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Sie schwimmen gerne und oft? Sehr gut! Denn das hilft Ihnen mehr, als Sie vielleicht ahnen. Schwimmen macht nicht nur glücklich, sondern angeblich sogar intelligenter. Forscher fanden heraus, dass unsere Blutzirkulation im Hirn angeregt wird, wenn wir von Wasser umgeben sind. Karrierebibel nennt Ihnen noch drei weitere Gründe, warum Sie häufiger schwimmen sollten ...

Schwimmen: Schlau!

Michael Phelps müsste ein sehr glücklicher Mann sein. Zum Einen kommt er goldbehangen aus Rio de Janeiro zurück nach Baltimore. Zum anderen geht er einem Sport nach, der happy, ja sogar clever macht.

Glaubt man der Studie um Howard Carter von der Universität von Western Australia, dann ist Schwimmen nicht nur körperlich gesund und lässt uns mehr Endorphine (Glückshormone) ausschütten - es steigert vor allem die Blutzirkulation im Kopf und verbessert so unsere kognitiven Fähigkeiten.

Der Sportwissenschaftler aus dem Schwimmerland Australien ließ neun kerngesunde junge Männer in einen leeren Pool hinabsteigen. Dann ließ er das Becken mit Wasser füllen und danach wieder entleeren. „Wir fanden heraus, dass die Durchblutung im Gehirn höher ist, wenn die Probanden bis zur Höhe ihres Herzens ins Wasser eintauchten als wenn sie an Land waren“, sagte Carter im „American Journal of Physiology“.

Schwimmer: Bessere Blutversorgung

Während die Männer im Wasser waren, erhöhte sich die Blutversorgung ihrer mittleren Gehirnschlagader um 14 Prozent, die der hinteren Hirnschlagader um neun Prozent. Beide zählen zu den arteriellen Hauptgefäßen des Gehirns, führen dem Hirn Sauerstoff, Glukose und andere Nährstoffe zu. Sobald das Wasser wieder aus dem Pool abgelassen wurde, waren die Effekte bei den Testschwimmern nicht mehr nachweisbar.

„Im Vergleich mit Übungen an Land haben die unterschiedlichen Aktivitäten im Wasser, zum Beispiel Aquafitness und Schwimmen, leicht abweichende Effekte auf Herzfunktion und die Durchblutung im Gehirn", so Carter.

Carters Experiment ist ein weiteres Indiz dafür, dass Schwimmen nicht nur sehr gesund ist, sondern andere Sportarten in dieser Beziehung weit übertrumpfen könnte.

Kinder: Schwimmend zu Entwicklungsmeilensteinen

Das fängt offenbar schon im Kindesalter an. Forscher des Griffith Institute for Educational Research in Australien beobachteten über einen Zeitraum von drei Jahren 7.000 Kinder in Australien und den USA im Alter von bis zu fünf Jahren. Ihre Feststellung: Kinder, die früh schwimmen lernen, entwickeln sich schneller und besser. Sie würden Entwicklungsmeilensteine früher erreichen als ihre nichtschwimmenden Altersgenossen, könnten zum Beispiel eher Papier schneiden, Linien und Formen zeichnen, zählen und sprechen.

„Die Untersuchungen haben signifikante Unterschiede zwischen den Schwimmern und den Nichtschwimmern - unabhänging von ihrem sozioökonomischen Hintergrund - ergeben“, so Studienautorin Robyn Jorgensen.

Hier sind drei weitere Gründe, warum Sie ruhig häufiger mal - zum Beispiel frühmorgens vor der Arbeit - ins Becken steigen sollten ...

3 Gründe, warum Sie mehr schwimmen sollten

  1. Abschalten

    Im Gegensatz zur Fortbewegung an Land sind Sie im Wasser von der Außenwelt nahezu abgeschnitten. In ihr Ohr dringen keine (weniger) Geräusche, Sie fühlen nichts als das Wasser auf Ihrer Haut, Ihre Augen werden nicht von Ampeln oder blinkenden Bildschirmen abgelenkt. Sie können sich ganz auf Ihre Technik, Ihre Atmung, auf die Bewegungen im Wasser konzentrieren. Man könnte sagen, Schwimmen ist eine Art Bewegungsmeditation.

  2. Abwehren

    Schwimmen schont die Gelenke, ist eine der verletzungsärmsten Sportarten überhaupt. Dafür trainiert es nahezu alle Muskelpartien, Ihre Lunge, beansprucht den ganzen Körper. Völlig unkritisch ist es aber nicht: Wer am Beckenrand ausrutscht, unglückliche Tritte von Mitschwimmern kassiert oder mit einem unbedachten Kopfsprung ins flache Becken springt, riskiert Verletzungen. Und: Die Bewegungsabläufe sind wichtig. Wer mit wilden Armzügen krault, riskiert auf Dauer Probleme mit der Schulter. Ein falscher Beinschlag beim Brutsschwimmen kann wiederum zu Kniebeschwerden führen. Generell aber gilt: Die Risiken sind überschau- und kalkulierbar. Und sie werden noch kleiner, wenn Sie die Techniken sauber ausführen - und zwischen Kraulen, Rücken- und Brustschwimmen häufiger variieren.

  3. Ausstoßen

    Ein Workout im Wasser führt - ganz ähnlich wie beim Laufen - zum Ausstoß von Glückshormonen. Im Gegenzug wird Stress abgebaut, auch die Muskeln entspannen sich. Als Guten-Morgen-Übung oder Feierabend-Workout ist der nasse Sport nahezu perfekt.

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