Was sind Ambitionen?
Ambitionen beschreiben das starke Streben nach hohen Zielen oder großem Erfolg. Das Streben ist oft mit dem Wunsch nach Anerkennung, Status und Prestige, Einfluss oder persönlicher Entwicklung verbunden, seltener mit materiellem Nutzen.
Der Begriff stammt ursprünglich vom lateinischen „ambitio“ und bedeutet wörtlich übersetzt „Umhergehen als Bittsteller“ oder „Streben nach Ehre und Rang“. Er wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus dem Französischen ins Deutsche übernommen.
2 Arten von Ambitionen
Wer ambitioniert ist, will Großes erreichen. Die US-Psychologen Andrew Elliot und Marcy Church unterscheiden dabei zwei Arten von Ambitionen:
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Lernziele
Hierbei geht es um die Steigerung der eigenen Fähigkeiten und Vermehrung des Wissens.
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Leistungsziele
Diese Art von Ambitionen hat das Ziel, andere oder bisherige Standards zu übertreffen.
Wichtig ist zu beachten, dass Ambitionen sowohl positive wie negative Seiten haben: Sie können motivierend wirken oder zu übertriebenem Ehrgeiz führen.
Sind Ambitionen angeboren?
Manchen Menschen ist das Streben nach Höherem scheinbar in die Wiege gelegt. Tatsächlich aber sind Ambitionen ein erlerntes Verhaltensmuster und daher trainierbar. Teile davon können genetisch bedingt sein, sagt der US-Psychologe Dean Simonton. Mehrheitlich aber seien Ambitionen ein Mix aus „Ehrgeiz, Energie plus Entschlossenheit.“
Beispiele für berufliche Ambitionen
Vor allem im Beruf zeigen Menschen zahlreiche und unterschiedliche Ambitionen bei der Karriereentwicklung. Hier sind einige Beispiele für berufliche Ambitionen:
- Fachliche Expertise ausbauen
- Neue Herausforderungen meistern
- Effizienter und produktiver arbeiten
- Innovationen und Lösungen entwickeln
- Internationale Projekte managen
- Führungsposition anstreben
- Gehalt und Einkommen maximieren
- Work-Life-Balance verbessern
- Traumjob finden und bekommen
Was unterscheidet Ambitionen von Zielen?
Ambitionen oder Ziele haben? Das klingt ziemlich gleich – und doch gibt es zwischen beiden ein paar wichtige Unterschiede: Ambitionen sind meist allgemein formuliert, ohne festes Ablaufdatum. Ziele dagegen sind spezifischer, konkreter mit einem Zeitrahmen (siehe: SMART-Methode). Das macht sie zugleich messbarer.
Ebenso lassen Ambitionen mehr Spielraum für verschiedene Wege und übergeordnete Ergebnisse, während Ziele oft einen detaillierteren Plan zur kurzfristigen Umsetzung haben. Gemeinsam ist beiden ihre hohe Bedeutung für die persönliche Entwicklung und den beruflichen Erfolg.
Welchen Einfluss haben Ambitionen auf die Karriere?
Ambitionen spielen eine zentrale Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung und haben großen Einfluss auf die Karriere. Entscheidende Faktoren hierbei sind:
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Motivation und Antrieb
Ambitionen sind für viele eine Art innerer Antrieb und langfristige Motivation. Sie geben den Menschen eine Richtung vor und helfen dabei, auf seine Ziele fokussiert zu bleiben. Menschen mit Ambitionen sind in der Regel leidenschaftlicher, weil sie auch erforderliche Anstrengungen nicht scheuen.
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Orientierung und Fokus
Berufliche Ambitionen fungieren als eine Art Kompass in der Karriereentwicklung. Ohne sie besteht die Gefahr, sich leicht ablenken zu lassen oder die Karriereziele aus den Augen zu verlieren.
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Potenzial- und Stärken-Entwicklung
Das Streben nach Besonderen motiviert dazu, kontinuierlich an sich und den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten. Ambitionen treiben Menschen dazu an, ihre Stärken zu stärken und an ihren Schwächen zu arbeiten. Dies führt zu einer stetigen Weiterentwicklung.
Sind Ambitionen wichtiger als Intelligenz?
Ein deutsches Sprichwort sagt: „Wo ein Wille, da ein Weg!“ Die beste Idee nutzt nichts, wenn dem erleuchteten Geist der Ehrgeiz fehlt, diese in die Tat umzusetzen.
Jüngere Studien weisen darauf hin, dass Ambitionen ein wesentlicher Motor des Erfolgs sind – wichtiger noch als Intelligenz! „Niemand ist so talentiert, dass er nicht für seinen Erfolg kämpfen müsste“, sagt die US-Psychologin Angela Duckworth. Dazu brauche es nicht nur Ziele, sondern eben auch Entschlossenheit und Umsetzungsstärke.
Lewis Terman, der Erfinder des Stanford-Intelligenztests, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Er verfolgte die Entwicklung besonders talentierter und intelligenter Studenten – und stellte fest: Intelligenz wird überschätzt, Beharrlichkeit und Ambitionen hatten den größeren Einfluss auf den Erfolg.
Gibt es negative Aspekte von Ambitionen?
Ambitionen haben viele Vorteile und positive Wirkungen. Allerdings gibt es auch ein paar negative Seiten, die Sie beachten sollten:
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Übertriebener Ehrgeiz
Allzu große Ambitionen können zu übermäßigem Ehrgeiz und Verbissenheit führen. Wer „überambitioniert“ ist, dem ist irgendwann jedes Mittel recht. Betroffene opfern dafür Werte, Freunde, Partner und Familie.
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Abnehmendes Lebensglück
Auch kann die Entwicklung einer „zwanghaften Leidenschaft“ in eine Besessenheit oder einen Burnout münden (siehe: Ikarus-Effekt). Das nächste Ziel und Glück sind einem immer einen Schritt voraus. Der Preis dafür sind Stress und Einsamkeit.
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Negative Persönlichkeit
Maßlose Ambitionen können sogar eine negative Persönlichkeitsveränderungen bewirken: Betroffene entwickeln ein starkes Geltungsbedürfnis, Machtgier oder Ruhmsucht. In der Psychologie wird dies auch „déformation professionelle“ genannt: eine deformierte Persönlichkeit aufgrund zu vieler Kompromisse.
„Der Preis für starken Ehrgeiz ist hoch“, sagt Manfred Kets de Vries, Professor an der Insead Business School. Der Grat zwischen aufbauenden und fehlgeleiteten Ambitionen sei schmal: Läuft es gut, können Ehrgeizige Berge versetzen; läuft es schlecht, können sie ganze Länder ins Verderben stürzen.
Es schadet nicht, sich seine Ambitionen bewusst zu machen und zu hinterfragen. Erfolg bleibt eine Frage der Lebensbalance und der Balance zwischen eigenen Zielen und Werten. Eine gesunde Distanz zum eigenen Streben sorgt dafür, die Bodenhaftung zu behalten – und trotz hoher Ziele nicht völlig abzuheben.
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