Ideen-Killer-Bingo: Das funktioniert sowieso nicht!

Das hat wohl jeder schon erlebt: In der Konferenz wird eine großartige Ideen vorzeitig beerdigt. Einfach so. Aus Eitelkeit (weil sie nicht vom Ideenkiller stammt), aus Neid oder aus Prinzip. Das Ergebnis ist trotzdem dasselbe. Strategie eins dazu: „Es ist zu einfach, um wahr zu sein.“ Strategie zwei: „Es funktioniert sowieso nicht.“ Diese Strategie existiert auch in Form des Allzwecksatzes, der von jeglicher Denkanstrengung entbindet: Hamwerschonimmersogemacht. Schließlich Strategie drei: „Es gibt bestimmt noch eine Alternative.“ Die gibt es zwar immer. Aber mit der Suche danach lassen sich Euphoriker prima mürbe und Engagierte müde machen…

Ideen-Killer-Bingo: Das funktioniert sowieso nicht!

Ideen-Killer-Bingo: Im nächsten Meeting mitspielen

Bei allem Sarkasmus: Wahr ist allerdings auch, dass alte Ideen neuen oft im Wege stehen. Auch das lässt sich in vielen Meetings beobachten, dass ehemalige Gedanken und Anregungen noch lange die Agenda regieren, obwohl man sie offiziell längst verworfen hat.

Warum das so ist?

Eitelkeit spielt dabei sicher eine dominierende Rolle. Kein kreativer Kopf schätzt es, wenn ausgerechnet seine angeblich brillante Idee aussortiert und abgeschmettert wird. Verkannte Genies haben die Angewohnheit äußerst hartnäckig und trotzig zu reagieren, und nicht wenige suchen noch tagelang nach einem Weg durch die Hintertür, ihren ursprünglichen Vorschlag im neuen Gewand zu verkaufen.

Der zweite Bremsklotz ist das Ideenmanagement selbst. Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter. Und die meisten Mitarbeiter wissen instinktiv (wenn nicht gar offiziell), dass die Urheber zündender Einfälle mit Belobigungen, Prämien oder gar Beförderung rechnen können. Umgekehrt wird keiner dafür honoriert, dass er sich von seiner Idee getrennt und aus dem Fehler gelernt hat.

Also passiert das: Solange es geht, versucht jeder seine kreativen Impulse in einen Erfolg zu verwandeln – und sei es nur anteilig – mit dem Effekt, dass nie so richtig Platz für völlig neue Gedanken ist.

Um das Dilemma zu lösen, gibt es nicht viel, aber das Wenige reicht manchmal schon:

  • Sorgen Sie für ein Klima, dass nicht nur die Urheber guter Einfälle belohnt, sondern auch den Grad wie die Teammitglieder diese anschließend gemeinsam (!) umsetzen.
  • Feiern Sie Irrtümer genauso wie Innovationen – vorausgesetzt, alle haben daraus etwas gelernt und lassen die Erfahrung hinter sich. Und: Sobald eine Entscheidung gefallen ist, formieren Sie die Kräfte neu. So bekommen Eitelkeiten erst gar keine große Bühne.

Ansonsten können Sie dem Spuk aber auch spielerisch ein Ende setzen, indem Sie Bingo spielen. Zum Beispiel so:

Ideen-Killer-Bingo

Bauen Sie sich Ihr eigenes Ideen-Killer-Bingo – direkt im Browser

Bei Ihnen im Job herrscht ein anderer Ton, andere Floskeln, andere Totschlagargumente? Dann bauen Sie sich doch Ihr eignes Bullshit-Bingo – direkt hier im Browser! Dazu einfach den folgenden Kasten anklicken und die Felder mit eigenem Text füllen. Anschließend Screenshot davon machen und ausdrucken.

Probieren Sie es aus – 100% kostenlos und individuell!


Danke für die Idee. Aber…Das haben wir auch schon versucht…Geht das bitte auch konkreter?Glaub ich nicht!In diesen Zeiten???
Das hat hier keine Priorität!Das wird sowieso nicht funktionieren.Das Problem daran ist…Sie machen doch nur Spaß, oder?Wen interessiert das schon?
Im Ernst: Das ist Ihr Plan???Braucht niemand!Das klappt nie!Daran sind andere schon gescheitert.
Was soll das schon bringen?Das will keiner!Dafür gibt es keinen Bedarf.In der Theorie vielleicht!Bisher haben wir das auch nicht gebraucht.
Das ist ein Thema für nächstes Jahr.Viel zu teuer!Dafür haben wir kein Geld.Hahaha. Genau…Was Sie vergessen haben…

PS: Und wenn Sie nochmal neu anfangen wollen – einfach diese Seite neu laden. Dann sind wieder die ursprünglichen Einträge drin.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com, Karrierebibel.de]
24. Juni 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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