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Dumm stellen: Wann sinnvoll? Welche Vorteile im Job?

Sei schlau – stell dich dumm! Der natürliche Instinkt sagt uns in der Regel das Gegenteil: Dumm stellen? Auf der Arbeit??? Das ist doch Karriere-Harakiri und hat vielleicht eine Kündigung wegen Unfähigkeit zur Folge! Natürlich geht es uns nicht darum, dass Sie sich permanent blöd anstellen und mit Absicht Fehler machen. Das grenzt tatsächlich an beruflichen Suizid. Allerdings gibt im Job Situationen, in denen es sich lohnen kann, sich strategisch und gezielt dumm zu stellen. Wann und wie Sie vom Dummstellen profitieren…



Dumm stellen: Wann sinnvoll? Welche Vorteile im Job?

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Bedeutung: Was ist dumm stellen?

Sich dumm stellen, bedeutet, sein wahres Wissen zu verbergen oder vorhandene Informationen zu verschleiern bzw. nur unvollständig weiterzugeben. Dumm stellen impliziert, dass die betroffene Person nicht wirklich dumm ist, sondern nur temporär so tut oder sich dumm verhält – meist aus taktischen Gründen.

Synonym wird auch von „dumm anstellen“ oder „begriffsstutzig sein“ gesprochen. Wer sich dumm anstellt, gilt als Spätzünder oder Blitzmerker (ironisch), steht gerade „auf der Leitung“ oder hat ein „Brett vor dem Kopf“ – „Ladehemmungen“ oder eine Denkblockade eben.

Dumm stellen oder dumm sein?

Bezieht sich „dumm stellen“ meist auf das Wissen und Denken und „dumm anstellen“ eher auf das Verhalten, ist echte Dummheit natürlich von einem anderen Kaliber (siehe Grafik und „Cipollas Gesetz“) – und wird von uns auch explizit nicht empfohlen. Wer im Job absichtlich Fehler macht oder vorsätzlich Sabotage betreibt, macht sich strafbar. Das kann sogar Schadenersatzforderungen nach sich ziehen.

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Noch schlimmer wirken allerdings dumme Menschen, die sich für schlau halten (siehe: Dunning-Kruger-Effekt). Dumm stellen, ist für sie keine Option, sondern das erklärte Gegenteil. Was freilich auch nicht gut ankommt.

Der Vorteil der Intelligenz ist, dass man sich dumm stellen kann. Umgekehrt ist das deutlich schwieriger.

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Wann sollte ich mich dumm stellen?

Sich dumm zu stellen, ist natürlich keine allgemeine Strategie, um die Karriereleiter empor zu steigen. Im Job kommt weiter, wer Intelligenz und Eigenverantwortung sowie beste Leistungen zeigt. Und doch gibt es Ausnahmen davon.

Wer zum Beispiel allzu smart auftritt, schürt zuweilen die Renitenz der Kollegen. Es ist leider so, dass sich manche (mittelmäßige) Menschen automatisch klein und provoziert fühlen, sobald jemand in ihrer Nähe klüger oder besser ist.

Daneben gibt es Situationen, in denen es cleverer ist, die eigene Cleverness zu verbergen – speziell dann, wenn Eitelkeiten, große Egos und Narzissmus mit im Spiel sind. Dann erreichen Sie oft mehr, wenn Sie den Lorbeer verschenken und dem anderen das Gefühl geben, Ihre Idee war seine…

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Welche Vorteile hat es, sich dumm zu stellen?

Aber lassen Sie uns das an ein paar Beispielen verdeutlichen, wie sich vom Dummstellen profitieren und welche Vorteile es hat, sich im Job hier und da mal dümmer zu stellen, als man ist:

Sie sehen Verbesserungspotenziale

Die Abläufe im Unternehmen sind nicht optimal – und Sie sehen die Chance, diese zu verbessern. Statt alle mit Ihren Ideen vor den Kopf zu stoßen oder zu düpieren, ist es meist klüger, sich dumm und dafür clevere Fragen zu stellen: Warum machen wir das eigentlich so? Warum nicht anders? Bist du mit dem Ergebnis zufrieden? Die Strategie ist vor allem dann erfolgreich, wenn Sie mit Ihrer Idee indirekt einen Vorgesetzten kritisieren oder im Unternehmen das Not-invented-here-Syndrom grassiert.

Sie wollen sich am Klatsch nicht beteiligen

Klatsch und Tratsch gibt es in jedem Unternehmen. Wer sich am Flurfunk beteiligt, riskiert allerdings immer auch seine Neutralität oder sich als „undichte Stelle“ zu outen. Um sich aus der Affäre zu ziehen, können Sie sich regelmäßig dumm stellen, wenn die Gerüchteküche mal wieder hochkocht: „Ach? Nein, habe ich nicht gehört. Ach, egal…“

Sie sind anderer Meinung

„Ich mag Kritik, aber sie muss mir gefallen“, soll Mark Twain mal gesagt haben. Viele Chefs und Kollegen halten es genauso: Offene Kritik im Meeting vertragen sie schlecht. Sind Sie anderer Meinung und halten sie einen Vorschlag für kompletten Schwachsinn, ist es ebenfalls klüger, sich dumm zu stellen und (gespielt) naiv nachzufragen: „Das ist ein interessanter Vorschlag. Ich glaube, ich habe das noch nicht verstanden. Wie kommen Sie darauf?“ Oft werden auch anderen beim zweiten Mal die Schwachstellen der Idee bewusst. Mit dem Dummstellen gehen Sie also einer offenen Konfrontation aus dem Weg.

Sie haben einen schwierigen Kunden

Dem Kunden eilt der Ruf voraus, besonders anstrengend und permanent unzufrieden zu sein. Natürlich sollen sie sich nicht alles gefallen lassen – auch Höflichkeit und Kundenorientierung haben Grenzen. Trotzdem kann es sinnvoll sein, die ständigen Zusatzwünsche und dreisten Forderungen zu ignorieren, indem Sie sich dumm stellen: „Ach, das habe ich wohl übersehen…“

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Was sind die Gefahren, sich dumm zu stellen?

Strategisch eingesetzt, ist das Dummstellen in der Regel völlig ungefährlich. Sie können davon sogar profitieren. Dennoch bleibt ein Restrisiko, wenn das Manöver misslingt. Fairerweise wollen wir das nicht unerwähnt lassen:

  • Sie wirken uninformiert
    Geht es um ein Thema, dass jeder Kollege im Unternehmen kennt, kann es nach hinten losgehen, wenn Sie sich dumm stellen. So entsteht der Eindruck, Sie leben völlig isoliert hinterm Mond und bekommen nichts mit.
  • Sie wirken desinteressiert
    Wer sich dumm stellt, wirkt zuweilen desinteressiert. Wenn es dabei zum Beispiel um den Arbeitgeber oder dessen Produkte geht, ist das nicht das Signal, das Sie senden wollen.
  • Sie wirken überfordert
    Manch einer deutet fehlendes Wissen auch als Zeichen für Überforderung. Getreu dem Motto: „Wer mit seiner Arbeit hinterher hinkt, hat keine Zeit, sich auch noch über andere Dinge zu informieren.“

Wie bei allem gilt auch beim Dumm stellen: Die Dosis macht das Gift!


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