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Gegenangebot bei Kündigung: Darum besser ablehnen!

Sie wollen den Job wechseln, haben schon ein besseres Angebot und beichten es dem aktuellen Chef: Sie werden kündigen. Darauf reagieren Vorgesetzte unterschiedlich: Manche sind beleidigt und beklagen fehlende Loyalität – andere wollen Sie halten und machen ein Gegenangebot… Gehaltserhöhung, mehr Verantwortung, bessere Arbeitsbedingung oder eine baldige Beförderung werden in Aussicht gestellt. Klingt verlockend, doch sie sollten das Gegenangebot bei Kündigung annehmen? Besser nicht! Wir erklären auch warum…



Gegenangebot bei Kündigung: Darum besser ablehnen!

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Was ist ein Gegenangebot bei Kündigung?

Ein Gegenangebot bei einer Kündigung ist der Versuch des Arbeitgebers, einen Mitarbeiter doch noch im Team zu halten. Ihr Chef will Sie umstimmen und einen Jobwechsel verhindern. Dazu verspricht er Ihnen bessere Konditionen in Ihrem jetzigen Arbeitsverhältnis, um Ihre Entscheidung rückgängig zu machen.

Wie sieht das Gegenangebot aus?

Das Gegenangebot kommt oft mündlich. Wenn Sie dem Chef Ihre Kündigung mitteilen, folgen Formulierungen wie „Lassen Sie uns da doch noch einmal drüber reden…“ oder „Können wir Sie nicht doch noch umstimmen, wenn wir uns gemeinsam an einen Tisch setzen?“ Es gibt Versprechungen, Beteuerungen und Begründungen, warum Sie es sich noch einmal überlegen sollten.

Manchmal gibt es auch ein schriftliches Gegenangebot. Häufige Argumente und Angebote, mit denen Sie überzeugt werden sollen, sind:

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Gründe: Warum machen Unternehmen ein Gegenangebot?

Gegenangebote bei Kündigungen sind eine häufige Maßnahme. Laut Umfragen machen bis zu 75 Prozent der Manager wechselwilligen Mitarbeitern ein neues Angebot, um sie zum Verbleib zu motivieren. Auf den ersten Blick scheint der Grund klar: Angestellte sollen im Unternehmen gehalten werden. Die tatsächlichen Gründe liegen meist tiefer. Das Problem: Manager halten Leistungen und Erfolge für selbstverständlich, bis Leistungsträger gefrustet von fehlender Wertschätzung kündigen.

Die Konfrontation mit den Wechselabsichten bringt die Erkenntnis bei Führungskräften. Plötzlich erkennen sie die Bedeutung der Mitarbeiter und die Probleme, wenn diese das Team verlassen. Deshalb stecken hinter einem Gegenangebot bei Kündigung in Wahrheit fast immer dieselben vier Motive:

  1. Schlechtes Gewissen

    Den Vorgesetzten plagt ein schlechtes Gewissen. Er hat Sie nicht ausreichend gefördert, keine Anerkennung gezeigt und (bisher) Ihren wahren Wert für das Unternehmen nicht erkannt oder unterschätzt. Das spricht auch für mangelnde Führungsqualitäten. Nun versucht er, seinen Fehler auszubügeln. Es soll nachgeholt werden, was bisher falsch gelaufen ist.

  2. Hohe Kosten

    Ihre Kündigung hinterlässt eine Personallücke, die gefüllt werden muss. Das kostet Zeit und Geld. Stellenausschreibung, Bewerbungsverfahren, Kandidatenauswahl, Einarbeitung, Risiko einer Fehlbesetzung oder Kündigung in der Probezeit… Das Gegenangebot soll diese Kosten verhindern. Stattdessen wird das Geld als Angebot für mehr Gehalt eingesetzt.

  3. Weitere Kündigungen

    Wenn ein Leistungsträger geht oder ein lieber Kollege zur Konkurrenz wechselt, kann das im Team den Stein ins Rollen bringen. Weitere Mitarbeiter fragen sich, ob sie im Betrieb bleiben wollen. Kann der Arbeitnehmer durch ein Gegenangebot überzeugt werden, bleiben solche Effekte aus.

  4. Akute Not

    Know-how und Expertise lassen sich nicht immer gleich ersetzen. Je spezieller Ihr Wissen und je besser Ihre Qualifikation, desto schwieriger findet der Arbeitgeber einen passenden Ersatz. Ihr Weggang hinterlässt eine Lücke, die zu Problemen in Arbeitsabläufen oder bei Projekten führt. Ein Gegenangebot soll diese Not beheben.

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Darum sollten Sie ein Gegenangebot ablehnen

Keine Frage: Ein Gegenangebot schmeichelt und ist verlockend. Der Arbeitgeber kämpft um Sie, und die Angebote sind gute Argumente. Sollten Sie also das Gegenangebot annehmen und sich freuen? Nein! Natürlich sollten Sie das Angebot individuell abwägen. Der Arbeitgeberwechsel muss nicht zwangsläufig in den Traumjob führen. Allerdings hatten Sie gute Gründe für Ihren Wechselwunsch – und die lösen sich durch das Gegenangebot nicht plötzlich in Luft auf.

Mit dem Gegenangebot sind immer auch Gefahren verbunden, die Sie nicht ignorieren sollten:

❌ Gegenangebot-Gefahr: Illoyalität

Akut umgarnt Sie der Chef, will Sie partout behalten. Doch haben Sie Ihre Wechselabsichten bereits offenbart, ebenso die damit verbundenen Opportunitäten. Die Loyalität zum Arbeitgeber ist offensichtlich nicht allzu stark. Das vergessen Vorgesetzte nicht. Wieso sollten Sie gefördert oder gar befördert werden, wenn Sie ein Absprungkandidat sind? Für Ihren weiteren Karriereweg im Unternehmen ist es ein Hindernis, wenn Sie das Gegenangebot annehmen.

❌ Gegenangebot-Gefahr: Wiederholung

Lassen Sie sich umstimmen, laufen Sie Gefahr, dass Ihr Arbeitgeber in Zukunft wieder genau so handelt. Anerkennung, Entwicklungschancen und Förderung bleiben aus – wollen Sie dann kündigen, kommt ein Gegenangebot. Statt wirklich etwas zu ändern, geht der Chef davon aus, dass Ihnen das reicht.

❌ Gegenangebot-Gefahr: Wortbruch

Wie sieht es mit dem anderen Arbeitgeber aus, dem Sie vielleicht schon mündlich zugesagt haben? Hier hinterlassen Sie einen schlechten Eindruck und werden wortbrüchig. Eine zukünftige Zusammenarbeit ist damit vom Tisch – schlimmstenfalls spricht es sich sogar bei anderen Arbeitgebern herum. Oder hat Sie gar ein Personalberater vermittelt? Dann lassen Sie auch diesen schlecht aussehen, wenn Sie zurückrudern.

❌ Gegenangebot-Gefahr: Hinhaltetaktik

Möglicherweise sollten Sie nur so lange gehalten werden, bis ein passender Ersatz gefunden wurde. Das Gegenangebot hält Sie bei der Stange, damit es keine personellen Engpässe im Unternehmen gibt – und um Zeit für die Suche nach einem Nachfolger zu haben. Gibt es einen günstigeren oder besseren Ersatz, werden Sie fallen gelassen. Es kommt die Kündigung vom Arbeitgeber oder Sie bekommen langweilige Aufgaben, bis Sie selbst gehen.

❌ Gegenangebot-Gefahr: Jobzufriedenheit

Vergessen Sie nicht: Es gab einen oder mehrere Gründe, warum Sie den Job wechseln wollten. Eine Gehaltserhöhung mag kurzfristig attraktiv sein, aber macht es die Stelle langfristig besser? Das Verhältnis zu Chef und Kollegen ändert sich nicht, die Entwicklungsoptionen und Karriereperspektiven entstehen nicht plötzlich. Und überhaupt: Warum schätzt man Ihre Arbeit und Leistung erst jetzt, wo Sie kündigen wollen? Am Ende muss das Gegenangebot langfristig und nachhaltig wirken, sonst ist es nur Blendwerk.

Lassen Sie sich also von der plötzlichen Charmeoffensive des Chefs nicht täuschen. Auch er hat gute (und nicht zwangsläufig selbstlose oder gar schmeichelhafte) Gründe für sein Gegenangebot. Kurzfristig ist es verlockend, langfristig schaden Sie damit aber Ihrer Zufriedenheit und Karriereentwicklung.

Gegenangebote verlängern die Zusammenarbeit nur kurz

Ein weiteres Argument gegen die Zustimmung: Ein großer Teil der Arbeitnehmer, die ein Gegenangebot annehmen, trennen sich trotzdem innerhalb von einem Jahr vom Unternehmen – oft aus eigenem Antrieb, teilweise durch Arbeitgeberkündigung. Die anfängliche Euphorie durch das Angebot hält nur wenige Monate. Ein bisschen mehr Gehalt oder andere Versprechungen trösten eben nicht über grundlegende Probleme am Arbeitsplatz hinweg.

Gegenangebot Checkliste



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