Motivationsschreiben-Muster-Beispiel-Tipps-Bewerbung
Stiftungen verlangen es sowieso, aber auch manche Konzerne, die an ihre Mitarbeiter Stipendien für ein berufsbegleitendes Studium vergeben: das Motivationsschreiben. Es ist ein enger Verwandter des Bewerbungsanschreibens. Bei beiden stellt sich der Kandidat mit seinen Fähigkeiten und seinem erklärten Wunsch für die Vakanz vor. Allerdings ist so ein Motivationsschreiben weitaus weniger formal aufgebaut, dafür inhaltlich viel persönlicher und geht bei einigen Punkten auch viel mehr in die Tiefe. Wie Sie ein solches Motivationsschreiben verfassen, wie es aufgebaut wird und wie es überzeugender wird, erfahren Sie hier...

Was ist überhaupt ein Motivationsschreiben?

Bei der Bewerbung für einen Job spielt es hierzulande noch eine eher untergeordnete Rolle; bei Bewerbungen für Studienplätze oder Stipendien werden sogenannte Motivationsschreiben jedoch fast immer verlangt.

Synonym hierfür werden auch die Begriffe

verwendet. Der Grund: Die beiden ersten Seiten bilden die Standards Anschreiben und Lebenslauf, die natürlich auch mal länger als eine Seite sein können. Damit ist das Motivationsschreiben also ein eher freiwilliger Zusatz in der Bewerbungsmappe. So wird es dort eingebaut...

Motivationsschreiben-Bewerbungsmappe-Aufbau-Vorlage

Welchen Inhalt hat das Motivationsschreiben?

Je nach Zweck hat der Bewerbungszusatz zwei unterschiedliche Aufgaben:

  1. Kurzprofil

    In diesem Fall erfüllt es eine zusammenfassende Funktion und soll dem Personaler ermöglichen, sich einen noch schnelleren Überblick der wichtigsten Facetten und Kompetenzen des Bewerbers zu verschaffen. Dabei geht es im Kurzprofil nicht nur um die Kernkompetenzen oder berufsspezifische Qualifikationen, sondern um alle Fähigkeiten, welche der Bewerber in seiner bisherigen schulischen oder beruflichen Laufbahn erwerben konnte. Selbst, wenn diese auf den ersten Blick nicht auf das neue Berufsfeld passen.

  2. Motivation

    Die zweite Variante ist die häufige gemeinte und genutzte. Hierbei wird vor allem noch einmal die Motivation für die Bewerbung betont und um wichtige Argumente erweitert, die so einfach nicht mehr ins Anschreiben gepasst hätten. Ebenso lassen sich dabei wichtige Stationen im Lebenslauf hervorheben und damit noch einmal die perfekte Passung für die Stelle unterstreichen.

Schnellcheck-Motivationsschreiben

Kurzum: Weil die meisten Personaler wenig Zeit haben, soll das Motivationsschreiben ergänzen, herausstreichen, überzeugen - und eben per Schnellübersicht Zeit sparen. Damit ist es eine noch einmal komprimierte Version des Engagements, der Eckdaten und der Pro-Argumente für einen Kandidaten.

Bitte kein Motivationsschreiben!

Kritiker des Motivationsschreibens verweisen daher nicht ganz zu Unrecht darauf, dass es eigentlich nur redundante Informationen enthält und die Bewerbungsunterlagen künstlich aufbläht. Sie sollten es daher nur verwenden, wenn...

  • es ausdrücklich verlangt wird - etwa bei Studienplatz oder Stipendium.
  • Sie darin inhaltlich auch wirklichen Mehrwert bieten können.

Es ist genau genommen überflüssig, wenn Ihre Bewerbung sonst schon die besten Argumente enthält und in sich stimmig und abgeschlossen ist.

Typische Fehler von Motivationsschreiben

    Daumenrunter_r_t

  • Das Schreiben ist zu lang - nie mehr als eine DIN-A4-Seite.
  • Das Schreiben listet irrelevante Fähigkeiten für die Stelle auf - achten Sie besser auf einen prägnanten Bezug zum Job.
  • Das Schreiben klingt wie eine Ansammlung von Rechtfertigungen - betonen Sie lieber den Mehrwert, den Sie schaffen können.
  • Das Schreiben enthält nur Wiederholungen - bieten Sie auch neue Erkenntnisse.
  • Das Schreiben stellt nur Thesen auf ("Ich bin organisiert") - statt diese durch Beispiele zu belegen.

Motivationsschreiben Muster: Wie wird die dritte Seite formuliert?

Motivationsschreiben verfassenZugegeben, die eigene Motivation in Worte zu fassen, ist nicht leicht. Vor allem wenn es nicht nach Selbstbeweihräucherung und immer noch authentisch klingen soll. Sich hierbei Mühe zu geben, lohnt aber. Denn das Motivationsschreiben ist sowohl eines der aussagekräftigsten als auch kreativsten Elemente einer Bewerbung.

Immerhin gibt es, wie oben schon erwähnt, für das Motivationsschreiben keine formalen Vorgaben. Sie können es also völlig frei formulieren. Das gilt im Übrigen auch für das Design des Schreibens. Hier haben sich inzwischen zwei Varianten etabliert:

  1. Muster-Motivationsschreiben-FließtextMotivationsschreiben als Fließtext

    Bei dieser Variante werden die einzelnen Inhalte zunächst in Absätzen gegliedert und dann als Fließtext aufgeschrieben. Das Schreiben bekommt so mehr Briefcharakter, büßt aber auch etwas an Übersichtlichkeit ein. Kurze Absätze helfen dem Leser, sich besser zu orientieren. Ebenso, wenn Sie die Absätze durch gefettete Stichmarken gliedern oder Zwischenüberschriften verwenden.

  2. Muster-Motivationsschreiben-TabellarischMotivationsschreiben als Aufzählung

    Bei dieser Form verzichten Sie auf lange Sätze, sondern arbeiten mit Schlüsselbegriffen und relevanten Reizworten. Vorteil: Die Inhalte können schnell erfasst werden, der Verfasser muss nicht unbedingt brillant formulieren können. Nachteil: Das Schreiben wirkt unpersönlicher und wie aus dem Textbausteinkasten. Entscheidend ist, hierbei Begriffe oder Aufzählungen zu verwenden, die individuell, nicht abgedroschen und aussagekräftig sind.

Natürlich sind auch Mischformen möglich. Wie gesagt: Das eine richtige Muster gibt es nicht, allerdings ein paar Empfehlungen, an denen Sie sich orientieren können, um es insgesamt überzeugender zu machen. Also der Reihe nach...

Motivationsschreiben Muster als kostenloser Download

Die beiden oben abgebildeten Muster-Motivationsschreiben können Sie hier hier auch als PDF oder Word-Datei kostenlos herunterladen. Natürlich dienen diese nur als Anregung und nicht als 1:1 Vorlage, die Sie kopieren. Das würde auch keinen überzeugen...

Fließtext-Vorlage Aufzählungs-Vorlage
PDF-DokumentWord-Doc PDF-DokumentWord-Doc

Umfang und Aufbau

Das Schreiben sollte maximal zwei DIN A4-Seiten nicht überschreiten. Empfohlen wird aber meist nur eine Seite. Es geht schließlich darum, dem Personaler einen schnellen Überblick zu verschaffen. Romane will dabei keiner lesen.

Das Schreiben besitzt - wie Anschreiben und Lebenslauf auch - einen Briefkopf mit dem Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail des Absenders. Überdies hat es - rechtsbündig - ein Datum und ist dan den Empfänger persönlich gerichtet. Also nicht: "Sehr geehrte Damen und Herren, ...", sondern "Sehr geehrter Herr Müller, ...". So signalisiert der Absender auch direkt, dass es sich hierbei nicht um ein allgemeines Massendokument, sondern um ein individuell verfasstes und zugeschnittenes Schreiben handelt.

Überschrift

Ganz banal können Sie über die Bewerbungsbeigabe natürlich Motivationsschreiben schreiben. Das sagt, was es ist. Sachlich, ohne jeden Firlefanz.

Wer es etwas persönlicher mag, spricht den Adressaten direkt und provoziert Neugier durch eine Frage:

  • Warum sollten Sie mich fördern?
  • Warum sollten Sie mich einstellen?
  • Über mich
  • Was Sie über mich wissen sollten
  • Was mir persönlich wichtig ist
  • Meine besonderen Talente und Erfahrungen
  • Das ist mir wichtig
  • Das zeichnet mich aus
  • Warum ich der Richtige für die Position bin
  • Was mich für die Position qualifiziert

Einleitung

Aller Anfang ist schwer. Das gilt umso mehr für das Motivationsschreiben. Dem ersten Satz haftet ein ungeheures Fanal an: Er kann viel entscheiden, richtig zünden, neugierig machen, begeistern – oder total abtörnen. So wie die Formulierung: "Hiermit bewerbe ich mich..." Ein fürchterlicher Einleitungssatz: banal, bürokratisch, blutleer. Und eine typische Floskel, die nur eines ausdrückt: Dem Bewerber ist kein eigener erster Satz eingefallen. Auch von anderen Floskeln und Phrasen sollten Sie die Finger lassen, wie "ich interessiere mich sehr...", "mit großer Freude...", "mit viel Neugier..." – die sind allesamt verbrannt und bei Empfängern ein Indiz für einen allenfalls mittelmäßigen Bewerber.

Kommen Sie lieber gleich zum Punkt, etwa:

Ich möchte XXXXX studieren, weil dieses Fach ebenso abwechslungsreich wie herausfordernd ist...

Oder:

Zu meinen Werten und Stärken zählen Zuverlässigkeit und eigenverantwortliches und präzises Arbeiten. Dies konnte ich bisher als XXXXX erfolgreich unter Beweis stellen...

Weitere Anregungen zu knackigen Einleitunssätzen finden Sie auch noch HIER.

Hauptteil

Wichtig ist, dass Sie in diesem Schreiben nicht einfach nur Inhalte aus dem Anschreiben wiederholen. Vielmehr sollten Sie Höhepunkte, die dort vielleicht zu kurz gekommen sind, noch einmal erwähnen, den Wert von Zusatzqualifikationen erläutern oder persönliche Werte sowie soziales Engagement ansprechen, die für manche Stiftungen ein wichtiges Kriterium sein können.

Wichtige Leitfragen, die die dritte Seite beantworten sollte, sind:

  • Warum will ich die Stelle/das Stipendium?
  • Was begeistert mich daran?
  • Welchen einzigartigen Mehrwert, glaube ich, hierfür zu bieten?
  • Welchen wichtigen Entwicklungsschritt stellt es für mich dar?
  • Warum passe ich perfekt in das Programm/auf die Position?
  • Warum sollte ich gefördert werden?

Schluss

Der größte Fehler, den Sie im Schlussteil machen können, ist der zugleich verbreitetste: der Konjunktiv: "Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.", "Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich zum Bewerbunsgespräch einladen." Das schwächt Ihre obigen Aussagen unweigerlich. Sicher, der Konjunktiv klingt hübsch bescheiden, latent devot. Im Abschlusssatz aber macht er aus dem bestimmten Wunsch eine vage Möglichkeit und zieht den eigenen Glauben daran zugleich in Zweifel. So jemand wirkt sofort unsicher und macht sich kleiner als er oder sie ist.

Treten Sie mit Empfänger lieber an der Stelle noch einmal in den Dialog und fordern Sie ihn indirekt auf, aktiv zu werden:

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch!

Oder eben ohne Konjunktiv:

Über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch freue ich mich.

Weitere Tipps und Empfehlungen für überzeugende Schlusssätze finden Sie HIER.

Extra-Tipps: Achten Sie auf formale Kriterien

    Extra-Tipp-Icon

  • Damit sich das Motivationsschreiben nahtlos in die restlichen Bewerbungsunterlagen einfügt, verwenden Sie hier bitte dieselbe Schriftart und -größe wie in den anderen Bewerbungsteilen auch.
  • Tippfehler wirken hier genauso negativ auf die Überzeugungskraft wie im Rest der Bewerbung. Also unbedingt die Rechtschreibprüfung verwenden oder jemanden Korrektur lesen lassen.
  • Schreiben Sie ruhig persönlich und in Ich-Form, aber labern Sie auch nicht. Bringen Sie die Argumente auf den Punkt. Viele Adjektive schwächen die Aussage. Kurze Hauptsätze dagegen wirken stark. So wie in diesem Punkt.

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[Bildnachweis: stockillustration, Ollyy by Shutterstock.com]

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