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Kommentar: Warum „Work smart, not hard“ gefährlich ist

Gerne schallt einem dieser Tage der Satz entgegen: „Work smart, not hard!“ – Arbeite schlau, nicht hart. Clever! Der Kluge muss eben nicht mehr malochen. Er nutzt seinen Kopf. Schon wird die Arbeit zum Kinderspiel. Doch der Triumph des Kalenderspruch-Cleverles ist ein Pyrrhussieg. Die Empfehlung – „Work smart, not hard“ – ist in mehrerlei Hinsicht grober Unfug. Gefährlich ist sie noch dazu. Denn der Spruch verführt nicht wenige zu der irrigen Annahme, Erfolg ließe sich auch auf die bequeme Tour erreichen. Man muss eben nur schlau genug sein… Denkste!

Kommentar: Warum "Work smart, not hard" gefährlich ist

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Work smart not hard suggeriert einen bequemen Weg

Arbeit ist Arbeit ist Arbeit… Egal, wie schlau man dabei vorgeht. Man kann Dinge vielleicht effizienter erledigen, insgesamt produktiver arbeiten, dazu seinen Biorhythmus optimal nutzen, das Selbstmanagement verbessern oder diverse Erfolgsregeln befolgen. Am Ende muss die Arbeit aber immer noch gemacht werden – und oftmals bleibt sie auch das, was sie vorher schon war: Arbeit.

Zugegeben, man kann sich davon mehr schaffen als nötig. An der Stelle ist der Rat durchaus sinnvoll: Nicht gleich drauflos arbeiten, sondern erstmal den Kopf einschalten, sortieren, organisieren, optimieren. Aktionismus ist selten klug. Damit ist man vielleicht beschäftigt, erledigen und erreichen wird man so aber nur wenig.

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Die Denkfehler hinter Work smarter not harder

Was das „Work smarter not harder“-Credo aber so gefährlich macht, sind zwei eingebaute Denkfehler:

1. Der Spruch suggeriert einen Gegensatz, der nicht existiert

Den vermeintlich einfachen, schnellen Weg zum Erfolg gibt es nicht. Auch wenn einem viele Quacksalber dieses „Snakeoil“ gerne so verkaufen. Der Rat – work smart, not hard – zielt aber leider in dieselbe Richtung und suggeriert eine kommode Universallösung: Wer smart arbeitet, muss nicht mehr hart arbeiten. Man muss eben nur Köpfchen haben… Blödsinn!

Zahlreiche Gründer beweisen tagtäglich das Gegenteil. Sie arbeiten hart für den Sprung in die Selbstständigkeit. Häufig zehn, zwölf, 14 Stunden am Tag. Manchmal bis zur Erschöpfung und über viele Rückschläge hinaus. Zugleich darf man annehmen, dass sie dabei nicht gerade dämlich vorgehen. Ebenso ergeht es vielen Projektmanagern oder Changemanagern, die Neues wagen, Widerstände überwinden oder Innovationen forcieren. Auch ihr Job wird nicht leichter, indem sie bloß smarter agieren. Im Gegenteil: Starrsinn, Silodenken, verkrustete Strukturen und Veränderungsfeindlichkeit haben die Angewohnheit, sich auch den klügsten Argumenten beharrlich zu verschließen.

Smarte Arbeit und harte Arbeit sind eben nicht zwei gegensätzliche Pole, die jeweils am Ende derselben Skala liegen. Die Wahrheit ist kein Entweder-Oder, sondern vielmehr ein Sowohl-Als-Auch: Manchmal kann man sich durch kluges Handeln eine Menge Arbeit ersparen, richtig. Für den langfristigen Erfolg aber kommt man an harter (oft unbequemer) Arbeit nicht vorbei.

2. Der Spruch degradiert den Malocher zum Dummkopf

„Was du arbeitest immer noch hart an deiner beruflichen Zukunft? Tja, Pech gehabt – Depp! Bist eben nicht smart genug!“ – Genauso klingt der joviale Kalenderspruch im Umkehrschluss.

Von dem unverschämten Affront mal abgesehen, sollten Sie sich davon bitte nie einschüchtern lassen. Wer für seine Sache kämpft und sich anstrengen muss, ist deswegen weder dumm noch naiv. Qualität kommt oft von „quälen“, heißt es nicht zufällig. Erfolg ist kein Automatismus, sondern vielmehr das Ergebnis von Ausdauer, Leidenschaft und – wie es im Fachjargon heißt – von Volition. Intelligenz spielt dabei – das belegen inzwischen zahlreiche Studien – allenfalls eine untergeordnete Rolle (siehe hier).

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Der Kurzschluss, den viele aus dem Spruch ziehen, lautet: Mit harter Arbeit verschwende ich nur meine Zeit! Ein bisschen smart schaffen, der Rest ist reiner Kindergeburtstag. Eine gefährliche Lesart. Es ist der selbstgefällige Triumph eines Schlaumeiers, der keine Lust mehr hat, sich wirklich anzustrengen und seine Faulheit lieber zur Schläue verklärt.

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Auch der Cleverste kommt an (harter) Arbeit nicht vorbei

Mag sein, dass sich manche(r) auf der Arbeit wie Sisyphos fühlt – dazu verdammt, dieselben Routinen immer und immer wieder auszuführen, ohne je voranzukommen. Für solche Menschen klingt das „Work smarter, not harder“-Motto womöglich wie eine Instant-Erlösung.

Doch lenkt auch das nur von der oft besseren Option ab: Wer sich im Hamsterrad wiederfindet, sollte nicht smarter strampeln, sondern aussteigen.

Das Streben nach Erfolg

Sagen wir es, wie es ist: Eine bequeme Karriere gibt es nicht. Mit der Illusion davon („Reich in zwei Wochen“) lässt sich allerdings viel Geld verdienen.

Das Streben nach Erfolg ist eben noch immer das: ein „Streben“. Erfolg fällt niemandem in den Schoß. Und Wohlstand ist immer noch und überwiegend das Ergebnis beharrlicher, harter Arbeit. Was viele „Smarties“ denn auch gerne überlesen, ist die erste Hälfte des Spruchs. Sie lautet: „Work smart“. WORK (!) smart. Auch der Cleverste kommt folglich an der Arbeit nicht vorbei.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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