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Versuch und Irrtum Prinzip: Definition, Beispiele & Tipps

Ein bekanntes Sprichwort besagt: Versuch macht klug. In der Praxis halten sich trotzdem nur wenige an das Versuch und Irrtum Prinzip. Stattdessen wird ewig hin und her überlegt, bis ein einzelner Weg auserkoren wurde, der schließlich umgesetzt wird. Schade, denn aus Versuch und Irrtum lässt sich eine Menge lernen. Viele trauen sich nur nicht, weil Fehler und Rückschläge dazu gehören. Wir erklären, wie das Versuch und Irrtum Prinzip funktioniert – und wie Sie es für sich nutzen können…



Versuch und Irrtum Prinzip: Definition, Beispiele & Tipps

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Definition: Wie funktioniert das Versuch und Irrtum Prinzip?

Versuch und Irrtum (Englisch: trial and error) ist ein Ansatz zur Problemlösung, in denen verschiedene Möglichkeiten ausprobiert werden, bis eine den gewünschten Effekt hat.

Die Methode folgt einem klaren Ablauf: Um ein Problem zu lösen, werden zahlreiche Versuche (Trials) durchgeführt, bei denen die Zielerreichung kontrolliert wird. Bringt ein Versuch nicht das gewünschte Ergebnis, wird dieser als Irrtum (Error) abgetan. Diese Schritte werden mit immer neuen Alternativen durchgeführt, bis ein Versuch gelingt und das festgelegte Ziel erreicht wird.

Beispiel für Versuch und Irrtum

Hinter dem Prinzip steckt ein Grundgedanke: Menschen lernen durch Fehler. Durch aktives Ausprobieren und Herausfinden, was nicht funktioniert, lernen wir stetig hinzu und nähern uns dem Ziel an. Jede Erfahrung, die wir machen, enthält einen Lerneffekt für die Zukunft, der zu besseren Entscheidungen, Handlungen und Ergebnissen führt.

Ein praktisches Beispiel für das Versuch und Irrtum Prinzip durchläuft jeder Mensch in frühen Jahren. Kinder lernen nach genau diesem Muster das Laufen. Losgehen, hinfallen, aufstehen, wieder loslaufen… Vorher machen sich Kleinkinder keinen Plan und überlegen, was wohl die beste Vorgehensweise ist. Es wird ausprobiert, bis es klappt. Trial and Error in Reinform.

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Vorteile: Darum lohnt sich das Ausprobieren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Lernens und der Problemlösung. Warum sollten Sie sich gerade für das Versuch und Irrtum Prinzip entscheiden? Die Methode liefert gleich mehrere gute Gründe und Vorteile:

  • Sie lernen eine Menge dazu
    Bei jedem einzelnen Versuch lernen Sie dazu. Sie erweitern Ihren Erfahrungsschatz und können in Zukunft darauf zurückgreifen. Wo andere Methoden nur einen einzigen Weg gehen und nur aus diesem Erkenntnisse ziehen, wird beim Versuch und Irrtum mehr gelernt.
  • Sie sind schneller
    Durch Ausprobieren können Sie schneller zum gewünschten Ergebnis kommen, als durch endloses Analysieren, das am Ende theoretisch bleibt. Dieser Vorteil greift vor allem dann, wenn die Zahl der Alternativen nicht allzu groß ist und die Durchführung der einzelnen Optionen wenig Zeit in Anspruch nimmt.
  • Sie schließen Falsches aus
    Lernen und Lösungsfindung konzentriert sich meist auf das gewünschte Ergebnis. Vergessen wird, dass es ebenso wünschenswert ist, falsche Vorgehensweisen auszuschließen. So wissen Sie später sofort, worauf Sie verzichten können und müssen sich nicht mehr mit unnötigen Dingen beschäftigen. Sie wissen bereits, was nicht funktioniert.
  • Sie schaffen Neuerungen
    Wer nichts ausprobiert, macht am Ende nur das, was schon immer gemacht wurde. Wahre Innovation entsteht durch Versuch und Irrtum. Neue Ideen müssen umgesetzt und ausgetestet werden, um sie zu verbessern – oder sie wieder zu verwerfen.
  • Sie verbessern Ihre Einstellung
    Oft hält die Angst vor Fehlern zurück. Weil etwas schiefgehen könnte, machen viele Menschen lieber gar nichts. Versuch und Irrtum zeigt: Es ist nicht schlimm, wenn etwas schiefgeht. Sie lernen, wachsen und kommen zu einem besseren Ergebnis.
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Versuch und Irrtum mit einer besseren Fehlerkultur

Das Versuch und Irrtum Prinzip können Sie in jedem Bereich des Lebens einsetzen. In der Praxis nutzen es aber nur wenige. Der Hauptgrund ist eine negative Fehlerkultur. Scheitern und Misserfolge müssen unbedingt verhindert werden. Wer etwas falsch macht, wird offen kritisiert oder nur mitleidig belächelt.

Ein solches Umfeld schürt Versagensangst und unterdrückt das Ausprobieren. Niemand möchte einen Fehltritt machen und dafür bloßgestellt werden.

Wo können Sie durch das Ausprobieren lernen?

Die Einsatzbereiche sind nahezu unbegrenzt. Einige Beispiele sind:

  • Jobwahl
    Machen Sie zahlreiche Praktika, bevor Sie sich für den richtigen Job entscheiden.
  • Herausforderungen
    Wagen Sie sich an eine Herausforderung, statt in Ehrfurcht zu erstarren. Vielleicht klappt es sofort – sonst versuchen Sie es nochmal.
  • Aussehen
    Testen Sie verschiedene Kleidungsstile und Frisuren, bis Sie Ihren Look gefunden haben.
  • Lernen
    Durch Learning by doing können Sie oft die besten Ergebnisse erreichen. Sie müssen neue Fähigkeiten austesten, bis Sie diese beherrschen.
  • Produkte
    Unternehmen können zahlreiche Produkte testen und optimieren, bis die Produktpalette bei den Kunden gut ankommt.

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Tipps: So klappt das Versuch und Irrtum Prinzip

Die Umsetzung von Versuch und Irrtum scheint einfach. Trotzdem gibt es dabei einige Dinge zu beachten. Mit den folgenden Tipps können Sie die Methode bestmöglich einsetzen und die erhofften Ergebnisse erzielen:

  • Beginnen Sie mit einer Ideensammlung

    Um verschiedene Ansätze zu versuchen, brauchen Sie die nötigen Ideen und Lösungsvorschläge. Starten Sie mit einem Brainstorming, um verschiedene Herangehensweisen zu entwickeln. Wenn Ihnen nur ein Weg einfällt, können Sie auch nichts ausprobieren.

  • Legen Sie Kriterien fest

    Um zu beurteilen, ob ein Versuch erfolgreich ist oder zum Irrtum erklärt wird, braucht es klare und nachvollziehbare Kriterien. Bevor Sie beginnen, sollten Sie festlegen, woran Sie den Erfolg messen. Diese Parameter bleiben für alle Versuche gleich. Beantworten Sie klar: Wann ist das Ziel erreicht und unter welchen Bedingungen wird ein Versuch als Erfolg gewertet?

  • Fangen Sie an

    Ein wichtiger Punkt beim Versuch und Irrtum Prinzip: Halten Sie sich nicht mit endlosen Vorüberlegungen und Planungen auf, sondern fangen Sie an. Sie müssen ins Handeln kommen und die Versuche starten. Bremsen Sie sich nicht mit der Angst, dass es schiefgehen könnte. Das gehört zur Methode und bringt Sie einen Schritt weiter.

  • Lassen Sie Fehler zu

    Ohne die richtige Einstellung ist Versuch und Irrtum nicht möglich. Sie müssen bereit sein, Fehler zu machen und Dinge zu versuchen, die nicht funktionieren. Scheitern ist kein Makel, sondern notwendig, um sich dem Ergebnis zu nähern. Haben Sie keine Angst vor einem Irrtum, sondern sehen Sie diesen als Chance.

  • Passen Sie die Versuche an

    Versuch und Irrtum bedeutet nicht, dass Sie jeden Ansatz gleich vollkommen verwerfen, wenn dieser nicht zu 100 Prozent ans Ziel führt. Sie müssen nicht immer ganz von vorne beginnen. Lernen Sie aus den Irrtümern und nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse. Nehmen Sie kleinere Änderungen an den vorherigen Versuchen vor und passen Sie Ihre Vorgehensweise Stück für Stück an.

  • Halten Sie die Ergebnisse fest

    Um langfristig von den Erkenntnissen zu profitieren, die Sie beim Versuch und Irrtum Prinzip gemacht haben, müssen Sie diese festhalten. Gerade im Beruf ist dies empfehlenswert, um beim nächsten Mal nicht dieselben Diskussionen erneut zu führen oder Versuche zu wiederholen, die schon als Irrtümer identifiziert wurden.


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