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Vertrauen: Einfach erklärt + Wie Vertrauen aufbauen?

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ – Den Spruch kennen Sie. Vielleicht auch noch den einstigen Slogan der Deutschen Bank: „Vertrauen ist der Anfang von allem“? Wichtige Dinge wie Geld vertraut man schließlich nicht irgendwem an… Erstaunlich ist: Für Vertrauen gibt es kaum Synonyme, es ist ebenso unverwechselbar wie unerlässlich. Es bildet die Basis für Beziehungen und unser Berufsleben. Vertrauen aufbauen, braucht Zeit – und geht bei einer herben Enttäuschung binnen Sekunden verloren. Wie echte und tiefe Vertrauensgefühle entstehen und wie Sie verlorenes Vertrauen wieder aufbauen können…



Vertrauen: Einfach erklärt + Wie Vertrauen aufbauen?

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Definition: Was ist Vertrauen?

Vertrauen ist die subjektive Überzeugung oder das Gefühl von der Redlichkeit einer anderen Person. Bedeutet: Wem wir vertrauen, dem glauben wir und sind überzeugt, dass er oder sie ehrlich zu uns ist und wir uns auf diese Person 100-prozentig verlassen können (Fachbegriff: Fremdvertrauen).

Vertrauen kann sich ebenso auf die eigene Person beziehen (Selbstvertrauen). In dem Fall glauben wir an die eigenen Stärken und Fähigkeiten und dass uns gelingt, was wir uns vornehmen.

Vertrauen basiert im Wesentlichen auf positiven Erfahrungen und einem konsistenten Verhalten ohne Widersprüche. Damit bildet es die Grundlage für alle zwischenmenschlichen Beziehungen. Ohne Vertrauen funktioniert keine Gesellschaft, keine Partnerschaft und Liebe. Es ist der Kitt, der vertrauensvolle Partnerschaften erst ermöglicht. Private wie berufliche.

Was ist das Gegenteil von Vertrauen?

Das Gegenteil von Vertrauen ist Misstrauen. Dahinter steckt eine negative Erfahrung oder das ungute Gefühl, von der anderen Person hintergangen und belogen zu werden. Misstrauen steckt bereits in Sprüchen wie „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Entsprechenden Menschen begegnen wir argwöhnisch und mit großer Skepsis.

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Warum ist Vertrauen so wichtig?

Vertrauen verringert Komplexität im Alltag. Wenn wir jemandem vertrauen, spart das Zeit, Sorgen und Kosten. Wir müssen nicht jede Aussage und Handlung kontrollieren, hinterfragen und prüfen, sondern glauben der Person einfach und grundsätzlich. Auch wenn wir noch gar nicht wissen, ob wir der Person trauen können. Vertrauen ist damit eine Art „sozialer Kredit“ – der sprichwörtliche Vertrauensvorschuss, den wir anderen Menschen schenken. Bis zum Beweis des Gegenteils.

Ein solcher Vorschuss entspannt uns und erleichtert das Leben ungemein, weil wir wissen, dass Absprachen und Zusagen eingehalten oder Geheimnisse bewahrt werden. Zudem ist es notwendig, damit Beziehungen funktionieren und eine Gesellschaft Bestand hat. Allerdings gilt das nur solange, bis jemand unser Vertrauen zerstört, uns betrügt und damit schwer verletzt.

Enttäuschtes Vertrauen macht einsam

Geht Vertrauen verloren und werden wir betrogen, macht das Menschen enorm misstrauisch und vorsichtig. Aus zerstörtem Vertrauen ziehen wir Konsequenzen, uns fehlt jegliche Vertrauensbasis und häufig auch die Basis für stabile Beziehung.

Nicht wenige Menschen werden dadurch einsam, andere regelrecht feindselig: Sie bauen sich eine Art psychosozialen Schutzpanzer auf, um bloß keine Enttäuschung zu erleben und nicht nochmal hinters Licht geführt zu werden. Typischer Spruch:

Wer mit der Niedertracht der anderen rechnet, kann nicht mehr böse überrascht werden!

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10 Vertrauen Sprüche zum Nachdenken

  1. „Ich würde lieber Geld verlieren als Vertrauen.“ (Robert Bosch)
  2. „Vertrauen erweckt Vertrauen.“ (Friedrich Wilhelm IV.)
  3. „Vertrauen kommt von Treue und geht auch mit ihr.“ (Unbekannt)
  4. „Vertrauen ist eine Art der Blindheit, aber eine selige.“ (Jakob Bosshart)
  5. „Vertrauen ist die Seele der Liebe.“ (Unbekannt)
  6. „Jedes Vertrauen ist gefährlich, das nicht vollständig ist.“ (Jean de La Bruyère)
  7. „Vertrauen zu Gott bringt Rat vom Himmel.“ (Antonio Pérez)
  8. „Vertrauen ist keine Schnittblume, die nachwächst. (Schwedisches Sprichwort)
  9. „Den liebe, der dir deine Fehler im Vertrauen sagt.“ (Hebräisches Sprichwort)
  10. „Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt.“ (Unbekannt)
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Psychologie: Wie entsteht Vertrauen?

Wer vertraut, geht zuversichtlich davon aus, dass sich eine Sache so entwickelt, wie versprochen oder erhofft. Studien der Oxford Universität haben festgestellt, dass der Intelligenzquotient eines Menschen dabei eine wichtige Rolle spielt: Je höher der IQ, desto vertrauensseliger sind wir. Damit ist zwar kein „blindes Vertrauen“ gemeint. Wissenschaftler vermuten eher, dass hohe Intelligenz mit besserer Menschenkenntnis einher geht. Intelligente Menschen wissen andere besser einzuschätzen und damit wem sie vertrauen können und wem nicht.

Grundsätzlich ist Vertrauen ein erlerntes Verhalten und eine willentliche Entscheidung. Obwohl vermutlich jeder schon einmal übers Ohr gehauen wurde oder erlebt hat, dass sein Vertrauen enttäuscht wurde, hält die Mehrheit von uns an dem Konzept fest. Nicht nur, weil es oben genannte Vorteile hat, sondern weil wir dies in der Kindheit gelernt haben.

Vertrauen beginnt in der Kindheit

Unsere Kindheit und Jugend prägen massiv, wie stark wir anderen Menschen vertrauen. Unsere Vertrauensseligkeit basiert im Kern auf zwei Komponenten:

  1. Selbstvertrauen
    Der Zuversicht in unsere eigenen Fähigkeiten und der Erfahrung, dass wir schaffen, was wir uns vornehmen.
  2. Fremdvertrauen
    Dazu gehört, wie sehr wir uns auf unsere Eltern, Angehörigen und Freunde verlassen konnten und unser Ur-Vertrauen nie missbraucht wurde.

Beide Erfahrungswerte prägen uns massiv und entscheiden im Erwachsenenalter darüber, ob und wie vertrauensvoll und vertrauensselig wir anderen gegenüber begegnen. Und ob wir überzeugt davon sind, dass sich Vertrauen lohnt. Apropos…

Vertrauen steigert das Einkommen um 20 Prozent

Vertrauen lohnt sich: Hohes Vertrauen und hohes Gehalt hängen zusammen: Wer viel vertraut, verdient bis zu 20 Prozent mehr. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie um Jeffrey Butler von der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Zuviel blindes Vertrauen war hingegen weniger gut fürs Portemonnaie: Als die Probanden Ihr Vertrauen auf einer Skala von 0 bis 10 (= Höchstwert) einschätzen sollten, waren die Bestverdiener auf Level 8. Wer darüber lag, verdiente im Schnitt 7 Prozent weniger.


Welche Arten von Vertrauen gibt es?

Wissenschaftler unterscheiden zwischen mehreren Arten von Vertrauen. Die folgende Übersicht listet die sechs wichtigsten Vertrauensformen auf:

  1. Grundvertrauen

    Das Grundvertrauen wird auch als „Glaube an das Gute im Menschen“ oder „Alles wird gut“ bezeichnet. Es ist tief in uns verankert und entsteht in frühester Kindheit. Diese Überzeugung ist schwer zu erschüttern. Extreme Vertrauensbrüche, Missbrauch und Traumata sowie emotionale Schicksalsschläge können aber tiefen Schaden anrichten.

  2. Selbstvertrauen

    Selbstvertrauen umfasst das Wissen um die eigenen Stärken und Fähigkeiten sowie den Glauben daran, dass die eigenen Eigenschaften und Kompetenzen gut genug sind. Diese Art des Vertrauens ist Ausdruck von mentaler Stärke und einer gefestigten Persönlichkeit.

  3. Fremdvertrauen

    Fremdvertrauen bedeutet das gegenseitige Vertrauen zwischen Menschen. Also jenes, das Ihnen von anderen entgegengebracht wird und jenes, das Sie erwidern. Als zwischenmenschliches Konzept braucht es zwingend diese Gegenseitigkeit, sonst funktioniert Vertrauen nicht.

  4. Vertrauen in Liebe und Beziehung

    Die wahrscheinlich stärkste Art von Vertrauen finden wir in der Liebe: Ohne Vertrauen kann eine Beziehung nicht funktionieren. Nach der ersten Verliebtheit entwickelt sich mit der Zeit ein tiefes und starkes Vertrauen, bis wir dem Partner in absolut jeder Hinsicht vertrauen. Das ist auch der Grund, warum eine Trennung oft so schmerzhaft ist, weil diese tiefe Überzeugung enttäuscht und zerstört wurde.

  5. Vertrauen in Marken, Unternehmen, Staaten

    Nicht nur zwischen Menschen – auch Marken, Unternehmen, Organisationen und Staaten können wir vertrauen. Das kann die Überzeugung sein, von einem Sozialstaat in einer Notsituation unterstützt zu werden oder dass ein Produkt oder Medikament hält, was es verspricht.

  6. Blindes Vertrauen

    Von blindem Vertrauen spricht man, wenn jemand naiv und blauäugig handelt. In dem Fall gibt es keinen Grund, jemandem oder einem Versprechen zu trauen, trotzdem verlassen sich die Menschen ohne nachzudenken darauf. Schön blöd!

Pygmalion-Effekt: Auswirkungen von Vertrauen

Wie stark und positiv in uns gesetztes Vertrauen wirkt, zeigt der Pygmalion-Effekt (auch Rosenthal-Effekt) besonders eindrucksvoll. Er geht auf Experimente von Robert Rosenthal und Lenore Jacobson an amerikanischen Schulen in den 1960er Jahren zurück. Die Forscher sagten Lehrern, dass sie eine Klasse aus den besten und intelligentesten Kindern betreuen würden. Effekt: Diese Klassen waren nach Ablauf des Schuljahres deutlich besser als alle anderen. Der Clou daran: Alles gelogen! In den Klassen saßen gar nicht die Besten, sondern eine Zufallsauswahl von Schülern. Weil aber die Schüler wie Lehrer allen mehr zutrauten, stieg die Leistungs- und Lernkurve deutlich an.


Vertrauen aufbauen: Die 7 Grundregeln

Wenn Vertrauen so wichtig ist, wie lässt es sich dann gewinnen und aufbauen? Oder reicht es schon aus, selbiges zu verschenken, Motto: „Ich vertraue dir, also kannst du auch mir vertrauen.“ Letzteres klingt ziemlich naiv bis fahrlässig. Oftmals ist das Fordern von Vertrauen im Job auch nur eine hohle Phrase, die zwar gut klingt und sympathisch macht, in der Realität aber nie umgesetzt wird.

Leider ist es so: Vertrauen kann man nicht befehlen, es wird gegeben oder verdient. Halten Sie sich an diese Grundregeln und Sie werden Vertrauen aufbauen:

1. Viel kommunizieren

Nichts schafft und erhält Vertrauen so sehr, wie regelmäßig und offen miteinander zu reden. Ein offenes Gespräch baut Barrieren ab, zeigt dem Gesprächspartner, dass Sie nichts zu verbergen haben und findet Gemeinsamkeiten.

2. Ehrlich sein

Ehrlichkeit ist unbedingte Voraussetzung für einen Vertrauensvorschuss. Leider hat sie Grenzen und kann ebenso verletzen. Deshalb: Bevor Sie lügen, schweigen Sie lieber. Oder sagen Sie ehrlich: „Darüber kann ich nicht sprechen. Noch nicht.“ Lügen hingegen sind ein Garant dafür, dass Ihnen andere nicht mehr trauen.

3. Authentisch bleiben

Sagen Sie, was Sie meinen, glauben oder fühlen und tun Sie, was Sie sagen! Das ist das Grundprinzip der Authentizität. Worte und Taten müssen zueinander und zur Persönlichkeit passen. Dann gelten Sie als echt.

4. Diskretion bewahren

Vertrauenswürdigkeit beinhaltet zugleich Geheimnisse bewahren zu können. Wer permanent in der Gerüchteküche kocht, schadet seiner Reputation. Um als Vertrauensperson zu gelten, sollten Sie Vertrauliches nicht sofort und ungefiltert ausplaudern. Takt und Timing müssen Sie dabei beachten.

5. Zu Fehlern stehen

Es ist ein Irrtum, dass Perfektion Vertrauen aufbaut, das Gegenteil ist richtig: Wer offen und ehrlich mit Fehlern umgeht und nichts unter den Teppich kehrt, gewinnt an Glaubwürdigkeit. Denn wir alle machen Fehler. Umso glaubwürdiger, wenn Sie diese zugeben und sagen, was Sie daraus gelernt haben. Dabei zeigt sich auch noch menschliche Größe!

6. Entschuldigen können

Eng verwandt mit dem vorherigen Punkt ist die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Für Irrtümer oder eigene Fehlverhalten. Um Entschuldigung zu bitten – selbst für Dinge, für die Sie gar nichts können (Wetter, Stau, höhere Gewalt) –, wirkt wie ein Eisbrecher und steigert das Vertrauen unmittelbar. Das ist das Ergebnis einer Studie um Alison Brooks von der Harvard Business School (PDF).

7. Zeit lassen

Weder Rom noch Vertrauen lassen sich in einem Tag aufbauen. Es braucht die Bewährungsprobe, um das Band zu festigen. Vertrauen ist gut – ein Beweis zu gegebener Zeit aber besser. Darüber hinaus gibt es weitere Verhaltensweisen, die gegenseitiges Vertrauen (im Beruf) stärken und fördern:

  • Seien Sie offen gegenüber Vorschlägen und abweichenden Meinungen.
  • Seien Sie ehrlich bei Ihren Zielen und Plänen.
  • Zeigen Sie Interesse an Kollegen und deren Problemen.
  • Ermutigen Sie andere dazu, eigene Entscheidungen zu treffen.
  • Schaffen Sie eine respektvolle und angstfreie Gesprächskultur.
  • Teilen Sie Ihr Wissen und nützliche Kontakte.
  • Halten Sie alle Ihre Versprechen.
  • Äußern Sie nur konstruktive Kritik und fördern Sie die Lernprozesse daraus.
  • Beurteilen Sie Leistungen fair, nachvollziehbar und gerecht – und bezahlen Sie entsprechend.

Notwendiges Vertrauen im Beruf

Vor allem im Berufsleben und in den Arbeits-Beziehungen ist gegenseitiges Vertrauen essenziell. Wir begegnen ständig fremden Menschen, Kollegen, Kunden, Zulieferern… und niemand hat stets den vollständigen Überblick über das Geschehen im ganzen Unternehmen, nicht einmal Chefs. Wir müssen uns also trotz mangelhafter Information auf die Aussagen anderer verlassen.

Auch und gerade Geschäftsführer. Studien um Henry Mintzberg, Management-Professor an der Universität in Montreal, zeigen: Manager verlassen sich besonders häufig auf Erfahrungen, Referenzen, Hörensagen und ihr Bauchgefühl, weil ihnen der vollständige Überblick fehlt.

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Das Paradoxon des Vertrauens

Zwar wünschen sich alle ein Betriebsklima, das von Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägt ist. Doch sieht die Realität oft anders aus. In der Wissenschaft spricht man auch vom „Paradoxon des Vertrauens“ – trotz der Vorteile des Vertrauens, ist das Arbeitsklima geprägt von Machtspielen, Konkurrenzdenken, Schuldzuweisungen oder Anfeindungen.

Das paradoxe daran: Je lauter der Wunsch nach einem vertrauensvollen Umfeld geäußert wird, desto weiter entfernt ist die Realität davon. Sonst müsste man das Vertrauen auch nicht ständig einfordern…

Vertrauen oder Vertrautheit? Der Unterschied

Laut einer Studie der Universität von Kalifornien in Berkeley entscheiden wir schon nach 20 Sekunden instinktiv, wem wir vertrauen und wem nicht. Das gilt vor allem für Menschen mit hoher Empathie. Allerdings ist dies zu dem Zeitpunkt nur ein Bauchgefühl. Ein Restmisstrauen bleibt noch.

Der Unterschied liegt in den Begriffen Vertrauen und Vertrautheit. Beide klingen ähnlich und synonym – sind es aber nicht:

  • Vertrautheit

    Vertrautheit entsteht mit der Zeit: wenn man sich besser kennenlernt, eine Weile zusammenarbeitet oder miteinander Geschäfte macht. Man kennt sich gut – muss sich deswegen aber nicht bedingungslos vertrauen.

  • Vertrauen

    Vertrauen hingegen geht mit der Gewissheit Hand in Hand, dass man sich auf den oder die andere wirklich verlassen kann – auch in schweren Zeiten. Dabei kann Vertrautheit helfen, ist aber nicht zwingende Voraussetzung.

Merken können Sie sich: Vertrautheit entsteht durch häufige Kontakte, Vertrauen gewinnen wir hingegen durch einschlägige Erfahrungen und belastbare Beweise. Zum Beispiel in Lebenskrisen oder Schlechtwetterphasen.

Gesundes Vertrauen kennt Grenzen

Weil sich Vertrauen bewähren und wachsen muss, lässt es sich nicht erzwingen oder beschleunigen. Es ist kein Instantprodukt, sondern ein Reifungsprozess. Wir gestehen anderen zwar Vorschusslorbeeren zu, echtes und tiefes Vertrauen entsteht aber erst mit der Zeit. Umso wichtiger ist, dass Sie aus negativen Erfahrungen Konsequenzen ziehen. Wer Sie belügt, hintergeht, ausnutzt, dem sollten Sie deutliche Grenzen setzen. Das macht sogar Sie selbst vertrauenswürdiger.


Vertrauenskrise: So geht Vertrauen verloren

Faszinierend ist: Vertrauen lässt sich viel schneller verspielen als aufbauen. Ein guter Ruf braucht mitunter Jahre, um sich zu etablieren – und geht durch einen einzigen Skandal binnen Minuten verloren. Folgende Verhaltensweisen sollten Sie vermeiden, wenn Sie Ihren Vertrauensvorschuss nicht zerstören wollen:

  • Sie halten sich nicht an Abmachungen und Versprechen.
  • Ihre Worte und Taten widersprechen sich.
  • Sie verschweigen und vertuschen eigene Fehler.
  • Sie belügen Ihr Umfeld.
  • Sie suchen nur den eigenen Vorteil und Profit.
  • Sie nutzen die Schwächen anderer eiskalt aus.
  • Sie profilieren sich auf Kosten anderer.
  • Sie machen andere klein, um selber besser dazustehen.
  • Sie nutzen jede Gelegenheit als Bühne zur Selbstdarstellung.
  • Sie plaudern Geheimnisse und Vertraulichkeiten aus.
  • Sie schmieden hinterrücks Allianzen und Intrigen.
  • Sie entschuldigen sich nie für Fehler.
  • Sie suchen die Schuld vornehmlich bei anderen.
  • Sie behalten wichtige Informationen und Wissen für sich.
  • Sie wollen alles kontrollieren statt zu delegieren.
  • Sie fragen nie um Rat oder Hilfe.
  • Sie empfinden Kritik als persönlichen Angriff.
  • Sie versuchen bei Diskussionen immer zu „gewinnen“.
  • Sie gehen keinerlei Kompromisse ein.
  • Sie treffen einsame Entscheidungen.
  • Sie gehen Konflikten aus dem Weg.
  • Sie versäumen es, andere zu fördern.
  • Sie kritisieren öfter als Sie loben.
  • Konstruktives Feedback ist bei Ihnen rar.

Wo ein mensch Vertrauen gibt, sollten andere das nicht durch kurzfristige Vorteile, fiese Tricks oder Winkelzüge ausnutzen. Mit denen lässt sich allenfalls kurzfristig Karriere machen – aber kein Vertrauen aufbauen.

Berufe-Ranking: Wem die Deutschen vertrauen

Würden Sie sich einem Arzt anvertrauen? Klar. Einem Pastor? Sicher. Einem Anwalt? Ebenso. Sie alle sind an die Schweigepflicht gebunden. Außerdem können die nur für uns arbeiten, wenn es eine Vertrauensbasis gibt. Aber wie sieht es aus, bei anderen Berufen – bei Bankern oder Politikern? Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat das untersucht und in ein Berufe-Ranking gegossen. Das sind die Jobs, die das höchste Vertrauen in Deutschland genießen:

1. Feuerwehrleute (96%)
2. Krankenpfleger (95%)
3. Ärzte (89%)
4. Piloten (87%)
5. Lehrer (82%)
6. Polizisten (82%)
7. Handwerker (77%)
8. Richter (75%)
9. Beamte (62%)
10. Pfarrer/Geistliche (61%)
11. Bürgermeister (59%)
12. Unternehmer (54%)
13. Banker (43%)
14. Versicherungsvertreter (22%)
15. Politiker (14%)



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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]