Alles auf einen Blick
- Definition: Wenn Sie in die Fußstapfen der Eltern treten, wählen Sie denselben Beruf wie Ihr Vater oder Ihre Mutter oder führen das elterliche Unternehmen weiter.
- Vorteil: Nachfolger profitieren von einem bestehenden Netzwerk, Insiderwissen und oft jahrelangem Bezug zur Tätigkeit.
- Risiko: Eine große Gefahr ist der Schatten der Eltern sowie deren Erwartungsdruck und ständige Vergleiche. Es fehlt oft eine eigene berufliche Identität.
- Selbstständigkeit: Eine Unternehmensnachfolge ermöglicht den Einstieg in einen erfolgreichen Betrieb. Gleichzeitig übernehmen Kinder die Verantwortung für das Lebenswerk der Eltern.
- Abgrenzung: Als Nachfolger müssen die Kinder einen eigenen Weg finden, bestehende Strukturen hinterfragen und das Familienunternehmen auf ihre Weise prägen.
- Tipp: Treten Sie nur aus echter Leidenschaft und eigenem Antrieb in die Fußstapfen der Eltern. Wer nur aus Pflichtgefühl handelt, wird selten glücklich.
Laut Umfragen wünschen sich knapp 60 % der Inhaber von Unternehmen eine Nachfolge durch die eigenen Kinder. Tatsächlich treten aber nur etwa 33 % in die Fußstapfen der Eltern.
Soll ich in die Fußstapfen der Eltern treten?
Eltern sind Vorbilder. Nicht wenige Kinder eifern ihnen nach, treten in ihre Fußstapfen – erst recht, wenn sich Mama oder Papa vielleicht schon einen Namen in der Branche gemacht haben. Das ist zum Beispiel bei Schauspielern, Musikern, Ärzten und Anwälten oft so. Und natürlich bei Familienunternehmen. Aber was macht das mit den Kindern, wenn sie in die Fußstapfen von Mutter oder Vater treten? Profitieren Sie ausschließlich davon? Oder hat es auch Nachteile, wenn der Fußabdruck von Vater und Mutter womöglich zu groß ist? Tatsächlich hängt der Erfolg maßgeblich von zwei Faktoren ab:
- Wie gehen die Eltern damit um?
- Wie verhält sich der Nachwuchs?
Pro: Kinder profitieren von Erfahrungen und Kontakten
Wer in die Fußstapfen der Eltern tritt, weiß in der Regel genau, was sie oder ihn beruflich erwartet. Die Kinder haben den Arbeitsalltag der Eltern jahrelang verfolgt, kennen die Herausforderungen des Jobs und wissen, welche Bereiche spannend und interessant sind oder worauf die Eltern lieber verzichtet hätten. Die Kinder wissen also ungefähr, was auf sie zukommt, und haben sich – freiwillig – entschieden, den gleichen Weg einzuschlagen. Damit steht die anschließende Staffelübergabe an die nächste Generation bereits unter guten Vorzeichen.
Kontakte helfen beim Ein- und Aufstieg
In die Fußstapfen der Eltern treten bedeutet ebenfalls, von vorhandenen Kontakten und dem sprichwörtlichen Vitamin B zu profitieren. So hat der Nachwuchs bereits einen Fuß in der Tür zum Job, der für andere verschlossen bleibt. Haben die Eltern ein größeres Netzwerk aufgebaut, können sie den Kindern zu Beginn der Karriere leichter Praktika oder Stellen vermitteln. Dabei finden sich meist gleich Fürsprecher und Mentoren, die dem Kind in den ersten Berufsjahren mit ihren Erfahrungen und Know-how zur Seite stehen.
Contra: Kinder kämpfen mit Vorurteilen
Der „Sohn von…“ oder die „Tochter von…“ zu sein, hat nicht nur Vorteile. In die Fußstapfen der Eltern zu treten, ist mit zahlreichen Vorbehalten verbunden. „Von Beruf Sohn“ – Dahinter steckt nicht zuletzt das Vorurteil, es nicht durch eigenes Können und Wissen geschafft zu haben. Kinder, die in die Fußstapfen der Eltern treten, sollten sich gut überlegen, ob sie mit ihrem Namen hausieren gehen. Manche verweigern ihnen deshalb sogar Chancen.
Die Erwartungen steigen
Ein bekannter Familienname kann Markencharakter haben – und schürt zugleich große Erwartungen. Häufig größere als an andere Berufseinsteiger. Den Ansprüchen müssen die Nachfolger erst einmal gerecht werden. Die Eltern haben den Weg bereitet, alles aufgebaut und sich eine Reputation erarbeitet. Dieses Erbe soll nun erhalten bleiben, der Erfolg fortgesetzt werden. Das setzt viele Kinder unter enormen Druck – und schürt die Angst, zu versagen.
Fußstapfen der Eltern oder eigene berufliche Identität?
Die Fußstapfen der Eltern können eine große Last sein. Nicht wenige Nachfolger haben noch viele Jahre das Gefühl, im Schatten ihres Übervaters oder ihrer Übermutter zu stehen. Sie vergleichen sich fortlaufend mit den Eltern und bekommen diesen Vergleich auch von Dritten regelmäßig zu spüren. Einen Beruf nur deshalb zu wählen, weil die Eltern es vorgelebt haben oder sich das wünschen, kann gefährlich sein und unglücklich machen. Wer sich dafür entscheidet, sollte umso genauer prüfen, welche Motivation dahinter steckt.
Stellen Sie sich diese Fragen!
Kinder, die darüber nachdenken, in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten, sollten sich eine Reihe von Fragen stellen:
- Was ist mir selbst wichtig?
- Wie sehr prägen mich meine Kindheit und mein Elternhaus?
- Was sind meine persönlichen Ziele?
- Was macht mich glücklich?
- Welcher Beruf passt am besten zu mir?
Wer dabei feststellt, dass die eigene Entwicklung zu der der Eltern passt, kann bedenkenlos in die Fußstapfen der Eltern treten. Gibt es jedoch deutliche Unterschiede, sollten Sie diese nicht ignorieren und über mögliche Konsequenzen der Karriereentwicklung nachdenken. Schließlich gibt es auch alternative Optionen: Eine Arzttochter kann ein Medizinstudium absolvieren – und ein Medizin-Startup gründen, statt die Praxis zu übernehmen. Statt in das Architekturbüro des Vaters einzusteigen, bietet sich ebenso eine journalistische Laufbahn in einem Architektur-Fachmagazin an.
Fußstapfen der Eltern: Arbeitnehmer oder Selbstständigkeit?
Es macht einen großen Unterschied, wie genau die Fußstapfen der Eltern aussehen. Sie können vergleichsweise unabhängig denselben beruflichen Weg wählen, übernehmen Sie die Selbstständigkeit eines Familienbetriebs, ist die Verbindung viel direkter:
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Karriere als Arbeitnehmer
Wählen Sie den Beruf Ihrer Eltern, treten Sie zwar in deren Fußstapfen, bewegen sich aber in einem weitgehend anonymen Markt. Vergleiche beschränken sich auf das direkte persönliche Umfeld. Für Kinder ist es dabei leichter, eine eigene professionelle Identität aufzubauen. Arbeiten Sie zum Beispiel bei einem anderen Unternehmen oder in einer anderen Stadt, weiß vermutlich niemand, was Ihre Eltern beruflich gemacht haben.
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Übernahme des Familienunternehmens
Übernehmen Sie das elterliche Unternehmen, treten Sie nicht nur in die Fußstapfen – Sie ziehen direkt die Schuhe der Eltern an! Als Nachwuchs werden Sie von allen Seiten mit den Leistungen und Verhaltensweisen Ihrer Eltern verglichen: Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner prüfen bei jeder Gelegenheit, wie Sie sich in der Rolle des Juniors bzw. der Juniorin in der Unternehmensführung machen.
Fußstapfen der Eltern: Berufliche Wege sind immer individuell
Erforschen Sie vor jeder Berufswahl gründlich die eigenen Motive – und wie unabhängig diese von den Vorstellungen der Eltern sind. Entscheidet sich ein Kind dazu, in die Fußstapfen der Eltern zu treten, ist es wichtig, nicht nur dem Vorbild der Eltern nachzueifern. Es kommt ebenso darauf an, ein unabhängiges und eigenständiges Profil zu entwickeln, um nicht als junge Kopie der Eltern durchs Berufsleben zu gehen.
Die Fußstapfen können zu groß sein
Das Erbe der Eltern anzutreten, ist eine Herausforderung. Auch innerhalb der Familie. Beispiel Familienunternehmen: Ihre Eltern haben über Jahrzehnte etwas aufgebaut und übergeben Ihnen das Unternehmen. Sie übernehmen dabei nicht nur den Betrieb, sondern Verantwortung für das gesamte Lebenswerk – eng verbunden sind damit auch (oft unausgesprochene) Erwartungen. Eine solche Last kann erdrückend sein und Konflikte auslösen. Wollen Sie vom beruflichen Erbe der Eltern profitieren, brauchen Sie deshalb von Anfang an klare Kommunikation und den Mut, sich von möglichen Erwartungen zu lösen. Dann gestalten Sie die Fußstapfen um und passen sie an die eigenen Bedürfnisse an.
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