzbewerbung – besteht aus folgenden Unterlagen, in dieser Reihenfolge:

Bewerbungsmappe Aufbau Reihenfolge

Das Beispiel für die korrekte Reihenfolge einer vollständigen Bewerbungsmappe können Sie sich als Merkhilfe (oder Checkliste) gerne HIER als PDF kostenlos herunterladen.

Die Reihenfolge der Unterlagen im Detail:

1. Anschreiben

Das Anschreiben ist der Auftakt Ihrer Bewerbung. Es liegt lose oben auf der Bewerbungsmappe. Hierin geht es um Ihre Motivation (für den Job und den Arbeitgeber) und Ihre Persönlichkeit. Das Bewerbungsschreiben sagt dem Personaler, warum Sie für dieses Unternehmen arbeiten wollen, welchen besonderen Mehrwert Sie bieten und was Sie von anderen Bewerbern unterscheidet. Je mehr Sie sich vorab über den Arbeitgeber und die angestrebte Position informieren, desto besser lassen sich diese Punkte kompakt und überzeugend auf einer DIN A4-Seite formulieren.

Anschreiben an der Bewerbungsmappe befestigen?

Es ist zulässig – insbesondere bei einfachen, aufklappbaren Bewerbungsmappen aus Karton – das Anschreiben obenauf mit einer Büroklammer zu befestigen. So kann es nicht verrutschen. Der ordentliche Eindruck bleibt bestehen, und der Personaler hat die Freiheit, ohne großen Aufwand die Unterlagen durchzusehen, einzeln zu betrachten oder zu kopieren.

2. Deckblatt (optional)

Das Deckblatt ist ein freiwilliger Zusatz zur Bewerbung. Ob Sie es der Bewerbungsmappe beifügen, bleibt Ihnen überlassen. Es kann Ihre Bewerbung jedoch abrunden und gibt Ihnen ein paar Gestaltungsoptionen – etwa für ein größeres Bewerbungsfoto (das dann aber im Lebenslauf weggelassen wird. Keine Dopplungen!). Alternativ geht auch eine sogenannte Dritte Seite. Damit ist eine Art Kurzprofil gemeint, das Ihre Qualifikation und Motivation zusammenfasst. Auch diese Seite ist nicht zwingend erforderlich, kann aber sinnvoll sein.

3. Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf in antichronologischer Form (aktuelle Position zuerst) ist heute Standard und das Herzstück Ihrer Bewerbung. Er darf unter keinen Umständen fehlen und wird oft sogar zuerst gelesen. Im beruflichen Werdegang sind alle bisherigen Positionen und Jobs lückenlos aufgeführt. Zur Laufbahn kommen noch die Ausbildung, besondere Kenntnisse (Fremdsprachen, EDV-Kenntnisse, etc.) sowie Interessen und Hobbys.

Achten Sie beim Lebenslauf auch auf einige Formalia: Der CV muss im Kopf der Seite persönliche Angaben (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und -ort) enthalten. Am Ende muss der Lebenslauf mit Ort, Datum und handschriftlicher Unterschrift abgeschlossen werden. Insgesamt sollte der Lebenslauf zwischen einer und maximal drei DIN A4-Seiten umfassen.

Seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) müssen Sie dem Lebenslauf kein Bewerbungsfoto mehr beifügen. Aus unserem Arbeitgebercheck wissen wir aber, dass es in den meisten Unternehmen noch immer gerne gesehen wird.

4. Motivationsschreiben (optional)

Manche Bewerbungsmappen enthalten ein Motivationsschreiben, was auch als „Dritte Seite“ oder „Kurzprofil“ bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen freiwilligen Zusatz zur Bewerbung. Ziel des Motivationsschreibens ist, dem Personaler einen schnellen Überblick über Ihre Eignung und Motivation für diese Stelle zu verschaffen. Gern genutzte Überschriften sind: „Das zeichnet mich aus“, „Darum sollten Sie mich einstellen“, „Warum ich mich bei Ihnen bewerbe“.

5. Anlagen

Unter die Anlagen in der Bewerbungsmappe fallen Ausbildungs-, Hochschul- und Arbeitszeugnisse sowie Zertifikate über Fortbildungen und Arbeitsproben (falls verlangt). Für die Ausbildungsnachweise gilt: Wer mehr als fünf Jahre Berufserfahrung hat, braucht seiner Bewerbung keine Schulzeugnisse mehr beifügen. Hier ist allenfalls noch das Hochschulzeugnis oder der Ausbildungsabschluss per Kopie nachzuweisen. Die Zeugnisse sollten Sie in der Reihenfolge in die Mappe einfügen, in der diese im Anlagenverzeichnis am Ende des Anschreibens oder auf Ihrem Deckblatt aufgelistet wurden. Ist Ihr Lebenslauf im „amerikanischen Stil“ (also „antichronologisch“) aufgebaut, empfiehlt es sich auch die Anlagen nicht chronologisch, sondern ebenfalls mit der aktuellsten Position zuerst zu sortieren.


Tipp: Keine doppelseitigen Unterlagen!
Vermeiden Sie in Ihrer Bewerbungsmappe bitte doppelseitig bedruckte Unterlagen. Manche Personaler kopieren die Bewerbungsunterlagen und nutzen dazu den Einzelblatteinzug. Dumm, wenn dadurch Informationen auf der Rückseite verloren gehen. Außerdem wird der doppelseitige Druck latent geizig. Wenn Sie dann noch billiges, dünnes Papier wählen, scheint beim Lesen oft die Rückseite durch. Das sieht hässlich aus.


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Bewerbungsmappe Auswahl: Arten und Formate

Auf dem Markt werden inzwischen unterschiedliche Arten von Bewerbungsmappen angeboten. Als Entscheidungshilfe stellen wir Ihnen im Folgenden die gängigsten Formen im Überblick vor:

Klemmordner aus Kunststoff oder Karton

Bewerbungsmappe Muster Beispiel 2 Teilig Klemmhefter

Vorteile

  • Günstiger Preis.
  • Einfaches Handling.
  • Kann leicht mit C4-Umschlag versendet werden.
  • Beliebt, weil Unterlagen leicht herausgenommen werden können.
  • Durchsichtiges Deckblatt erlaubt schnellen Blick auf den Lebenslauf.

Nachteile

  • Wirkt leider oft billig und nach Massenbewerbung.
  • Schlecht konstruierte Klemmen behindern das Umblättern.
  • Zu breite Klammern verhindern, dass man die Buchstaben links lesen kann.
  • Kunststoff ist nicht umweltfreundlich.

Bewerbungsmappe mit Klemmschiene aus Pappe

Eine Variante des klassischen Klemmordners (mit Clip) stellt die Bewerbungsmappe mit Klemmschiene dar:

Bewerbungsmappe Muster Beispiel 2 Teilig Klemmschiene

Vorteile

  • Kompaktes Mappendesign.
  • Kostengünstig.
  • Kann leicht mit C4-Umschlag versendet werden.
  • Mäßig einfach zu handhaben.
  • Unterlagen können leicht herausgenommen werden.

Nachteile

  • Unterlagen müssen oft herausgenommen werden.
  • Wirkt schnell billig – insbesondere bei Kunststoff.
  • „Besserer“ Schnellhefter.
  • Schlechte Verarbeitung behindert das Zurückheften.

Tipp: Klemmschiene vorab weiten
Manche Bewerber sind unerfahren mit Klemmschienen. Die Bewerbungsunterlagen in diese Bewerbungsmappen hineinzuschieben, erfordert eine gewisse Fingerfertigkeit. Oder Knicke und Risse können die Folge sein. Wir empfehlen deshalb vorab die Klemmschiene geringfügig zu weiten. Zum Beispiel mit Schmierpapier oder einem Stück Pappe, das Sie mehrfach durchziehen. Danach erst kommen die eigentlichen Bewerbungsunterlagen zum Einsatz.

Zweiteilige Bewerbungsmappe mit Sichtfenster

Bewerbungsmappe Muster Beispiel Sichtfenster

Vorteile

  • Das Sichtfenster bietet einen hohen Wiedererkennungswert.
  • Der Personaler bekommt dank des Sichtfensters einen schnellen ersten Eindruck.
  • Anschreiben und Lebenslauf lassen sich hier nebeneinander lesen.
  • Die Bewerbungsmappe bleibt kompakt.

Nachteile

  • Die Bewerbungsmappe gilt vielen Personalern als unhandlich.
  • Für konservative Branchen zu ausgefallen.

Dreiteilige Bewerbungsmappe aus Karton

Bewerbungsmappe Muster Beispiel 3 Teilig Karton
Bewerbungsmappe Muster Beispiel 3 Teilig Reihenfolge Alternative

Vorteile

  • Gibt schnellen Überblick, Lebenslauf und Zeugnisse lassen sich nebeneinander lesen und vergleichen.
  • Das Anschreiben kann auch in der Mappe befestigt werden.
  • Bewerbungsmappen aus Karton sind haptisch angenehm und wirken hochwertig.
  • Die Bewerbungsmappe bietet Platz für ein zusätzliches Deckblatt.

Nachteile

  • Einige Personaler finden diese Mappe unhandlich, weil sie zweimal aufgeklappt werden muss.
  • Je nach angestrebter Position kann diese Form überdimensioniert wirken.

Sonderform: Quadratische Bewerbungsmappe

Bewerbungsmappe Muster Beispiel Sonderform Quadrat

Vorteile

  • Die ungewöhnliche Form sorgt für hohe Aufmerksamkeit und Wiedererkennung.
  • Die Form macht neugierig und wird intensiver gelesen, weil Informationen anders als gewohnt angeordnet sind.
  • Eignet sich gut für kreative Berufe und Branchen.

Nachteile

  • Die quadratische Form benötigt auch einen Zuschnitt des bedruckten Papiers und Blattformats (Anschreiben, Lebenslauf).
  • Konventionelle Bewerbungsmuster lassen sich nur schwer für diese Bewerbungsmappe nutzen. Standards benötigen einen neuen Platz.
  • Zeugnisse passen nicht in die Mappe und müssen skaliert und „klein-kopiert“ werden.

Dasselbe gilt natürlich auch für andere Sonderformate wie zum Beispiel die „Bewerbungsmappe im Querformat“.

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Bewerbungsmappe Farbe: Was kommt am besten an?

Bewerbungsmappen – ob nun Schnellhefter, Klemmhefter oder dreiteilige Kartonmappe – werden im Handel in zahlreichen Farben angeboten. Zum Standard-Sortiment zählen gedeckte Farben, wie: Schwarz, Dunkel- oder Hellgrau, Dunkelblau und Weinrot. Für welche Farbe Sie sich entscheiden, ist letztlich Geschmackssache. Unsere Empfehlung: Wählen Sie eine Farbe, die der Logo-Farbe des künftigen Arbeitgebers besonders nahe kommt. So deuten Sie suggestiv an, schon dazu zu gehören. Wahre Profis stimmen auch die restlichen Farben Ihrer Bewerbungsunterlagen (Schriftfarben, Hintergrund des Bewerbungsfotos, etc.) darauf ab. So wirkt das gesamte Design wie aus einem Guss und passend zum Wunscharbeitgeber.

Bewährt haben sich (in der einfachen Variante) auch Bewerbungsmappen mit einem transparenten Deckblatt, sodass das Bewerbungsanschreiben sowie Ihr Name und die Kontaktdaten sofort sichtbar sind. Dahinter werden dann die anderen Unterlagen geheftet, geklemmt oder gelocht. Machen Sie es dem Personaler beim Schmökern generell so leicht wie möglich. Auch der hat kaum Lust, Ihr kreatives Gebilde nachher wieder mühsam zusammenzubauen.

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Bewerbungsunterlagen ausdrucken: Welche Qualität?

Mit jeder Bewerbungsmappe verschicken (oder überreichen) Sie eine Art Visitenkarte von sich. Darin steckt Ihre gesamte Laufbahn, Ihre bisherige Karriere – und die Zukunft. Entsprechend sorgfältig sollte Sie nicht nur die Mappe, den Karton oder die Farben wählen. Wer sich Mühe mit Anschreiben und Lebenslauf macht, sollte nicht am Druck sparen.

Laserdrucker plus Farbe

Wenn Sie Ihr Anschreiben, Deckblatt, den Lebenslauf samt digitalem Bewerbungsbild selbst ausdrucken, ist eine hohe Qualität und Druckschärfe keine Option. Sie ist Pflicht. Achten Sie darauf, dass der Drucker exakt die Farben trifft, die Sie am Bildschirm ausgewählt haben. Ebenso sollte der Drucker einen randlosen Druck ermöglichen. Die Funktion sorgt dafür, dass später keine zuvor definierten Seitenränder im Design abgeschnitten werden. Vor allem aber das Bewerbungsfoto sollte perfekt zur Geltung kommen. Pixel oder verschmierte Kontraste wirken leider sofort billig und werten Sie selbst ab. Die beste Wahl für den Druck der Bewerbungsinhalte ist daher ein Farblaserdrucker. Im Zweifel lassen Sie Ihre Unterlagen lieber in einer professionellen Druckerei drucken.

Hochwertiges Papier

Auch der beste Drucker kann auf billigem Kopierpapier nicht zaubern. Da bei der Bewerbung nicht nur das Auge (Optik) subtil entscheidet, sondern auch die Haptik, sollten Sie auf hochwertiges Papier Wert legen. Achten Sie daher auf hochwertiges Papier. Standard-Druckerpapier wiegt 80 Gramm pro Blatt. Höhere Qualitäten wiegen 90 bis 100 Gramm. Wer bereit ist, so viel in seine berufliche Zukunft zu investieren, verleiht seiner Bewerbung buchstäblich mehr Gewicht. Auch wenn es nur 20 Gramm Unterschied sind – man spürt ein 100-Gramm-Papier sofort in der Hand. Es strahlt Wertigkeit aus – viel mehr als die typischen 80 Gramm bei Standardpapier.

Bewerbungsumschlag beschriften und versenden

Klassisch werden Bewerbungsunterlagen NICHT gefaltet, sondern kommen in einen sogenannten C4 Umschlag mit Sichtfenster (ohne Sichtfenster geht auch) – idealerweise mit verstärktem Papprücken. Weil das Anschreiben immer in der Bewerbungsmappe obenauf liegt, sitzt dort die Zieladresse bereits an der richtigen Stelle (jedenfalls wenn Sie Ihr Anschreiben nach DIN 5008 für Geschäftsbriefe gestaltet haben). In dem Fall schieben Sie die Bewerbungsunterlagen nur noch in den C4 Umschlag, und die Firmenanschrift erscheint im Sichtfenster.

Bewerbung Umschlag C4 Anleitung Grafik

Wer mag, kann auf den C4 Umschlag auch nochmal groß das Wort „Bewerbung“ drucken. So mancher Zusteller behandelt die Unterlagen dann vielleicht etwas vorsichtiger. Auch die Poststelle des Empfängers weiß den Brief sofort besser zuzuordnen. Damit dort Ihre Absender-Adresse zu lesen ist (falls die Unterlagen aus irgendeinem Grund nicht zustellbar sein sollten), empfiehlt es sich, diese in kleinerer und grauer Schrift über die Firmenanschrift beziehungsweise Empfänger-Adresse zu positionieren. Das sieht zudem professionell aus. Vergessen Sie bitte nicht, den Umschlag ausreichend zu frankieren. Die Briefmarken kommen übrigens rechts oben auf den Umschlag. Das Porto für den Versand und C4 Umschlag können Sie bei der Post online ermitteln.

TIPP: Die Bewerbungsmappe bitte nicht als Einschreiben versenden. Das wirkt latent aufdringlich.


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Bewerbungsmappe kaufen: Welche ist die richtige?

Die Digitalisierung macht auch vor dem Recruiting kein Halt. Vor allem große Konzerne wollen heute keine Papier-Bewerbung mehr. Sie setzen auf die Online-Bewerbung per Internet-Formular oder E-Mail. Lassen Sie sich davon aber nicht verunsichern. Zahlreiche Mittelständler und Behörden nutzen nach wie vor eine gedruckte Bewerbungsmappe. Und der Mittelstand insgesamt gilt als größter Arbeitgeber Deutschlands. Für kleinere Betriebe lohnt sich oftmals der Einsatz komplexer Rekrutierungssoftware nicht – schon gar nicht bei ein bis drei Besetzungen pro Jahr. Informieren Sie sich daher bitte vor dem Kauf und Erstellen der Bewerbungsmappe über die Vorlieben Ihres Wunscharbeitgebers und jeweiligen Unternehmens.

Generell aber gilt: Um sich mit Ihren Bewerbungsunterlagen positiv von der Masse abzuheben, sollten Sie bei der Bewerbungsmappe nie (am falschen Ende) sparen. Qualität und Sorgfalt haben immer Vorrang. Bewerbungsmappen, die unordentlich oder unvollständig sind, werden meist aussortiert. Verschicken Sie bitte auch nie eine Loseblattsammlung. Alle Bewerbungsunterlagen gehören in eine entsprechende DIN-A4 große Mappe. Auch von allzu auffälligen (bis aufdringlichen) Designs raten wir ab. Ebenso von grellen (Neon-)Farben und Klarsichthüllen.

Einsatz bestimmt die Form der Bewerbungsmappe

Folgende Faktoren sollten beim Kauf der Bewerbungsmappe eine Rolle spielen:

Position
Auf welche Stelle bewerben Sie sich? Bewerben Sie sich auf eine Lehrstelle oder als Aushilfe? Dann ist ein einfacher Klemmhefter völlig ausreichend. Für Berufe mit akademischer Vorbildung sind meist hochwertige Mappen, etwa eine dreiteilige Bewerbungsmappe (mit und ohne Sichtfenster) aus Karton angebrachter. Sie sind teurer, wirken dafür hochwertiger. Führungskräfte sollten erst recht auf hochwertigen Karton achten.

Bewerbungsart
Auch die Bewerbungsstrategie wird Ihre Entscheidung beeinflussen: Will ich meine Bewerbungen möglichst zahlreich versenden und die Kosten gering halten? Oder möchte ich mich gezielt und initiativ bewerben? Letzteres spricht für hochwertige Materialien.

Persönlichkeit
Ihr persönlicher Geschmack darf ebenso einfließen. Schließlich soll die Bewerbungsmappe Ausdruck Ihrer Persönlichkeit sein. Die Eine findet Mappen aus Pappe schick, andere bevorzugen die robusteren Bewerbungsmappen aus Plastik.

Ansprüche
Überdies sind die Wünsche der Personalentscheider zu berücksichtigen: Welche Standards gibt es für diese Branche und Position? Wenn Sie vor Ihrer Bewerbung in der Personalabteilung anrufen, dürfen Sie am Rande des Gespräches ruhig fragen, ob ein bestimmter Stil bevorzugt wird. Manche Personaler mögen Klemmhefter lieber, weil sie die Unterlagen so leichter aus der Mappe herausnehmen können. Andere bevorzugen etwas Abgeheftetes mit dem Charakter einer Akte. Und wieder andere schätzen dreiteilige Mappen, weil hier der Lebenslauf und die Arbeitszeugnisse nebeneinander präsentiert werden.

Als Faustregel für die Auswahl der Bewerbungsmappe können Sie sich merken: Je anspruchsvoller der Job und je höher dotiert die Stelle ist, desto hochwertiger sollte die Bewerbungsmappe sein. Und: Karton ist für die meisten Menschen angenehmer anzufassen als Kunststoff.

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Bewerbungsmappe Fehler

Die Bewerbungsmappe ist Werbung in eigener Sache. Sie gibt einen ersten Eindruck von Ihnen, Ihrer Arbeitsweise und Sorgfalt. Nicht zuletzt zeigt die Mappe, wie Sie sich selber sehen und darstellen. Wer hier schlampig agiert, schadet sich massiv. Der Gedanke dahinter: Wer sich schon für sich selbst und seine Zukunft keine Mühe gibt, wird für andere kaum besser arbeiten. Folgende Bewerbungsmappen-Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Achten Sie darauf, dass keine Rechtschreib- und Grammatikfehler enthalten sind.
  • Achten Sie darauf, dass keine Eselsohren, Flecken oder verwischte Tinte auf den Unterlagen sind.
  • Wählen Sie eine klare und gut lesbare Schrift, wie „Georgia“ oder „Helvetica“.
  • Überprüfen Sie, ob die Bewerbungsmappe alle Unterlagen enthält, die Sie im Anlageverzeichnis auflisten.
  • Achten Sie darauf, dass der Name und die Adresse des Empfängers stimmen und richtig geschrieben sind (Ihre Kontaktdaten natürlich auch).
  • Schicken Sie Zeugnisse nur in Kopie mit und nicht als Original. Bewerbungsunterlagen können auch schon mal verloren gehen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Unterlagen aktuell sind, auch das Bewerbungsfoto.

Manchem mag die Liste banal vorkommen. Sie ist es leider nicht. Immer wieder bescheinigen Umfragen Bewerbern mangelhafte Bewerbungsunterlagen und -mappen. Tatsächlich enthält jede fünfte Bewerbung immer noch Rechtschreib- oder Tippfehler. Für Personalchefs sind diese nicht nur ein Ärgernis. Oft sind die Schreibfehler ein veritables K.O.-Kriterium für die Bewerbung. Auch weitere Fehler werden in der Bewerbungsmappe gemacht, die im schlimmsten Fall dazu führen, dass Sie aus dem Bewerbungsprozess aussortiert werden:

Keine Klarsichtfolien!

Es ist vielleicht sogar gut gemeint, um die Dokumente zu schützen: Doch auf Klarsichtfolien sollten Sie in Ihrer Bewerbungsmappe verzichten. Diese wirken eher billig als professionell. Außerdem erschweren sie dem Personaler die Arbeit, der die Unterlagen herausnehmen und einzeln durchblättern muss.

Keine Bindung!

Mancher Bewerber lässt seine Bewerbungsmappe binden, um aufzufallen oder einen besonderen Eindruck zu hinterlassen. Hilfreich ist diese Strategie nicht. Jeder Personaler, der die Bindung lösen muss, wenn einzelne Dokumente mit denen anderer Kandidaten verglichen werden sollen, wird sich nicht bedanken.

Keine Schnellhefter!

Schnellhefter haben mit einer Bewerbungsmappe nichts zu tun. Schon deshalb nicht, weil die Unterlagen dafür gelocht werden müssen. Auch die Qualität eines Schnellhefters entspricht nicht dem, was Sie in einer Bewerbung zeigen wollen. Wenn Sie diese Fehler vermeiden und den obigen Aufbau-Tipps folgen, steht einer erfolgreichen Bewerbung und überzeugenden, professionellen Bewerbungsmappe nichts mehr im Wege.

Digitale Bewerbungsmappe und E-Mail-Bewerbung

Vor allem Konzerne und große Unternehmen bevorzugen heute die Bewerbung per E-Mail oder Online-Bewerbung per Formular auf der eigenen Website. Das Gros der kleineren und mittleren Arbeitgeber (und das ist in Summe die Mehrheit in Deutschland) setzt dagegen weiterhin auf vollständige Unterlagen auf Papier in einer hochwertigen Mappe. Dennoch sollten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen auch für die digitale Form optimieren. Für die E-Mail-Bewerbung und elektronische Bewerbungsmappe bedeutet das:

  • Fassen Sie alle relevanten Dokumente – Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse – in einem (!) PDF zusammen, das Sie später als Anhang der Mail versenden.
  • Achten Sie darauf, dass das PDF-Dokument (inklusive E-Mail) den Gesamtumfang von 5 MB nicht überschreitet. Zu große Mails können an der Firewall des Arbeitgebers scheitern oder landen im SPAM-Ordner.
  • Bitte auch keine ZIP-Dateien – die kann nicht jeder Personaler entpacken.
  • Geben Sie der PDF-Datei vor dem Hochladen einen einzigartigen Namen. Zum Beispiel „Bewerbung-Vorname-Nachname-angestrebte-Position (oder Referenznummer aus der Stellenanzeige).pdf“. So kann die digitale Bewerbungsmappe leichter zugeordnet werden – auch ohne sie öffnen zu müssen.

PDF zusammenfügen: Dokumente in einer Datei speichern

Um in der E-Mail-Bewerbung alle Bewerbungsunterlagen in EINEM PDF-Dokument anzufügen, müssen Sie diese zuvor in einer Datei zusammenfassen. Im Internet gibt es dafür einige kostenlose Tools, wie zum Beispiel SmallPDF oder PDFJoin. Achten Sie auch hierbei auf die richtige Reihenfolge: Die Dokumente sollten in dem PDF in derselben Reihenfolge sortiert sein, wie sie im Anlagenverzeichnis der E-Mail (oder im Anschreiben) erwähnt werden.

In jedem PDF stecken allerdings auch sogenannte Metadaten. Diese können Informationen enthalten, die den Bewerber diskreditieren. Zum Beispiel, dass Erstell-Datum des PDFs, das verrät: Diese Bewerbung ist schon älter und sehr wahrscheinlich nicht (nur) für dieses Unternehmen erstellt worden. Auch wer das PDF erzeugt hat und mit welchem Programm, wird dort oft vermerkt und lässt sich leicht offenbaren. Um an dieser Stelle einen professionellen Eindruck zu erhalten, empfiehlt es sich, diese Metadaten vorab zu editiern – zum Beispiel mit dem Gratis-Tool BeCyPDFMetaEdit.

Ob Sie bei der digitalen Bewerbungsmappe das Anschreiben in die E-Mail kopieren oder anhängen und eine eigene (kurze) Bewerbungs-Mail verfassen – darüber gehen die Meinungen auseinander. Beide Varianten sind zulässig. Falls Sie sich für die zweite Form entscheiden, könnte das E-Mail-Anschreiben zum Beispiel so formuliert werden:


Sehr geehrte Frau ______________,

anbei erhalten Sie meine Bewerbung für Ihre ausgeschriebene Stelle als ______________. Warum ich die Stelle optimal ausfüllen kann und Ihrem Unternehmen durch meine Erfahrungen zahlreiche Vorteile biete, entnehmen Sie bitte meiner ausführlichen und angehängten Bewerbungsmappe.

Ich freue mich auf ein persönliches Vorstellungsgespräch.

Mit besten Grüßen

EMAIL-SIGNATUR (mit Links)



Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Bewerbung!

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Weiterführende Quellen und Ratgeber

Tipps zur Bewerbung
Bewerbungsvorlagen
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto
Deckblatt
Kurzprofil

Tipps zum Lebenslauf
Tabellarischer Lebenslauf
Lebenslauf Vorlagen
Praktika im Lebenslauf
Hobbys im Lebenslauf
Arbeitslosigkeit im Lebenslauf
Lücken im Lebenslauf

Tipps zum Anschreiben
Bewerbungsschreiben
Einleitungssatz im Anschreiben
Schlusssatz im Anschreiben
Interessen im Anschreiben
Stärken im Anschreiben
Anlagenverzeichnis

Tipps zum Arbeitszeugnis
Arbeitszeugnis bewerten
Geheimcodes im Zeugnis
Zwischenzeugnis
Tätigkeitsbeschreibung
Referenzen & Muster

Besondere Bewerbungen
Initiativbewerbung
Interne Bewerbung
Diskrete Bewerbung
E-Mail-Bewerbung
Online-Bewerbung
Bewerbung als Aushilfe
Bewerbung für Minijobs
Bewerbung nach Kündigung

18. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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