9 todsichere Wege, Mitarbeiter zu demotivieren
Ein bekannter Spruch lautet: Es ist gar nicht nötig, Mitarbeiter zu motivieren, es reicht völlig, wenn man damit aufhört, sie zu demotivieren. Gar nicht einmal so verkehrt, denn viele Mitarbeiter bringen von sich aus bereits eine große Motivation mit oder entwickeln diese während der Arbeit. Allerdings gelingt es so manchem Arbeitgeber scheinbar mit spielerischer Leichtigkeit, diese wieder zunichte zu machen. Damit Sie die größten Fehlerquellen kennen und der Motivation Ihrer Mitarbeiter nicht länger im Weg stehen, zeigen wir Ihnen11 todsichere Wege, Mitarbeiter zu demotivieren...

Was motiviert Mitarbeiter?

Bevor man sich dem Thema Demotivation widmen kann, sollte zunächst einmal geklärt werden, was genau einen Arbeitnehmer überhaupt motiviert. Natürlich könnte man hier mit Gehalt, Erfolg oder Statussymbolen argumentieren, doch aus wissenschaftlicher Sicht ist der Auslöser ein anderer - weit weniger materialistischer - Grund.

Die biologischen Motivationssysteme des Menschen befinden sich im zentralen Mittelhirn und werden durch drei Botenstoffe betrieben:

  • Dopamin. Dieser Botenstoff versetzt den Körper in Handlungsbereitschaft und hilft bei der Steigerung der Konzentration.
  • Opioide. Die freigesetzten Opioide wirken ähnlich wie Opiate. Man fühlt sich wohler hat mehr Spaß an den Dingen, die man tut.
  • Oxytocin. Wird ausgeschüttet, wenn es zu einer Interaktion kommt, in der Vertrauen erfahren oder gegeben wird.

Doch was aktiviert die Motivationssysteme? Wie bereits erwähnt liegt die Ursache nicht in einem Streben nach Erfolg oder Materialismus. Nichts stimuliert die Motivationssysteme so sehr wie soziale Anerkennung und positive Zuwendung.

Soll heißen: Ein Mitarbeiter lässt sich nicht durch ein höheres Gehalt oder einen Firmenwagen motivieren, sondern letztendlich nur durch Wertschätzung und positiv gestaltete Beziehungen.

11 todsichere Wege, Mitarbeiter zu demotivieren

Ollyy/shutterstock.comArbeitgeber sprechen gerne von einem produktiven Arbeitsumfeld oder einer anregenden Arbeitsatmosphäre - doch oft stehen sie der Motivation ihrer Mitarbeiter eher im Weg. Mitarbeiterführung ist eine Kunst, die Fingerspitzengefühl erfordert und entscheidend zum Erfolg, oder eben Misserfolg, eines Unternehmens beitragen kann. Damit Sie nicht unabsichtlich als Motivationsbremse in Erscheinung treten und so nicht nur die Stimmung in Ihrem Team, sondern auch die Qualität der Arbeit negativ beeinflussen, sollen Ihnen diese 9 todsicheren Wege, Mitarbeiter zu demotivieren helfen, um den größten Fehlern aus dem Weg zu gehen.

  1. Ewiger Pessimismus.

    Jeden Tag aufs Neue von Nörglern und Schwarzsehern umgeben zu sein, die in jeder Suppe ein Haar finden, alles schlecht reden und den Fokus nur auf die negativen Konsequenzen legen - da kann langfristig keine Motivation überleben. Schnell verbreitet sich die pessimistische Einstellung und wozu dann noch sein Bestes geben, wenn es am Ende doch ohnehin schiefgeht? Wenn Arbeitgeber und Vorgesetzte nicht mit gutem Beispiel voran gehen und am den Erfolg glauben, werden es die Mitarbeiter ganz sicher auch nicht tun.

  2. Fehlende Freiräume.

    Wenn Mitarbeiter bei der Einarbeitung ein Dokument über 45 Seiten erhalten, dass jede Kleinigkeit am Arbeitsplatz, sowie Arbeitsabläufe und Organisation bis ins kleinste Detail regelt, sollte es niemanden überraschen, wenn sich die Motivation in Luft auflöst. Außerdem wird so schnell der Eindruck erweckt, der Arbeitgeber wolle seine Mitarbeiter kontrollieren, anstatt ihnen zu vertrauen. Ein weiterer Satz, den Vorgesetzte in diesem Kontext unbedingt vermeiden sollten: Das haben wir schon immer so gemacht.

  3. Keine Entwicklungsmöglichkeiten.

    Warum sollten Mitarbeiter motiviert und engagiert an ihre Arbeit gehen, wenn sie in einem Unternehmen ohnehin keine Chance haben, aufzusteigen oder sich zu entwickeln? Ohne Weiterbildungs- und Aufstiegschancen nimmt man dem Team den Ansporn und sollte sich nicht wundern, wenn die Mitarbeiter weniger motiviert bei der Sache sind.

  4. Unklare Ziele.

    "Wir wollen erfolgreicher werden!" - das ist zwar ein guter Vorsatz, doch für Mitarbeiter nicht wirklich motivierend. Nur klar definierte Ziele spornen dazu an, diese auch zu erreichen. Alles andere bleibt schwammig und führt dazu, dass Arbeitnehmer eher verwirrt als motiviert an die Arbeit gehen. Wenn also Zielvorgaben gemacht werden, definieren Sie diese gemeinsam im Team und besprechen Sie auch gleich, wie die Umsetzung der Ziele erfolgen soll und an welchen Kennzahlen das Ergebnis beurteilt wird.

  5. Permanenter Druck.

    Stress kann kurzfristig zu Höchstleistungen anspornen, doch permanenter Druck über mehrere Wochen ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern vernichtet auch jede Motivation, überhaupt wieder zur Arbeit zu kommen. Die Mentalität: Unter hohem Druck werden die besten Leistungen erbracht ist also absolut falsch. Spätestens dann, wenn Mitarbeiter nicht mehr das Gefühl haben, den Druck durch harte Arbeit reduzieren zu können, ist es auch endgültig mit der Motivation vorbei.

  6. Dauerhafte Teamarbeit.

    Das soll keineswegs heißen, dass Teamwork falsch oder nicht wichtig ist. Doch es steht auch fest, dass es die Motivation von Mitarbeitern senken kann. Gerade dann, wenn nicht mehr ersichtlich ist, wie die eigene Leistung zum Gesamtergebnis beiträgt, fällt es schwer, weiterhin voll engagiert zu bleiben. Kommt dann noch hinzu, dass es sich um ein sehr großes Team handelt, ist es für einzelne Mitarbeiter leicht, in der Masse unterzutauchen und sich hinter den Leistungen anderer zu verstecken.

  7. Undurchsichtige Entscheidungen.

    Vorgesetzte die nach dem Motto "Die Chefetage hat immer Recht" handeln, machen es den Mitarbeitern wirklich schwer, langfristig motiviert zu bleiben. Niemand wird gerne vor vollendete Tatsachen gesetzt, schon gar nicht, wenn diese ihn direkt betreffen. Anstatt Ihr Team also nur über das Endergebnis zu informieren, beziehen Sie es lieber in den Entscheidungsprozess mit ein. Fragen Sie nach Meinungen, Einschätzungen oder Feedback - niemand kann Ihnen bessere Auskünfte über die Arbeitssituation geben als Ihre Mitarbeiter.

  8. Frustriertes Rumbrüllen.

    Niemand lässt sich gerne Anschreien, doch leider gibt es immer wieder Vorgesetzte, die laut werden und so ihrem Frust Luft machen. Mitarbeiter verlieren dabei in der Regel nicht nur den Respekt vor dem brüllenden Chef, sondern gleichzeitig auch jegliche Motivation. Wer möchte schon seine Energie und Zeit für jemanden verschwenden, der bei jeder Gelegenheit einen Wutanfall bekommt?

  9. Schlechte Arbeitsatmosphäre.

    Wer sich am Arbeitsplatz unwohl fühlt, kann sich natürlich auch nicht engagiert zeigen und motiviert an die Arbeit gehen. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter sollte darum ein zentrales Thema in jeder Personalabteilung sein. Bei Mobbing, Grüppchenbildung oder andere Konflikte sollte der Vorgesetzte sich also nicht einfach raushalten, sondern eingreifen und die Probleme lösen. Ein vereinfachter Grundsatz: Zufriedene Mitarbeiter sind auch motivierte Mitarbeiter!

  10. Mangelnde Anerkennung.

    Jeder möchte, dass seine Arbeit geschätzt und anerkannt fühlt. Mitarbeiter geben Tag für Tag ihr Bestes, um den Anforderungen gerecht zu werden, alle Deadlines einzuhalten und die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Doch wird diese Einstellung schnell nachlassen, wenn Sie Ihren Mitarbeitern nicht regelmäßig Lob und Anerkennung zukommen lassen. Natürlich sollen Sie lobende Worte nicht inflationär verschleudern, doch wenn ein Arbeitnehmer sich nicht mehr an das letzte positive Feedback erinnern kann, ist seine Motivation wahrscheinlich bereits im Keller.

  11. Verschwendete Zeit.

    Etwas, das jeden Tag aufs neue die Motivation eines Mitarbeiters ruinieren kann, ist Zeitverschwendung. Stundenlange Meetings, die am Ende keinen ersichtlichen Fortschritt erzielen oder völlig nichtssagende E-Mails, deren Bearbeitung unnötige Zeit kostet. Genauso negativ wirken sich übrigens nicht eingehaltene Versprechungen aus. "Natürlich stellen wir einen weiteren Mitarbeiter ein, um die Überstunden zu reduzieren" - bleiben das leere Worte, werden Sie die Motivation der Mitarbeiter kaum retten können.

Mitarbeiterentwickeln-Zitat

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