Tipps-Online-Lebenslauf-Karrieresprung
Ein gut gemachter Online Lebenslauf ist heute für viele Bewerber selbstverständlich. Er ist das Kernstück der sogenannten passiven Jobsuche - einer modernen Bewerbungsstrategie, die sich den steigenden Fachkräftemängel zunutze macht. Immer mehr Personaler müssen selbst aktiv werden und nach geeigneten Kandidaten suchen (Fachjargon: active sourcing), um offene Stellen zu besetzen. Gut, wenn sie dann in renommierten Jobbörsen top-qualifizierte Kandidaten mit ihren Online Lebensläufen suchen und finden können. Damit die Strategie aufgeht und sich der Bewerbungserfolg einstellt, sind allerdings ein paar Regeln zu beachten...

Online Lebenslauf: Der Arbeitsmarkt verändert sich

Tatsächlich müssen Personaler immer häufiger selbst den Arbeitsmarkt durchforsten. Nicht nur um wechselwillige Kandidaten zu finden und anzusprechen. Nicht selten müssen sie dabei Mitarbeiter für das Unternehmen begeistern, die eigentlich gar nicht auf der Jobsuche sind.

Eine Stellenanzeige zu schalten, ist zwar nach wie vor eine erfolgversprechende Recruiting-Strategie (vorausgesetzt die Jobinserate sind gut gemacht). Auf dem Arbeitsmarkt läuft es aber oft nicht anders als auf dem Beziehungsmarkt: Die besten Kandidaten sind rar und nicht auf der Suche - sie wollen gefunden werden.

Eine wachsende Goldgrube für Talentsucher sind daher Lebenslaufdatenbanken, die Sie beispielsweise auch unsere Schwesterseite Karrieresprung.de anbietet - für Bewerber natürlich durchweg kostenlos. Hier können potenzielle Jobsuchende ihren Lebenslauf auf Basis erprobter Vorlagen anlegen, gestalten, optimieren, als PDF speichern, mailen - und jederzeit entscheiden, ob dieser für Personaler sichtbar sein soll oder nicht.

Das Profil kann damit nach dem Registrieren jederzeit via Login aktualisiert werden - und zwar ausschließlich vom Bewerber selbst. Personaler indes greifen nur auf den Teil der Datenbank zu, der für sie von den Kandidaten freigeschaltet wurden (was auch jederzeit widerrufen werden kann). Bei Interesse können Sie die Kandidaten direkt ansprechen und stellen sich vor.

Aus Sicht der Nachwuchstalente, Fachkräfte und Hochkaräter bieten solche Angebote optimale Chancen: Mit dem Upload eines bestehenden tabellarischen Lebenslaufs oder eben dem Anlegen eines neuen Online-Lebenslaufs können sie - passiv - viele Unternehmen erreichen, ohne selbst aktiv werden zu müssen. Bequemer geht die Jobsuche eigentlich nicht.

Lebenslauf-gestalten-Karrieresprung-de

Online-CV: Lesen Sie hierzu auch...

Online Lebenslauf: Netzwerke nutzen oder die eigene Website?

Neben Jobbörsen mit Lebenslauf-Datenbank und Online-Tools, in denen Bewerber kostenlos einen Lebenslauf für die perfekte Bewerbung erstellen und aus vielen Muster-Vorlagen und Designs auswählen können, gibt es noch weitere Alternativen. So können wechselwillige Kandidaten...

  • Online-Profile in sozialen Netzwerken gezielt für die Bewerbung optimieren.
  • Präsenzen in speziellen Lebenslauf-Seiten erstellen.
  • Ihr Bewerbungs-Blog oder eine eigene Website nutzen, um dort einen Online-Lebenslauf zu hinterlegen.

Gerade für die beiden letzten Varianten gibt es kein festes Layout. Zumindest aber sollten die wichtigsten Kontaktdaten und Stationen des beruflichen Werdegangs enthalten sein, wie sie auch im klassischen Curriculum Vitae zu finden sind.

Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt, wie etwa die folgenden Beispiele zeigen...

  • Phillipe Dubost

    wollte unbedingt einen Job bei Amazon und wählte daher als Design für seinen Online-Lebenslauf die Website des Online-Händlers, die er praktisch 1:1 nachbaute:

    Lebenslauf_Amazon_Design

  • Paolo Bruno

    wiederum wählte für seinen Online-Lebenslauf die Form einer Infografik und als Design-Vorlage die wohl bekannteste Seite der Welt: Facebook (hier das Bild in voller Größe).

    infografica_fb_PaoloBruno1

  • Toby Kronwitter

    entschied sich für ein typisches Pinterest Profil als Online Lebenslauf. Pinterest kann hier auch als Plattform dienen, um den Lebenslauf zum Download anzubieten:

    Pinterest Bewerbung


Natürlich sollten Sie beim Lebenslauf-Design nicht sämtliche Social Media Seiten nachbilden. Das ist nur am Anfang originell und nutzt sich schnell ab. Die Beispiele geben aber gute Anregungen, was alles möglich ist. Nur eine Regel gilt dabei immer:

Form follows function - bei aller Kreativität hat die Übersichtlichkeit stets Vorrang, damit Personaler die wichtigsten Informationen schnell erfassen können.

Lebenslauf-Editor: 7 Tools für den Online Lebenslauf

Mit den folgenden Tools lassen sich optisch ansprechende Online Lebensläufe mit verhältnismäßig geringem Aufwand erstellen. Die Tools erleichtern aber nur den handwerklichen Teil der Gestaltung. Aufbau und Struktur des Lebenslaufs müssen vom Bewerber kommen:

  1. Karrieresprung.de

    Unsere Schwesterseite und dazugehörige Jobbörse. Wie eingangs schon erwähnt, können die Nutzer hier - auch ohne Anmeldung - kostenlos einen Lebenslauf erstellen und gestalten, als PDF speichern oder per Mail verschicken. Mit der Registrierung (die ebenfalls gratis ist), geht der Lebenslauf auch nicht mehr verloren und kann später noch jederzeit editiert werden. Zudem ist möglich, den Lebenslauf für die anwesenden Personaler sichtbar zu machen.

  2. About.me

    Eines der bekanntesten Tools dürft About.me sein. Hier können Bewerber eine Art Online-Visitenkarte erstellen und sich auch optisch in Szene setzen. Das Tool haben wir in einem eigenen Artikel bereits ausführlich vorgestellt.

  3. Careercloud.com

    Das Social Resume steht im Zentrum von Careercloud. Nachdem der Bewerber seine verschiedenen sozialen Netzwerke eingetragen hat, aggregiert der Dienst die entsprechenden Daten und erzeugt daraus automatisch Charts, Infografiken und Statistiken. Wer Social Media intensiv für die Bewerbung nutzt und gut vernetzt ist, findet hier ein praktisches Tool.

  4. Kinzaa.com

    Dieser Dienst richtet sich speziell an Bewerber und bietet die Möglichkeit, schnell und unkompliziert einen optisch gut aufbereiteten Lebenslauf zu erstellen. Die Daten muss der Bewerber eingeben und auch bei der Gestaltung sind Anpassungen möglich. Alles in allem ein gutes Tool.

  5. Piktochart.com

    Der Dienst richtet sich nicht speziell an Bewerber und war ursprünglich für Infografiken vorgesehen. Unter den 90 Vorlagen sind jedoch auch zahlreiche, die sich für Lebensläufe eignen.

  6. Re.vu

    Sie scheuen den Aufwand einer eigenen Bewerbungs-Homepage und wollen sich trotzdem mit einer Seite in Szene setzen? Dann könnte Re.vu eine Option sein: Das Tool bietet die Möglichkeit, mit geringem Aufwand eine ansprechende Online-Präsenz für Bewerbungsaktivitäten zu pflegen. Die Präsentation ist dabei sehr zahlen- und datenlastig, Bewerber können zudem exakte Statistiken über Besucherzahlen einsehen.

  7. Visualcv.com

    Dieser Dienst ist für die Erstellung professioneller Lebensläufe gedacht. Wie die meisten anderen Tools sind die Vorlagen jedoch auf das amerikanische Layout ausgelegt, eine Anpassung an deutsche Formate kann schwierig werden. Wer sich allerdings international bewirbt, ist hier genau richtig.

Tipps für den Online Lebenslauf

Die besten Tools sind für Bewerber allerdings wertlos, wenn sie nicht ein paar Grundregeln bei Gliederung, Inhalten und Aufbau von Lebensläufen berücksichtigen. Generell gilt für Inhalte und Aufbau eines tabellarischen Lebenslaufs (unabhängig von Design und Medium):

Lebenslaufaufbau-Grafik

Online-Lebenslauf erstellen: Die Formalia

  • Aufbau.

    Die tabellarische Form ist heute Standard und erfüllt diese Anforderungen perfekt: links Zeitangaben, rechts Fakten. Bitte keinen optischen Firlefanz! Ein Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung, keine Prosa. Sein schöpferische Talent an der Stelle beweisen zu wollen, eignet sich allenfalls für Kreativberufe oder bei einer Initiativbewerbung, der sich Personalverantwortliche ausgiebiger widmen können. Ansonsten reichen Stichworte zu den einzelnen Lebensabschnitten.

  • Inhalt.

    Persönliche Kommentare zu einzelnen Punkten sind im Lebenslauf tabu. Genauso eine Anrede eingangs oder Grußformel zum Schluss. Was in die Vita dagegen unbedingt rein muss, sind:

    • Persönliche Daten: Name, Geburtstag und -ort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit
    • Werdegang und Berufserfahrung: Mutige können noch diesen Tipp befolgen: unter die persönlichen Angaben, gleich eine Zeile mit der angestrebten Position einfügen. Das betont den Anspruch auf die ausgeschriebene Stelle. Dann aber sollte sofort das stärkste Argument dafür folgen: Bei Absolventen sind es die Ausbildung und Studienschwerpunkte die darauf hinführen, bei Jobwechslern die aktuelle Position, bei Arbeitsuchenden ihre besonderen Qualifikationen.
    • Besondere Qualifikationen: Weiterbildung, Kenntnisse, Fähigkeiten, Sprachen
    • Ausbildung: dazu gehört auch evtl. geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst

    Alles zeitlich exakt eingeordnet und vor allem lückenlos aneinander gereiht. Sonst wecken Sie den Verdacht, Sie wollten peinliche Stationen vertuschen. Spätestens im Vorstellungsgespräch kommt das aber dann zur Sprache.

  • Zeitangaben.

    Monatsangaben reichen in der Regel, also zum Beispiel:
    06/2003 – 06/2006 Ausbildung zum Bankkaufmann in der Kreissparkasse Köln.

  • Tabus.

    Die folgenden Punkte gehören dagegen keinesfalls in einen Lebenslauf: Informationen, die für den angestrebten Job nicht relevant sind (unnötiger Leseballast!), Familieninformationen (Mutter: Hausfrau, Vater: Studienrat), Gehaltsvorstellungen (gehören - falls sie gefordert waren - ins Anschreiben oder sind Thema im Vorstellungsgespräch) sowie religiöse und politische Ansichten.

  • Schluss.

    Formal sollte der Lebenslauf mit Ort, Datum und einer Unterschrift versehen werden. Das unterstreicht, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Obacht: Falsche Angaben können auch nach der Probezeit zur fristlosen Kündigung führen. Seien Sie dabei also besonders sorgfält - auch für den Fall, dass man später nach einem billigen Kündigungsgrund sucht, falls Sie in Ungnade gefallen sind.

Ob Sie an alles gedacht haben, können Sie später auch anhand dieser CV-Checkliste überprüfen.

Darüber hinaus gibt es für den Online Lebenslauf spezielle Tipps und Ratgeber:

  1. Online-CV: Authentizität beweisen

    Egal für welches Tool Sie sich entscheiden und wie kreativ Sie auch sind: Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Lebenslauf zur restlichen Bewerbung passt - in Schrifttypen, Layout und Inhalt - und damit authentisch ist.

  2. Online-Effekte: Auf Wesentliches reduzieren

    Viele der vorgestellten Tools bieten zahlreiche Optionen, den Online-Lebenslauf zu gestalten. Auswahl ist gut, sie verführt aber auch. Effekt: Der Lebenslauf wirkt hernach überfrachtet und viel zu komplex. Beschränken Sie sich daher auf maximal zwei zusätzliche Elemente - ansonsten auf Werdegang, Kenntnisse, Erfolge und relevante Interessen.

  3. Lebenslauf Lesbarkeit: Das Auge liest mit

    So mancher Personaler ist auf eine Brille angewiesen und nicht jeder Monitor stellt Farben naturgetreu dar. Achten Sie bei Ihrem Online-Lebenslauf und integrierten Grafiken daher bitte auf ausreichenden Kontrast und angenehme Farbkombinationen.

  4. CV-Keywords: Schlüsselreize setzen

    Blogger haben hier einen gewissen Vorteil: Sie wissen bereits, wie sie Artikel auf Keywords hin optimieren. Da Ihr Online-Lebenslauf auch von Suchmaschinen gefunden werden soll, ist diese Optimierung definitiv wichtig.

  5. Lebenslauf teilen: Shareability checken

    Weil Sie mit dem Online-Lebenslauf eine möglichst große Reichweite erzielen wollen, sollten Sie auf die sogenannte Shareability achten. Social Media Sharing Buttons im Bewerbungsblog sind daher Pflicht.

  6. CV-Zielgruppe: Erscheinungsbild anpassen

    Zu den subtilen Tricks eines erfolgreichen Lebenslauf-Designs gehört, den Online-CV an den Wunscharbeitgeber und dessen Corporate Design anzupassen - bei Farben, Schrifttypen eventuell sogar einzelnen Keywords. So entsteht der Eindruck von Zugehörigkeit noch bevor Sie die Stelle haben.

CV-Checkliste: So gelingt der Onlinelebenslauf

Diese und weitere Aspekte können Sie - wie immer - kostenlos in unserer berücksichtigen Checkliste als PDF herunterladen.

[Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]

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