Yay Day: Incentive und Motivation mal anders

Gutschein gegen Freizeit tauschen – das ist die Idee, die hinter dem Yay Day steht. Angefangen hat damit ein amerikanischer Outdoor-Ausrüster, andere Unternehmen sind mittlerweile nachgezogen. Statt Firmenwagen oder Diensthandy gibt es jetzt einen oder zwei freie Tage. Was bringen Incentives wie der Yay Day für Mitarbeiter und Unternehmen und gibt es auch Gründe, die dagegen sprechen, die Mitarbeiter mit Benefits zu belohnen? Die Antworten…

Yay Day: Incentive und Motivation mal anders

Yay Day: Was versteht man darunter?

Yay Day: Was versteht man darunter?Die Erfindung des Yay Days, zu Deutsch so viel wie Jubel-Tag, geht auf den amerikanischen Outdoorausrüster REI zurück. Da REI Outdoor-Bekleidung und nützliche Gadgets vertreibt, sollen auch die Mitarbeiter möglichst viel Zeit in der Natur verbringen.

Das Unternehmen hat sich zu diesem Zweck etwas ganz besonderes einfallen lassen: Zwei Mal pro Jahr dürfen die Angestellten einen Yay Day einlösen. An diesem Tag müssen sie nicht auf der Arbeit erscheinen, sondern können ein Abenteuer an der frischen Luft erleben.

Damit die Mitarbeiter die Zeit nicht vor dem Fernseher verbringen, müssen sie auf speziellen Coupons ihr Vorhaben genau beschreiben und sich dies von ihrem Vorsetzten genehmigen lassen. Das hat aber keinen Einfluss auf den Erfolg des Yay Days. Nach Angaben des Unternehmens haben schon zu Beginn 75 Prozent der Belegschaft für einen oder zwei Tage im Jahr ihren Platz am Schreibtisch oder auf der Verkaufsfläche gegen eine Outdoor-Aktivität getauscht.

Was bringt der Yay Day für Mitarbeiter und Unternehmen?

Ein oder gleich zwei zusätzliche freie Tage pro Jahr, können Wunder für die Motivation der Mitarbeiter wirken. Warum das so ist? Damit drücken Arbeitgeber ihre Anerkennung aus. Und genau das sollten sie aus gleich mehreren Gründen tun. Zunächst der ganz Offensichtliche: Wem Anerkennung von seinem Vorgesetzten geschenkt wird, der darf sich wertgeschätzt fühlen.

Aber auch rein wirtschaftlich lohnt es sich für Unternehmen, in Vorleistung zu gehen und ihren Mitarbeitern einen Yay Day zu spendieren. Mitarbeiter, die eine große Wertschätzung von ihrem Arbeitgeber bekommen, erfahren sogar einen medizinischen Effekt: Der Körper schüttet vermehrt Dopamin und körpereigene Opiate aus.

Und das hat einen beeindruckenden Effekt: Die Welt um uns herum sieht plötzlich viel positiver und freundlicher aus. Wir fühlen uns entspannt und blühen richtig auf. Kein Wunder, dass einige Zeitgenossen dieses Gefühl immer und immer wieder erleben möchten. Dann allerdings besteht die Gefahr, dass sie süchtig danach werden. Im beruflichen Umfeld kennt man diese Leute unter dem Begriff Workaholic.

Bei einem oder zwei Yay Days im Jahr wird vermutlich kein Mitarbeiter zu einem Arbeitstier mutieren. Vor allem deshalb nicht, weil der Yay Day nicht an einen bestimmten Erfolg oder ein Umsatzziel gebunden ist, sondern allen Mitarbeitern gleichermaßen zusteht.

Vielmehr sprechen noch mehr Gründe dafür, den Mitarbeitern hin und wieder etwas Gutes zu tun – ganz ohne Gegenleistung. Mitarbeiter, die wenig Anerkennung und Wertschätzung von ihrem Arbeitgeber erhalten, neigen eher dazu, schlechtere Leistung zu bringen:

Schenken Arbeitgeber ihren Angestellten dagegen die nötige Anerkennung, fühlen diese sich respektiert und merken, dass ihr Einsatz für die Firma einen ganz handfesten Nutzen hat. Damit sind sie eher bereit, in stressigen Zeiten auch einmal Überstunden zu machen – ohne dabei auszubrennen. Schließlich wissen sie, dass auch wieder bessere Zeiten kommen und der Arbeitgeber ihnen für ihren Einsatz dankbar ist.

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ABC der Motivation

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Yay Day als Incentive

Der Yay Day kann als eine Form der Incentives gelten und daher durchaus interessant für Unternehmen sein, die ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun wollen. Denn auch er ist dazu gedacht, die Leistungsbereitschaft bei den Mitarbeitern zu erhöhen und das Verhältnis zu Kunden und Zulieferern zu vertiefen und zu verbessern.

Wie weit verbreitet dieses Form der Mitarbeitermotivation mittlerweile ist, zeigen die Zahlen: Laut einer Umfrage der Personalberatung Michael Page sind in ungefähr einem Fünftel der Arbeitsverträge, die neu unterschrieben werden, Incentives vertraglich geregelt und festgehalten.

Neben einer gesteigerten Motivation auf Seiten der Mitarbeiter und einer verbesserten Kunden- und Mitarbeiterbindung, können Incentives wie der Yay Day noch folgende Ziele haben:

  • Teamgeist wird gefördert
  • Betriebsklima verbessert sich
  • Mittel zur Markenbildung (man denke an den Outdoor-Ausrüster, der seinen Mitarbeitern zwei freie Tage in der Natur schenkt) und Employer Branding
  • Marktposition wird gefestigt oder gar verbessert

Unternehmen, die Incentives wie beispielsweise den Yay Day planen, sollten allerdings bedenken, dass die Wirkung umstritten ist und die Benefits sogar Nachteile haben können. Wenn Mitarbeiter beispielsweise ein bestimmtes (Umsatz-)Ziel erreichen müssen, bevor sie in den Genuss der Vergünstigung kommen, kann der Schuss auch nach hinten losgehen.

Wer sich ordentlich ins Zeug legt und der Möhre am Haken ohne Rücksicht auf Verluste hinterher jagt, der macht eher Fehler. Der zusätzliche Druck hat aber nicht nur diese unmittelbare Folge, sondern wirkt sich auch körperlich aus. Arbeitnehmer, die mehrere Wochen unter Hochdruck arbeiten, geraten in Hektik und Stress. Die Folge:

Das bedeutet natürlich nicht, dass Belohnungen und Incentives wie der Yay Day generell eine schlechte Idee sind. Im Gegenteil, richtig und vernünftig eingesetzt, können sie auch einige Vorteile haben. Arbeitgeber sollten sich aber bewusst sein, dass sie bei der Auswahl der Belohnung auf einige Dinge achten sollten.

Monetäre Belohnungen wie Unternehmensanteile, Erfolgsbeteiligungen oder Boni könnten einige Mitarbeiter dazu verleiten, so viel zu arbeiten, bis es zu den oben genannten Nebenwirkungen kommt.

Incentives wie der Yay Day, bei dem die Mitarbeiter lediglich einen Coupon ausfüllen müssen, um an ihren Urlaubstag zu kommen, bergen diese Gefahr dagegen in der Regel nicht.

[Bildnachweis: HBRH by Shutterstock.com]
23. März 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.



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