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Weichei: Bedeutung, 4 Merkmale + was dagegen tun?

Wer unsicher ist, schnell nachgibt oder sich feige wegduckt, gilt als Weichei. Ein negatives und abwertendes Urteil, das sich heute nicht nur gegen Männer richtet, sondern ebenso bestimmte Frauen beschreibt. Was sind die typischen Merkmale für Weicheier – und was lässt sich dagegen tun, ein Weichei zu werden?



Weichei: Bedeutung, 4 Merkmale + was dagegen tun?

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Bedeutung: Was ist ein Weichei?

Der Begriff Weichei (engl. softy oder wimp) bezeichnet umgangssprachlich einen angepassten Schwächling oder wankelmütigen Menschen – in der Regel einen übervorsichtigen, risikoscheuen Mann. Die Bezeichnung „Weichei“ kann sich aber ebenso abwertend gegen eine Frau richten. Die ursprüngliche Herkunft des Begriffs war eine Anspielung auf eine männliche Impotenz. Heute ist die Bedeutung allgemeiner gefasst.

Häufige Synonyme für Weichei sind: Warmduscher, Weichling, Memme, Schlaffi, Schlappschwanz, Schattenparker, Frühbucher oder Lusche. Das Gegenteil zum Weichei wäre der „harte Hund“ oder „Kaltduscher“ vom Typ Chuck Norris sowie Rückgrat beweisen bzw. „Eier in der Hose haben“.

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Was sind typische Merkmale für ein Weichei?

Auch wenn der Begriff eher männlich geprägt ist, kann er sich gegen alle Geschlechtsformen richten. Entscheidend ist, dass die Betroffenen bestimmte Merkmale erfüllen:

  1. Anpassung

    Als Weichei wird vor allem ein rückgratloser Charakter bezeichnet. Betroffene verhalten sich angepasst, opportun und wenig stabil. Ansagen von oben befolgen sie brav, blind und widerspruchslos.

  2. Feigheit

    Ein Weichling wählt stets den Weg des geringsten Widerstands. Konflikten geht er oder sie aus dem Weg – oder gibt sofort nach. Kommt es hart auf hart, ducken sich Weicheier meist feige weg.

  3. Willensschwäche

    Weicheier trauen sich nicht, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Sie möchten mit allen gut auskommen. Daher bleiben Sie in der Regel schwammig bei ihren Aussagen oder verstecken sich hinter Ausflüchten und Allgemeinplätzen.

  4. Risikoscheue

    Ein Weichei meidet jedes Risiko und weist Verantwortung von sich. Bei eigenen Fehlern gibt er Umständen oder anderen die Schuld. Dafür kritisiert er lieber, als selber etwas zu wagen oder zu machen.

Warum gilt die Generation Z auch als Generation Weichei?

Teilweise wird heute eine ganze Generation – die Generation Z – als „Generation Weichei“ bezeichnet und verunglimpft. Das liegt zum Einen daran, dass Angehörige der Generation Z heute nicht mehr so karriereversessen sind als zum Beispiel die „Boomer“ und mehr Wert auf Lebensqualität und Work-Life-Balance legen.

Gleichzeitig zeichnen sich die jungen Nachwuchskräfte durch ein enormes Anspruchsdenken aus: 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich und Top-Gehälter von 60.000 Euro aufwärts sowie maximal flexible Arbeitszeiten bei einem Rundum-Sorglos-Paket vom Arbeitgeber, der für Spaß bei der Arbeit und Selbstverwirklichung zuständig ist…

Das verärgert nicht nur manche – es ist natürlich auch naiv. Zugleich betrifft es aber nicht eine gesamte Generation, sondern vor allem Einzelne.

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Test: Bin ich ein Weichei?

Hand aufs Herz: Sind Sie eher der Typ „Nicht lange fackeln – machen!“ oder wägen Sie Entscheidungen lieber ausführlich ab und gehen Konflikten lieber aus dem Weg? Hier ein kleiner Test zur Selbsteinschätzung: Klicken Sie gleich online im Browser an, welchen Aussagen Sie zustimmen:

  • Mein Kollege nervt mich, aber ich traue mich nicht, ihm das zu sagen.
  • Ich will seit Monaten den Job wechseln, habe aber noch nicht mal meinen Lebenslauf aktualisiert.
  • Ich klage seit Jahren über den Job, unternommen habe ich aber nichts.
  • Ich habe viele gute Ideen, falle in Meetings lieber nicht auf.
  • Meine Kollegin wird schon seit Wochen gemobbt. Keiner sagt was. Ich auch nicht.
  • Der Kunde ist unverschämt und respektlos, aber ich denke mir nur meinen Teil dazu.

Der Test ist zwar durchschaubar. Trotzdem bekommen Sie dank der kurzen Selbstreflexion ein Gefühl dafür, ob Sie zu oft nachgeben und „den Schwanz einziehen“ statt mit der Faust auf den Tisch zu hauen, Nein zu sagen, zu Ihrer Meinung zu stehen, für Ihre Bedürfnisse einzutreten oder anderen Grenzen zu setzen.

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Was kann ich tun, wenn ich ein Weichei bin?

Grundsätzlich gilt: Ein Weichei zu sein, ist in erster Linie ein erlerntes Verhalten. Dahinter stecken oft ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis und geringes Selbstwertgefühl oder gar Minderwertigkeitsgefühle. Diese lassen sich überwinden oder therapieren.

Wer nicht mehr als Weichei gelten will, sollte daher vor allem an seinem Selbstbewusstsein arbeiten und den Selbstglauben stärken. Wie das geht? Zum Beispiel so:

1. Stellen Sie sich Ihren Ängsten

Der amerikanische Motivationstrainer Dale Carnegie drückte seine Strategie so aus: „Selbstvertrauen gewinnt man dadurch, dass man genau das tut, wovor man Angst hat, und auf diese Weise eine Reihe von erfolgreichen Erfahrungen sammelt.“ Sie müssen also Ihre Komfortzone verlassen und sich Ihren Ängsten stellen, um das Selbstbewusstsein steigern zu können.

2. Erlauben Sie sich Fehler zu machen

Zerfleischen Sie sich nicht für Fehler, die Ihnen unterlaufen. Damit rütteln Sie unaufhörlich an Ihrem Selbstvertrauen und nähren Selbstzweifel. Sehen Sie Fehler als Möglichkeit sich weiterzuentwickeln. Wenn Sie sich in Ihrem Team umschauen, werden Sie feststellen, dass auch Ihre Kollegen Fehler machen. Dass Fehler passieren, ist normal. Entscheidend ist, dass Sie herausfinden, wie es dazu kam und daraus lernen.

3. Stehen Sie zu Ihren Wünschen und Erwartungen

Stört Sie etwas oder Sie haben das Gefühl, dass etwas besser laufen könnte? Dann sprechen Sie diese Punkte an! Sie dürfen und sollen solche Forderungen stellen. Im ersten Moment wird Sie das Überwindung kosten. Sie stehen damit aber für sich selbst ein und zeigen, dass Sie eigene Interessen haben, die Ihnen wichtig sind. Zu sehen, dass diese respektiert und umgesetzt werden, ist ein großer Schub für das eigene Selbstbewusstsein. Sie haben sich erfolgreich für eigene Bedürfnisse eingesetzt und können stolz auf sich sein.

4. Hören Sie auf, sich zu vergleichen

Nicht wenige verstehen das Leben als permanenten Wettbewerb. Ständig vergleichen sie sich mit anderen: Wer führt die glücklichere Beziehung? Wer hat die intelligenteren Kinder? Wer verdient mehr Gehalt? Wer besitzt das größere Haus, Auto, Handy? Fatal! Die Vergleiche richten enormen seelischen Schaden an. Sie sind eine Kampfansage an unser Selbstwertgefühl. Das Gegengift dazu ist Selbstliebe und Dankbarkeit.

5. Umgeben Sie sich mit den richtigen Menschen

Um kein Weichei zu werden, brauchen Menschen in Ihrem Umfeld mit mentaler Stärke, die zugleich als Vorbilder dienen und Sie in Ihren Vorhaben bestärken. Das bedeutet umgekehrt: Halten Sie Abstand zu negativen Menschen, die Sie runterziehen oder ständig schlecht machen. In einem solchen Umfeld kann das Selbstbewusstsein nicht wachsen.


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