Berufskrise: So gehen Sie mit einer Kündigung um

Sie haben eine Kündigung bekommen – eine Situation, die jedem Arbeitnehmer hart aufs Gemüt schlägt. Jetzt ist wichtig, in so einer Berufskrise nicht in Panik zu verfallen und nicht zu verzweifeln. Klar, das ist leichter geschrieben, als gelebt. Aber es ist auch die Wahrheit: Elan und ein starkes Selbstbewusstsein sind Ihre besten Partner bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Und diese Eigenschaften lassen sich sogar noch verbessern…

Berufskrise: So gehen Sie mit einer Kündigung um

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Der Job ist verloren, der Tagesablauf gestört. Viele Menschen verfallen bei drohender Arbeitslosigkeit in Existenzängste, Panikattacken oder schlimmer: in Depressionen. Sie müssen sich überwinden, zum Jobcenter zu gehen und soziale Unterstützung beantragen – schon alleine dieser Weg kann die Betroffenen enorm beschämen und den Mut sinken lassen. Verständlich. Umso wichtiger aber ist, dass Sie jetzt Ihre Situation genau und kühl analysieren, um daraus zielgerichtete Schritte abzuleiten.

Selbsttest: Wie geht es mir?

Selbsttest: Wie geht es mirBeantworten Sie bitte die folgenden Fragen. So werden Sie Ihren aktuellen Zustand besser greifen können:

  • Denken Sie an verpasste Möglichkeiten?
  • Geben Sie sich selbst die Schuld an der Kündigung?
  • Denken Sie, dass Sie schlechter sind, als die anderen?
  • Zweifeln Sie Ihren Fähigkeiten?
  • Haben Sie Zukunftsängste?

Wenn Sie mehr als zwei der Fragen mit Ja beantwortet haben, sollten Sie umdenken. Hier offenbart sich gerade eine schädliche Attitüde, die in Bitterkeit und Selbstzweifeln mündet. Stärken Sie lieber Ihr Selbstbewusstsein und versuchen Sie wieder, die in den sogenannten Driverseat zu kommen – also alles Weitere selbst zu lenken, statt passiv zu ertragen.

Schritt für Schritt aus der Berufskrise

Mutlosigkeit und Ängste sind in solchen Situationen völlig normal. Sie dürfen aber nicht zu ständigen Begleitern werden. Betrachten Sie die gewonnene „Freizeit“ lieber als andere „Arbeitszeit“ für das Projekt „Zurück in den Job“. Die folgenden Schritte können Ihnen dabei helfen:

  • Seien Sie kein Opfer der Umstände.

    Das Wichtigste aber ist: Kommen Sie raus aus der Opferrolle. Ja, es war nicht Ihre Entscheidung. Womöglich hat man Ihnen sogar übel mitgespielt. Aber dazu gehören auch immer zwei. Seien Sie lieber selbstkritisch und ehrlich: Was haben Sie vielleicht selbst falsch gemacht, versäumt, versemmelt? Und wie können Sie das künftig verhindern? So nehmen Sie die Zügel wieder in die Hand und machen das Beste aus der Lage.

  • Blicken Sie positiv in die Zukunft.

    Häufige Ursache für die aktuelle innere Unruhe ist die negative Einschätzung der Zukunft: Werde ich rechtzeitig einen neuen Job finden? Wer will mich noch? Dieser Makel haftet mir ewig an! Lassen Sie nicht zu, dass solche negativen Gefühle Überhand nehmen. Konzentrieren Sie sich lieber auf die positiven Empfindungen und pflegen Sie einen gesunden Optimismus. So eine Berufskrise ist immer auch eine Chance, sich beruflich noch einmal komplett neu zu erfinden und zu verändern.

  • Lassen Sie die Vergangenheit hinter sich.

    Schließen Sie mit dem alten Job ab – endgültig. Was geschehen ist, ist geschehen. Die Gegenwart ist jetzt die Realität – und viel wichtiger. Die 24-Stunden-Regel besagt, dass Sie maximal 24 Stunden Trübsal blasen dürfen. Danach ist Schluss mit der Trauer und Sie blicken bitte wieder positiv in die Zukunft. Nur so haben Sie bei der nächsten Bewerbung und beim nächsten Vorstellungsgespräch wieder die richtige (Gewinner-)Attitüde…

  • Nutzen Sie den Tag.

    Füllen Sie die mögliche Leere. Aber eben nicht mit Sorgen, sondern mit Sinnvollem: Stellen Sie sich einen strategischen Tagesablauf zusammen – wie bei einem Projekt. Erweitern Sie Ihr Netzwerk, finden Sie neue interessante Kontakte. Gehen Sie gezielt auf Stellensuche und schreiben Sie erste Bewerbungen, um darin Routine zu bekommen und diese immer weiter zu verbessern. Vielleicht finden Sie hier schon etwas:

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  • Lernen Sie weiterhin dazu.

    Nutzen Sie zudem die Möglichkeit, Ihr Wissen aktuell zu halten und zu erweitern – durch Fachliteratur oder gezielte Fortbildungen. Die lohnen sich und fördern Ihre Karrierechancen. Bei einer repräsentativen TNS-Infratest-Studie, an der mehr als 300 Personalverantwortliche beteiligt waren, sagten 87 Prozent der Personaler, Weiterbildung fördere den beruflichen Aufstieg und die Jobchancen. Für 78 Prozent waren Fortbildungen sie sogar Anlass für eine Gehaltserhöhung – allerdings mit einer Einschränkung: Entscheidend war die Eigeninitiative des Arbeitnehmers, sich beruflich weiterbilden zu wollen. Für 83 Prozent der Befragten war das ausschlaggebend. Recherchieren Sie also ruhig ein paar passende Weiterbildungsmöglichkeiten oder denken Sie über Umschulungen nach – je mehr Fachwissen Sie in den Grenzbereichen des eigenen Berufs haben, desto flexibler sind Sie bei der Jobsuche und am zukünftigen Arbeitsplatz.

  • Bleiben Sie gesund.

    Ein gesunder Mensch hat mehr Chancen, Berufskrisen zu bewältigen und eine positive Einstellung zu pflegen. Wenn Sport bis heute nicht zu Ihrem Alltag gehörte, dann ist jetzt die beste Zeit, damit anzufangen. Durch leichten Ausdauersport lernen Sie, sich besser zu bewegen, richtig zu atmen und besser zu entspannen. Was auch hilft, sind regelmäßige Spaziergänge und ausreichend Schlaf. Beides bringt Sie auf neue Ideen und erhöht die Leistungskraft – und damit auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Seien Sie aktiv bei der Stellensuche

Kurzum: Lassen Sie sich durch eine Kündigung weder entmutigen, noch aus der Bahn werfen. Jede Berufskrise lässt sich meistern – Sie sind schließlich auch nicht der oder die Erste, der das passiert. Suchen Sie bitte auch nicht nach Schuldigen. Wie heißt es so richtig: Wer etwas will, findet Weg; wer etwas nicht, will, sucht Gründe.

Finden Sie Wege! So kommen Sie Schritt für Schritt ans Ziel…

[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]
8. Juni 2016 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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