Egoismus Synonym Egoismus Test Egoismus Gegenteil
Ich, ich und nochmal ich... Egoisten haben in ihrem Umfeld einen schweren Stand. Wer ständig und bei jeder Gelegenheit sich selbst in den Mittelpunkt stellt, nur auf den eigenen Nutzen bedacht ist und dabei sogar bereit ist, andere für den eigenen Vorteil auszunutzen, sollte sich nicht wundern, wenn er auf Ablehnung trifft. Du bist sowas von egoistisch. Wer ein wahrer Künstler der Eigennützigkeit ist, lässt sich durch solche Kritik nicht irritieren. Es gibt aber noch eine andere Seite, die weniger Beachtung findet: Egoismus kann gesund sein. Damit das funktioniert, sollte man es allerdings nicht übertreiben...

Egoismus Definition: Egoisten erkennen

Egoismus Gegenteil Synonyme Egoisten erkennenDer Begriff Egoismus stammt aus dem Lateinischen (ego = ich) und bedeutet so viel wie Eigenliebe, Eigeninteresse. Weitere Synonyme für Egoismus sind:

  • Eigennutz
  • Eigensucht
  • Ichbezogenheit
  • Ichsucht
  • Narzissmus
  • Selbstbesessenheit
  • Selbstbezogenheit
  • Selbstliebe
  • Selbstsucht
  • Selbstverliebtheit

Im Duden wird Egoismus beschrieben als eine...

Haltung, die gekennzeichnet ist durch das Streben nach Erlangung von Vorteilen für die eigene Person, nach Erfüllung der die eigene Person betreffenden Wünsche ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer.

Dieser Definition, der nach gängigen Wertmaßstäben wenig Schmeichelhaftes innewohnt, steht eine weitere, philosophische gegenüber. Demnach handelt es sich bei Egoismus um eine...

Lehre, Anschauung, nach der alles, auch das altruistische Handeln, auf Selbstliebe beruht.

In der zweiten Definition wird bereits deutlich, dass der negativ behaftete Egoismus nicht per se etwas Schlechtes sein muss. Im Alltag, wenn wir jemanden als Egoisten beschimpfen, handeln wir im Prinzip selbst egoistisch: Denn wir erwarten von der betreffenden Person ein anderes Verhalten - und zwar eines, von dem wir selbst profitieren.

Wenn die eigenen Wünsche nicht im Einklang mit dem stehen, was andere Menschen von einem wollen und man schlecht behandelt wird, ist gesunder Egoismus angezeigt - er dient gewissermaßen dem Selbstschutz und stellt sicher, dass die eigenen Ziele erreicht werden können.

Woran kann man nun Egoisten erkennen? Wenn man sich umschaut, gibt es einige untrügliche Indizien, selbst bei Menschen, die wir nicht kennen. Sie gehen in der Fußgängerzone entlang und manche Menschen weichen aus, andere verfolgen konsequent ihr Ziel: man weicht ihnen aus.

Es gibt einige Gründe, warum sich Menschen egoistisch verhalten:

  • Mangelgefühl

    Vielleicht ist die Person in der Vergangenheit zu kurz gekommen und fühlt nun immer noch in einem bestimmten Bereich einen Mangel. Dabei schießt sie über das Ziel hinaus, weil sie kein Gefühl für das richtige Maß hat.

  • Stress

    Wer unter Druck steht und sich gestresst fühlt, entwickelt einen Tunnelblick. Dann ist die Person nur noch auf ihr Ziel fokussiert und guckt weder nach links, noch nach rechts.

  • Minderwertigkeitsgefühl

    Eine Person definiert sich über bestimmte Dinge, fühlt sich sonst wertlos. Um diese zu erreichen, geht sie in bester Ellenbogenmanier über die Wünsche anderer.

  • Frustrationsintoleranz

    Wer keinen Verzicht kennt und es immer gewohnt ist, etwas sofort zu bekommen, kann sich schwer auf andere Menschen einstellen.

  • Empathiemangel

    Jemand, der sich nicht in andere hineinversetzen kann und unempathisch ist, hat vielleicht nie gelernt Dinge aus den Augen anderer Menschen zu betrachten. Infolgedessen geht er davon aus, dass bestimmte Dinge ihm zustehen, quasi als Gewohnheitsrecht.

Egoismus Gegenteil: Kann Egoismus wirklich gut sein?

Das genaue Gegenteil vom Egoismus - nämlich Altruismus, Selbstlosigkeit - entwickelt sich immer mehr zum Idealbild. Der freundliche, weitsichtige und gute Mensch denkt nicht an sich, sondern an andere. Zu jeder Zeit.

Dies geht soweit, dass wir Personen, die ihre persönlichen Interessen für andere hintenanstellen, für ihr Verhalten bewundern. Immer wieder liest oder hört man von Geschichten, in denen sich Menschen scheinbar völlig uneigennützig verhalten und wir können nichts anderes tun, als anerkennend zu staunen.

Tatsächlich ist Egoismus aber der weiter verbreitete Charakterzug. Jeder ist sich schließlich selbst der Nächste und so schafft man es nur selten, uneigennützig zu handeln. Anders ausgedrückt: Fast alles, was wir tun, ist egoistisch.

Selbst im Ehrenamt, was auf den ersten Blick völlig unverdächtig wirkt, spielt Egoismus neben Altruismus eine Rolle. Dies belegt die Studie (PDF) der Psychologin Barbara Moschner: Menschen, die sich sozial engagieren, tun dies, weil es sie interessiert. Oder sie beruhigen ihr Gewissen. Sie genießen die Anerkennung.

Geben wir im Job unser Bestes, erhoffen wir uns irgendwann eine Gehaltserhöhung oder eine Beförderung, machen wir Kompromisse, tun wir dies in der Regel nur, wenn wir damit trotzdem unseren Willen bekommen und sogar wenn wir jemandem unsere Hilfe anbieten, haben wir oft im Hinterkopf, dass dieser uns irgendwann einen Gefallen schuldet.

Das allgegenwärtige Reden vom Altruismus hat sogar dazu geführt, dass man sich regelrecht ertappt fühlt, wenn man feststellt, dass man egoistisch gehandelt hat. Man schämt sich dafür, an sich selbst gedacht zu haben und hat das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.

Ein meist falscher Schluss, denn: Egoismus ist wichtig. Bitte verstehen Sie das nicht falsch, es geht nicht darum, dem Altruismus endgültig zu entsagen und fortan als Egoist par excellence durchs Leben zu schreiten.

Vielmehr geht es um gesunden Egoismus, den jeder Mensch haben sollte und bei dem es auf die Balance zwischen Eigensinn und Uneigennützigkeit ankommt.

Egoismus Test: Wie egoistisch sind Sie?

Egoismus Test Egoisten erkennen

Wie der Test funktioniert

Der Test besteht aus neun Fragen. Nach jeder Frage steht ein Buchstabe, diese zählen Sie zusammen. Am Ende gelangen Sie anhand des jeweiligen Buchstabens zur Auswertung.

Bitte beachten Sie dabei: Dies ist vor allem ein Erfahrungstest, das heißt, er soll bei der Selbsteinschätzung behilflich sein. Er kann keinerlei psychologische Beratung ersetzen.

  1. Sie haben auf der Arbeit einen Fehler gemacht. Wie verhalten Sie sich?
    • Ich schiebe die Schuld auf den Kollegen - der nervt eh das halbe Kollegium. A
    • Wie peinlich. Ich beteuere, dass soetwas nie wieder passieren wird. C
    • Irren ist menschlich. Hätte nicht passieren sollen, aber ich erkläre meinem Chef, dass ich das wieder ausbügele. B
  2. Sie möchten über ein verlängertes Wochenende wegfahren und wollen einen zusätzlichen Urlaubstag haben. Ihre Partnerin hat sich schon freigenommen. Ihr Kollege hat nun aber den gleichen Urlaubswunsch. Wie reagieren Sie?
    • Bevor es in Streitigkeiten ausartet, kann er den Tag frei haben. C
    • Wir werden uns bestimmt einigen. Es gibt etliche Brückentage, so dass wir beide ein verlängertes Wochenende haben können. B
    • Ich gebe nicht nach. Notfalls werde ich einfach am entsprechenden Tag "krank". A
  3. Wie stehen Sie zu der Aussage: Jeder ist sich selbst der Nächste.
    • Damit kann ich mich völlig identifizieren. A
    • Das wird den Menschen nicht gerecht. C
    • Hin und wieder muss man so handeln. B
  4. Sie helfen einem Kollegen beim Umzug. Welchen Dank erwarten Sie?
    • Dafür sollte er mir wenigstens bei meinem Umzug helfen. A
    • Eine kleine Aufmerksamkeit, vielleicht einen Kinogutschein. B
    • Das habe ich gerne gemacht, dafür brauche ich keine Gegenleistung. C
  5. Sind Sie auf der Arbeit mehr Teamworker oder eher Einzelkämpfer?
    • Wenn du willst, dass etwas richtig gemacht wird, musst du es selbst tun. A
    • Im Team erzielt man die besten Ergebnisse, mir macht es Spaß, mich mit Kollegen auszutauschen. C
    • Na ja, auf manche Kollegen könnte man verzichten, aber im Großen und Ganzen geht es. B
  6. Legen Sie wert auf fair gehandelte Produkte?
    • Nein - ist einfach nur teuer und im Endeffekt vermutlich das Gleiche. A
    • Ja - ich mache mir Gedanken über die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern. C
    • Manchmal schon, es gibt da ganz schöne Sachen. B
  7. Die Schlange an der Theaterkasse ist ellenlang. Wie verhalten Sie sich?
    • Ich versuche, mich irgendwie vorzudrängeln. A
    • Irgendwann werd ich schon an der Reihe sein. C
    • Das ist schon ätzend, ich tue meinen Unmut kund. B
  8. Ihr Kollege erzählt beim Mittagessen, dass er für seine Arbeit vom Chef gelobt wurde. Wie reagieren Sie?
    • Ich höre aufmerksam zu und freue mich für ihn. C
    • Ich stelle interessierte Rückfragen und kommentiere das Ganze. B
    • Ich erzähle, wie toll mein Projekt letztens angekommen ist. A
  9. Ihre Kollegin fragt Sie, ob Sie Ihr Arbeit abnehmen können. Wie reagieren Sie?
    • Ich erkläre, dass ich selbst bereits vor lauter Arbeit nicht mehr aus den Augen gucken kann. A
    • Natürlich helfe ich ihr. Sie wird nicht ohne Grund fragen. C
    • Es ist ein bisschen nervig, weil ich selbst immer rechtzeitig fertig werde, aber einen Teil kann ich übernehmen. B

Egoismus Test: Auswertung

Sie haben überwiegend A: Hier ist Ihre Auswertung (PDF)
Sie haben überwiegend B: Hier ist Ihre Auswertung (PDF)
Sie haben überwiegend C: Hier ist Ihre Auswertung (PDF)

Egoismus: Darum sollten Sie öfter mal nur an sich denken

Du bist so ein Egoist. Solche Vorwürfe richten sich an einen scheinbaren Fehler im Charakter. Falsch und schädlich wird Egoismus aber erst, wenn er einen bestimmten Punkt überschreitet.

Solche Extremformen des Egoismus findet man jedoch nur äußerst selten. Wenn Sie es nicht übertreiben, sollten Sie daher froh sein, über einen gewissen Egoismus zu verfügen. Wer es immer allen recht machen will, vergisst dabei sich selbst.

Und manchmal liegt der Verdacht nahe, dass andere einen manipulieren wollen: Indem sie den Vorwurf formulieren, man sei ein Egoist, zielen sie auf eine Änderung in Ihrem Verhalten ab. Es gilt also abzuwägen, ob etwas an dieser Aussage stimmt, oder ob der Kollege vielleicht nur gefrustet ist, weil Sie sich nicht ausbeuten lassen und er bei Ihnen auf Granit stößt.

Auch wenn es Ihnen schwer fällt, weil Sie nicht als Egoist abgestempelt werden wollen, sollten Sie sich selbst nicht verleugnen und immer nur an die anderen denken. Aus diesen vier guten Gründen sollten Sie auch mal egoistisch sein:

  1. Sie verfolgen Ihre Ziele

    Um hartnäckig und ehrgeizig die eigenen Ziele zu verfolgen, braucht es eine gesunde Portion Egoismus. Dieser Weg wird nicht immer jedem gefallen, Sie werden es mit viel Kritik zu tun bekommen. Wer hier nicht ein wenig egoistisch sein kann, lässt sich von seinem Ziel abbringen oder verfolgt möglicherweise sogar ein Ziel, das nicht sein eigenes ist.

  2. Sie akzeptieren das Verhalten anderer

    Der eigene Egoismus hilft dabei, das Verhalten anderer nicht nur besser zu verstehen, sondern dieses auch zu akzeptieren. Gestatten Sie sich selbst, manchmal einfach nur an sich selbst zu denken, werden Sie auch nachvollziehen können, warum ein Kollege oder Freund vielleicht genau so handelt. So lassen sich Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen vermeiden.

  3. Sie entwickeln mehr Selbstbewusstsein

    Wenn Sie immer nur an andere denken, schaden Sie damit Ihrem eigenen Selbstbewusstsein. Durch Egoismus lernen Sie sich selbst besser kennen, wissen, was Ihnen wichtig ist, wo Ihre Stärken liegen und wie sie diese einsetzen. Sind Sie hingegen nie egoistisch, entsteht das Gefühl, immer nur für andere zu handeln und selbst nichts zustande zu bringen.

  4. Sie werden glücklicher

    Ja, auch Altruismus macht glücklich und Hilfsbereitschaft tut gut. Doch wenn Sie lernen, auf Ihre eigenen Bedürfnisse zu hören und Ihren Wünschen nachzugehen, werden Sie zufriedener und glücklicher. Egoismus liefert auch neue Kraft und Energie, indem man auf sich selbst hört und den Weg geht, den man selbst für richtig hält.

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