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Jobkiller: Reale Bedrohung durch KI oder Schreckgespenst?

Manche Erfindungen entpuppen sich als wahre Jobkiller. Beispielsweise wird in Deutschland immer noch heftigst um herkömmliche Energieversorgung gestritten, etwa in Form von Kohle. Nicht nur die Konkurrenz aus Billiglohnländern, auch Erfindungen im Bereich der Photovoltaik haben dazu beigetragen, die Nachfrage nach Kohle hierzulande zu verdrängen. Der Kohleausstieg ist beschlossen, Berufe in der Kohleindustrie, vor allem im Bergbau, sind damit wenig zukunftsträchtig. Was bedeutet das für den Arbeitnehmer? Welche Branchen sind besonders von Jobkillern betroffen und was können Sie tun?



Jobkiller: Reale Bedrohung durch KI oder Schreckgespenst?

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Definition: Was ist ein Jobkiller?

Als Jobkiller werden umgangssprachlich Entwicklungen, Erfindungen oder Einrichtungen bezeichnet, die Arbeitsplätze überflüssig machen und dadurch zu größerer Arbeitslosigkeit führen. Das Horrorszenario für viele Menschen: Computer, Roboter oder Maschinen übernehmen ihren Job und ersetzen Menschen vollständig.

Die Angst vor einem Jobkiller ist nicht neu. Bereits seit der industriellen Revolution, der Erfindung des Fließbands oder der Einführung von Computern im Büro sagten manche das „Ende der Arbeit“ voraus. Dasselbe passiert aktuell mit Künstlicher Intelligenz (KI). Auch KI halten viele Menschen für einen potenziellen Jobkiller.

Warum haben Menschen Angst vor Jobkillern?

Schon das Wort macht Angst: „Killer“ – eine Begegnung mit ihm endet meist tödlich. Hinzu kommt, dass der Job für viele Arbeitnehmer sinnstiftend ist. Er strukturiert den Tagesablauf, sichert das Einkommen und dient womöglich der Selbstverwirklichung und Persönlichkeitsentwicklung.

Fällt die Arbeit ersatzlos weg und wird das Berufsbild durch einen Jobkiller obsolet, entsteht ein Vakuum: Was jetzt? Welcher Beruf passt noch zu mir? Sind viele Menschen betroffen, birgt das auch sozialen Sprengstoff.

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Wie real ist die Bedrohung von Arbeitsplätzen?

Jobkiller sind kein Phänomen der Gegenwart oder Zukunft. Es hat sie immer gegeben. Seit jeher machen Menschen Erfindungen, die disruptiven Charakter haben, den Arbeitsmarkt revolutionieren oder alte Dinge ersetzten. In der Wirtschaft galt schon immer das Credo des „Suvival of the fittest“ – überleben können nur jene, die sich dem stetigen Wandel anpassen und flexibel bleiben.

Was in der Gegenwart tatsächlich neu und herausfordernd ist:

  1. Der Grad der Spezialisierung nimmt zu

    Mit zunehmender Spezialisierung wird auch die Anpassung an neue Arbeitsbedingungen oder Abläufe schwerer. Experte oder Fachkraft wird niemand über Nacht. Das Umsatteln oder Umschulen von Fachkompetenzen braucht Zeit, die wir nicht haben – siehe nächster Punkt.

  2. Der Wandel vollzieht sich schneller

    Das 18. und 19. Jahrhundert wird gern als „Zeitalter der Erfindungen“ bezeichnet, weil hier bahnbrechende Entwicklungen stattfanden. Autos, Fortschritte in der Medizin und Physik, das Telegrafieren und Telefonieren entstanden in der Zeit. Das Tempo des technischen Fortschritts hat aber zugenommen – dank Globalisierung, Internet, Automatisierung und Digitalisierung. Handelte es sich in der Vergangenheit um einen evolutionären Prozess, sind die künftigen Entwicklungssprünge eher exponentiell.

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Jobkiller Beispiele: Welche Jobs sind gefährdet?

Das aktuelle Schreckgespenst unter den Jobkillern ist die KI – und das Elektroauto. An der Automobilbranche hängen in Deutschland zahlreiche Arbeitsplätze und Subunternehmen. Veränderung im Automobilsektor haben breite Auswirkungen auf weite Teile der Industrie. Betroffen davon sind vor allem Fahrzeugingenieure (speziell Getriebe-Entwickler). Aber auch ganz generell erfordert die Herstellung von Elektroautos weniger Beschäftigte als beim klassischen Verbrennungsmotor.

Noch größer aber ist derzeit die Angst vor dem Jobkiller KI. Vor allem kreative Berufe könnten von der KI abgelöst werden: Texter und Autoren, Journalisten, Grafikdesigner, Illustratoren, Fotografen, Musiker – sogar Programmierer. Weniger Sorgen machen müssen sich Handwerker, wie Bauarbeiter, Mechaniker, Köche sowie Berufe im sozialen und Pflegebereich.

Jobs mit hohem Risiko Jobs mit geringem Risiko
Lektoren Friseure
Kreditprüfer Pflegekräfte
Designer Feuerwehrleute
Steuerberater Hausmeister
Buchhalter Gärtner
Musiker Informatiker
KI-Programmierer Kinderbetreuer

Quelle: Pew Research Center

Eine Studie des Internationalen Währungsfonds kommt zu dem Ergebnis, dass rund 60 Prozent der Arbeitsplätze in Zukunft durch KI beeinflusst sein könnten. Das heißt aber nicht, dass die Jobs ersatzlos wegfallen. Gleichzeitig entstehen auch viele neue Berufsprofile und Jobs.

Denken Sie nur an das Internet. Auch hier haben manche Experten das Ende zahlreicher Arbeitsplätze vorausgesagt. Heute gibt es New Work, Experten für Online-Marketing, Social Media Manager, Community Manager, SEO Strategen, Copywriter, Influencer – Berufe, die es vor 20 Jahren noch nicht gab.

Gewinner und Verlierer des Wandels

Der Arbeitsmarkt bleibt in Bewegung. Und wie in jedem Transformationsprozess gibt es dabei Gewinner und Verlierer.

Bin ich betroffen? – Die Frage stellt sich am Ende jeder Arbeitnehmer. Sicher, einige Entwicklungen sind absehbar, brauchen aber noch etwas Zeit: In Zukunft werden Computer Elektro-LKW und Taxis lenken – selbstfahrende Autos gibt es schon heute. Ebenso werden immer mehr Roboter im Alltag zum Einsatz kommen: in der Medizin genauso wie im Handel oder in der Herstellung. Gleichzeitig entstehen neue Trendberufe wie etwa der Prompt Engineer für KI oder AR-Entwickler (AR = Augmented Reality).

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Was kann ich gegen Jobkiller tun?

Vorab zur Beruhigung: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wurde! Schon oft wurde das Ende der Arbeit vorausgesagt – passiert ist das nie. Trotzdem sollten Sie sich nicht zurücklehnen. Einzelne Berufe kann es dennoch in Zukunft treffen und sie könnten ganz verschwinden. Auch bei den Service- und Dienstleistungsjobs, wie zum Beispiel Steuerberater, Bank- oder Versicherungsberater, deren Jobs ebenfalls KI und Vergleichsportale im Internet übernehmen könnten.

Eine echte Jobsicherheit oder einen wirksamen Schutz vor Jobkillern gibt es nicht. Was Sie aber immer vorbeugend tun können…

1. Folgen Sie Ihrer Leidenschaft

Auch wenn die Arbeitswelt im Wandel ist, sollten wenigsten Sie sich treu bleiben. Der Mensch dient nicht der Arbeit, sondern umgekehrt: Wenn Sie Ihren Talenten und Ihrer Leidenschaft folgen, werden Sie immer einen Beruf finden, der Ihnen Spaß macht und sie erfüllt. Rechnen Sie aber in Zukunft mit mehr Jobwechseln.

2. Bleiben Sie aktiv und flexibel

„Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ – Das Sprichwort ist wahrer denn je. Um auf dem Arbeitsmarkt attraktiv und fit zu bleiben (Fachbegrff: Employability) müssen Sie den technischen Wandel im Auge behalten und immer wieder Zusatzqualifikationen erwerben. Das lebenslange Lernen in immer noch die beste Jobkiller Abwehr.


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