Führungswechsel: Was tun, wenn der Chef wechselt?

Führungswechsel sind Teil der normalen Fluktuation in jedem Unternehmen. Wenn der Chef wechselt, entsteht eine neue Dynamik – mit Chancen, aber auch Herausforderungen. Mitarbeiter stehen vor der Frage: Wie geht es im Team und mit neuem Vorgesetzten weiter? Wir erklären, wie Sie sich bei einem Führungswechsel richtig verhalten…

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Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Ein Führungswechsel ist der personelle Austausch der verantwortlichen Leitungskraft auf Team- oder Abteilungsebene. Einfach ausgedrückt: Mitarbeiter bekommen einen neuen Chef.
  • Ursachen: Gründe für den Wechsel können natürliche Austritte (z.B. Rente, Jobwechsel), strategische Neuausrichtungen oder auch Probleme mit der bisherigen Führungsarbeit sein.
  • Herausforderungen: Mitarbeiter verlieren vertraute Routinen, müssen sich möglicherweise an einen neuen Führungsstil gewöhnen und sich sowohl fachlich als auch menschlich neu beweisen.
  • Chancen: Führungswechsel sind ein Neuanfang und bieten zahlreiche Möglichkeiten. Mit dem richtigen Start unter einer neuen Führungskraft positionieren Sie sich als Leistungsträger oder Kandidat für Beförderungen.
  • Fehler: Ständige Vergleiche mit dem Ex-Chef sind ein Karrierekiller. Schauen Sie in der Umbruchphase nach vorn und verzichten Sie auf Kommentare wie: „Das hat Herr Müller aber anders geregelt!“

In Deutschland wechselt eine Führungskraft im mittleren Management alle 3-5 Jahre die Position. Langjährige Mitarbeiter müssen sich also regelmäßig auf einen neuen Vorgesetzten einstellen. Bei größeren Konzernen ist die Wechselgeschwindigkeit sogar noch schneller: Hier erleben Angestellte durchschnittlich alle 2-3 Jahre einen Führungswechsel.

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Die 2 Arten von Führungswechseln

Bei einem Führungswechsel (Englisch: Change of leadership) wird die Position des Vorgesetzten neu besetzt. Der bisherige Chef wechselt die Position (oder das Unternehmen) und das Team bekommt einen neuen Vorgesetzten. Dabei kann zwischen zwei Arten von Führungswechseln unterschieden werden – die maßgeblich beeinflussen, wie Angestellte auf die Veränderung reagieren:

  1. Interner Aufsteiger (Insider)

    Der neue Chef ist eine Person, die bereits im Unternehmen oder sogar im selben Team gearbeitet hat. Vorteil: Der Vorgesetzte kennt die Abläufe, die Kultur und auch die internen Probleme. Es kann aber zu Neid kommen und der Rollenwechsel vom Kollegen zum Chef birgt Konfliktpotenzial.

  2. Externer Neuzugang (Outsider)

    Hier wird eine neue Führungskraft von außen eingestellt. Das bringt neue Perspektiven, einen unvoreingenommenen Blick, frische Ideen und innovative Methoden ins Team. Allerdings fehlt Insiderwissen zum Betrieb, zum Team und zu den einzelnen Mitarbeitern.

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Welche Ursachen hat der Führungswechsel?

Ein Führungswechsel wird oft misstrauisch beäugt. Er kann das Ende lieb gewonnener Gewohnheiten bedeuten. Unter der bisherigen Führungskraft wissen Sie, worauf Sie achten müssen, wie Erwartungen und Prioritäten aussehen und wie Sie am besten mit dem Chef umgehen. Mit dem Führungswechsel kommt eine unbekannte Variable ins Spiel. Wie sich ein Wechsel in der Führungsposition auswirkt und für Mitarbeiter anfühlt, wird maßgeblich durch die Hintergründe des Führungswechsels beeinflusst:

  • Geht der bisherige Chef in den Ruhestand?
  • Wechselt der Vorgesetzte die Abteilung?
  • Hat er sich auf eine andere Stelle wegbeworben?
  • Ist ein Kollege zur Führungskraft aufgestiegen?
  • Oder wurde der ehemalige Chef abgesägt und nun ein neuer von außen ins Unternehmen geholt, um das Ruder herumzureißen?

Dabei geht es um Planbarkeit und die Atmosphäre im Betrieb. Ein lang angekündigter Führungswechsel (z.B. durch den Renteneintritt des Chefs) verläuft meist sanfter als ein plötzlicher Wechsel, bei dem die Führungskraft aufgrund von Problemen kurzfristig ausgetauscht wird.

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Herausforderungen beim Führungswechsel

Mit dem neuen Chef weht in der Abteilung oder im Team meist ein neuer Wind. Alte Seilschaften und Leistungsbewertungen gelten nicht mehr. Im Gegenteil: Sie können zum Problem werden. Wer seinem bisherigen Chef gegenüber als besonders loyal galt, muss jetzt zeigen, dass er oder sie auch hinter der neuen Führungskraft steht. Sonst drohen Konflikte statt produktiver Zusammenarbeit. Neue Vorgesetzte suchen Mitarbeiter, denen sie vertrauen können und die den Umschwung unterstützen. Zudem machen sie sich ein Bild, welche Mitarbeiter zu den Leistungsträgern gehören und wer eher ein Low Performer ist. Als Angestellter droht die Gefahr, hier in die zweite Kategorie gesteckt zu werden.

Anpassungsprobleme beim Führungswechsel

Besonders schwierig bei einem Führungswechsel ist ein gänzlich neuer Führungsstil. Sie müssen mit neuen Methoden und Kommunikationswegen klarkommen. Zwar heißt es „Neue Besen kehren gut“ – leider neigen neue Führungskräfte dazu, mit dem Stahlbesen durchs Unternehmen zu fegen. Abläufe werden umgestellt, Teams neu aufgestellt, Verantwortungen geändert. Manches mag Aktionismus sein. Damit umgehen, müssen Sie trotzdem.

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Welche Chancen bietet ein Führungswechsel?

Führungswechsel bringen meist einige Schwierigkeiten, aber gleichzeitig öffnen sich zahlreiche Möglichkeiten. Wenn Sie den ersten Schock überwunden haben, sollten Sie den Blick auf die Chancen richten, die der Wechsel in der Führungsetage für Ihre Laufbahn bringt.

  • Echter Neuanfang

    Vielleicht lief es mit Ihrem alten Chef nicht optimal. Sie wurden einmal in ein falsches Licht gerückt, eine Deadline platzte, oder Sie galten intern schlicht als eher unauffälliger Mitarbeiter. Diese Schublade, in der Sie jahrelang feststeckten, existiert für den neuen Chef nicht. Sie erhalten die Chance auf einen beruflichen Neustart im selben Unternehmen. Sie können sich völlig neu erfinden, noch einmal einen neuen ersten Eindruck machen und sich ein komplett neues Image aufbauen.

  • Keine Blockaden

    Der ehemalige Chef hat Beförderungen verhindert oder Gehaltserhöhungen und Weiterbildungswünsche blockiert? Mit dem Führungswechsel gibt es diese Blockaden zunächst nicht mehr. Neuer Chef, neue Prioritäten, neue Entscheidungen. Wenn Sie überzeugen und dann gute Argumente liefern, stehen Wege offen, die bisher versperrt waren.

  • Professionelles Wachstum

    Jeder Chef hat andere Stärken. Vom alten Vorgesetzten haben Sie vielleicht gelernt, perfekt strukturiert zu arbeiten und Probleme effizient zu lösen. Der neue Vorgesetzte punktet hingegen mit technischem Verständnis, Stakeholder-Management oder kreativen Lösungsansätzen. Nutzen Sie den Wechsel als kostenlose Weiterbildung. Adaptieren Sie die besten Eigenschaften der neuen Führungskraft und erweitern Sie Ihr eigenes Profil.

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Tipps: So verhalten Sie sich beim Führungswechsel

Falls Sie nicht sicher sind, ob der Führungswechsel Ihren Job gefährdet und wie Sie sich in der Situation optimal verhalten, können Sie sich an den folgenden Tipps orientieren.

Lassen Sie sich ein Zwischenzeugnis ausstellen

Wird ein Führungswechsel bekannt, sollten Sie sofort ein Zwischenzeugnis anfordern. Dieses dokumentiert Ihren aktuellen Leistungsstand. Ein neuer Chef kann Sie und Ihre Arbeit noch nicht einschätzen. So haben Sie einen Nachweis über gute Ergebnisse und erfolgreiche Mitarbeit. Zusätzlicher Vorteil: Neue Vorgesetzte können arbeitsrechtlich später nicht einfach ein deutlich schlechteres Arbeitszeugnis ausstellen.

Verzichten Sie auf Vergleiche

Natürlich sehen Sie die Unterschiede, doch sollten Sie diese nicht direkt ansprechen. Sätze wie: „Unter unserem alten Chef hätte es das nicht gegeben!“ zeigen fehlende Flexibilität und den Wunsch, an der Vergangenheit festzuhalten. Gehen Sie offener mit den Veränderungen um! Wenn Sie eine etablierte Methode verteidigen wollen, tun Sie das niemals mit Verweis auf die Vergangenheit, sondern ausschließlich mit sachlichen, aktuellen Argumenten für die Gegenwart.

Bieten Sie Ihre Hilfe an

Ein neuer Chef (besonders ein externer) kennt den Status quo nicht. Er weiß noch nichts über die Projekte, die Besonderheiten einiger Kunden oder die Stärken der Mitarbeiter. Ihre Chance: Werden Sie zum vertrauenswürdigen Berater, der wichtige Informationen liefert. Dabei sollen Sie sich aber nicht einschleimen oder schlecht über Ihre Kollegen reden. Bieten Sie stattdessen sachliches Wissen an: „Wenn Sie möchten, erstelle ich Ihnen eine kurze Übersicht über den aktuellen Status unseres wichtigsten Kundenprojekts und die nächsten Meilensteine.“

Zeigen Sie Ihre guten Seiten

Sie wollen einen guten ersten Eindruck machen. Fallen Sie also gleich beim ersten Gespräch positiv auf. Sehen Sie es wie ein kleines Vorstellungsgespräch, denn Sie werden nach Ihrer Person und Ihren Aufgaben im Unternehmen gefragt. Zeigen Sie Ihre Motivation und wichtige Verantwortungsbereiche, übertreiben Sie aber auch nicht oder erfinden Sie keine zusätzlichen Aufgabenbereiche – das fällt später auf.

Machen Sie Ihre Leistungen messbar und sichtbar

Ein neuer Chef weiß noch nicht, was Sie leisten und wie gut Ihre Ergebnisse sind. Gerade in der ersten Zeit nach dem Führungswechsel müssen Sie mit Leistungen punkten und diese auch sichtbar machen. Bereiten Sie für das erste 4-Augen-Gespräch eine sachliche Übersicht vor: Woran arbeiten Sie aktuell primär? Welche konkreten Erfolge haben Sie in den vergangenen Monaten erzielt? Wo liegen Ihre Kernkompetenzen und persönlichen Schwerpunkte innerhalb des Teams?

Bleiben Sie sich selbst treu

Ein Führungswechsel ist nicht immer nur positiv. Manchmal klappt es mit dem neuen Chef einfach nicht. In diesem Fall gilt: Versuchen Sie, die Probleme am Arbeitsplatz zu lösen – ist das nicht möglich und Sie werden zunehmend unglücklich, kann ein Jobwechsel der richtige Weg sein. Schauen Sie sich um und bewerben Sie sich auf andere Positionen. Die Jobsuche aus ungekündigter Position nimmt Ihnen Druck und macht auch bei neuen Arbeitgebern einen besseren Eindruck.


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