Warum sind Kündigungsstile so wichtig?
Eine Kündigung kann viele Gründe haben – Frust, neue Chancen oder berufliche Neuorientierung. Entscheidend ist jedoch nicht das Warum, sondern das Wie. Wer respektvoll und professionell geht, hinterlässt einen positiven Eindruck und wahrt Beziehungen, die sich später nochmal als wertvoll erweisen können. Ein Stilbruch oder Rosenkrieg hingegen kann langfristig schaden und Türen verschließen. Denken Sie an das Sprichwort: „Man begegnet sich immer zweimal im Leben.“
7 Kündigungsstile und ihre Folgen
Laut Forschung lassen sich sieben Kündigungsstile unterscheiden. Diese haben unterschiedliche Anlässe und Folgen – auch für die weitere berufliche Karriere:
1. Der klassische Kündigungsstil
Knapp ein Drittel der Arbeitnehmer geht klassisch-professionell: mit fristgerechter ordentlicher Kündigung und anschließendem Kündigungsgespräch. Die Trennung erfolgt im Wesentlichen einvernehmlich und respektvoll. Gut so! Dadurch bleiben Kontakte erhalten. Mitarbeiter profitieren von einem guten Arbeitszeugnis und einer tadellosen Reputation bei der späteren Bewerbung.
2. Der dankbare Kündigungsstil
Der dankbare Kündigungsstil geht noch einen Schritt weiter: Zwar kündigt der Arbeitnehmer, begründet den Schritt aber gleichzeitig und zeigt Dankbarkeit für die vergangene Zusammenarbeit. Rund 10 % der Arbeitnehmer trennen sich so. Ein solcher Kündigungsstil ist oft emotional und von gegenseitigem Respekt geprägt. Die Folgen: Arbeitgeber bedauern das Ausscheiden zwar, können sich aber oft eine erneute Zusammenarbeit in der Zukunft vorstellen oder unterstützen den Arbeitnehmer gar mit einem Empfehlungsschreiben und Referenzen.
3. Der oberflächliche Kündigungsstil
Bei dieser Kündigungsart geht es oft nur um Gründe und Fakten, Motto: „Ich kündige. Das wollte ich nur kurz sagen. Danke.“ Laut Studie kündigen so rund 30 Prozent der Arbeitnehmer. Im Grunde muss bei einem Jobwechsel auch nicht mehr sein. Ein weiterhin bleibender Eindruck entsteht so allerdings auch nicht.
4. Der ankündigende Kündigungsstil
Bei dieser Form bekommt der Chef eine Art Vorwarnzeit: Die Kündigung wird frühzeitig mündlich angekündigt – noch bevor sie schriftlich erfolgt und die Kündigungsfrist beginnt. Das ist zum Beispiel bei einer fristlosen Kündigung durch Arbeitnehmer so: Ihr muss oft eine Abmahnung vorausgehen. Etwa 8 % nutzen diese Kündigung mit Ansage. Der Effekt ist neutral: Zwar sind viele Führungskräfte froh darum, mehr Zeit für eine Neubesetzung zu haben. Eine Verlängerung der Zusammenarbeit gibt es aber nicht.
5. Der vermeidende Kündigungsstil
Hierbei versuchen Mitarbeiter, lange unter dem Radar zu bleiben. Die Kündigung wird schriftlich eingereicht – aber nicht beim Vorgesetzten, sondern in der Personalabteilung. Ein persönliches Gespräch wird vermieden. Grund dafür ist in der Regel die Angst vor einer Konfrontation und Rechtfertigung. Fast jede zehnte Kündigung lief in der Studie nach diesem Muster ab. Die Effekte waren eher negativ: Das Arbeitsverhältnis läuft zwar aus, das Verhalten wurde jedoch als wenig professionell bewertet. Darunter litt der Ruf der Ex-Kollegen.
6. Der laute Kündigungsstil
Trennungen laufen nicht immer lautlos ab. Wenn Wut und Frust die Regie übernehmen, wird es mitunter laut und verletzend. So auch bei diesem Kündigungsstil: Der Arbeitnehmer nutzt die Gelegenheit, um sich Luft zu machen und mit Chef oder Arbeitgeber abzurechnen. Das betrifft rund 10 % der Kündigungen. Achtung: Wer den Chef dabei grob beleidigt oder tätlich wird, kann dafür noch eine fristlose Kündigung kassieren! Effekt: Eine 3-monatige Sperrzeit beim Arbeitslosengeld. Besonders schweres Fehlverhalten kann sogar noch im Arbeitszeugnis stehen.
7. Der impulsive Kündigungsstil
Weniger als 5 % der Arbeitnehmer wählen diesen Kündigungsstil: die Kündigung – eine Art Kurzschlussreaktion. Betroffene schmeißen alles hin und kommen einfach nicht mehr zur Arbeit. Eine mündliche Kündigung im Affekt ist jedoch nicht rechtswirksam. Wer einfach nicht mehr kommt, dem drohen Schadenersatzforderungen und eine nachträgliche verhaltensbedingte Kündigung. Definitiv kein guter Stil! Für die weitere Karriere sind das überdies keine guten Vorzeichen…
Richtig den Job kündigen – Anleitung
Kündigen Sie professionell und ohne Emotionen, um Ihre berufliche Reputation zu wahren – das ist ein Zeichen von emotionaler Reife und erleichtert einen sauberen Abschluss. Hier eine kompakte Anleitung:
- Entscheidung prüfen und eine Nacht darüber schlafen. So vermeiden Sie impulsive Schritte und treffen eine rationale Wahl.
- Formales Kündigungsschreiben erstellen. Kurz, korrekt und ohne Wertungen – es ist ein juristisches Dokument.
- Persönlich übergeben und sachlich bleiben. Das Gespräch dient der Information, nicht der Abrechnung.
- Hin-Zu-Motivation erklären. Begründen Sie Ihren Schritt positiv (neue Herausforderungen), statt sich nur vom Alten zu distanzieren.
- Übergabe organisieren. Arbeiten Sie in Projekten ein und erleichtern Sie den Wechsel – das hinterlässt einen professionellen Eindruck.
- Dank und Abschied. Gute Beziehungen können später nützlich sein, und jeder nimmt etwas aus der Zusammenarbeit mit.
- Arbeitszeugnis anfordern. Ein qualifiziertes Zeugnis ist wichtig für zukünftige Bewerbungen.
Kündigen Sie stets klar, respektvoll und vorbereitet – so schützen Sie Ihre Professionalität und Ihre Chancen für die Zukunft.
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