Ein guter Netzwerker definiert sich nicht primär über die Anzahl, sondern über die Qualität seiner Kontakte. Bei einem systematisch aufgebauten Netzwerk geht es nicht darum, wie viele Personen Sie persönlich kennen. Viel wichtiger ist, dass Sie – und sei es über Umwege – Kontakt zu den richtigen Menschen in Schlüssel- und Entscheidungspositionen haben. Diese Kontakte entstehen nicht von selbst, sondern sind das Ergebnis einer strategischen und kontinuierlichen Netzwerkarbeit.

Ob Sie Ihr Netzwerk dabei für die Jobsuche, die Akquise neuer Aufträge oder die Entwicklung Ihrer Karriere nutzen wollen, liegt ganz bei Ihnen. Entscheidend ist jedoch, dass Sie Ihr Ziel kennen und dann konsequent verfolgen. Wer ohne Ziel und Strategie einen Kontakt nach dem anderen knüpft, verschwendet seine Zeit. Mit den folgenden 33 Tipps können Sie Ihr Netzwerk sowohl quantitativ als auch qualitativ ausbauen.

    Wichtige Grundregeln

  1. Gegenseitiger Nutzen – Die wichtigste Regel überhaupt: Netzwerkarbeit beruht immer auf Gegenseitigkeit. Schaffen Sie daher Mehrwert für Ihre Kontakte, sonst können Sie keine Gegenleistung erwarten.
  2. Klares Ziel – Definieren Sie das Ziel Ihrer Netzwerkarbeit eindeutig und führen Sie es sich immer wieder vor Augen.
  3. Kontinuierliche Kontaktpflege – Sie wollen Ihr Netzwerk dauerhaft festigen? Dann müssen Sie am Ball bleiben und regelmäßig Kontakt aufnehmen.
  4. Hohe Qualität – Den Wert Ihres Netzwerks bestimmen Sie selbst – durch die Menschen, die Sie darin aufnehmen. Wählen Sie diese ausschließlich im Hinblick auf Ihr Ziel aus.
  5. Grundsätzlich nachfassen – Wenn Sie einen neuen Kontakt dauerhaft behalten wollen, müssen innerhalb von drei Tagen nachfassen. Nehmen Sie – per E-Mail, über soziale Netzwerke, Brief oder Telefon – Kontakt auf und erinnern Sie an das gemeinsame Gespräch. Natürlich sollten Sie auch anklingen lassen, dass Sie sich über den Kontakt gefreut haben und diesen gerne fortsetzen wollen.
  6. Geplante Pausen – Networking ist, wie das Wort “working” erahnen lässt, durchaus harte Arbeit. Der Geist muss ständig hellwach bleiben, Stresspegel und Reaktionsgeschwindigkeit sind entsprechend hoch. Wer so energetisch geladen ist, fasziniert. Wer müde ist, allerdings nicht. Gönnen Sie sich zwischendurch also ruhig Pausen und sprechen Sie neue Menschen nur an, wenn Sie geistig voll da sind.
  7. Überzeugendes Auftreten

  8. Persönlicher Kontakt – E-Mail, Skype, soziale Netzwerke – alles wichtige und gute Kommunikationskanäle. Doch für eine stabile Beziehung ist der persönliche Kontakt unersetzlich.
  9. Authentisches Auftreten – Auch der beste Schauspieler kann sich nicht auf Dauer verstellen. Fangen Sie daher gar nicht erst damit an. Ein freundliches, offenes und ehrliches Auftreten ist ohnehin die beste Visitenkarte.
  10. Höflicher Umgang – Eine höfliche Begrüßung, ein fester Händedruck bei persönlichen Treffen und ein generell freundlicher Umgangston sollten selbstverständlich sein. Sind Sie in der Praxis jedoch ganz und gar nicht. Gehen Sie mit gutem – also höflichem – Beispiel voran.
  11. Entspanntes Lächeln – Einen freundlichen Eindruck erreichen Sie – logischerweise – durch entspanntes Lächeln. Die Betonung liegt dabei auf “entspannt”, ein erzwungenes Lächeln erzielt die genau gegenteilige Wirkung.
  12. Bequeme Kleidung – Natürlich sollten Sie – falls ausgewiesen – etwaige Dresscodes berücksichtigen. Aber Sie sollten sich in Ihrer Kleidung auch wohl fühlen und nicht wie verkleidet. Denn auch das strahlen Sie aus.
  13. Richtige Vorstellung – Stellen Sie sich möglichst zuerst und mit vollem Namen vor. Schön wäre ein guter erster Satz, der Sie charakterisiert und was der andere von Ihnen potenziell zu erwarten hat. Das kann eine kurze (!) Beschreibung dessen sein, was Sie beruflich machen oder eine Formulierung, die neugierig macht. Nur eins ist verboten: langweilen.
  14. Fester Stand – Der optimale Stand ist: Beine leicht gespreizt und fest auf dem Boden, gestreckter Rücken, gerade Schultern. Nur nicht die ganze Zeit, Sie stehen ja nicht in einer Kaserne. Wer dagegen ständig von einem Bein auf das andere tippelt, sehr nervös und alles andere als sicher aus.
  15. Aktiver Blickkontakt – Schauen Sie Ihr Gegenüber offen und direkt an. Wer aktiv Blick- und Augenkontakt aufnimmt signalisiert dadurch nicht nur Interesse, sondern wirkt auch selbstbewusst und sicher.
  16. Strategisches Vorgehen

  17. Langsamer Einstieg – Eine stabile Beziehung braucht – neben kontinuierlicher Arbeit – vor allem Zeit. Beginnen Sie einen neuen Kontakt daher behutsam, Wünsche sollten Sie erst äußern, wenn sich Vertrauen gebildet hat.
  18. Verlässliche Zusagen – Sätze wie: “Ich melde mich morgen bei Ihnen.” sind schnell ausgesprochen, müssen dann aber auch eingehalten werden. Denn an Zusagen – und deren zuverlässiger Einhaltung – werden Sie gemessen. Nicht gehaltene Zusagen schaden Ihrer Glaubwürdigkeit enorm.
  19. Gemeinsame Interessen – Sympathie entsteht immer dann, wenn zwei Menschen ausreichend viele Gemeinsamkeiten finden, über die sie miteinander sprechen können. Das gilt natürlich auch bei der Netzwerkarbeit. Suchen Sie daher gezielt nach Gemeinsamkeiten und Überschneidungen mit Ihrem Gesprächspartner.
  20. Interessante Angebote – Gerade beim ersten Kontakt sollten Sie Ihrem Gesprächspartner etwas bieten können. Ob es sich dabei um einen anderen Kontakt, Ideen oder Dienstleistungen handelt, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass Sie durch diese Geste positiv im Gedächtnis Ihres Gegenübers bleiben.
  21. Sinnvolle Fragen – Sie wissen nicht, über was Sie sprechen sollen? Dann fragen Sie! Durch höfliche und zielgerichtete Fragen zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie sich wirklich für ihn interessieren. Das bringt Ihnen nicht nur neue Informationen für Ihre Netzwerkarbeit, sondern schmeichelt auch dem Ego Ihres neuen Kontaktes.
  22. Geteilte Kontakte – Wenn Sie Leute weiterempfehlen (natürlich nur die, die Sie gut kennen), profitieren gleich drei davon: der neue Kontakt, Ihr alter und Sie selbst. Denn die beiden sind nun auch noch Ihre Multiplikatoren, die Ihre Qualitäten als Vermittler und Helfer preisen werden.
  23. Gute Vorbereitung – Vor dem ersten Kontakt sollten Sie sich ausgiebig über die jeweilige Person informieren. Dieses Wissen kann Ihnen nicht nur als Gesprächseinstieg dienen, Sie können dadurch auch manche Reaktion vorhersehen und einordnen.
  24. Strategische Zurückhaltung – Sie sollten zwar über möglichst umfangreiches Wissen über Ihren Kontaktpartner verfügen – doch das müssen Sie ihn ja nicht spüren lassen. Halten Sie daher den größten Teil Ihres Wissens zurück und stellen Sie auch Fragen, auf die Sie die Antwort bereits kennen.
  25. Gespiegelte Körpersprache – Am spiegelbildlichen Verhalten lässt sich ablesen, wie harmonisch eine Beziehung oder ein Gespräch ist. Es lässt sich aber genauso einsetzen, um die Distanz zum Gegenüber oder dessen Vorbehalte abzubauen. Ahmen Sie also behutsam die Körpersprache Ihres Gegenübers nach. Verschränkt er die Arme, machen Sie das ebenfalls. Mit der Zeit wird er unterbewusst Vertrauen gewinnen. Durch Ihre Körpersprache suggerieren Sie ihm Sympathie und Harmonie. Das alles muss subtil geschehen.
  26. Aktuelle Visitenkarten – Visitenkarten haben auch in Zeiten elektronischer Kommunikation ihre Berechtigung. Halten Sie Ihre daher sowohl optisch als auch inhaltlich aktuell. Vor allem bei Messen und anderen Netzwerk-Veranstaltungen sollten Sie Visitenkarten in ausreichender Stückzahl dabei haben.
  27. Strukturierte Informationen – Alle Informationen und Erkenntnisse, die Sie aus Gesprächen, E-Mails und Telefonaten gewinnen, sollten Sie schriftlich archivieren. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie dafür ein strukturiertes Archivierungssystem einsetzen.
  28. Definierter Workflow – Auf Messen und anderen Veranstaltungen können Sie innerhalb eines Tages oft zahlreiche neue Kontakt knüpfen. Damit Sie alle gesammelten Informationen sicher archivieren können, müssen Sie den dafür notwendigen Workflow bereits vor der Veranstaltung erproben und festlegen.
  29. Sichtbare Verlinkungen – Ihre E-Mail-Signatur, die Profile in den verschiedenen sozialen Netzwerken und Ihr Blog haben eines gemeinsam: Sie können und sollten dort auf alle anderen Netzwerke verlinken und so die Kontaktaufnahme erleichtern.
  30. Klassische Fehler

  31. Später Start – Ihr Netzwerk muss bereits etabliert sein, bevor Sie es wirklich brauchen. Wer erst mit der Kontaktsuche beginnt, wenn er Bedarf hat, wird keinen Erfolg haben.
  32. Standardisierte Anschreiben – Wie bei einer Bewerbung gilt auch bei der Netzwerkarbeit: E-Mails und Briefe müssen individuell gestaltet sein. Standard-Schreiben erkennen die meisten Netzwerk-Profis sofort.
  33. Einseitiger Nutzen – Der sicherste Weg, einen Kontakt zu verlieren und nebenbei Ihre Reputation zu schädigen: Holen Sie so viele Informationen wie möglich aus Ihrem Gesprächspartner heraus, bieten Sie selbst im Gegenzug jedoch nichts an.
  34. Keine Notizen – Sie wollen alle Informationen zu Ihren Kontakten im Kopf behalten? Viel Glück, Sie werden es brauchen.
  35. Reine Verkaufsveranstaltung – Wenn Sie Ihren Kontaktpartner ständig nur Ihre Leistungen und Produkte verkaufen wollen, erreichen Sie damit vor allem zwei Dinge: Ein schnell schrumpfendes Netzwerk und eine miese Reputation.
  36. Reine Reaktion – Wer immer nur auf die Kontaktaufnahme anderer wartet, wird sein Netzwerk niemals erweitern. Sie müssen schon selbst aktiv werden.

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