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4-Tage-Woche: Vor- und Nachteile & Gehalt

Die Arbeitszeit wird flexibler und moderner. Ein oft diskutiertes Konzept ist die 4-Tage-Woche. Ein Arbeitsmodell, das die seit langem typische 5-Tage-Woche ersetzen könnte. Befürworter sehen klare Vorteile, doch sollten mögliche Nachteile nicht ignoriert werden. Hier erfahren Sie, was eine 4-Tage-Woche für Mitarbeiter und Unternehmen bedeutet, welche Pro- und Contra-Argumente es gibt und ob das Gehalt beeinflusst wird…

4-Tage-Woche: Vor- und Nachteile & Gehalt

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Arbeitsmodell: Wie funktioniert die 4-Tage-Woche?

Bei einer 4-Tage-Woche besteht eine reguläre Arbeitswoche nur aus vier statt wie üblich aus fünf Arbeitstagen. Es ist ein moderner Ansatz zur Gestaltung der Arbeitszeit. Arbeitnehmer, die bisher von Montag bis Freitag gearbeitet haben, könnten demnach einen zusätzlichen freien Tag pro Woche genießen.

Das kann ein längeres Wochenende oder einen arbeitsfreien Tag in der Wochenmitte bedeuten. Wird in Unternehmen eine 4-Tage-Woche eingeführt, reduziert sich automatisch die wöchentliche Arbeitszeit von in Vollzeit üblichen 40 Stunden auf 32 Stunden.

Beispiele: 4-Tage-Woche in Schweden und Dänemark

Vorreiter beim Thema 4-Tage-Woche sind skandinavische Länder. Bereits 2015 wurde in Schweden flächendeckend für kommunale Krankenhäuser und Altenheime die 4-Tage-Woche eingeführt – mit durchaus großem Erfolg. Nach zwei Jahren wurde das Modell jedoch aus Kostengründen beendet. Bekannt wurde auch ein dänisches Unternehmen, das sehr positive Erfahrungen mit verkürzter Arbeitszeit der Mitarbeiter gemacht hat.

Einen Test gibt es auch in Spanien. In 200 Unternehmen wird ein Jahr lang auf die 4-Tage-Woche gesetzt. Finanzielle Unterstützung gibt es vom Staat, um Arbeitgebern das Risiko zu nehmen und Gehälter sowie Arbeitsplätze von Mitarbeitern zu sichern. Ein ähnlicher Testlauf wird in Island durchgeführt.

Ist die 4-Tage-Woche realistisch?

An genau dieser Frage scheiden sich die Geister und Experten. Die einen sehen kaum abschätzbare wirtschaftliche Konsequenzen für Unternehmen und Branchen, in denen das gesamte Konzept schlichtweg nicht umsetzbar ist. Für andere ist es ein fast unausweichlicher Schritt der modernen Arbeitswelt in Richtung Zukunft der Arbeit.

Vollkommen unrealistisch ist die Idee nicht. Das beweisen Unternehmen, die das Arbeitsmodell eingeführt oder zumindest getestet haben. Eine flächendeckende 4-Tage-Woche in naher Zukunft ist jedoch unwahrscheinlich. Flexibilität im Job bleibt dennoch ein Thema. Experten erwarten, dass Unternehmen zunehmend modernere Konzepte anbieten müssen, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Das begünstigt den Trend hin zu einer 32-Stunden-Woche an vier Arbeitstagen.


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4-Tage-Woche Gehalt: Weniger oder gleich?

Bei der Bezahlung gilt in der Regel: Wer weniger arbeitet, bekommt auch ein geringeres Gehalt. Anders bei der 4-Tage-Woche. Die Grundidee ist eine Verkürzung der Arbeitszeit bei gleichbleibendem Gehalt der Mitarbeiter. Heißt: Wer zuvor in Vollzeit 2.500 Euro brutto bei einer 5-Tage-Woche verdient hat, bekommt auch 2.500 Euro für eine 4-Tage-Woche.

Nur bei gleichem Gehalt ist es für Mitarbeiter ein Vorteil. Wird der Verdienst gekürzt, müssten Arbeitnehmer plötzlich auf 20 Prozent Ihres bisherigen Einkommens verzichten. Andersherum bedeutet die kürzere Arbeitszeit bei gleicher Bezahlung eine deutliche Erhöhung des Lohns um 25 Prozent.

4-Tage-Woche: Urlaub für Mitarbeiter

Das Arbeitsrecht regelt den Urlaubsanspruch von Mitarbeitern über die Anzahl der Arbeitstage pro Woche. Bei einer 5-Tage-Woche stehen Ihnen gesetzlich mindestens 20 Urlaubstage im Jahr zu, bei einer 6-Tage-Woche sind es sogar 24 freie Tage.

Aber: Bei einer 4-Tage-Woche sind es lediglich 16 Tage pro Jahr. Dabei ist es egal, ob Sie offiziell in Teilzeit arbeiten oder Ihr Arbeitgeber ein modernes Arbeitsmodell mit zusätzlichem freien Tag anbietet.

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Vor- und Nachteile der 4-Tage-Woche

Die 4-Tage-Woche hat zahlreiche Vorteile und gerade bei Mitarbeitern ist die Idee sehr beliebt. Kein Wunder: Weniger Arbeit bei gleichem Gehalt ist ein verlockendes Angebot. Ein großer Vorteil ist in jedem Fall die zusätzliche Freizeit für Angestellte.

Befürworter des Arbeitsmodells sehen zusätzlich viele gute Gründe und Pluspunkte, von denen beide Seiten – auch Arbeitgeber – profitieren:

Vorteile

  • Höhere Produktivität

    Mitarbeiter leisten in kürzere Arbeitszeit deutlich weniger? Ganz im Gegenteil! Unternehmen mit 4-Tage-Woche berichten von höherer Produktivität und Leistungssteigerungen der Arbeitnehmer. Durch den zusätzlichen freien Tag arbeiten Beschäftigte konzentrierter, effizienter und besser. Der befürchtete Leistungsverlust bleibt aus.

  • Größere Motivation

    Neben der Produktivität steigt die Motivation. Angestellte sind ausgeruhter, bringen mehr Elan, Energie und Leistungsbereitschaft mit. Mitarbeiter sind eher bereit, sich zusätzlich anzustrengen, um Ziele zu erreichen und bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

  • Weniger Fehltage

    Die 4-Tage-Woche sorgt für weniger Fehltage und seltenere Krankschreibungen. Gründe sind eine bessere Gesundheit durch mehr Erholung, aber auch die gestiegene Motivation und Loyalität zum Arbeitgeber.

  • Kreativere Ideen

    Verkürzte Arbeitszeit schafft Freiraum für Kreativität. Mitarbeiter machen nicht nur mehr, sondern vor allem bessere Vorschläge zur Problemlösung. In einigen Berufen und Branchen kann dieser Vorteil besonders wichtig sein.

  • Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

    Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird durch eine 4-Tage-Woche extrem gefördert. Es ist leichter, eine Vollzeit-Karriere mit dem Privatleben zu verbinden und es bleibt mehr Zeit für die Familie, ohne berufliche Abstriche machen zu müssen.

  • Mehr Zufriedenheit

    Klares Ergebnis bei Umfragen: Die Zufriedenheit von Mitarbeitern steigt deutlich. Sie sind insgesamt glücklicher, ausgeglichener und berichten von einem besseren Allgemeinzustand – dazu zählt auch die psychische und physische Gesundheit.

  • Besseres Employer Branding

    Unternehmen positionieren sich mit einer 4-Tage-Woche als attraktiver und moderner Arbeitgeber. Im Kampf um begehrte Fachkräfte kann es ein absolutes Alleinstellungsmerkmal sein, den eigenen Mitarbeitern ein solches Arbeitsmodell anzubieten. Für das Employer Branding ist es kaum schlagbar.

Nachteile

  • Höhere Personalkosten

    In einigen Bereichen müssen zu jeder Zeit ausreichend Mitarbeiter anwesend sein. Typische Beispiele sind Krankenhäuser, Pflegeberufe oder auch Feuerwehr und Polizei. Hier kann eine 4-Tage-Woche nur eingeführt werden, wenn gleichzeitig entsprechend mehr Personal eingestellt wird. Die höheren Personalkosten sind für viele Arbeitgeber kaum zu stemmen.

  • Mehr Stress

    Bei einer kürzeren Arbeitswoche wird das Arbeitspensum nicht zwangsläufig geringer. Das kann zu mehr Stress und zusätzlicher Belastung im Job führen. Was Sie vorher an fünf Tagen geleistet haben, müssen Sie nun an vier schaffen.

  • Weniger Urlaub

    Der gesetzliche Urlaubsanspruch sinkt von 20 auf 16 Tage. Auf der anderen Seite kommt jede Woche ein zusätzlicher freier Tag hinzu. Das gleicht den Verlust mehr als aus.

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Alternativen: 4-Tage-Woche in Teilzeit?

Bisher ist es nahezu unmöglich, einen Arbeitgeber zu finden, der die 4-Tage-Woche bei gleichem Gehalt ermöglicht. Wollen Sie trotzdem einen zusätzlichen freien Tag in der Woche, müssen Sie alternative Wege gehen. Der häufigste Weg ist eine Anstellung in Teilzeit. Hier können Sie mit dem Arbeitgeber eine entsprechende Zeiteinteilung vereinbaren, die Ihnen einen oder sogar mehrere freie Tage ermöglicht.

Der große Unterschied zur 4-Tage-Woche: In Teilzeit verzichten Sie auf einen entsprechenden Anteil Ihres Gehaltes. In einer 80 Prozent Stelle bekommen Sie 20 Prozent weniger. Bei einem Bruttogehalt von 2.000 Euro sind das bereits 400 Euro weniger im Monat.

Eine andere Option: Die Arbeitszeit des fünften Arbeitstages wird – zumindest teilweise – auf die übrigen Tage verteilt. So wird aus der 5-Tage-Woche eine 4-Tage-Woche, die Arbeitszeit von 40 Stunden bleibt gleich. Dabei kann es jedoch zu Schwierigkeiten mit dem Arbeitszeitgesetz kommen. Im Normalfall darf eine Arbeitszeit von acht Stunden pro Tag nicht überschritten werden.

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[Bildnachweis: Oakozhan by Shutterstock.com]

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