Geld ist ein Hygienefaktor. Das wusste schon der Arbeitsforscher Frederick Herzberg. Anfangs motiviert es, aber hat man erst mal so viel, dass es zum Leben reicht, macht es nicht unbedingt glücklicher. Im Gegenteil: Stagniert das verfügbare Einkommen gar oder wird es – dank Inflation – weniger wert, demotiviert es enorm. Also was macht uns dann glücklich? Es ist: soziale Anerkennung. Das jedenfalls sagt der Psychologe Cameron Anderson von der Universität von Kalifornien in Berkeley, der dazu geforscht hat.

Für seine Studie

Psychologen um Cameron Anderson von der University of California stellten nun die Hypothese auf, dass ein hoher soziometrischer Status, den jemand durch Anerkennung von Seiten seiner Mitmenschen erreicht, mehr zum subjektiven Wohlbefinden beiträgt, als ein durch materiellen Reichtum bedingter hoher sozioökonomischer Status.

befragte der Wissenschaftler zunächst 80 Studenten aus zwölf verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Universitäten. Und siehe da: Es zeichnete sich eine deutliche Verbindung zwischen subjektivem Wohlbefinden und dem Ausmaß an Anerkennung ab. Noch deutlicher wurde dies in einem zweiten Experiment, bei dem sich die Probanden wahlweise mit jemandem mit einem hohen, beziehungsweise geringen Sozialstatus vergleichen sollten. Auch hier: Wer sich relativ anerkannter sah, war glücklicher.

Allerdings: So stark die Anerkennung wirkt, so fragil ist das Glücksempfinden auch und so lange hallt es auch nach, wenn wir beispielsweise sozial abstürzen. So zeigte sich Anderson etwa enorm überrascht darüber, dass sich der Auf- oder eben Abstieg auf der sozialen Leiter noch mehr neun Monate in dessen subjektivem Wohlbefinden spiegelte. Oder wie Anderson selbst sagt:

Einer der Gründe, warum Glück nicht käuflich ist, besteht darin, dass Menschen sich sehr schnell an neue Einkommens- oder Vermögensverhältnisse gewöhnen. Lottogewinner zum Beispiel sind anfangs glücklich, fallen dann aber sehr schnell auf ihren alten Glückslevel zurück.

Respekt, Einfluss und soziale Integration seien dagegen zeitlos.