Momentum: Besitzen Sie es oder verlieren Sie es gerade?

Es gibt so Zeiten, da fluppt einfach alles. Dann gibt es eine Durststrecke und dann ist da wieder dieser Zeitpunkt, an dem Sie glauben, jetzt könnte es wieder so weit sein. Dieses schwer greifbare Etwas ist das Momentum. Höhen und Tiefen gehören zum Leben dazu. Und so richtig schätzen können Sie Höhen auch nur, wenn Sie das Gegenteil kennen. Dafür muss gerade ein Selbständiger die derzeitige Lage seines Unternehmens einschätzen können. Ist alles im grünen Bereich, hat vielleicht nur der Elan ein wenig nachgelassen oder gibt es Grund zur Besorgnis?

Momentum: Besitzen Sie es oder verlieren Sie es gerade?

Momentum Erklärung: Viel genutzter Begriff

Momentum Wiki Physik Duden Erklärung nutzen Synonym englischWer versucht, dem Begriff Momentum auf die Spur zu kommen, wird bei Wikipedia direkt auf Moment verwiesen.

Bezeichnet „Moment“ üblicherweise einen nicht näher konkretisierten Zeitintervall, wird Momentum noch in einige Bereichen verwendet. So steht es in der Physik für Antriebskraft, in der Finanzwelt ist es ein Verfahren zur Analyse von Börsenkursen und die Psychologie nennt so die kleinste wahrnehmbare Zeiteinheit, das wäre für Menschen etwa eine Achtzehntelsekunde.

Wiktionary erklärt Momentum folgendermaßen:

  • die innewohnende Kraft zur Bewegung
  • die etwas anderes bewegende Kraft
  • der entscheidende Einfluss
  • der eher kurze Zeitraum

Der Ursprung ist aus dem Lateinischen von moveo = ich setze mich in Bewegung. Der Duden definiert Momentum als richtigen, geeigneten Augenblick oder Zeitpunkt. Und im Englischen wird Momentum bezeichnet mit…

  • Eigendynamik
  • Impetum
  • Impuls
  • Schwung
  • Stoßkraft
  • Triebkraft
  • Wucht.

Momentum ist vermutlich am ehesten ein Synonym für alle diese Begriffe: Im allgemeinen Sprachgebrauch ist es ein Augenblick, dessen Länge nicht näher definiert ist. Es kann aber auch ein bestimmter Zeitraum sein. So betrachtet kann er sich über Wochen und Monate erstrecken oder auch nur einige Tage oder Stunden dauern.

Im Lateinischen kann Momentum aber auch eine Bewegung zur einen oder anderen Seite bedeuten, also anzeigen, es ist eine Entwicklung im Gange oder Veränderung.

Synonym zu Momentum könnten Sie feststellen: Ich habe einen run, einen Lauf. Damit meint jemand für gewöhnlich, dass etwas gut funktioniert. Gleichzeitig weiß derjenige, dass es eine zeitliche Begrenzung gibt und die Dinge nicht auf ewig glatt laufen.

Momentum als Anzeige von Veränderungen

Wer ein eigenes Unternehmen gegründet hat, hat bewusst Veränderungen eingeleitet. Dafür waren viele Schritte notwendig und eine Vielzahl von Anstrengungen und Entbehrungen. Aber es hat sich gelohnt, es ist dieses Momentum entstanden und die Abläufe sind flüssig.

Manch einer denkt nun, wenn alles gut läuft, die Absätze steigen, dann ist alles in Butter. Anders herum befürchten viele, sobald es mal einen kleinen Einbruch bei der Nachfrage gibt, dass dieser Prozess unumkehrbar sei. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Sie können Ihr Momentum wieder zurückholen. Überprüfen Sie derweil, ob Sie folgende Punkte beachten:

  • Verkaufstalent

    Ungeachtet dessen, was Sie verkaufen – Produkte oder Serviceleistungen – brauchen Sie ein gewisses Verkaufstalent. Sie müssen die Sympathien anderer wecken können, sowohl von Kunden als auch Geschäftspartnern. Dabei sind soziale Kompetenzen und eine gewisse Taktik wichtig für den Erfolg, aber nicht allein entscheidend.

    Achten Sie darauf, ehrlich mit Ihren Kunden und Geschäftspartnern umzugehen. Versuchen Sie nicht, sie von etwas zu überzeugen, dass Sie nicht halten können, etwa: Mein Produkt ist das tollste und beste in diesem Segment… Besser fahren Sie, wenn Sie realistisch den einen oder anderen (minimalen) Schwachpunkt aufzählen und dann die Vorteile benennen, zum Beispiel: Mein Produkt mag nicht das günstigste sein, aber Qualität/Verarbeitung/Langlebigkeit/Service sind überdurchschnittlich hoch.

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  • Gesamtstrategie

    Überprüfen Sie Ihre Gesamtstrategie: Ist sie schlüssig? Ganz gleich, ob Ihr Unternehmen linear oder weniger gradlinig wächst, immer wieder passiert es, dass ein Unternehmer eine zusammenhangslose, unklare Gesamtstrategie verfolgt. Als Verantwortlicher müssen Sie die Gesamtstrategie im Blick haben und sicherstellen, dass sowohl die einzelnen Mitarbeiter als auch die Abteilungen harmonisch arbeiten. Stimmt die Gesamtstrategie nicht, führt das zu Enttäuschungen und Stillstand.

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  • Netzwerke

    Pflegen Sie noch Ihre sozialen und beruflichen Kontakte genügend? Gerade in der Anfangsphase der Selbständigkeit ist Netzwerken das A und O. Sie müssen sich regelmäßig mit anderen Unternehmern umgeben, so können Sie sicherstellen, dass Sie beispielsweise Hilfe erhalten, wenn es darum geht Gelder zu akquirieren.

    Oder Sie haben Gelegenheit, andere für auf sich aufmerksam zu machen und für Ihr Produkt zu interessieren. Die Gefahr ist häufig: Läuft erst mal alles gut, neigen Menschen dazu, sich zurückzulehnen und faul zu werden. Erfolg ist aber kein Selbstläufer, sondern wird hart erarbeitet.

    Darüber hinaus ist es schwerer Innovationen zu entwickeln, wenn Sie abgeschottet in Ihrer Filterblase ausschließlich bei denselben Kontakten bleiben. Genau solche Innovationen sind aber notwendig, um Ihr Unternehmen voranzutreiben.

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  • Routine

    Wie routiniert sind die Arbeitsabläufe in Ihrem Unternehmen? Routine hat zwei Seiten. Einerseits ist sie wichtig, um einen reibungslosen Ablauf garantieren zu können. Je besser einzelne Arbeitsschritte beherrscht werden, desto besser ist meist das Ergebnis.

    Andererseits kann zu viel Routine Langeweile erzeugen, die Kreativität bleibt auf der Strecke. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter nicht ausschließlich Routineaufgaben nachgehen und dass ihnen genügend Mitspracherecht eingeräumt wird, wenn es um Verbesserungen geht.

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  • Vision

    Es ist wichtig, dass Sie konkrete Vorstellungen davon haben, wo Sie hinwollen. Je nachdem kann sich der Weg über die Jahre etwas verändern, aber grundsätzlich muss die Richtung klar sein. Um Ihr Momentum zu erhalten, sollten Sie überprüfen, ob alle involvierten Menschen in Ihrem Unternehmen demselben Ziel folgen?

    Es ist toll, Ziele zu haben. Aber den richtigen Flow haben Sie nur, wenn alle dasselbe Ziel verfolgen. Ist das der Fall, kommen sie alle gemeinsam voran. Ist es nicht der Fall, endet schlimmstenfalls alles im Chaos, bestenfalls treten Sie auf der Stelle.

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  • Anpassung

    Eine gewisse Anpassungsfähigkeit ist wichtig. Gerade wenn Sie neu im Geschäft sind, müssen Sie den Markt sondieren und gucken, was gefragt ist. Sie richten Ihr Unternehmen ganz natürlich nach Ihrer Zielgruppe aus, schließlich wollen Sie Ihre Produkte verkaufen.

    Gleichzeitig ist es wichtig, sich nicht ausschließlich an Kundenwünschen zu orientieren, da Sie anderenfalls Ihre Innovationsfähigkeit einbüßen. Das zu beachten ist herausfordernd, gerade wenn Sie es mit Kunden zu tun haben, die Neuerungen gegenüber eher kritisch eingestellt sind. Dennoch sollten Sie sich Ihre Flexibilität erhalten und nicht ausschließlich auf Kundenwünsche achten.

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[Bildnachweis: g-stockstudio by Shutterstock.com]
26. Februar 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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