Ist Trinken mit Kollegen eine gute Idee?
Im Job verbringen Sie schon 8 Stunden am Tag mit den Kollegen und Büronachbarn – sollten Sie nach Feierabend noch mit den Kollegen etwas trinken? Klare Antwort: Ja, wenn Sie im Job zufriedener und erfolgreicher sein wollen. Wissenschaftler der Universität Stirling sagen: Das gemeinsame Bier fördere das gegenseitige Vertrauen, die Kameradschaft und den Teamgeist.
Bestätigt wird das von Studien um den Psychologie-Professor Michael Sayette. Er bezeichnet Alkohol als soziales Gleitmittel. Trinken mit den Kollegen bricht das Eis, verstärkt Emotionen und das Gefühl sozialer Verbundenheit. Es entstehe ein Wir-Gefühl und der Zusammenhalt wächst.
Trinken mit Kollegen: Braucht es dazu Alkohol?
Grundsätzlich gilt: Trinken mit Kollegen ist unabhängig von Alkohol! Sie können ebenso Wasser, Cola oder Saft zusammen trinken – die positiven Effekte auf die Teamdynamik bleiben. Sayette und sein Team stellten in Studien jedoch fest: Moderates Trinken von Alkohol dämpft negative Emotionen wie Stress und stärkt die soziale Bindung in Gruppen.
Ein gemeinsames Bier oder ein Wein nach Feierabend kann daher die positiven Effekte verstärken. Es wird mehr und offener miteinander geredet. Allerdings sollten Sie sich dadurch weder zu Alkohol drängen lassen oder gezwungen fühlen! Ob Sie beim Trinken mit den Kollegen alkoholfrei bleiben, ist allein Ihre Entscheidung.
Umtrunk mit Kollegen: Was sollte ich trinken?
Stimmen Sie also ruhig der Einladung zu einem gemeinsamen Umtrunk nach Feierabend zu. Vielleicht bauen Sie dadurch einen besseren Draht zum Chef auf, der sich positiv auf Ihre Karriere auswirkt – auch wenn Sie nicht gleich beim zweiten Bier eine Gehaltsverhandlung beginnen sollten!!!
Bleibt jedoch die Frage: Was trinken? Allgemein lässt sich das kaum beantworten. Entscheidend sind vor allem der Anlass und natürlich mit wem Sie trinken gehen. Als Orientierungshilfe dient das folgende Flussdiagramm mit leichtem Augenzwinkern (zum Vergrößern bitte anklicken):
Auch nach Feierabend gilt: Beim Trinken mit Kollegen sollten Sie es generell bei einem oder maximal zwei Gläsern belassen. Positive Effekte verschwinden sonst und kehren sich ins Gegenteil um, wenn Sie völlig betrunken sind. Denken Sie allein an das Image, das Sie damit von sich prägen!
Trinken mit Kollegen: Vorsicht bei Alkohol am Arbeitsplatz
Ein geselliger Freizeitabend mit den Kollegen macht Spaß. Was aber wenn Sie schon im Büro und am Nachmittag gemeinsam Bier oder Sekt trinken? Grundsätzlich ist das möglich – doch bei Alkohol am Arbeitsplatz ist Vorsicht geboten! Laut Arbeitsrecht gibt es in Deutschland zwar kein generelles Alkoholverbot, doch können Arbeitgeber den Umgang mit Alkohol individuell regeln und verbieten.
Beachten Sie deshalb unbedingt diese Punkte, bevor Sie im Job mit Kollegen trinken:
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Verbote für Berufsgruppen
Für einige Berufsgruppen ist Alkohol am Arbeitsplatz in jedem Fall tabu. Dazu gehören: Busfahrer, Berufskraftfahrer, Taxifahrer, Maschinenführer, Piloten oder Ärzte sowie Pflegepersonal. Hier müssen Sie auf jeglichen Alkohol verzichten. Ohne Ausnahme.
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Regelungen durch den Arbeitgeber
Jeder Arbeitgeber legt individuell fest, ob er Alkohol am Arbeitsplatz duldet oder nicht. Informieren Sie sich deshalb vorab beim Chef, ob Sie z.B. zum Geburtstag den Kollegen ein Glas Sekt kredenzen dürfen.
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Aufgaben im Job
Arbeitnehmer müssen jederzeit ihre vertraglich vereinbarten Aufgaben im Job erledigen können. Beeinflusst der Alkoholkonsum Ihre Leistung, kann das arbeitsrechtliche Konsequenzen haben – von Abmahnung bis zur Kündigung.
Achtung: Wer am Vortag kräftig gefeiert hat und bei Arbeitsbeginn am nächsten Morgen alkoholisiert zum Job erscheint, den kann der Chef wegen Arbeitsunfähigkeit sofort wieder nach Hause schicken – natürlich für diesen Tag unbezahlt und ohne Gehalt!
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8 Faktoren beim Trinken mit Kollegen
Wenn Sie mit Kollegen etwas trinken, sollten Sie einige Punkte beachten. Zur Übersicht hier noch einmal 8 wichtige Faktoren:
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Zeitpunkt
Nach Feierabend oder in der Mittagspause mit den Kollegen ein Bier trinken, ist meist unproblematisch. Doch gleich zu Beginn des Arbeitstages mit Alkohol starten oder einfach zwischendurch einen Sekt trinken? Das kann bei den Kollegen einen falschen Eindruck hinterlassen und Ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
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Anlass
Mit einem passenden Anlass ist es umso schöner, mit den Kollegen anzustoßen. Ein Dienstjubiläum, Geburtstage oder ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt sind gute Gründe für einen gemeinsamen Umtrunk. Nutzen Sie diese Gelegenheiten, um gemeinsam zu feiern, aber fragen Sie vorher den Chef.
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Gemeinsamkeit
Gemeinsam trinken ist gut für das Team – allein im Büro ein Bier aufmachen oder im Alleingang die Korken knallen lassen, kommt nicht gut an. Trinken Sie grundsätzlich nur in Gesellschaft. Wer allein trinkt, scheint nicht darauf verzichten zu können und den Alkohol zu brauchen.
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Menge
Beim Alkohol mit Kollegen ist weniger mehr. Sie wollen in einer netten Runde mit den Kollegen Spaß haben und sich nicht besinnungslos saufen. Nach ein oder zwei Gläsern sollte Schluss sein – egal, ob Sie mehr vertragen. Zwischendurch sollten Sie zudem Wasser trinken.
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Häufigkeit
Es spricht nichts dagegen, hin und wieder ein Glas mit den Kollegen zu trinken. Das sollte aber keine tägliche Gewohnheit werden. Alkohol ist eine Ausnahme zu bestimmten Anlässen und kein täglicher Begleiter ohne Grund.
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Absprache
Trinken mit Kollegen funktioniert am besten mit offener Kommunikation. Klären Sie im Vorfeld ab, ob es alkoholische Getränke gibt oder auch alkoholfreie Cocktails gesetzt wird. So kann jeder gleich zu Beginn sagen, was er trinken möchte und es kann ein gemeinsamer Weg gefunden werden.
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Klima
Achten Sie auf das Betriebsklima, wenn Sie mit Kollegen trinken. Bei großer Konkurrenz wird viel geredet und Gerüchte verbreitet, um anderen zu schaden. Aus zwei Bier wird ein sturzbetrunkener Kollege und wer verzichtet, wird als Spaßverderber abgestempelt. Überlegen Sie deshalb genau, mit wem Sie etwas trinken.
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Nachwirkung
Zum Alkohol am Arbeitsplatz zählt nicht nur, was Sie heute trinken. Wer am Vorabend zu tief ins Glas geschaut und bis in die Nacht getrunken hat, muss an den Restalkohol am nächsten Morgen denken. Das kann dem Chef auffallen und zu Problemen führen.
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