Job Shadowing: Bedeutung, Vorteile & Ablauf

Wie läuft der Arbeitstag ab? Durch Job Shadowing finden Sie genau das heraus. Für verschiedene Gruppen kann es sinnvoll und hilfreich sein, für kurze Zeit zum „Schatten“ eines Kollegen zu werden und durch beobachten zu lernen. Wir erklären, was Job Shadowing ist, wie es abläuft und welche Vorteile es hat…

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Definition: Was bedeutet Job Shadowing?

Job Shadowing gehört zur Personalentwicklung oder beruflichen Orientierung und bezeichnet Arbeitnehmer, die Kollegen an ihrem Arbeitsplatz „wie ein Schatten“ begleiten. Dieser sogenannte Shadow schaut im Arbeitsalltag über die Schulter, beobachtet bei Aufgaben, stellt Fragen und lernt so das Arbeitsumfeld sowie typische Tätigkeitsfelder kennen.

Das Konzept gewinnt in jüngster Zeit an Bedeutung: Es ermöglicht Einblicke in andere und neue Arbeitsbereiche, stärkt das Verständnis für das Zusammenwirken unterschiedlicher Teams und ist ein möglicher Schritt zur beruflichen Weiterentwicklung.

Unterschied zu Training on the Job

Job Shadowing und Training on the Job sind verwandt, haben aber einen entscheidenden Unterschied: In beiden Fällen beobachten und lernen Betroffene von einem Mitarbeiter. Beim Training on the Job werden sie aber selber aktiv und übernehmen Aufgaben – unter Anleitung.

Als Schatten eines Kollegen bleiben Sie passiv und schauen nur zu. Sie stellen Rückfragen – Ihnen wird aber noch keine Aufgabe übertragen, die Sie selbst erledigen. Zudem ist der Aufenthalt als „Jobschatten“ meist auf nur einen Arbeitstag oder eine kurze Zeitspanne begrenzt.

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Ablauf: Wie funktioniert Job Shadowing?

Den genauen Ablauf für das Job Shadowing legt jedes Unternehmen selber fest. In der Praxis hat sich aber ein simpler Tagesablauf etabliert, um die Zeit bestmöglich zu nutzen:

  1. Kennenlernen
    Der erste Tag beginnt mit gegenseitigem Kennenlernen. Beide Shadowing-Partner stellen sich kurz vor und klären die Ziele sowie Erwartungen.
  2. Einführung
    Typischerweise gibt es eine kurze Führung durch die Abteilung und Erklärung zu anderen Mitarbeitern, mit denen zusammengearbeitet wird. In der Einführung wird auch der voraussichtliche Tagesplan besprochen.
  3. Shadowing
    Der Mitarbeiter geht seinen täglichen Aufgaben nach, der Jobschatten beobachtet, macht Notizen und stellt Fragen.
  4. Mittagspause
    Nach der ersten Arbeitsphase folgt eine gemeinsame Mittagspause – idealerweise mit den anderen Kollegen aus dem Team. Im Anschluss an die Pause folgt die zweite Shadowing-Phase.
  5. Austausch und Feedback
    Vor Ende des Shadowing-Tages bleibt Zeit für weiteren Austausch. Aktuelle Projekte werden erläutert, mögliche Herausforderungen angesprochen und erklärt. Zum Schluss folgt ein Feedback zum Ablauf und zur Durchführung der Maßnahme.
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An wen richtet sich Job Shadowing?

Im Job Shadowing erhalten Sie ein umfangreiches und vor allem realistisches Bild über einen Arbeitsplatz: Was sind die Aufgaben? Wie wird gearbeitet? Welche Abläufe gibt es? Wie sieht der Alltag aus? Viele spannende Informationen, aber an wen richtet sich diese Möglichkeit? Grundsätzlich gibt es vier Gruppen, die vom Job Shadowing profitieren können:

Berufsorientierung

Das Modell eignet sich für alle, die noch in der Berufsorientierung stecken: Schüler, Studenten, die vor dem Berufseinstieg stehen oder Arbeitssuchende, die einen neuen Beruf suchen.

Jobwechsel

Sie stehen vor einem Jobwechsel, wollen aber vorher wissen, was in der neuen Position auf Sie zukommt? Als Schatten können Sie sich eine Position im Vorfeld ansehen und sich so eine fundierte Meinung bilden.

Weiterbildung

Gerade bei erfahrenen Kollegen lernen Sie viel, eignen sich Fachwissen an und profitieren von den Insider-Informationen. In kurzer Zeit können Sie Grundkenntnisse lernen und wichtigste Abläufe verstehen. Tiefe Weiterbildung ist durch Job Shadowing aber nicht möglich. Dazu braucht es die Praxis, um die neuen Kenntnisse anzuwenden.

Führungsarbeit

Die Maßnahme dient in der Personalentwicklung als Vorbereitung für Führungskräfte. Angehende Vorgesetzte, die kurz vor dem Schritt in eine Führungsrolle stehen, schauen dann aktuellen Chefs über die Schulter. Sie lernen Herausforderungen und tägliche Abläufe kennen, um sich frühzeitig darauf einzustellen.

Job Shadowing in Schule oder Universität

Job Shadowing wird immer häufiger auch von Schulen oder Universitäten angeboten. Diese arbeiten mit Unternehmen zusammen, um Schülern und Studenten einen besseren Einblick in mögliche Berufe zu ermöglichen – zum Beispiel als Schnuppertag. Für einen kurzen Zeitraum werden Jobs besucht und aus erster Hand erlebt. Das verbessert die Berufswahl und gibt Sicherheit für die eigene Entscheidung.


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Was sind die Vorteile von Job Shadowing?

Vom Konzept des Jobschattens profitieren Mitarbeiter und Unternehmen. Entsprechend attraktiv sind solche Angebote für Unternehmen und deren HR-Abteilungen. Wir stellen die größten Vorteile für beide Seiten vor:

Vorteile für Mitarbeiter

  • Sie erhalten Eindrücke aus erster Hand
    Wenn Sie einen Tag lang beobachten und alles miterleben, erfahren Sie mehr als aus langen Erklärungen. Die Eindrücke aus erster Hand sind wertvoll und zeigen Ihnen, was die Arbeit in einer bestimmten Position wirklich ausmacht.
  • Sie bekommen bestmögliche Orientierung
    Stehen Sie vor der Entscheidung für oder gegen einen Beruf, ist Job Shadowing eine der besten Orientierung. Sie erleben Arbeitstage mit, sehen alle Aufgaben, lernen die guten und schlechten Seiten kennen.
  • Sie lernen andere Abteilungen besser kennen
    Im Unternehmen wird zusammengearbeitet. Aber nur wenige wissen, was in anderen Abteilungen passiert. Durch das Job Shadowing lernen Sie neue Bereiche kennen, verstehen Zusammenhänge besser und entwickeln größere Wertschätzung für die Leistung der Kollegen.
  • Sie bilden sich weiter
    Zwar fehlt die praktische Umsetzung, trotzdem können Sie sich eine Menge abschauen und so Ihre Fähigkeiten erweitern. Durch Erklärungen, Fragen und aktives Beobachten können Sie in relativer kurzer Zeit viel lernen.

Vorteile für Unternehmen

  • Sie haben wenig Aufwand
    Im Vergleich zu anderen Maßnahmen ist der Aufwand für Job Shadowing gering. Es benötigt wenig Vorlauf, kaum Organisation und verursacht keine zusätzlichen Kosten.
  • Sie fördern Mitarbeiter
    Mitarbeiter entwickeln zusätzliche Fähigkeiten, mehr Verständnis für interne Zusammenhänge oder können auf höhere Positionen vorbereitet werden. Für die Human Resources Abteilung schlagkräftige Argumente.
  • Sie bieten Kandidaten einen Einstieg
    Die Konkurrenz der Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt ist groß. So haben Talent bereits einen Fuß in der Tür.
  • Sie erkennen mögliche Probleme
    Beim Job Shadowing können mögliche Probleme in der Zusammenarbeit aufgedeckt und gelöst werden. Unterschiedliche Abteilungen wissen nicht immer, wie andere Stellen arbeiten. Ein Blick hinter die Kulissen gibt Aufschluss und zeigt Verbesserungspotenzial.

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