12 Gründe, Ihren Coach zu feuern

Ein Coach kann die Lösung sein oder das Problem. Wenn Sie Führungskompetenz ausbauen oder sich Konfliktfähigkeit antrainieren wollen, könnte er Ihnen dabei helfen – oder aber im Weg stehen. Es gibt mindestens 12 Gründe, warum Sie Ihren Coach feuern sollten. Und das sind nicht immer fachliche…

12 Gründe, Ihren Coach zu feuern

Coach feuern: Wann Sie es tun sollten

Es gibt Karrierecoaches, Vertriebstrainer, Bewerbungstrainer, Controlling-Coaches oder auch Life Coaches. Übungsleiter für alle Lebenslagen. Sie alle werben mit dem Versprechen, Sie besser zu machen, den nächsten Schritt mit Ihnen zu gehen, Sie auf das nächste Level zu heben.

Oft stimmt das auch. Ein Coach kann Ihnen helfen. Es gibt mindestens 40 gute Gründe, sich einen Coach zu suchen. Aber eben auch windige Typen. Getreu dem Motto: Wer nichts wird, wird nicht Wirt, sondern Coach. Immerhin ist Coach keine geschützte Berufsbezeichnung.

Ziehen Sie darum rechtzeitig die Reißleine, wenn es sein muss. Das sind die 12 wichtigsten Gründe, Ihren Coach zu feuern…

12 Gründe, Ihren Coach zu feuern

  1. Er kann nicht mit Kritik umgehen

    „Sie müssen Kritik annehmen.“ Vielleicht ist das einer der klugen Ratschläge, den Ihnen Ihr Coach schon einmal gegeben hat. Goldrichtig! Und doch folgt Umsetzung bekanntlich nicht immer der Erkenntnis.

    Setzen Coaches stets um, was sie predigen? Mitnichten. Das können sie vermutlich auch gar nicht. Aber sollte Ihr Coach selbst unwirsch oder verständnislos auf (konstruktive) Kritik reagieren, ist er nicht der Richtige.

  2. Er ist Ihnen unsympathisch

    Das ist ein No-Brainer. Sie können Ihren Coach einfach nicht leiden. Vielleicht gefällt Ihnen sein Oberlipenbart nicht oder dass er Mundgeruch hat. Oder seine Stimme ist scheußlich. Oder die Fliege, die er immer trägt.

    Ihre Antipathie mag völlig irrationale Hintergründe haben, vielleicht sogar gemein sein. Das ist aber egal. Ohne Sympathie keine gemeinsame Basis. Wenn Ihnen Ihr Coach unsympathisch ist, aus welchen Gründen auch immer – oder wenn er Ihnen von Sitzung zu Sitzung immer unsympathischer wird – dann verlassen Sie ihn.

  3. Er ist zu alt oder zu jung

    „Es gibt keine jungen und alten Spieler, es gibt nur gute und schlechte.“ Das Rehhagel-Zitat könnte man auch auf Coaches übertragen.

    Dennoch: Es sind prinzipiell die älteren Semester, die mehr Erfahrung mitbringen, größere Expertise in die Waagschale werfen. Aber es soll auch Hochschulabsolventen geben, die nicht wissen, was sie wollen – und am Ende einem Karrierecoach gegenübersitzen, der so aussieht und spricht wie ihr eigener Vater. Ein Szenario, das sie doch eigentlich vermeiden wollten.

    Mit jungen Klienten funkt ein jüngerer oder mittlelalter Coach oft auf derselben Wellenlänge. Ältere wollen sich dagegen nicht von einem Grünschnabel sagen lassen, wo es langgeht. Für das Alter kann niemand etwas, aber unwichtig ist dieser Faktor deshalb nicht. Wenn Sie merken, dass der Altersunterschied für Sie ein Problem ist, dann suchen Sie sich einen neuen Coach.

  4. Er ist (nur) ein guter Zuhörer

    Zuhören ist eine unterschätzte Erfolgseigenschaft. Wer aktiv zuhört, trifft bessere Entscheidungen, erntet Respekt und Wertschätzung und kann Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Das sollte auch ihr Coach können.

    Aber: Damit ist es nicht getan. Sie reden sich Ihren Frust von der Seele, Ihr Coach nickt derweil zustimmend. Das ist KEIN Coaching. Von einem guten Coach können Sie erwarten, dass er seine Erfahrungen weitergibt, konkrete Vorschläge unterbreitet, Insiderwissen mit ihnen teilt.

  5. Er erzählt Ihnen zu viel

    Die Chemie muss stimmen, heißt es immer. Das ist auch richtig. Sie wollen mit Ihrem Coach ja ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Das heißt aber nicht, dass er Ihnen seine Lebensgeschichte ungefragt von Anfang bis Ende erzählen oder intimste Geheimnisse anvertrauen soll.

    Ihr Coach ist nicht Ihr Freund. Er ist Ihr Coach. Professionelle Distanz ist in diesem Fall ein gutes Leitmotiv. Wenn er Sie als Kunden gewinnen oder halten will, indem er Ihnen schlüpfrige Anekdoten erzählt oder unentwegt über andere lästert, feuern Sie ihn.

  6. Er ist auf der Suche nach Fans und nicht nach Kunden

    Es gibt unzählige Karrierecoaches da draußen. Und es gibt einige wenige, deren Namen immer wieder durch die Gazetten geistern. Motivations- oder Vertriebstrainer der Kategorie „semi-berühmt“. Diese können stolze Honorare aufrufen, sich vielleicht sogar den Luxus gönnen, Aufträge auszuwählen.

    Indes: Es geht um Sie, nicht um den Trainer! Sie brauchen keinen Coach, der angehimmelt werden möchte, sondern einen, der Ihnen weiterhilft. Ansonsten setzen Sie ihn bitte vor die Tür.

  7. Er ist Ihnen nicht gewachsen

    Für Intelligenz gibt es keine Definition oder Formel. Kein IQ-Test oder Schulzeugnis vermag mit Gewissheit zu sagen, ob Mark Zuckerberg oder Elon Musk intelligenter ist. Ranga Yogeshwar oder Eckart von Hirschhausen.

    Gleich intelligent sind die Menschen deshalb natürlich nicht. Nun muss Ihr Coach kein Harvard-Diplom in der Tasche haben. Sogar ohne jeden Schulabschluss könnte er ein begnadeter Trainer sein. Aber wenn Sie merken, dass Sie Ihrem Coach intellektuell (oder fachlich) haushoch überlegen sind, dann verschwenden Sie besser nicht Ihr wertvolles Geld an ihm.

  8. Er interessiert sich nicht für Sie

    Ihr Coach spult sein Programm herunter. Er tut das, was er halt immer tut. Ob Sie davon profitieren oder nicht, ist ihm im Grunde egal. Sein Konto profitiert, das ist die Hauptsache.

    Die Mir-doch-egal-Attitüde können Sie ihm allerdings nicht an der Nasenspitze ablesen. Oder vielleicht doch? Anzeichen dafür könnten sein: Er oder sie lässt sich leicht ablenken, vergisst immer wieder wichtige Fakten oder Infos über Sie. Sein Desinteresse ist greifbar. Wenn das der Fall sein sollte, dann gehen Sie.

  9. Er fühlt sich zu Ihnen hingezogen

    Das ist nicht erst seit MeToo-Zeiten so: Wenn Ihnen Ihr Coach sexuelle Avancen macht, dann rennen Sie schnell! Egal, in welcher Konstellation, ob Sie verheiratet sind oder nicht, Männlein oder Weiblein, jung oder alt.

    Und umgekehrt: Sollten Sie sich selbst zu Ihrem Coach hingezogen fühlen, dann ist es seine Aufgabe, ein Stoppschild zu setzen. Auch daran erkennen Sie einen guten Coach.

  10. Er erzielt keine Fortschritte mit Ihnen

    Coaching ist kein Zaubertrank, von dem Sie nur kurz nippen und mit Superkräften wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. Es ist ein langwieriger Prozess. Geduld! Erwarten Sie sich also von den ersten Sitzungen nicht zu viel.

    Andererseits: Wenn Sie auch nach der x-ten Einheit noch immer keine Fortschritte sehen, keinerlei Erkenntnisgewinn oder frische Motivation verspüren, dann läuft irgendetwas falsch. Vielleicht sollten Sie sich umorientieren.

  11. Er ist für Sie nur ein Pflichttermin

    Es ist ein bisschen wie mit dem Fitnessstudio. Sie haben ja dafür bezahlt, also gehen Sie auch hin – obwohl Sie gar keine Lust haben und nur eine Mini-Runde auf dem Ergometer drehen. Moderner Ablasshandel. Bezahlen und das Gewissen erleichtern. Nutzen? Keiner.

    Das kann Ihnen mit einem Coach auch passieren. Sobald Sie merken, dass Sie nur noch aus Pflichtgefühl zum Termin kommen, dann beenden Sie das.

  12. Er zieht Sie runter

    Die Aufgabe eines Coaches ist es nicht, Ihnen eine blitzsaubere Karriere zu skizzieren. Oder Ihnen den Traumjob auf dem Silbertablett zu servieren.

    Seine Aufgabe ist es in erster Linie, Sie zu aktivieren. Lösungswege aufzeigen, Selbstbewusstsein aufbauen. Kurzum: Er soll sie in die Lage versetzen, all das selbst zu schaffen. Gelingt ihm dies aber nicht, sind entweder Sie ein hoffnungsloser Fall – oder Ihr Coach ist einer.

[Bildnachweis: Jeanette Dietl by Shutterstock.com]
2. Juni 2018 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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