Chef-Check-guter-schlechter-Boss
Er ist verantwortlich für die Arbeitsatmosphäre, die Arbeitsergebnisse und nicht zuletzt für seine Mitarbeiter - der Chef spielt eine bedeutende Rolle in jedem Unternehmen. Immer wieder steht genau diese Person im Mittelpunkt von Ärger und Diskussionen. Dabei steht in der Regel der Führungsstil im Vordergrund: zu streng, zu locker oder nicht transparent genug? Sicher ist es nicht leicht, als Chef dem Wunschbild der Arbeitnehmer und der Führungsebene zu entsprechen, gerade an Führungspersönlichkeiten werden hohe Anforderungen gestellt. In unserem Chef-Check können Sie herausfinden, ob Ihr Boss einen guten Job macht...

Führung ist ein Balanceakt

Die Erwartungen an den Chef sind enorm. Er soll Vorbild, Mentor, Problemlöser und im besten Fall auch noch Motivator in einer Person sein. Diese Anforderungen zu erfüllen, stellt viele Vorgesetzte vor eine große Aufgabe. Um dieser gerecht zu werden, braucht es Fingerspitzengefühl. Bei dem Balanceakt zwischen unterschiedlichen Erwartungen helfen die folgenden Eigenschaften.

Ein guter Manager ist...

  1. integer.

    "Wer nicht für sich selbst seine Werte definiert hat, kann nie eine gute Führungskraft sein", warnt Dieter Wagner vom Institut für wertorientierte Unternehmensführung (IWU). Wer seine Werte nicht gefunden habe, sei nicht in der Lage, Menschen mitzunehmen – und genau darauf komme es nun mal beim Führen an. Wer die Einhaltung hoher moralischer Standards fordert, muss diese Werte auch selbst leben, um glaubwürdig zu bleiben. Ein Chef, der die eigenen Grundsätze ignoriert, schwächt sich selbst – und die Moral aller, für die er Vorbildfunktion übernimmt. Die Liste der über ihre Doppelmoral gefallener Konzern- und Staatenlenker ist zu lang, als dass man sie übersehen könnte.

  2. selbstreflextiert.

    Ein guter Chef ist in allererster Linie das: ein Denker. Er denkt über sich selber nach und lernt sich dabei besser kennen. Erst so entwickelt der nachdenkende Chef Überzeugungen und Werte nach denen er sein gesamtes Handeln ausrichtet. Gute Führungskräfte warten nicht auf Kritik von außen, sondern hinterfragen ihre Arbeit und ihre Entscheidungen auch selbst, reflektieren Erfolge und Misserfolge und versuchen, daraus zu lernen. Diese Eigenschaft mag für Mitarbeiter nicht immer wahrnehmbar sein, wirkt sich jedoch spürbar in Entscheidungen und Arbeitsweise guter Führungskräfte aus.

  3. entscheidungsfreudig.

    Chefs und Vorgesetzte, die sich nur schwer oder langsam entscheiden, können für eine Team eine echte Strafe sein. Selbst unpopuläre Entscheidungen sind in den meisten Fällen besser als gar keine Entscheidung und fehlende Ansagen. Als künftige Führungskraft sollten Sie Entscheidungen daher zwar überlegt, jedoch zügig treffen – und dann zu den Konsequenzen stehen.

  4. empathisch.

    Ein guter Chef ist in der Lage, sich in seine Mitarbeiter einzufühlen und Probleme und Unzufriedenheit rechtzeitig erkennen können. Wer sein Team nur als eine Ansammlung von Fachkräften sieht und menschliche Aspekte völlig vernachlässigt, wird seiner Verantwortung als Führungskraft ganz sicher nicht gerecht.

  5. respektvoll.

    Diese Eigenschaft mag etwas seltsam klingen, doch gute Führungskräfte sollten Respekt und Wertschätzung mitbringen und zeigen. Dieser ist sowohl ihren Kunden als auch ihren Mitarbeitern gegenüber angebracht. Mitarbeiter und Teammitglieder sollten deutlich spüren, dass ihre Arbeit und Leistung geschätzt und anerkannt werden. Das ist natürlich nicht immer leicht und der Balanceakt zwischen Wertschätzung und notwendiger Kritik kann schwierig sein. Doch er gehört zum Job einer Führungskraft dazu.

  6. tolerant gegenüber Fehlern.

    Die Fehler der Mitarbeiter bedeuten Arbeit für den Vorgesetzten. Dieser muss sich darum kümmern Schaden zu begrenzen, die Ursachen zu finden und daraus entstehende Konflikte zu lösen.Wie mit Fehlern umgegangen wird, hat nachhaltigen Einfluss auf die Arbeitsatmosphäre und die Motivation, letztlich auch auf die Leistungen im Team. Wird beispielsweise ein Mitarbeiter für seinen Fehler vor versammelter Mannschaft klein gemacht, zerstört das seine Bereitschaft Risiken einzugehen und neue Wege einzuschlagen. Irgendwann stagniert das Team.

  7. ein Mentor

    . Ein guter Chef ebnet seinen Mitarbeitern den Weg selbst erfolgreich zu sein. Er ermuntert diese ihr Bestes zu geben und belohnt Erfolge. Das bedeutet auch das versteckte Potential der Mitarbeiter zu erkennen und zu fördern, beispielsweise indem Verantwortung abgegeben oder Fortbildungen ermöglicht werden.

Quiz: Haben Sie einen guten Chef?

 Jirsak/shutterstock.comEs ist also nicht jedem die Fähigkeit zur Führung in die Wiege gelegt worden. Und so ist es nur logisch, dass manche Führungspersönlichkeiten einen besseren Job machen als andere. In unserem Quiz können Sie herausfinden, ob Sie das Glück haben, mit einem guten Chef zusammenarbeiten zu dürfen.

Wir haben zehn Fragen für Sie vorbereitet und würden Sie bitten, sich zu merken, welchen Buchstaben Sie am häufigsten gewählt haben. Am Ende der Seite führt Sie dieser zur Auflösung.

  1. Sie arbeiten gerade an einem Projekt und befinden sich in einer Sackgasse. Sie wenden sich an Ihren Chef. Wie reagiert er?

    • Er empfindet es nicht als seine Aufgabe, Ihre fachlichen Probleme zu lösen und verweist Sie an einen Kollegen. (A)
    • Er hört sich Ihre Situation an und bestätigt Ihnen, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Diesen müssen Sie nur bis zum Ende gehen. (B)
    • Er hat selbst viel zu tun und vertröstet Sie auf einen späteren Zeitpunkt. (C)
  2. Ihr Kind ist krank und Sie brauchen spontan einen Tag frei. Wie reagiert Ihr Chef?

    • Da eine Deadline einzuhalten ist, lehnt er Ihren Wunsch ab. Er schlägt vor, dass Ihr Partner sich darum kümmert. (A)
    • Ihrem Chef ist es egal, solange Sie mit Ihrer Arbeit fertig werden. (C)
    • Er bietet Ihnen an, von zu Hause zu arbeiten. (B)
  3. Sie haben in einem Kundenprojekt einen Fehler gemacht. Nun ist der Kunde verärgert und beschwert sich bei Ihrem Chef. Wie geht dieser mit der Situation um?

    • Er übernimmt die Verantwortung für den Fehler, beruhigt den Kunden und verspricht Nachbesserung. (B)
    • Er versichert dem Kunden, nichts von dem Fehler gewusst zu haben und verspricht, Sie dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Sie erhalten eine Abmahnung. (A)
    • Er fällt aus allen Wolken und ermahnt Sie, beim nächsten Mal mehr Sorgfalt an den Tag zu legen. (C)
  4. Wie laufen Feedbackgespräche mit Ihrem Chef typischerweise ab?

    • Feedback?! Das habe ich bisher noch nie erhalten. (C)
    • Er unterstreicht die Unternehmensziele und verweist darauf, wo diese noch nicht erreicht werden. (A)
    • Er bietet die Möglichkeit, eine Selbsteinschätzung vorzunehmen, zeigt Fortschritte und Verbesserungspotential auf. (B)
  5. Ein neuer Auftrag steht an und das erste Meeting dazu wurde abgehalten. Wie gut sind Sie informiert?

    • Der Chef hat einen kurzen Überblick gegeben, die weitere Planung aber an einen Kollegen übergeben, der sich jetzt erst einarbeiten muss. (C)
    • Jeder weiß, was er zu tun hat, die Ziele wurden vorgestellt und der zeitliche Rahmen steht fest. (B)
    • Ihr Chef weiß, welche Ergebnisse er erwartet. Die Umsetzung ist ihm aber egal. (A)
  6. Sie würden gerne eine Weiterbildung machen und stellen Ihrem Chef das Vorhaben vor. Wie reagiert dieser?

    • Er hält nichts von der Idee und gibt Ihnen zu verstehen, dass Sie die Doppelbelastung unmöglich stemmen werden. (A)
    • Er hat nichts dagegen, solange Ihre Arbeit nicht darunter leidet und dem Unternehmen keine Kosten entstehen. (C)
    • Er ist bereit, Sie zu unterstützen und bittet Sie, konkrete Vorschläge für die Umsetzung des Vorhabens auszuarbeiten. (B)
  7. Sie haben Streit mit einem Kollegen. Wie verhält sich Ihr Chef?

    • Ihn interessieren solche Streitigkeiten nicht und er bittet Sie, solche Dinge außerhalb des Jobs zu klären. (C)
    • Er bittet zu einem Streitgespräch und vermittelt zwischen Ihnen und dem Kollegen. (B)
    • Er ergreift Partei für eine Seite und beendet so die Diskussion. (A)
  8. Wie ist die Arbeitsatmosphäre?

    • Ihr Chef lässt Sie selbstständig arbeiten und steht für Rückfragen zur Verfügung. (B)
    • Ihr Chef kontrolliert jeden Ihrer Schritte und möchte bei jeglicher externen Korrespondenz in CC gesetzt werden. (A)
    • Ihr Chef gibt die Kontrolle an einen Mitarbeiter ab. Dieser hält ihn über die Fortschritte auf dem Laufenden. (C)
  9. Ihre Kundenpräsentation war erfolgreich und sie haben einen großen Auftrag an Land gezogen. Was sagt Ihr Chef?

    • "Gut gemacht, weiter so." (C)
    • "Die Ausarbeitung der Präsentation war wirklich gut. Auf den Erfolg sollten wir im Team am Freitag anstoßen." (B)
    • "Die Argumentation war nicht schlüssig, aber dem Kunden hat es offensichtlich gereicht." (A)
  10. Wie äußert Ihr Chef Kritik?

    • Er sagt Ihnen sofort, wenn ihn etwas stört. Bei seiner Kritik ist er offen und direkt. (B)
    • Seine Kritik ist oft persönlich und geht nicht selten auch unter die Gürtellinie. (A)
    • Er äußert die Kritik nicht, sondern ärgert sich im Stillen. (C)
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